Kanzlei.org - laufend gut beraten

Lasse Laufen: Von Joggern, Möpsen und inneren Schweinehunden - Paul Frommeyer

[eingestellt am 06. August 2012]

By: Saskia Helfenfinger-Jeck

Mops Spiridon ist eindeutig mein Favorit – zwischen dem längst schon in den „Ewigen Jagdgründen“ verschwundenen Eisbären Knut (Gott hab ihn seelig) und dem uns Läufern allseits bekannten inneren Schweinehund. Ziemlich tierisch geht es zu in Paul Frommeyers „Lasse Laufen – Von Joggern, Möpsen und inneren Schweinehunden“.

Der Name des Buches ist sozusagen Programm oder nomen est omen, wie es der Lateiner sagen würde. Lasse, von Hause aus ein notorischer Faulenzer in Sachen Sport, stänkert quasi über alles, was nur ansatzweise mit Laufen zu tun hat. Lauftreffs bekommen genauso die volle Breitseite wie auch neumodische Lauftrends (Stichwort: Rückwärtslaufen). Liebstes Lästerobjekt: Sein laufverrückter, aus Sicht von Lasse bekloppter Nachbar, der Tag für Tag am Gartenzaun von Lasse locker vorbeijoggt und vor Fitness und Gesundheit geradezu strotzt. Sozusagen das personifizierte schlechte Gewissen des Lasse Laufen. „Lasse doch alle laufen“, mag sich Lasse Laufen denken. Und doch: irgendwann erwischt es selbst den lauffaulen Lasse und er schnürt erstmals die Laufschuhe und wird zum „begnadeten Lauffreak vor dem Herrn“, wie er selbst sagt. Und als er von einer holden Mitläuferin auch noch den Satz vernimmt: „Laufen macht sexy“ ist es um Lasse, der auf Facebook übrigens eine eigene Seite besitzt und über 900 Freunde vorweisen kann, endgültig geschehen.

Autor Paul Frommeyer versteht sein Handwerk. Ironisch, unterhaltsam, allerdings an einigen Stellen auch etwas langatmig – so liest sich „Lasse Laufen“. Die Episoden lassen sich problemlos ganz nebenbei lesen, im Zug, auf der Autofahrt zum nächsten Zehn-Kilometer-Lauf oder auch auf dem stillen Örtchen. Leichtathletik-Insidern mag Frommeyer ein Begriff sein, gehörte er doch Anfang der 1980er Jahre im Hochsprung zu den besten seiner Zunft, stellte 1983 seine persönliche Bestleistung von 2,34 Meter auf. Dass der 1957 in Ibbenbüren geborene Frommeyer durchaus etwas vom Laufen versteht, zeigen seine Bestzeiten: über 400 Meter sprintete er 49,03 Sekunden, über 800 Meter erreichte er 1:55 Minuten. Auch über 400 Meter Hürden versuchte sich Frommeyer, kam hier auf 54,03 Sekunden. Inzwischen arbeitet er als Journalist und Schriftsteller.

Das Werk „Lasse Laufen – Von Joggern, Möpsen und inneren Schweinehunden“ ist übrigens ein Sammelsurium von Episoden, das größtenteils 2006 im Magazin „aktiv laufen“ erschien und das inzwischen auch kostenlos auf laufen.de nachzulesen ist. Warum also sollte man sich das Buch trotzdem kaufen? Vielleicht, weil es noch Menschen gibt, die lieber ganz altmodisch ein Buch in der Hand halten und blättern, anstatt auf dem blanken, sterilen Bildschirm das Ganze zu lesen. Und Sie wissen ja: so ein Computer auf dem Klo, das ist dann doch etwas umständlich.

Paul Frommeyer: Lasse Laufen. Von Joggern, Möpsen und inneren Schweinehunden. 8,90 Euro, auch als E-Book erhältlich, Verlag Die Werkstatt


Kossmann Laufdesign