Kanzlei.org - laufend gut beraten

2. UniVilla Waldlauf

[eingestellt am 25. Mai 2013]

By: Gabi Gründling

Fotos: Gabi und Peter Gründling, Werner Hemmer

Gebäude 28 der TU Kaiserslautern – die Sporthalle mit der Startnummernausgabe

Jens Deman, Dominik Horch und Holger Haitz in Starterwartung

Start auf dem Sportplatz der Uni

Mario Steiner, Teil 1 des siegreichen Männerduos

Schönes Logo – der Lauftreff des Badmintonvereins Kaiserslautern

Im weißen Shirt: Max Sprenger, Orgachef des UVL

Die ersten Meter auf dem Weg zum Wald

Wasser, Iso und ein freundliches Lachen für die Läufer

1 km Landstraße….

… und dann ging’s wieder in den Wald und bergauf

Waldleiningen

Wechselzone

Idyllischer Leinenbach

Die zweite Streckenhälfte war überwiegend flach

Edelhelferin Adele Eichert

Letzte Tankstelle vorm Ziel

Typisch Frankenstein: Häkelhauben für die Straßenpfosten

Kuchentheke von einheimischen LäuferInnen

Sieger 28 km Tom Heuer mit seiner Lebensgefährtin Michelle Merai in der Kuchenschlange

Diemerstein

Villa Dennis mit Diemerstein darüber

Outdoor-Föhnecke vorm Duschzelt

Laufen ist anstrengend

Gut gedehnt ist halb gewonnen

Sieger des Mixed-Duos Ribana Bauser und Alexander Barnsteiner

2. M50 13 km Wolfgang Sauer-Greff

Dritte 13 km Julia Gundacker

3. M30 13 km José Angel Canizales Rivera

Voll für Ultratrail ausgerüstet: 28 km-Läufer Michael Müller

1. M60 Ingo Reiss mit einem Duoläufer im Schlepptau

1. M70 13 km Wolfgang Kerg

Robert Kühne mit Nachwuchs im Wettkampf

2. W40 13 km Ursula Braband

3. M60 28 km Gerhard Koch

LLG Drei Buchen auf der 28 km-Strecke unterwegs: Eric Dietrich, hinter ihm 1. W40 Kerstin Müller

2. W50 28 km Heike Pototzky

Marlein Auge hat kein selbiges für den Frankensteiner Bahnhof

Sabine de Fries (891), ihre Begleiterin fehlt auf der Ergebnisliste

3. W30 28 km Uschi Bitz

2. W40 28 km Andrea Schneider mit Hans Fuchs

Ziemlich dick angezogen: Jan Riemer

3. W40 28 km Angela Metzger

1. W70 13 km Regina Thiel

Regina und Klaus Kistner

Ein Gruppe mit Spaß

Die Ersatzbank

Dirk Ellenberger und Kirsten Niederberger haben die Nummern vertauscht

Straßenquerung

Im Hintergrund: 1. M70 28 km Bernd Cöllen

1. W60 28 km Renate Cöllen

2. W20 28 km Isabel Mertel

Gute Pflege ist das A und O

Es regnet ins Festzelt

Siegerin 30 km Jessica Kammerer mit ihrem überdimensionalen Siegerscheck

Tom Heuer und Tobias Wiesemann kommen von der Bühne

Zweite 28 Andrea Groch mit ihrer fetten Beute

Sieger Tom Heuer

Zweiter Matthias Hecktor

Dritter Tobias Wiesemann

3. M40 und 4. Gesamt Martin Bracke

Siegerin Jessica Kammerer

Sieger HM Hannes Christiansen

Siegerin 13 km Nadine Schwehm

Der Lauf ging in die Verlängerung

Kaiserslautern, 25. Mai 2013 – zum zweiten Mal nach 2011 richtete UniSports der Technischen Universität Kaiserslautern den UniVillaWaldlauf aus. Abgekürzt wird er mit UVL. Der Name umschreibt Start und Ziel des Laufes, der mit 28 km ausgeschrieben ist. Er beginnt auf dem Sportgelände der TU Kaiserslautern und endet vor der Villa Dennis in Frankenstein. Die von Paul Camille von Denis vor gut 260 Jahren errichtete Villa ging schon durch einige Hände, bevor die Stiftung der TU Kaiserslautern sie 2007 erwerben konnte. Heute dient der unter Denkmalschutz stehende Bau als Tagungszentrum für die Uni, Forschungseinrichtungen und den Stifterkreis. Die darüber befindliche Burg Diemerstein wurde 1216 erstmals urkundlich erwähnt. Von Denis erwarb sie 1847 und ließ die von ihm errichtete Villa mit der Burg verbinden. Die Gemeinde Frankenstein, an deren Peripherie Villa und Burg liegen, bildet den östlichen Abschluß des Landkreises Kaiserslautern. Von der TU aus verläuft die Strecke überwiegend durch Wald und selbst der gute Kilometer Landstraße (L504) zwischen km 9 und 10 ist rechts und links von Bäumen gesäumt. „Mit Wurzeln und Steinen ist zu rechnen“ gab man dem Läuferfeld aus haftungsrechtlichen Gründen denn auch vor dem  Startschuß mit auf den Weg. 

