Kanzlei.org - laufend gut beraten

1. World-Klapp Ludwigshafen

[eingestellt am 08. Mai 2012]

By: Carina Weidler

Barthe Simpson alias Carina Weidler bei ihrer Audienz beim König von Ghana

Barthe Simpson in ihrem Element

Na, erkannt? Carina Weidler, Udo Bölts und Carsten Bresser vor dem Rennen - motiviert bis in die Bartspitzen, versteht sich!

Rennmaterial

Ach du schreck - Der Bart ist weg! Beim ersten schnellen Antritt klebte der Bart dem Hintermann auf der Brille. Elke Bölts stattet ihren Mann mit neuer Bartfrisur aus

letztes Feintuning vor dem Start.

Die Rennmaschinen stehen bereit

Die Athleten bereiten sich auf den Einmarsch ins Klappodrom vor

Andächtig lauschen die Weltrekordaspiranten den Worten des Königs

Andächtig lauschen die Weltrekordaspiranten den Worten des Königs

Da musste einiges umgeschraubt werden, bis die Räder bahntauglich waren

Da musste einiges umgeschraubt werden, bis die Räder bahntauglich waren

Frank Dressler bei der Arbeit

Barte Simpson Racing Team hatte zur Versorgung der Fahrer und Zuschauer die Klappbar aufgebaut

W. Godeklapp unterstützte das Barte Simpson Racing Team in allen technischen Fragen

Fliegende Bärte

Jürgen Klapp war der richtige Mann für taktische Fragen

ab und zu gucken wir ja mal ein bißchen über den Tellerrand und berichten über außergewöhnliche Ausdauersportevents. Dieser Bericht ist so ein Fall:

Eine ganz klappe Entscheidung

Ludwigshafen, 05. Mai 2012 - Samstagnachmittag, Friesenheim/ Ludwigshafen. Eine Radrennbahn, 100 Athleten, über 1000 Zuschauer, Regen. Soweit, so normal, wenn man mal davon absieht, dass die Friesenheimer Radrennbahn eigentlich stillgelegt ist, und dass das ziemlich viele Zuschauer für ein Bahnradrennen sind.

Ein bisschen außergewöhnlicher wird’s beim nächsten Punkt: Es geht nicht um ein gewöhnliches Rennen, sondern es handelt sich hierbei um einen Weltrekordversuch im Stundenbahnradfahren.

Und jetzt kommt das Besondere: Dieser Weltrekord darf nur von Männern und Frauen mit Oberlippenbart und auf mindestens 30 Jahre alten Klapprädern ohne Gangschaltung aufgestellt werden.

Ein Witz? Keinesfalls, das hier ist bitterer Ernst. So Ernst, dass sogar Cephas Bansah, der König von Ghana, persönlich die Begrüßung übernimmt. Vor dem König geloben die Fahrer, dass ihr Bart echt ist und nicht am Folgetag wieder abrasiert wird, dass ihr Fahrrad keine Gangschaltung besitzt und dass sie die Hymne „Kennst du Ludwigshafen“ auswendig mitsingen können. Letzteres müssen sie auch direkt im Anschluss unter Beweis stellen.

Nachdem die Formalitäten abgeschlossen sind und der Regen währenddessen auch aufgehört hat, steht dem Weltrekord nichts mehr im Wege: Mögen die Spiele beginnen!

In drei Ausscheidungsrennen treten je 33 Fahrer gegeneinander an. Nach jeder Runde durchfahren die Fahrer eine Zeitmatte, und der jeweils letzte wird aus dem Rennen genommen. In jedem Ausscheidungsrennen werden so je sieben Finalisten ermittelt.

Es geht hart zur Sache, die Finalplätze sind heiß umkämpft. Es ist kaum zu glauben, welche Geschwindigkeiten die internationalen Titelaspiranten auf ihren Klapprädern erreichen. Manche haben ihre Renngeschoße umgebaut und statt der üblichen, relativ kleinen Klappradübersetzung eine riesige Bahnübersetzung eingebaut. Damit drehen sie mit teilweise über 40 km/h ihre Runden. 

Auch im Finale geht es heiß her. Die Favoriten kämpfen um die besten Positionen im Feld – unter ihnen auch Udo Bölts, mehrfacher Tour-de-France –Teilnehmer aus Heltersberg. Bölts ist der einzige Finalteilnehmer, der sein Klapprad nicht umgebaut hat, sondern mit der Original-Übersetzung treu bleibt. „Am Material kann es nicht liegen, ich fahre hier ein top Rad! Blech-Carbon nennt sich das!“, zeigt sich Bölts vor dem Rennen optimistisch. Doch um die hohen Geschwindigkeiten mitgehen zu können, muss er zu drastischen Mitteln greifen: Er tritt mit einer derart hohen Frequenz in die Pedale, dass sein Tretlager „heiß läuft“ und nach 40 Minuten bricht. Auf die schnellen Beine des Udo Bölts ist sein Blech-Carbon-Rad wohl nicht ausgelegt. Bölts kann zwar auf ein anderes Rad umsteigen und das Rennen nach kurzer Zwangspause fortsetzen, hat aber damit leider den Anschluss an die Spitzengruppe verpasst.

Den Titel sichert sich – in einer sehr klappen Entscheidung im Zielsprint – Egbert Fecht aus Ludwigshafen mit 37,86 zurückgelegten Kilometern. „Das Klapprad habe ich mir erst letzte Woche zusammengebaut“, erzählt der 54-jährige Fahrradhändler Fecht.  Dass er gewonnen hat, steht jedoch erst ein paar Minuten nach dem Zieleinlauf fest, da gab es wohl ein paar Probleme mit der Zeitnahme. „Ist ja aber eigentlich auch egal“, meint ein Klappradfan. Na gut, vielleicht war das alles doch nicht ganz so ernst gemeint.

Ich alias Barte Simpson aus dem Weselberger Wheelsports Racing Team profitierte von der Tatsache, dass ich mich als einzige Frau aufs Klapprad wagte, und konnte somit den Weltrekord unangefochten entgegennehmen und den Abend mit meinem mitgereisten Trainer Jürgen Klapp und meinem Mechaniker Walter Godeklapp sowie einigen Fahrern und Zuschauern an der teameigenen Klappbar bei dem ein oder anderen Klappirinha genießen.

Veranstaltungsseite www.world-klapp.de


Kossmann Laufdesign