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Soethout, Jana

[eingestellt am 07. Januar 2013]

By: hahnertwins

„Ein spezielles Ritual vor dem Wettkampf? Da bin ich zu chaotisch dafür“

Jana Soethout hat sich am 31.12. beim Bietigheimer Silvesterlauf souverän gegen Katharina Heinig und Alina Reh durchgesetzt, drei Tage nach ihrem 23. Geburtstag. Die Kölner Langstreckenläuferin startet seit 2011 für die LG Telis Finanz Regensburg und wird seitdem von Kurt Ring trainiert. Im Dezember 2011 gewann sie mit der U23 Mannschaft in Velenje/Slowenien bei der Cross-EM ihre erste internationale Medaille, nachdem sie im Sommer bereits bei den U23 Europameisterschaften in Ostrava über 5000m die deutschen Farben vertrat. Ihrer Heimat Köln ist sie bisher treu geblieben, noch in diesem Monat wird sie aber den Rhein und den Kölner Dom hinter sich lassen, um den Sportmanagement Master in den USA zu machen. Dort freut sie sich vor allem auf sehr eng besetzte Rennen. In der letzten Saison konnte sie ihre Bestleistungen über 1500m, 3000m und 10.000m verbessern und wurde dafür vom Deutschen Leichtathletik Verband mit der Aufnahme in den B-Kader belohnt.  

Beim Silvesterlauf in Bietigheim hast du überlegen gewonnen. Wusstest du, dass du so stark drauf bist?

Das Training lief zuletzt richtig gut, ich wusste also, dass ich fit bin und mit um den Sieg laufen kann. Dass ich das Rennen so früh für mich entscheiden konnte, war aber eher überraschend. 

Wirst du Hallenwettkämpfe bestreiten?

Ich werde vermutlich Anfang Februar in Seattle Washington mein erstes Hallenrennen bestreiten, da ich ab Mitte Januar in San Francisco studieren und trainieren werde.  Es ist aber noch offen, ob 3000m oder vielleicht sogar mal 5000m (die haben eine 300m Bahn). Eine richtige spezifisch vorbereitete Hallensaison wird es aber nicht geben. 

Im letzten Jahr gab es für dich große Veränderungen. Du hast sowohl den Verein als auch den Trainer gewechselt. Was hat dich dazu bewegt, diesen großen Schritt zu gehen?

Innerhalb unserer Trainingsgruppe beim ASV Köln habe ich letzten Herbst einige Trainingspartnerinnen verloren, da einige Mädels ins Ausland gegangen oder weggezogen sind. Auch kam kein Trainingslager mehr zustande und der Leistungssport und dessen Förderung stehen leider nicht mehr im Mittelpunkt des Vereins. Ich habe mir einen Trainer gewünscht, der viel Zeit hat, sich mit dem Training zu befassen. Mit der LG Telis Finanz Regensburg habe ich zudem einen Verein gefunden, in dem die Leichtathletik und der Sport im Mittelpunkt stehen und sehr viel dafür getan wird, damit die Athleten gute Leistungen bringen können. 

Mit Corinna Harrer, Maren Kock, Carolin Ähling hast du sehr starke Mannschaftskolleginnen in deinem Verein. Was ist der größte Vorteil von einer solch starken Trainingsgruppe?

Ein sehr großer Vorteil ist sicherlich die Motivation. Es ist schön, sich gegenseitig anzufeuern und mit einer großen Mannschaft beim Wettkampf zu erscheinen. Auch in Trainingslagern zusammen zu trainieren macht Spaß. Natürlich ist es auch schön in den Teamwertungen immer vorne mitlaufen zu können. 

Du studierst in Köln und startest für die LG Telis Finanz Regensburg. Wie oft trainierst du im Süden Bayerns?

Ich war bisher drei Mal einige Tage zum Trainieren dort. Die Gruppe fährt ja oft ins Trainingslager, wo wir dann zusammen treffen, um gemeinsam zu trainieren. 