Mit 28 km ist der Lauf ausgeschrieben. Jeder Kilometer ist markiert. Allerdings stimmen die Markierungen unterwegs teilweise überhaupt nicht – und letzten Endes waren es auch etwas mehr als 29 km. Die Markierung mit der 28 war mitten in Frankenstein angebracht. „Was soll man machen? Einfach stehen bleiben, weil die 28 km voll sind?“ wurde denn auch quer durch das Läuferfeld gefrotzelt. Warum man aber nicht gleich sagen kann, daß der Lauf 29 km lang ist? Bekannt und bewußt war es den Veranstaltern um Orgaleiter Max Sprenger ja offensichtlich. Auch das Anbringen der Markierungen sollte nochmal überarbeitet werden. Bei km 13 zeigten die GPS-Uhren der Teilnehmer schon 14,5 km, bei km 15 dann 15,7, um die Differenz bei km 18 auf nur noch exakt einen Kilometer zu reduzieren. Beim offiziellen km 22 lag die Abweichung dann wieder bei ziemlich genau 2 km, bei km 28 stimmten GPS-Uhren und Kilometermarkierung allerdings dann komplett überein. 

Das Streckenprofil verhieß für die ersten 15 (tatsächlich 16) km nach Waldleiningen einige Höhenmeter und für den Rest der Strecke flachen Verlauf. Der erste Teil der Strecke war mit Sicherheit anspruchsvoller als der zweite – und für die meisten auch schöner. Auf und nieder ging es immer wieder, gelaufen wurde überwiegend auf weichem Waldboden. Allerdings verhieß das Streckenprofil aufgrund des gewählten Maßstabs schlimmere Steigungen als am Ende zu bewältigen waren. Von Waldleiningen nach Frankenstein lief man schnurstracks und weitestgehend höhenmeterbefreit durch das Leinbachtal. Hier war dann auch viel Asphalt abzurubbeln. Daß Läufer den Asphalt abtragen, scheint man in der Verwaltung zu befürchten. Denn: „Laufen Sie in Frankenstein bitte unbedingt auf dem Bürgersteig, wir haben Probleme mit der Genehmigung“ war vor dem Start zu hören. Und auch der 10 km-Lauf in Frankenstein, der immer Anfang Mai stattfand, ist ersatzlos gestrichen – wegen Helfermangels aber auch wegen Problemen mit der Genehmigung. 

Der Zieleinlauf war eingebettet in das Parkfest an der Villa Denis, das neben dem beheizten Festzelt mit Public Viewing des Champions League-Spiels am Abend auch Kinderbelustigung im Garten der Villa sowie Besichtigungen von Villa und Burg auf dem Festprogramm hatte. Die Siegerehrungen fanden denn auch alle im beheizten Zelt statt. Kurz nachdem alle Läufer im Ziel waren, öffnete der Himmel seine Schleusen, auf Höhe der Bratwurstbräterei öffnete auch das Zeltdach kurzfristig eine Schleuse. Geduscht wurde in von der Feuerwehr zur Verfügung gestellten Duschzelten. 

Außer 28 km am Stück konnte man den Lauf auch geschnitten genießen. Wahlweise konnte man sich für nur die zweite Streckenhälfte anmelden oder die ganze Strecke als Duo laufen. Die Wechselzone und auch der Start für die Kurzstreckler war in Waldleiningen, einem verschlafenen Örtchen mit nur 400 Einwohnern. Hier gab es außerdem eine Wanderoption, die aber auf anderen Pfaden als die der Läufer markiert war.

Für die lange Strecke hatten bis Donnerstag 125 LäuferInnen vorangemeldet. Das für derzeitige Verhältnisse außergewöhnlich schöne Wetter zog aber noch einige Nachmelder in die Sporthalle der TU. Am Ende erreichten 164 Langstreckler das Ziel – und damit exakt 50 weniger als vor zwei Jahren. Zu ihnen gesellten sich 83 Kurzstreckler und nur 25 Duos. Für alle Möglichkeiten gab es Zusatzwertungen für Studenten und für Bedienstete der TU. 

