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8. Marathon Deutsche Weinstraße - die Kinderläufe

[eingestellt am 21. April 2012]

By: Gabi Gründling

im Eingang des Anmeldezeltes klumpte es sich zeitweise, wenn es draußen mal wieder Katzen und junge Hunde regnete

Orgachef Rolf Kley guckt kritisch, der erste Kreisbeigeordnete Erhard Freunscht freut sich auf seinen ersten Startschuß…

…er vertritt die kranke Landrätin Sabine Röhl

Start zum 1 km Bambinilauf

Von den Eltern für die Ewigkeit festgehalten

… und bist Du nicht willig….

Nils Nager, der in der Rheinpfalz den Kindern die Welt erklärt

Überlegener Sieger Henn Sigge

Katrin Leonhardt schnellste Bambina

Niklas Schwan und Julian Schlepütz fighten – der hintere gewinnt aufgrund der besseren Nettozeit

Jahrgang 2010: Liam Schade

Ludwig Mesel mit seinen Enkeln

Jochen Heringhaus ist beim Weinstraßenmarathon im Dauereinsatz

Überlegener Meilenläufer Joshua Klein

Fabio Matheis und Jonathan Samesch fighten umd Platz 2 und 3

Schnellste Schülerin Kathrin Neumeister

Franziska Fuchs wird Zweite

Der dritte Platz geht an Regina Felleisen

Marnie Schmolke in voller Flugphase

Die Leihchips aus den Kinderläufen müssen wieder registriert werden

Sich regen im Regen bringt Segen

Bockenheim, 21. April 2012 - den Auftakt des Marathons Deutsche Weinstraße bildeten auch in diesem Jahr wieder die Kinderläufe am Samstagnachmittag. Während die Großen sich noch an der Startnummernausgabe und an der Nudeltheke tummelten, tobten sich die Kleinen draußen in den Straßen Bockenheims aus. 

Dabei machte der April wirklich, was er will – fast im Fünfminutenabstand regnete es wahlweise Katzen und junge Hunde oder schien die Sonne. Und wenn es regnete, dann wirklich so heftig, daß drinnen im Pastapartyzelt das Wasser gleichzeitig durchs Zeltdach tropfte und unter der Zeltwand hindurch lief. „Morgen stehen wir dann wohl in Gummistiefeln hier“ lachte André Kossmann, der seine Laufkollektion eigenhändig an Mann und Frau brauchte. 

Pünktlich um 14.30 h wurden 184 Kinder auf die 1 km lange Runde durch Bockenheim geschickt – 105 Jungen und 79 Mädchen. Zu ihrer Belustigung waren Nils Nager und Wutzi gekommen. Nils Nager ist der Biber, der in der Rheinpfalz in kindgerechter Sprache die Welt erklärt und Wutzi ist das Maskottchen des Kurpfalzparks, der ebenfalls als Sponsor auftritt. 

Wie so oft bei Kinderläufen dieser Länge spielten sich auch in Bockenheim wieder Dramen ab, die völlig überflüssig sind…. 

Alles andere als ein Drama war allerdings der Sieg des 11jährigen Henn Sigge vom SV Schauernheim. Der Schüler nahm zum allerersten Mal überhaupt an einem Volkslauf teil und siegte überlegen in 3:49 min. Gelaufen war er bisher nur im Sportunterricht, sein erster Volkslaufkilometer hat ihm natürlich Spaß gemacht – betrug doch sein Vorsprung auf die heraneilende Konkurrenz 14 Sekunden.  

Hinter ihm rangelten sich Julian Schlepütz (8) und Niklas Schwan (11) um die Plätze. Niklas überquerte zwar zuerst die Ziellinie, war aber aufgrund der besseren Nettozeit am Ende „nur“ Dritter. Kindern in diesem Alter ist es wahrscheinlich recht schwer zu vermitteln, warum sie zwar vor dem Kollegen ankommen, aber hinter ihm aufs Treppchen geholt werden.  

Zwischen Henn und seinen Verfolgern kam nach 3:58 min Katrin Leonhardt (TG04 Limburgerhof) in 3:58 min ins Ziel. Die beiden Sieger waren damit die einzigen Kids, die den Kilometer in unter vier Minuten schafften. 

