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Olympia Eröffnungsfeier in London: Isles of Wonder

[eingestellt am 30. Juli 2012]

By: hahnertwins

Anna und Lisa vor dem Olympiastadion

Viele freiwillige Helfer

Der Countdown läuft

Die Fliegerstaffel

15000 Mitwirkende

Die Industrielle Revolution

Die Ringe werden geschmiedet

The Union Jack

Das Londoner Gesundheitssystem

40 Jahre Popgeschichte

Von den Beatles bis zu den Arctic Monkeys

Die deutsche Mannschaft

Fahnenträger Usain Bolt und das Team Jamaika

Ein großes Feuerwerk

Die olympische Fackel

Das olympische Feuer

Großes Abschlussfeuerwerk

Anna und Lisa im Stadion

Incroyable. Unbelievable. Unglaublich. Was für ein Wochenende. Am Freitag, 27.Juli 2012 wurden in London die 30. Olympischen Spiele eröffnet. 62000 Leute im Stadion und mehr als eine Milliarde Menschen vor dem Fernseher zu Hause haben die vom Regisseur Danny Boyle inszenierte Eröffnungsfeier verfolgt. Und wir saßen mittendrin, haben geklatscht, gestaunt, mitgesungen, Fotos geschossen und die einlaufenden Athleten lautstark begrüßt. Noch am Mittwoch haben wir nicht im Traum daran gedacht, diesen Event live zu erleben.
Als wir am Mittwochvormittag nach einer guten Trainingseinheit im Zug von Frankfurt zurück nach Fulda saßen, hatten wir eine Mailboxnachricht von Frau Scheinhardt, Sportmarketingmanagerin von unserem Ausrüster Adidas auf dem Handy. Adidas würde uns gerne zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in zwei Tagen einladen, Hotel bis Sonntag inklusive, wir müssten uns in den nächsten beiden Stunden entscheiden, ob wir Lust auf das Abenteuer London hätten. Die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele live erleben? Auf jeden Fall. Und so war das kommende Wochenende schnell verplant und ein Flug gebucht. Eine unglaublich tolle Geste von Adidas, uns dies zu ermöglichen. Neben der Eröffnungsfeier stand am Samstag noch ein Besuch im Adidas Hospitality Center an. In einer sehr entspannten Atmosphäre waren z.B. international erfolgreiche Designer damit beschäftigt, Präsente für etwaige Adidas-Olympiasieger zu entwerfen und von der Dachterrasse des Adidas-Center aus konnten wir einen Blick ins Athletendorf werfen. Den Abend durften wir im Deutschen Haus verbringen und haben so schon einmal den Ort besucht, wo in den nächsten Tagen die deutschen Medaillengewinner gebührend gefeiert werden. Dieses Wochenende werden wir so schnell nicht vergessen. Aber nun zurück zum Freitag zur Eröffnungsfeier.

Im Vorhinein hörten wir, dass es Eröffnungsfeiern gab, die lediglich für das Fernsehen konzipiert worden waren. So beispielsweise 1996 in Atlanta. Dementsprechend ernüchternd sei die Reaktion der Zuschauer im Stadion gewesen. Bis jetzt haben wir die Eröffnungsfeiern nur am Fernsehen verfolgt. Sydney war unsere erste. Vor vier Jahren in Peking fragten wir uns, was das wohl für ein Gefühl wäre, solch eine Feier live mitzuerleben. 2008 war unser erstes Jahr in der Leichtathletik, die ersten Hessen-, Süddeutschen und sogar schon deutschen Meisterschaften. Dass bereits vier Jahre später nur 14s zu einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen fehlen würden, daran hatten wir im Traum nicht gedacht. Aber vielleicht soll es dieser Weg sein. Peking 2008 am Fernsehen verfolgt, 2012 in London vor Ort olympische Luft geschnuppert und 2016 in Rio dann als Athleten selbst dabei sein.

In London, dies sei vorweggenommen, gelang dem Regisseur Danny Boyle eine beeindruckende Show. Er verzauberte uns und ließ uns innerhalb von knapp fünf Stunden einmal durch die britische Geschichte reisen. Sein Ziel war es, eine Feier zu gestalten, „that celebrates the creativity, eccentricity, daring and openness of the British genius by harnessing the genius, creativity, eccentricity, daring and openness of modern London“. Es war einfach unglaublich. Die Emotionen aufzusaugen, die Stimmung, die Elektrizität, ein Teil dieser großartigen Feier zu sein. Dies wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.  

Im Vorhinein spekulierten wir: Wer wird die Glocke zur Eröffnung der Feier läuten und wer wird das Olympische Feuer entflammen? Es ging das Gerücht um, dass James Bond höchstpersönlich aus einem Flieger spränge und mitten auf der Wiese des Olympiastadions landen würde. Am Ende war es nicht James Bond, sondern die Queen, aber nicht so ganz und nicht so wirklich. Aber irgendwie trotzdem. Aber dazu später mehr.