Als Tagesschnellster auf der langen Strecke kam Tom Heuer ins Ziel – fast schon zur Verblüffung von Moderator Heinrich Eichert. Am Ortseingang war Heuer noch Zweiter hinter seinem Vereinskollegen Matthias Hecktor und diese Information hatte man wohl per Funk ins Ziel durchgegeben. Auf den letzten 1,5 km durch den Ort hatte der 43jährige Heuer aber nochmal alle Kräfte mobilisiert und war am vier Jahre jüngeren Hecktor, der offenbar stehend KO war, vorbeigezogen, nahm ihm noch 41 Sekunden ab. Beide trainieren keine Langstrecke. Anfang der Woche hatte Heuer noch bei Hecktor angerufen, um ihn zu einem Duo-Start zu animieren. Als er hörte, daß dieser und seine Freundin Jessica Kammerer im Hinblick auf den geplanten Duo-Start beim Zermattmarathon die ganze Strecke laufen wollten, entschied er sich letzten Endes auch für einen 28 km-Start. Und wurde mit dem Sieg und einem Scheck über 300 € belohnt. Zum letzten Mal war er vor sechs Jahren so eine lange Strecke gelaufen. Danach suchte ihn eine langwierige Schambeinentzündung heim und er stieg um auf Strecken bis maximal Halbmarathon. Heuer trainiert zwar regelmäßig zuhause am Donnersberg, aber seine Hausrunde misst nur ca. 10 km. War er am Samstag nach dem Lauf noch der Meinung, seine Beine wären erstaunlicherweise richtig locker, sah das am Sonntagmorgen doch etwas anders aus. Sein Fazit war aber nicht etwa, mit so langen Strecken wieder aufzuhören sondern lieber wieder längere Strecken zu trainieren. Mit 1:49:31 h war er rund fünf Minuten schneller als Tobias Wiesemann beim Debutlauf vor zwei Jahren.

Wiesemann, diesmal für „Chaos Lämmchesberg“, einem Stadtteil von Kaiserslautern, unterwegs, war mit 1:53:39 h schneller als vor zwei Jahren, wurde diesmal aber Dritter. Bis Waldleiningen lief er immer in der Nähe von Tom Heuer, mal vor und mal hinter diesem, konnte dem TuS Heltersberger dann aber auf der zweiten Streckenhälfte nicht mehr folgen. 

Tobias hatte weiter vorne eigentlich noch mit Guido Wiedner gerechnet, der über Halbmarathon 1:10 h stehen hat. Dieser begleitete aber offenbar auf der ersten Hälfte einen Freund und rollte das Feld erst dann von hinten auf, landete auf Platz 6 und war mit 1:59:16 h der letzte Läufer, der den Zielkanal unter 2 Stunden erreichte. 

Vor zwei Jahren hatte Adele Eichert aus Frankenstein mit 2:16:47 h schon mal eine Duftmarke bei den Frauen gesetzt. In diesem Jahr betreute sie die vorletzte Versorgungsstelle und überließ das Laufen den anderen. Jessica Kammerer verbesserte nun den Frauen-Streckenrekord um zwei Minuten auf 2:14:43 h. Nun freut sie sich auf den Teamlauf in Zermatt, nachdem Matthias Hecktor im Vorjahr wegen Krankheit passen mußte und die beiden ihre Startgeldgutschrift dieses Jahr einlösen wollen. Im September wird sie wieder beim Pfälzerwaldmarathon in Pirmasens an den Start gehen. Bisher ist sie dort schon Halbmarathon gelaufen, nun haben sie und Matthias beim Ariuslauf in Pirmasens beide einen Marathonfreistart gewonnen und überlegen ernsthaft, doch mal die ganze Strecke in Angriff zu nehmen. 

Andrea Groch (TSG Kaiserslautern) mußte sich für den Lauf extra Urlaub nennen. Der Startschuß fiel, für den Lauf an einem Samstag, extrem früh um 12 Uhr. Da kann die Friseurin nicht einfach eben mal 4 Überstunden abbummeln sondern muß sich den ganzen Tag frei schaufeln. Elf Minuten schneller als vor zwei Jahren erreichte sie Frankenstein – und wurde dafür mit Platz 2 belohnt. Nach 2:22:10 h blieb die Uhr für sie stehen. Das brachte ihr eine große Holzkiste mit Wein, Dosenwurst allen möglichen Dingen rund um den Wein (z.B. einen Weinkühler). Dumm nur, daß sie Vegetarierin und Antialkoholikerin ist. Allerdings werden die Preise im Hause Groch nicht schlecht. Ehemann Martin (mit 2:04:15 h 11ter) freut sich über Worscht und Woi. 

