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Mein erster Marathon mit 61- Wolfgang Schuster

[eingestellt am 22. August 2012]

By: hahnertwins

Von Null zum Spitzenläufer

Im Alter von 55 Jahren wog Wolfgang Schuster 84kg bei einer Größe von 1,70m. Er hatte häufig gesundheitliche Probleme und so beschloss er abzunehmen. Nachdem er mehrere Sportarten versucht hatte, landete er im Alter von 60 Jahren beim Laufen. Sogleich verhielt er sich sehr professionell, bereits im ersten Jahr flog Wolfgang Schuster im Winter für fünf Wochen nach Teneriffa, um sein Training auch in dieser Jahreszeit fortsetzen zu können. So überrascht es wenig, dass er sich bereits bei seinem sechsten Wettkampf, beim 17km langen Bannwaldseelauf in Schwangau bei Füssen, seinen ersten Sieg in der M60 holte.

Das war im Jahr 2002. Bis zum Jahr 2008 nimmt er an insgesamt 54 Wettbewerben teil, darunter viele Marathons und Halbmarathons, aber auch kürzere Strecken. Laut Klappentext soll das Buch taktische und praktische Empfehlungen geben, die es dem Leser ermöglichen, innerhalb kurzer Zeit Erfolge im Ausdauersport zu erreichen.

Gewiss, Wolfgang Schuster hat sich innerhalb relativ kurzer Zeit ins vordere Feld seiner Altersklasse in Deutschland geschoben. Doch viele Tipps erhält der Leser in diesem Buch leider nicht. Schuster vertraut auf sein Gefühl und hält wenig von Trainingsplänen. Über sein Training erfährt man jedoch kaum etwas. Wie oft läuft er die Woche? Macht er Tempoeinheiten? Wie sieht es mit Krafttraining aus? Das Buch ist weitgehend ein Wettkampfbericht, zu jedem Laufwettbewerb stehen ein paar Sätze und die erreichte Platzierung. Im Mittelteil des Buches gibt es zwei Seiten zum Thema „Meine Taktik beim Laufen“. Schuster geht es primär darum, in seiner Altersklasse vorne zu sein. Was ist mit dem Kampf gegen sich selbst, was vor allem einen Marathonläufer ausmacht? „Vor dem Start schaue ich mir, wenn möglich, immer die Starterliste in meiner Altersgruppe an. Je kleiner die Anzahl der Läufer ist, umso größer sind meine Chancen auf die vorderen Plätze“. Durch die vielen Wettkampfberichte bekommt der Leser jedoch einen Einblick in viele verschiedene Laufveranstaltungen. Klar,  dass der New York Marathon mit einer grandiosen Stimmung überzeugt, wissen viele. Aber wie wäre es mit einer Marathonreise nach Jordanien?


Mein erster Marathon mit 61, von Null zum Spitzenläufer. Ein äußerst interessanter Titel, der viele Erwartungen weckt, die am Ende jedoch nicht ganz gehalten werden. Die 104 Seiten des Buches lassen sich gut und schnell lesen, aber am Ende weiß man nicht viel mehr darüber, wie man im Alter noch zu einem guten Läufer wird. Schuster sagt selbst, dass Laufen zu einer Art von Sucht wird, wobei man zur Laufsucht noch die Erfolgssucht hinzufügen könnte. Vielleicht ist das das eigentliche Erfolgsgeheimnis. Am Ende strebt jeder nach Bestätigung seiner Leistung. Bei Schuster sind dies die Urkunden und Pokale. Und damit er seine sieben Altersklassensiege im Marathon nicht mehr vergisst, hat er sich einen Läufer mit sieben Sternen als Tätowierung stechen lassen. Je ein Stern für einen Marathonsieg. Ende September möchte Schuster im Alter von 70 Jahren noch einmal in Berlin laufen. Das Buch endet bereits im Herbst 2008. Man kann also gespannt sein, wie viele Sterne in den vergangenen vier Jahren hinzugekommen sind.

„Mein erster Marathon mit 61- Von Null zum Spitzenläufer“ von Wolfgang Schuster. WAGNER VERLAG, 104 Seiten.

                                                                                                                                                                           


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