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PRO. Erfolg ist mehr als hartes Training. Ein Tagebuch - Rasmus Henning

[eingestellt am 23. Juli 2012]

By: hahnertwins

Der Profi-Triathlet Rasmus Henning bestritt im Jahr 1998 seinen ersten Triathlon. Er gewann 2004 und 2008 EM- und Weltcuptitel auf der Kurzdistanz und nahm 2004 und 2008 an den Olympischen Spielen teil. Seit 2009 ist er auf der langen Distanz zu Hause und erlief sich bereits bei seinem Ironman-Debüt in China den ersten Platz und bei seinem ersten Start auf Hawaii 2009 Platz 5. Nach einem enttäuschenden 23. Platz 2010 steht er am Wendepunkt seiner Karriere. Soll er sich den Triathlonzirkus weiter antun? Oder endet hier alles? „Ich hoffe, dass sich alles wendet und ich wieder heiß auf Hawaii werde.“ So lautet sein Tagebucheintrag ein halbes Jahr vor dem Ironman 2011 auf Hawaii. Im folgenden halben Jahr geben er und seine Familie alles, damit er das nächste Mal das Zielband als Erster in den Händen halten wird. Doch ein Ironman folgt nicht den Gesetzen der Mathematik. Auch wenn alle Parameter auf der einen Seite stimmen, kommt nicht immer das Ergebnis heraus, was man erwartet. 2+5 ergibt noch lange nicht 7. Das muss Rasmus Henning schmerzhaft feststellen.

Profitriathleten gehören zu den Sportlern, die wöchentlich die meisten Trainingsstunden absolvieren müssen. Dies stellt nicht nur eine hohe Anforderung an den Sportler selbst, sondern auch an die Familie. 20-25h Wochen pro Woche trainiert Rasmus Henning durchschnittlich. Ok, viele Menschen schaffen diese Stundenzahl schon in der Mitte der Woche, schießt es vielen vielleicht als erster Gedanke durch den Kopf. Allerdings ist dies definitiv zu eng gedacht. Als Leistungssportler richtet man sein ganzes Leben auf den Sport aus, wenn man nicht bereit ist, dies zu tun, wird es ein anderer tun. Zu den reinen Trainingsstunden kommen bei Rasmus Henning demnach noch verschiedene Therapien mehrmals die Woche und Mentaltraining hinzu. Außerdem benötigt er mehr Schlaf und Ruhe als andere. Und die Kalorien, die er täglich verbrennt, müssen dem Körper auch wieder zugeführt werden. Und dies sollte man bei der Rechnung nicht vernachlässigen. Als Profitriathlet gehören auch Sponsorenarbeit, Verträge, Rechnungen, Meetings, Foto-Shootings, Promotion und Interviews dazu. Das macht einen zwar an sich nicht schneller, aber nüchtern betrachtet, müssen am Ende des Monats schwarze Zahlen geschrieben werden. Vor allem, wenn man nicht nur die finanzielle Verantwortung für sich selbst, sondern auch, wie Rasmus Henning, für eine Familie trägt. Nach seiner zweiten persönlichen Niederlage auf Hawaii schreibt Henning:

 „Es ist viel leichter damit klarzukommen, wenn ein kleines Rennen schiefläuft, da man nicht alles auf diesen einzigen Tag hin ausgerichtet hat. Aber ich hatte so viele Hoffnungen in diesen Wettkampf gesetzt. Jetzt bin ich raus aus den Top Ten und habe hier zum zweiten Mal in Folge keine Krone verdient- weder durch Preisgelder noch durch Bonuszahlungen der Sponsoren. Das war nicht das, worauf ich spekuliert hatte, insbesondere, da wir ein neues Haus haben und finanziell unter Druck stehen.“ (S.232)

Das Buch PRO. Erfolg ist mehr als hartes Training beschreibt eindrucksvoll  und sehr ehrlich über sportliche und persönliche Tiefen, hartes Training und einen schier unbändigen Willen. Es beginnt mit einem Tagebucheintrag ein halbes Jahr vor dem Ironman Hawaii 2011 und endet auf Hawaii. Es scheint, als sei Hawaii ist nicht nur der Dreh- und Angelpunkt des Buches, sondern auch der seines Lebens. „Ich will es noch mal wissen und muss wieder nach Hawaii. Meine ganze Ironman-Karriere basiert auf dem Traum, hier einen Sieg davonzutragen- und diesem Traum jage ich weiter hinterher.“ Ich bin mir sicher, dass im Oktober viele Menschen mitfiebern werden, wenn erneut der Startschuss für den Ironman Hawaii fällt. Und wenn kein Deutscher ganz oben auf dem Siegerpodest stehen wird, dann doch bitte ein Däne. Rasmus Henning, meine Daumen sind gedrückt.

Deutsch von Melanie Schirdewahn
ISBN: 978-3-936376-79-1
spomedis GmbH, Hamburg 2012
272 Seiten,


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