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Glücksspiele - Marcus Imbsweiler

[eingestellt am 11. September 2012]

By: Gerd Fischer

Marcus Imbsweiler hat mit „Glücksspiele“ passend zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London den Sport-Krimi der Saison vorgelegt. Zur Story: Katinka Glück hat die Norm geschafft und soll als deutsche Olympiateilnehmerin im Marathonlauf an den Start gehen. Im Vorfeld jedoch wird sie massiv bedroht und man legt ihr einen Startverzicht nahe. Max Koller ist Privatdetektiv und wird als ihr Bodyguard engagiert, um sie zu schützen und denjenigen zu finden, der Frau Glück Böses will. 

Wir begleiten die beiden auf ihren Trainingsläufen, Koller hechelt meistens hinterher – auf dem Fahrrad wohlgemerkt – und da bekommen wir Leser schöne Einblicke ins Laufen und ins Training. Imbsweiler, selbst ein sehr guter (Marathon-)Läufer, erzählt in einer flotten, lakonischen und treffenden Sprache – besonders die Weltsicht von Herrn Koller kommt hervorragend zur Geltung. 

Imbsweiler ist ein sehr guter Beobachter, der sprachlich gewandt seine Figuren inszeniert und handeln lässt. Immer wieder gibt es starke Sätze. Am Ende eines Kapitels beispielsweise bezichtigt Max Koller zu Unrecht Katinka Glück des Dopings, worauf sie wutenbrannt wegrennt. Der erste Satz des nächsten Kapitels lautet aus Kollers Perspektive: „Entschuldigungen sind nicht so meine Stärke.“ Genial, wie Imbsweiler hier eine fiktive Figur mit nur einem Satz plastisch werden lässt. Man sieht Koller quasi vor sich, wie er sich über seinen eigenen Fehler, die Vorwürfe an Katinka, grämt. 

Im Laufe des Krimis/ Thrillers entwickelt er sich quasi zum Road-Movie. Wir als Leser bleiben immer an den Hacken von Katinka Glück und Max Koller und verfolgen sie kreuz und quer durch die Republik. Von Trainingseinheit zu Trainingslager, Vorbereitungswettkämpfen, Presse- und Sponsorentermine. Und ständig rätselt man, was hinter den Drohungen gegen Katinka Glück stecken könnte („Glücksspiele“: Vorsicht: Wortspiel!) Doping kommt auf den Tisch, Verbandsmauscheleien, Konkurrenz unter den Läuferinnen. 

Und dann gibt es auch noch einen Toten (wer verrate ich nicht), der in einer der Kältekammern des ehemaligen DDR-Leistungssportzentrums in Kienbaum gefunden wird und die Ereignisse werden dramatisch weiter geschildert bis zu einem überraschenden Ende. 

Fazit: Imbsweiler weiß, wovon er schreibt. Volle Empfehlung meinerseits.

ISBN-10: 3839213118
ISBN-13: 978-3839213117
Gmeiner Verlag
€ 11,90
auch als Kindle-Edition für 9,99 €

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