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Weiß-Latzko, Markus

[eingestellt am 20. Januar 2013]

By: hahnertwins

Ich sehe den Wettkampf als Feiertag

Markus Weiß-Latzko gehört zur deutschen Spitze im Marathonlauf. 2011 gab der Tübinger in Berlin sein Debüt in 2:19:03h und stellte dort die deutsche Jahresbestzeit auf. Weitere Top-Zeiten folgten im letzten Jahr in Hamburg und Frankfurt. Trainiert wird der flinke Langstreckenläufer von Reiner „Chip“ Müller, der 1980 in 2:19:33h den damaligen württembergischen Marathonrekord aufstellte. Sein Motto „Alles ist möglich“ verfolgt Markus Weiß-Latzko sowohl im Studium als auch im Sport. Sein Ziel, für die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Moskau zu starten, musste er begraben, als Russland den Weltcup und somit die Möglichkeit zur Qualifikation über die Team-Norm gestrichen hatte. Aber davon lässt sich der 28-Jährige nicht unterkriegen. Er ist sich sicher, dass das „Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht“ ist und auch wir sind überzeugt, noch viel von dem gut gelaunten Juristen zu hören. Wir sprachen mit ihm über seine Ziele 2013, seine Promotion und warum er seinen ersten Sohn Waldemar nennen würde.   

In Frankfurt bist du trotz Problemen mit deinen Tempomachern eine neue persönliche Bestzeit in 2:18:06h gelaufen. Welche Zeit traust du dir 2013 zu?

Ich traue mir, natürlich immer vorausgesetzt, ich bleibe weiterhin gesund und munter, eine deutliche Steigerung zu – aber ich will gar keine konkrete Zeit in den Mund nehmen, denn es spielen einige Faktoren mit, die man nicht selber unter Kontrolle hat: Tempomacher, Wetter, etc… Frankfurt war sicher nicht ganz ideal für mich, aber ich habe alles gegeben, auch wenn es hart war, so lange alleine zu laufen. Wenn mir das auch in 2013 wieder gelingt, also ins Ziel zu kommen und das Gefühl zu haben, ich habe mein Bestes gegeben, wird das Resultat entsprechend gut sein. Und dann gehe ich auch glücklich und zufrieden nach Hause. Mehr als alles geben kann man nun mal nicht. 

Hast du eine Marathonzeit im Kopf, die du in deinem Sportlerleben erreichen möchtest?

Ja, aber die sage ich lieber nicht... Nur so viel: Wenn ich gesund bleibe und weiterhin so viel Freude am Sport habe, dann bin ich mir sicher, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. 

Deine letzten beiden Marathons bist du im selben Rennen wie Sören Kah gelaufen. Zufall oder Absprache?

Das Rennen in Hamburg war eigentlich schon Absprache – wir wollten dort beide die 2:15 knacken und uns gegenseitig pushen. In Frankfurt war es mehr oder weniger Zufall. Ich war im Sommer lange verletzt und wäre für einen früheren Marathon nicht 100 % fit gewesen. Fest steht aber, dass ich mit Sören und seinem Trainer wirklich super gut klarkomme und mich immer freue, wenn man zusammen trainieren oder einen Wettkampf bestreiten kann. Die beiden sind schwer in Ordnung! 

Welche drei Dinge dürfen für dich in einem Trainingslager nicht fehlen?

Starke Trainingspartner, Spaß in der Gruppe und zweimal am Tag ein schöner, heißer Kaffee!! 

Du bist sehr musikalisch und hast lange Klavier gespielt. Wann saßt du zuletzt am Klavier?

Leider schon viel zu lange nicht mehr – vielleicht vor einem halben Jahr oder so. Eventuell sollte ich mal wieder üben – z.B. am Flügel hier in der Lobby (Anm. d. Red.: Markus ist gerade im Trainingslager in Chiclana/Spanien). 

Mit welchem Lied stimmst du dich auf einen Wettkampf ein?

Flo Rida vs. Avicii vs. LMFAO: Good Levels (Alex Torres Radio Edit). Nach monatelangem Training nur auf diesen einen Tag des Marathons hin, sehe ich den Wettkampf als „Feiertag“, an dem man die Früchte der harten Arbeit ernten darf - also ist gute Stimmung angesagt und man sollte sich freuen, dass es endlich losgeht!! 

Als Hobbies gibst du auf deiner Homepage „Sport in allen Variationen an“. Wenn du nicht laufen würdest, in welcher Sportart dürften wir dir dann zujubeln?

Fußball und Taekwondo. Beides habe ich früher gemacht und bis heute kann ich mich sehr dafür begeistern. Auch wenn ich mittlerweile deutlich zu unbeweglich bin für richtigen Kampfsport… 

Außerdem bezeichnest du „Schlafen“ als deine heimlich Liebe. Wie viele Stunden würdest du gerne täglich im Bett verbringen, wenn es die Arbeit und der Sport zulassen würde?

Wenn ich viel trainiere, dann so wie im Trainingslager: Neun Stunden Schlaf plus ein bis zwei Stunden mittags – ich glaube auch, ich habe von Natur aus ein relativ hohes Schlafbedürfnis. Unter acht Stunden geht gar nichts bei mir. 

Du schreibst gerade deine Doktorarbeit an der Uni Tübingen und verbindest die Gebiete Jura und Sport. Kannst du in wenigen Sätzen das Thema deiner Promotion erklären?

Es geht um eine Idee, wie man die Ermittlungen bei Dopingdelikten effizienter gestalten kann. 

Kannst du dir vorstellen, später einmal bei der NADA zu arbeiten?

Auf jeden Fall – dann hätte ich meine juristische Leidenschaft mit der für Sport gut kombiniert! 

Eine fiktive Frage zum Abschluss: Welchen der drei Namen würdest du deinem Sohn geben? Paavo, Mo oder Waldemar?

Da alle Waldemars, die ich kenne (Waldemar Cierpinski und ein weiterer guter Freund von mir heißt ebenfalls Waldemar) sehr zielstrebige und gleichzeitig auch herzliche, liebe Menschen sind, würde ich spontan zu Waldemar tendieren. 

Bestzeiten

800m:                   1:52,62min (2005)
1500m:                 3:56,40min (2009)
3000m:                 8:19,71min (2008)
5000m:                 14:24,31min (2008)
10000m:               30:42,57min (2010)
10km Straße:        30:10min (2011)
Halbmarathon:      1:05:50h (2012)
Marathon:             2:18:06h (2012)

 


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