Wie vereinbarst du Studium und Leistungssport?

Studium und Sport ließen sich bisher immer gut vereinbaren. Ich konnte mir meinen Stundenplan immer so zusammenstellen, dass genug Freiräume für das Training blieben. Da immer zwei Klausurtermine im Semester angeboten wurden, hat das auch eigentlich immer mit den Trainingslagern gepasst. Jetzt bin ich seit Oktober mit meinem BWL Bachelor fertig und habe seitdem natürlich sehr viel Zeit zum Trainieren und Regenerieren. Ab Januar starte ich dann mit meinem Sportmanagement Master in den USA. Dort sind Studien- und Trainingszeiten sowie die medizinische Betreuung ja bekanntlich sehr gut koordiniert. 

Könntest du dir vorstellen, nach Regensburg zu ziehen?

Mein Trainer Kurt Ring hätte es sehr gerne, dass ich nach Regensburg ziehe. Jetzt gehen die Gedanken aber erst mal in Richtung San Francisco, bevor ich entscheide, wo ich in zwei Jahren leben werde. Ich liebe meine Heimat Köln aber schon sehr. 

Du bist Leistungssportlerin und Vegetarierin. Welche Herausforderungen ergeben sich da bei der Ernährung?

Da ich mich schon im Kindergarten dazu entschlossen habe, kein Fleisch zu essen, bin ich mit dieser „Einschränkung“ aufgewachsen. Ich koche sehr gerne und bin auch recht kreativ in der Küche, sodass ich mich trotzdem ausgewogen ernähre. Sogar meine Freunde kann ich mit den vegetarischen Gerichten regelmäßig überzeugen. 

Bei Wettkämpfen hat man dich mit bunten Kompressionsstrümpfen gesehen. Nach welchen Parametern suchst du die Farbe deiner Strümpfe aus?

Die quietschgrünen Socken habe ich von meinem Unterstützer run2 by runnerspoint bekommen und nachdem sie mir bei der U-23-EM Quali „geholfen“ haben, habe ich sie in der Saison 2011 dann fast immer getragen. Eigentlich mag ich aber gar kein grün, sondern viel lieber pink, sodass mir run2 pünktlich zur U23-EM die pinken mitgegeben hat. Es war dann allerdings viel zu heiß um sie zu tragen. Mittlerweile trag ich die Strümpfe auch lieber nach dem Training oder beim Reisen als beim Laufen. 

Gibt es bei dir ein spezielles Ritual vor jedem Wettkampf?

Ich bin zu chaotisch, um mir ein spezielles Ritual anzueignen. Dann habe ich nachher negative Gedanken im Kopf, weil ich es vergessen habe. Da lasse ich das lieber gleich. 

Siehst du dich auch in Zukunft hauptsächlich auf den 5000m?

Die 5000m sind eigentlich zu kurz für mich. Langfristig werde ich eher die längeren Strecken laufen.  

Welche sportlichen Ziele hast du für 2013?

Ich würde die 10.000m gerne unter 33:30min laufen. Auch möchte ich die Unterdistanzen bis zu den 1500m noch verbessern. Außerdem freue ich mich einfach auf die viel enger besetzten Rennen in den USA. 

Deine blonden Haare sind dein Markenzeichen. Was müsste man dir bieten, dass du sie abschneidest?

In der Farbe bin ich gar nicht so festgefahren. Vor zwei Jahren hatte ich ja auch schon mal braune Haare. Da haben mich viele bei der Hallen-DM nicht erkannt. Für eine Million würde ich auch mal eine Kurzhaarfrisur testen. 

Bestzeiten

800m: 2:15.72min (2009)
1500m: 4:25.63min (2012)
3000m: 9:28.86min (2012)
5000m: 16:15.51min (2011)
10.000m: 33:57.53min (2012)

Halbmarathon: 1:13:49  h (Leverkusen 2013)

 

 

 

 


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