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A Fine Line. The summits of my life - Kilian Jornet

[eingestellt am 05. Oktober 2013]

By: hahnertwins

Der Film „A fine line. The Summits of my life“  beginnt mit folgender Szene: Kilian Jornet, der beste Trailrunner der Welt läuft auf einem Laufband in irgendeinem Labor und macht eine Leistungsdiagnostik. Die Geschwindigkeit wird immer höher, das Herz rast, der Puls steigt. Man hört ihn atmen, immer schneller, immer lauter. Und zack – Ortswechsel. Nun rennt Kilian nicht mehr auf dem Laufband, sondern in den Bergen. Extremer könnte der Kontrast nicht sein. Besser kann man nicht verdeutlichen, was Freiheit bedeutet.

Die Berge sind Kilians große Leidenschaft. Egal ob zu Fuß oder mit den Skiern, als Alpinist oder Trailrunner, hoch oben fühlt er sich zu Hause. Sein Film „A Fine Line. The Summits of my life“ handelt von Kilians Lebensprojekt. Nachdem er sportlich alle für ihn bedeutenden Rennen gewann, hat er sich neue Ziele gesetzt. Eines dieser Ziele ist die Mont Blanc Überquerung. 7800 Höhenmeter auf einer Strecke von 63 Kilometern – nonstop. Dieses Projekt plant er mit der Skibergsteig-Legende Stéphane Brosse. Bei einer Trainingstour mit Jornet bricht eine Schneewehe unter Brosse zusammen und er stürzt zu Tode. A fine line. Das ist die schmale Linie zwischen Leben und Tod. Warum nehmen Menschen solche Risiken auf sich? Jornet beschreibt es wie folgt: „You know it’s dangerous, you accept the risks but you don’t accept death. (...) you know it’s going to happen one day but you don’t accept it because it’s something you don’t know about.“

In den Bergen fühlt sich Jornet frei. Die beeindruckenden Bilder in dem Film berühren auch jeden Zuschauer, der zu Hause auf dem Sofa sitzt. Man sieht Kilian Jornet während eines Laufes Gletscherwasser trinken, das wirkt fast animalisch, im positiven Sinne, er verschmilzt mit der Natur, schmiegt sich an die Felsen, fühlt, riecht und spürt ihn. Da braucht der Film nicht viele Worte. Genauso wenig um das Gefühl von Freiheit zu beschreiben. In der Dokumentation kommen seine Mutter und seine Schwester zu Wort, es gibt Aufnahmen aus seiner Kindheit und von Wettkämpfen. Inhaltlich handelt der Film von der Suche nach dem Glück. In den Bergen stößt man nicht nur auf seine körperlichen, sondern auch auf die mentalen Grenzen. Hier findet man zu sich selbst und fasst große Gedanken. Der Film fasziniert und berührt vor allem durch seine Bilder, aber auch durch die Zitate der Protagonisten. Es ist das Spiel des Lebens, dass Stéphane Brosse während des Drehs sein Leben verliert. Bei einem Gespräch mit einer Psychologie Professorin bekommt der Zuschauer einen Einblick in Kilians Seelenleben und wie er das Erlebte verarbeitet. („The price you pay is very high. The pain is huge.“)

„A fine line. The Summits of my life“ ist mehr als ein Porträt über Kilian Jornet. Es gibt einen Einblick in das Innenleben dieser Extremsportler, was sie antreibt und wonach sie suchen. „Life isn’t something to be preserved or protected, it’s to be explored and lived to the full.“ Was ist Glück? Wann ist ein Mensch glücklich? Auf solch existentielle Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Die muss wohl jeder für sich finden. Der Film motiviert den Zuschauer, nach seinem persönlichen Glück zu suchen. Brosse, der in den Bergen im Juni 2012 sein Leben ließ, beschreibt das Glück wie folgt: „Happiness is something you go in search of and when you have it, you don’t realise.“  

„A fine line. The summits of my life“ dauert 53min. Die Protagonisten sprechen in ihrer jeweiligen Landessprache, Baskisch, Französisch, Spanisch oder Englisch. Es gibt englische Untertitel. Man kann den Film für 19,95€ auf der Homepage von Kilian Jornet bestellen.

http://store.summitsofmylife.com/en/home/12-dvd-a-fine-line-.html


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