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Handbuch sportpsychologischer Praxis: Mentales Training in den olympischen Sportarten - Denise Beckmann-Waldenmayer, Jürgen Beckmann (Hrsg.)

[eingestellt am 03. August 2013]

By: hahnertwins

Der Spittaverlag  ist ein Fachverlag für Zahnmedizin, Zahntechnik und Medizin. Da schöne Zähne zwar wichtig für das Siegerlächeln beim Zieleinlauf sind, jedoch weniger relevant, um schneller zu laufen, ist sport.spitta die Rubrik für theorieinteressierte Läufer. Hier findet man Fachbücher aus den Bereichen Sportmedizin, Sportwissenschaft und Trainingslehre. Die Sportbücher, die ich bisher gelesen habe, schaffen den Spagat zwischen Verständlichkeit und medizinischer Richtigkeit. Mit dieser Erwartung beginne ich auch dieses Buch zu lesen.

Auf der Rückseite des Buches wird es als einzigartiges Handbuch beschrieben, in dem renommierte und erfolgreiche Sportpsychologen und Trainer einen Einblick in ihre tägliche Beratungspraxis ermöglichen. Gibt man Mentaltraining + Sport oder Mentaltraining + Buch bei google.de ein, dann kann man das Buch des Spittaverlags nicht auf der ersten Seite finden. Das Handbuch sportpsychologischer Praxis ist meiner Ansicht nach zu unrecht nicht vertreten. Es differenziert in Individualsport, Mannschaftssport, Kampfsport, Wassersport und Wintersport und jede Rubrik umfasst zwischen fünf und dreizehn unterschiedliche Sportarten. Zusätzlich gibt es eine Einführung und Grundlagen der sportpsychologischen Betreuung. Fast jedes Kapitel hat einen eigenen Autor. Dies hat den großen Vorteil, dass jede Sportart individuell und sportartspezifisch behandelt wird und jeder Autor unterschiedliche Schwerpunkte und Akzente setzen kann. Trotzdem merkt man, dass es einige Dinge gibt, die für alle Sportarten in punkto mentales Training gelten.

Als Läufer hätte man sich gewünscht, dass nicht die gesamte Leichtathletik in einem Kapitel abgehandelt wird, sondern dass sie in die verschiedenen Disziplinen unterteilt worden wäre. Die Disziplinblöcke Wurf und Sprung stellen sicherlich unterschiedliche Anforderungen an den Athleten als der Disziplinblock Lauf. Selbst innerhalb dieses Blockes gibt es wohl noch große Unterschiede zwischen 1500m Läufern und Marathonläufern. Dies hat zwangsläufig zur Folge, dass das Kapitel Leichtathletik sehr generell gehalten wird. Es ist zwar informativ und gibt allgemeingültige Grundinformationen, allerdings vermisse ich als Läufer Übungen, Techniken und Informationen, die konkret mit meinem Sport zu tun haben.

Die Kapitel der anderen Sportarten liefern interessante Anregungen, die man auch als Läufer nutzen kann. Welche Rolle spielt mentales Training im Basketball oder im Kunstturnen? Welche Techniken nutzen Judokas, um ihr Leistungsvermögen im Wettkampf abzurufen?

Im Nachwort des Buches wird unterstrichen, dass Leistung nicht alles sei. Es wird auf die Wichtigkeit einer ganzheitlichen und umfassenden Betreuung der Leistungssportler hingewiesen, die nicht nur auf die Leistungserbringung zielt, sondern auch auf eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung und Gesunderhaltung der Sportler. Meiner Meinung nach leistet dieses Buch einen großen Teil dazu bei und ist sowohl für Studenten der Sportwissenschaft und Sportpsychologie, als auch für Betreuer, Trainer und Athleten empfehlenswert. Die Vorstellung der Autoren am Ende des Buches bietet außerdem die Möglichkeit, mit renommierten Sportpsychologen Kontakt aufzunehmen.

ISBN 9-783941-964693
405 Seiten
39,80€


Kossmann Laufdesign