Nach 4:14 min bzw. 4:21 min hatten Dorothea Braun (Dürkheimer HC) und Sophie Becker (TSG Grünstadt) den Silber- und Bronzerang erlaufen. 

Die Dramen spielten sich in diesem Lauf ab, weil mal wieder übereifrige Eltern ihre Kinder über den Asphalt trieben. Ein prominenter Treiber war Mekki Saad, selbst in der Pfälzer Laufszene alles andere als ein Unbekannter. Er trug seinen erst dreijährigen Sohn Islam sogar ein Stück, bevor er ihn wieder auf den Boden stellte und über die Zeitmatte zog. 

Der jüngste Teilnehmer war Liam Schade, Jahrgang 2010. Er wurde von einer Bekannten seiner Oma angetrieben, gezogen und geschoben und weinte und wehrte sich schon auf den ersten Metern. Nach 15.13 min (brutto) war er von seinen Qualen erlöst. Auf die Frage an die Großmutter, warum sie dem Kind so etwas antue, meinte diese doch glatt, der Kleine habe doch unbedingt laufen wollen. Ja klar… das kann ein Zweijähriger (und vielleicht ja noch nicht mal das, das Jahr 2012 dauert ja noch acht Monate) ganz sicher entscheiden und bewußt wollen….  

Das langsamste Mädchen war die dreijährige Amerikanerin Gabriella Werchan, die gemeinsam mit Liam im Ziel ankam. Sie wurde unterwegs mit einem Luftballon bei Laune gehalten und die letzten 100 m ins Ziel lief ihr Vater rückwärts vor ihr her und hielt ihr einen Ball vor die Nase, den sie bis ins Ziel erhaschen wollte und sollte. Solche Verhaltensweisen kennt man sonst landläufig von Windhundrennen, die hinter künstlichen Hasen herrennen. 

Solche Kinder verlieren den Spaß am Laufen bevor sie überhaupt ihren frühkindlichen Laufstil verloren haben. Natürlich haben letztlich die Erziehungsberechtigten die Verantwortung für ihre Kinder, aber vielleicht sollte von Veranstalterseite (und damit meine ich ausdrücklich alle Veranstalter und natürlich nicht nur den des Weinstraßenmarathons) mal darüber nachgedacht werden, nur Kinder auf die Strecken zu lassen, die das auch ohne „Hilfe“ ihrer Eltern oder Großeltern schaffen. 

Um 15 h schoß der erste Kreisbeigeordnete Erhard Freunscht dann den Schülerlauf über eine Meile an. Erwartungsgemäß war das Teilnehmerfeld hier deutlich kleiner. 19 Schüler und 20 Schülerinnen stellten sich dieser Herausforderung. 

Der 15jährige Joshua Klein (LG Neustadt), der tags zuvor erst in seiner Heimatstadt 4:55 min für 1.500 m gebraucht und legte heute mit der Meile in 5:37 min noch einen drauf, wurde dafür mit Freikarten für den Holidaypark und den Kurpfalzpark belohnt. Der Schützling von Jens Laudage soll und möchte sich am kommenden Samstag bei der Pfalz-Langstreckenmeisterschaft in Bad Dürkheim über 3.000 m für die süddeutsche Meisterschaft qualifizieren. Dafür muß er schneller sein als 10:30 min. Beide waren zuversichtlich, daß das zu schaffen sei. Zur Zeit trainiert Joshua an sieben Tagen in der Woche, wobei auch regenerative Einheiten wie „3 km locker Joggen“ mit im Programm sind.  

Hinter ihm klaffte eine Lücke von fast 20 Sekunden. Den Spurt um die Plätze gewann Fabio Matheis, der 13jährige Sohn von Josefa Matheis, die er inzwischen schon überragt. Auf den letzten Metern verwies Fabio den ein Jahr jüngeren Jonathan Samesch auf Platz 3.  

Die schnellste Meilenläuferin war Katrin Neumeister (TSG Eisenberg), die in 6:14 min erfolgreich war. Wie bei den Jungs war es auch bei den Mädchen auf den Plätzen 2 und 3 eng, denn Franziska Fuchs und Regina Felleisen trennte nur eine Sekunde, sie brauchten 6:31 min bzw. 6:32 min. 

www.marathon-deutsche-weinstrasse.de

Bericht über den Halbmarathon am Sonntag

 

 

 

 


Kossmann Laufdesign