Sabine Böhle (1. FC Kaiserslautern) wurde als Siegerin der W50 dritte Frau im Gesamteinlauf. Ihre 2:38:55 h reichten außerdem zum 1. Platz in der Bedienstetenwertung,w was ihr noch eine Wochenendreise nach Brüssel bescherte. 

Hannes Christiansen, der Sieger der 13 km-Strecke und Tom Heuer haben eines gemeinsam: sie haben sich beide recht kurzfristig zum Start in Kaiserslautern entschlossen. Christiansen sinnierte noch am Freitagabend via Twitter, ob er das gute Wetter nutzen und sich anmelden solle. Gesagt – getan – gewonnen. Auch er stellte einen neuen Streckenrekord auf, war 48:57 min unterwegs. Dafür gab es einen Scheck in Höhe von 200 € und noch eine Brüsselreise für den schnellsten Studenten.

Auch die beiden anderen Aufstreppchenläufer kamen, wie Christiansen, vom 1. FC Kaiserslautern. Lothar Schoner und Felix Huth waren gut 8 min langsamer unterwegs als ihr Vereinskamerad, der auch Webmaster der Laufabteilung des Kaiserslauterer Fußballriesen ist. Nach 56:15 bzw. 56:53 min wurden sie vom FCK-Kassenwart Edgar Thiel und dem restlichen Zeitnahmeteam erfasst.

Deutlich enger als bei den 28 km-Läuferinnen fiel die Entscheidung bei den Kurzstrecklerinnen aus. Nadine Schwehm (TV Rodenbach) verbesserte den Streckenrekord von Diana Schellhammer um fünf Minuten auf 58:51 min, ließ damit nur vier Männern den Vortritt. Schellhammer lief ebenfalls schneller als vor zwei Jahren, wurde mit 59:32 min Zweite. Julia Gundacker war als Gesamt-Neunte mit 1:00:04 h die Erste, die die Stundemarke überlief.

Mario Steiner und Alexander Mock machten den Triumpf für den 1. FCK komplett, als sie nach 1:51:13 h den Duowettbewerb gewannen. Die Freitagskicker Manfred Steffes und Jakob Barth waren vor zwei Jahren fast eine halbe Stunde langsamer. 

Seinerzeit gewannen Alexander Barnsteiner und Ribana Bauser (LLG Landstuhl) nicht nur den Mixedwettbewerb sondern die gesamte Duo-Wertung. Mit 1:57:38 h waren die beiden diesmal sieben Minuten schneller als 2011 und rangieren auf Platz 2 des Duo-Wettbewerbs. Warum sie nicht beide die Langstrecke gelaufen sind? Großes Fragezeichen in beider Augen, dann lachend „weil’s eben so ist“. Nach ihrem Erfolg 2011 wollten sie einfach wieder im Duo antreten. Beide haben in den vergangenen Monaten an vielen Wettkämpfen teilgenommen, Barnsteiner hatte zwischendurch mal zwei Wochen mit fünf 10ern und einem Halbmarathon. Wobei er die 10er aller auf demselben Niveau zwischen 35 und 36 min lief. Der Pressewart der LLG Landstuhl will auf jeden Fall bei den Läufen für den Laufladen-Cup am Start stehen.

Pretty in Pink waren die Damen Torchiani und Hartung als einziges rein weibliches Duo 2:35:50 h lang unterwegs. 

Die Veranstaltung war von Studenten organisiert, die aber tatkräftige Unterstützung aus Reihen des FCK-Running und aus Frankenstein hatten. Vor allem auf der ersten Streckenhälfte waren fast mehr Streckenposten unterwegs als Läufer, wie einer der gelb Behemdeten lachend konstatierte. Es gab zahlreiche Versorgungsstellen mit Wasser und Iso, hin und wieder auch Bananen und Riegel. Jetzt müssen nur noch mehr Läufer kommen – 28 bzw. 29 km sind doch eine schöne lange Distanz, auch für Einsteiger Richtung Marathontraining. 

Ergebnisse www.laufinfo.eu  

Veranstaltungsseite: http://www.unisport.uni-kl.de/UVL28.aspx

 

 


Kossmann Laufdesign