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Rehberg, Maya

[eingestellt am 02. September 2012]

By: hahnertwins

Die Überfliegerin aus dem Norden

Mit vier Jahren wurde Maya Rehberg Mitglied beim SC Rönnau 74, und dort ist die 18jährige nun schon seit 14 Jahren. Sie gilt als eine der großen Nachwuchshoffnungen in der Deutschen Leichtathletik. Momentan ist sie noch hauptsächlich auf der Mittelstrecke vertreten, aber es gab auch schon Abstecher auf die Langstrecke. Ihr Spektrum reicht von 2:10,07min über 800m über 10:03,09min über 3000m Hindernis bis zu 35:50min über 10km.

Die Norddeutsche ist mit ihren Eltern und drei Brüdern im Städtchen Bad Segeberg in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Dies erklärt vielleicht auch die Liebe der Familie zum Land Schweden. Nicht nur ihren Name und den ihrer Brüder findet man oft bei unseren schwedischen Nachbarn, die Rehbergs verbringen auch viele Urlaube im Land von Michel und Co. Sie haben ein Ferienhaus, das 30km von der nächsten Stadt entfernt liegt aber eine tolle Natur zu bieten hat. Ergo der perfekte Ort, um Kraft zu schöpfen. Auf indisch bedeutet Maya Wunderkraft, sie selbst findet Kraft bei Freunden, Familie und im Laufen. Da wundert es auch nicht, dass sie als sportlichen Traum angibt, solange laufen zu können, wie sie Spaß daran habe. Und der scheint ihr so schnell nicht auszugehen. Früher hat sie mit ihren Brüdern in einer Mannschaft Handball gespielt, dann sechs Jahre lang Fußball. Also auch als Mannschaftssportlerin gibt sie eine gute Figur ab. „Ich denke, wenn man zu viert aufwächst, lernt man, als Team zu leben.“

Maya ist schon seit sie vier Jahre alt ist in der Leichtathletik und hat anfangs bei Dreikämpfen und Blockwettkämpfen mitgemacht. Aber schon damals bügelte sie ihre mäßigen Wurf- und Sprungleistungen mit ihren Laufleistungen aus. Laufen scheint für sie auch deshalb so natürlich zu sein, weil es ein selbstverständlicher Bestandteil in der Familie Rehberg ist. Besonders im Urlaub stehen neben dem Laufen auch Radfahren und Segeln auf dem Programm. „Dadurch, dass bei uns der Übergang von Trainingslager und Familienurlaub recht fließend ist, sind die Trainingsformen oftmals recht alternativ, wodurch Training manchmal kaum von Freizeit zu unterscheiden ist.“ Dies liegt auch daran, dass Mutter und Trainerin für Maya ein- und dieselbe Person sind. So kann Familien- und Wettkampfplanung optimal aufeinander abgestimmt werden. Einen kleinen Nachteil verschweigt Maya jedoch auch nicht, so wirken sich Meinungsverschiedenheiten immer gleich auf zwei Bereiche aus.

Neben Laufen fährt sie gerne Fahrrad oder fliegt mit dem Gleitschirm in luftige Höhen. Dort ist sie aus sportlicher Sicht spätestens seit diesem Jahr auch angekommen. Am 21. Juli hat sie bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Mönchengladbach über 2.000m Hindernis um vier Zehntel den deutschen U20-Rekord der Frankfurterin Gesa Felicitas Krause auf 6:22,06min verbessert. Die Zwischenzeiten hatte sie sich als Spickzettel auf ihre Handfläche geschrieben.

Sie sagt selbst, dass sie am Laufen fasziniere, jedes Mal an die Grenzen zu stoßen und es selbst in der Hand zu haben, diese weiter herauszufordern. Bei ihrem Rekordlauf hatte sie es buchstäblich selbst in bzw. auf der Hand gehabt. „Engagiert, ehrgeizig und zielstrebig“, so würden sie auch ihre Lehrer in Sport und Mathematik beschreiben. Denn wenn sie sich für etwas begeistern kann, dann ist sie Feuer und Flamme. Ein Studium im naturwissenschaftlichen Bereich kann sie sich durchaus nach ihrem Abitur vorstellen.

Und wie würden sie ihr Deutsch- oder ihr Erdkundelehrer beschreiben? „Abwesend und unkonzentriert“, gesteht Maya grinsend.  Aber selbst ein Energiebündel wie Maya braucht ab und zu etwas Ruhe. Die langen Wettkampfreisen von ihrer Heimat im Norden bis zu den Wettkämpfen im Süden vertreibt sie sich meist mit Schlafen. Ihre Zukunft sieht Maya eher auf den längeren Distanzen, für die 1500m sei ihre Grundschnelligkeit nicht hoch genug. In diesem Jahr wird sie noch einmal 10km auf der Straße laufen und am Ende des Jahres die Cross EM. Und 2013 steht die U20 EM auf dem Plan. Was sind Mayas Pläne für den Sommer 2016? „Es soll da so eine nette Stadt geben…“ Und wer Maya kennt, weiß, dass sie dort nicht zum Segeln, Radfahren, Surfen oder Urlaub machen hinfahren wird.  Rio ruft.

Mayas Bestzeiten:

800m: 2:10,07min (2011)
1500m: 4:20,55min (2012)
2000m Hindernis: 6:22,06min (2012)
3000m: 9:29,04min (2012)
3000m Hindernis: 10:03,09min (2012)
5000m: 18:06min (2008)
10.000m: 35:50min (2011)


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