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Stützel, Simon

[eingestellt am 14. August 2013]

By: hahnertwins

Der Name Simon Stützel war vor zwei Jahren selbst für Leichtathletik-Insider kaum ein Begriff. Im Jahr 2012 setzte er mit seiner Zeit von 7:58,69 min über 3000 m ein großes Ausrufezeichen. In diesem Jahr folgten Spitzenzeiten über 1500 m (3:42,11 min) und 5000 m (13:49 min, gelaufen in Walnut/USA April 2014), sowie ein Sieg beim JP Morgan Chase Run in Frankfurt. Bei den deutschen Meisterschaften 2013 in Ulm sicherte sich der 27-Jährige die Bronzemedaille über 5000 m und musste sich nur um wenige Zentimeter dem Regensburger Philipp Pflieger geschlagen geben. Nicht nur sein Trainer Carlos Verez sah, dass an diesem Sonntag sogar die Silbermedaille drin gewesen wäre. Ein paar Sekunden gingen die Arme von Stützel zu früh in die Höhe um zu jubeln, das nutzte Pflieger aus und schob seine Brust noch auf der Ziellinie nach vorne. Nichtsdestotrotz war Stützel sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Bevor ich 2009 in die USA gegangen bin, hätte ich mir selbst in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt, mal einen Philipp Pflieger schlagen zu können. Vorher war ich selbst bei Deutschen Jugend- / Juniorenmeisterschaften nicht mal im Finale.“ Zu seinem Finish kommentiert er: „So ein Zieleinlauf wird mir ganz sicher nicht wieder passieren. Für mich persönlich ist es nur dann ein Fehler, wenn man nichts daraus lernt.“

Studiert hat Simon Stützel an der Queens University in North Carolina. Die Vereinigten Staaten haben Stützel nicht nur sportlich, sondern auch menschlich weit nach vorne gebracht, sowie Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen gefördert. „In den USA habe ich mich definitiv zum Teamplayer entwickelt und gelernt wie wichtig es ist, dass sich Läufer und Läuferinnen gegenseitig helfen.“ Und deshalb hat man Simon auch schon bei mehreren Marathonveranstaltungen als Pacemaker laufen sehen. Als Tempomacher von Sören Kah beim Frankfurt Marathon 2012 hat er bereits eine Durchgangszeit bei der Halbmarathonmarke von 66:43 min vorzuweisen. Für einen Mittelstreckler, der sich vor allem als 3000 m und 5000 m-Läufer sieht, ist dies beachtlich. Er selbst sagt, dass er Ziele brauche, die ihn jeden Tag heiß machen. Nach seinem USA Aufenthalt habe ihn im Training der Wunsch angetrieben, die 5000 m unter 14 Minuten zu laufen. Dies hat er in diesem Jahr geschafft und schon ist wieder Platz für neue Ziele. Für die Europameisterschaften 2014 in Zürich peilt er einen Start über 5000 m oder 10.000m an, doch dann richtet sich der Blick auch in Richtung Marathon. „Im Marathon sehen mein Trainer und ich zumindest eine kleine Chance, eine Zeit um 2 Stunden und 12 Minuten zu erreichen, die wahrscheinlich für Rio 2016 gefordert sein wird. Aber alleine diese Mini-Chance beflügelt mich schon enorm. Schließlich bin ich ja jetzt auch schon viel weiter als ich mir vor 3 Jahren erträumt hätte.“

Nicht nur im sportlichen Leben ist der Läufer von der ART Düsseldorf ehrgeizig. Im Jahr 2009, im Alter von 23 Jahren, hat er bereits eine eigene Firma zusammen mit Stefan und Thomas Bojanowski gegründet, die Agentur Scholarbook. Sie vermitteln Sportstipendien amerikanischer Colleges an deutsche Sportler. „Mit Scholarbook haben wir schon über 400 Sportlern geholfen und alleine diesen August gehen 125 unserer Kunden mit einem Stipendium in die USA.“ Zu Beginn diesen Jahres organisierten sie auch ein Vorspielen für 70 deutsche Fußballer und 20 amerikanische Trainer über 4 Tage hinweg, an denen Simon Stützel Tag und Nacht im Einsatz war. Da ist der Spagat zwischen Beruf und Leistungssport nicht immer leicht zu meistern. Angesprochen auf seine Bahnsaison 2013 gibt Stützel zu, dass vielleicht ohne diese Belastung eine Zeit Richtung Hallen-EM-Norm möglich gewesen wäre. Dies hat er analysiert, angenommen, doch es ist kein Grund Trübsal zu blasen. Simon Stützel lässt sich seine positive freundliche Herangehensweise nicht nehmen. Laut seinem Facebook- Profil gefällt ihm die Show „Schlag den Raab“. Wo sieht er seine Stärken, mit denen er Stefan Raab besiegen würde? „Bis ich 15 war, habe ich Fußball gespielt, dann 3 Jahre Tennis, Tischtennis und Badminton. Zu den Deutschen Meisterschaften hat das nie annähernd gereicht, aber für den Raab reicht das noch locker.“

Bestzeiten

800m 1:53,11min (Landau/2009)

1000m 2:26,56min (Mannheim, 2009)

1500m 3:42,11min (Nivelles/Belgien, 2013)

3000m 7:58,69min (Oordegem/Belgien, 2012)

5000m 13:49 min (Walnut/USA, 2014)


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