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Aus nach Sportverletzung? Moderne Diagnostik, Therapie und Präventionsmöglichkeiten – Karsten Knobloch

[eingestellt am 25. Juli 2013]

By: hahnertwins

Jeder Läufer kennt sie, doch man hofft so selten wie möglich Bekanntschaft mit ihnen zu machen: Sportverletzungen. Ob Stressreaktion und Stressfraktur im Mittelfußknochen, Fersenbein oder Schienbeinschaft, Patellar- oder Achillessehnenverletzungen. Wenn es um Verletzungen geht, dann findet sich zwischen Läufern stets genügend Gesprächsstoff. Auch wenn nicht jeder Läufer jede Verletzung selbst hatte, zumindest kennt man einen Laufkollegen, der mit diesen oder jenen Problemen zu kämpfen hatte. Trifft man einen Leidensgenossen, dann tauscht man sich gerne aus. Wodurch hast du die Probleme bekommen? Wie hast du sie behandelt? War eine Laufpause notwendig? Wie lange hat es gedauert, bis du wieder schmerzfrei gelaufen bist?

Das Buch „Aus nach Sportverletzung?“ liefert dem Leser Fallbeispiele, interessante Hintergrundinformationen, nennt die Klinik der Verletzung, berät ob ärztliche Hilfe aufzusuchen ist, beschreibt die Diagnostik, die Therapie und zählt die Sportarten auf, wo die jeweilige Verletzung besonders häufig auftritt. Die meisten Verletzungen bei Läufern kommen durch Fehlbelastung oder durch Überbelastung. Verletzungen aufgrund von Stürzen oder durch Fremdeinwirkung sind eher selten. Dass dies ein großer Vorteil ist, realisiert man als Läufer beim Lesen des Buches. Im Kapitel Polytrauma im Sport wird beispielsweise der Fall der österreichischen Skialpinrennfahrerin Ulrike Maier beschrieben, die 1994 beim Weltcup auf der Kandaharstrecke tödlich stürzte. Im Abschnitt Innen- und Außenbandverletzung des Kniegelenks findet sich die Verletzungsgeschichte vom ehemaligen BVB-Spieler Evanilson, der sich nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler einen Teilriss des Innenbands und einen Teilriss des vorderen Kreuzbandtransplantats zugezogen hat.

Das Buch richtet sich also nicht ausschließlich an Läufer, sondern an alle Sportler. Dies hat den Vorteil, dass man auch bei läuferuntypischen Problemen Informationen im Buch findet und einen umfassenderen Einblick in den menschlichen Körper bekommt.

Akutverletzungen bei Läufern sind eher selten, meist handelt es sich um chronische Überbelastungsschäden. Im Abschnitt über Patellarsehnenverletzungen schreibt der Autor z.B. „Bekannt ist, dass ein Kontinuum besteht, das von der gesunden Sehne über die schmerzende, veränderte Sehne mit pathologisch gesteigerter  Kapillardurchblutung bis hin zum Sehnenriss führen kann.“ Ein ähnliches Kontinuum gibt es bei der Stressreaktion und Stressfraktur und bei Achillessehnenverletzungen. Oft wird also noch eine längere Zeit mit Problemen und Schmerzen trainiert, bis der Körper schlussendlich selbst die Reißleine zieht.

Nicht alle Informationen sind für den Hobby-, Freizeit- oder Leistungssportler relevant. Das liegt wohl daran, dass sich das Buch gleichermaßen an Sportler, betreuende Therapeuten, interessierte Übungsleiter und Trainer, aber auch an die Eleven unter den sportmedizinisch tätigen Ärzten richtet. Das Buch eignet sich gut zum Nachschlagen, da der Autor wichtige Informationen im Verlauf des Buches und auch im Verlauf eines Kapitels wiederholt.

Dem Autor, Dr. med. Karsten Knobloch, Privatdozent, Chirurg und Sportmediziner an der Medizinischen Hochschule Hannover gelingt mit seinem Buch der Spagat zwischen fachlich wissenschaftlichen Hintergründen und Erklärungen, die auch Laien verstehen.

Karsten Knobloch: „ Aus nach Sportverletzung? Moderne Diagnostik, Therapie und Präventionsmöglichkeiten.“ 2. Erweiterte Auflage. Balingen (2013): Spitta Verlag.

 

202 Seiten.

ISBN 9 783941 964297

29,80€


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