Pünktlich um 20:12 Uhr flog eine britische Fliegerstaffel über das Stadion hinweg und hinterließ als Schweif die britischen Nationalfarben rot, blau und weiß. Ein perfektes Timing. Um 21 Uhr begann der offizielle Teil der Feier. Und diesen eröffnete feierlich der erste britische Tour de France Sieger der Geschichte Bradley Wiggens.

„At some point in their histories, most nations experience a revolution that changes everything about them. The United Kingdom had a revolution that changed the whole of human existence.“

Großbritannien vor der Industrialisierung. Schafe, Pferde und Bauern lebten wie in einem Dorf inmitten des Olympiastadions. Auch das typische Inselwetter durfte nicht fehlen, und so schwebten vier Wolken über dem Dorf. Mit einer rasenden Geschwindigkeit setzte die Industrialisierung ein und Schornsteine schraubten sich in den Himmel empor, Tiere, Wiesen und Felder verschwanden, stattdessen traten Arbeiter, Fabriken, Schornsteine und Rauch in den Vordergrund. Man fühlte sich wie in einer Zeitmaschine, einmal durchgeschleudert und binnen Sekunden in die Moderne gebeamt. Der Höhepunkt hierbei waren fünf geschmiedete Ringe, die sich brennend über dem Olympiastadion unterstützt durch ein atemberaubendes Feuerwerk zu den Olympischen Ringen vereinigten.

Nun zur Queen. In einer Videosequenz sah man, wie James Bond mit der Queen im Helikopter zum Stadion flog. Über dem Stadion sprang jedoch nicht James Bond, sondern die Queen per Fallschirm zu Boden. Leider war es so dunkel, dass man weder den Flug noch die Landung sah. Aber auf jeden Fall ist sie sicher gelandet, denn schon gleich wurde sie mit frenetischem Applaus im Stadion begrüßt, nicht im Fallschirmanzug, sondern elegant wie eh und je im Kostüm. Wie sie das wohl so schnell hinbekommen hatte?

Musik gab es unter anderem vom Londoner Symphonie Orchester unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Am E-Piano war plötzlich Rowan Atkinson zu sehen. Mr Bean himself- er musste nicht viel machen und trotzdem hörte man das ganze Stadion lachen. Die Eröffnungsfeier überraschte ständig mit unerwarteten Einlagen und kombinierte Spannung, Witz und Emotionen in herausragender Weise.  

Der ergreifendste Moment war für uns, als Haile Gebrselassie und andere Sportgrößen die olympische Flagge ins Stadion trugen. Haile Gebrselassie, dessen großer Traum es war, nach olympischen Goldmedaillen über 5000m und 10.000m dies auch über die 42,195km zu schaffen. Aber die Konkurrenz im eigenen Land war zu groß, er wurde vom äthiopischen Verband nicht nominiert. Aber nun durfte er die olympische Flagge tragen. Und kurz nach diesem ergreifenden Moment durchfuhr uns der nächste Schauer. Muhammed Ali, einer der größten Sportler des letzten Jahrhunderts, wurde ins Stadion gefahren, als die Flagge gehisst wurde.

Dann waren die Hauptakteure an der Reihe, die Athleten. Wie fühlt man sich wohl, unter den Augen tausender Zuschauer ins Stadion einzumarschieren? Zu wissen, man gehört zu den besten Athleten der Welt? 204 Nationen sind einmarschiert, so viele Athleten wie noch nie zuvor. Beginnen durften wie immer die Griechen, dann ging es alphabetisch weiter bis am Ende das Team Großbritannien als Ausrichter unter ohrenbetäubendem Applaus das Stadion betrat. Zum dritten Mal liefen so genannte olympic independent athletes unter der olympischen Fahne ein. Dieses Jahr waren es Athleten vom neugegründeten Staat Südsudan und den niederländischen Antillen, die 2010 aufgelöst wurden. Wie immer wurde im Nachhinein über die verschiedenen Kostüme der Nationen diskutiert. Ein besonderer Gag gelang dem tschechischem Team; in Anspielung auf das typisch britische Wetter lief die Mannschaft in blau glänzenden Gummistiefeln in das Olympiastadion ein. Doch auch die anderen Athleten behielten trockene Füße, denn außer einem kleineren Schauer zu Beginn der Feier blieb es von oben her trocken.

Am Ende wurde die spannende Frage geklärt, wer wohl das olympische Feuer entzünden wird. Es hat wohl niemand richtig gewettet, denn zum ersten Mal wurde das Feuer nicht von einem berühmten Sportler, sondern von mehreren Nachwuchsathleten entzündet. Beeindruckend war es, wie sich die einzelnen entzündeten Fackeln zu einem großen Feuer vereinten und daraufhin ein riesiges Feuerwerk den Londoner Nachthimmel erhellte. Niemand geringeres als Sir Paul Mc Cartney brachte am Ende das ganze Stadion  zum Singen. Der Schlussakkord ertönte und signalisierte doch nicht das Ende sondern den Beginn für zwei Wochen voller Spannung, Emotionen, und Höchstleistungen. Mögen die Spiele beginnen.

Und hier noch der Link zu zwei Videos von den Hahnertwins und Thomas Dold

Eröffnungsfeier

adidas world und Deutsches Haus


Kossmann Laufdesign