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The unknown runner: Geoffrey Kipsang

[eingestellt am 16. Oktober 2013]

By: hahnertwins

„Running. It is perhaps the oldest, most deeply human of sports. Man stands upright, man learns to walk, man runs.“ Bereits mit den ersten Worten des Films taucht der Zuschauer ein in die große und traditionsreiche Welt des Laufens. Der Langstreckenlauf, vor allem der Marathon ist ein sehr populärer Sport, man weiß jedoch nur sehr wenig über seine Helden, die Top-Athleten im Marathon. Genau hier setzt der Film „The Unknown Runner“ an. Der unbekannte Läufer ist Geoffrey Kipsang, ein junger und sehr talentierter Läufer aus Kenia. Seine besondere Gabe wurde bereits in der Primary School entdeckt, der Chemie-Lehrer hat ihn zum professionellen Laufen ermuntert. Der Aufhänger der Geschichte ist der Berlin Marathon. Hier hat Geoffrey im Jahr 2011 erfolgreich als ganz junger Läufer den Weltstars Tempo gemacht und dies ist der Ort, wo er ein Jahr später im Alter von 19 Jahren sein Marathondebüt geben wird.

Doch der Film ist mehr als die Geschichte von Geoffrey. Der Film gibt einen Einblick in das Leben eines kenianischen Profiathleten, er inspiriert und fasziniert- sei es durch die besonderen Personen oder die beeindruckenden Bilder. So sieht man z.B. wie im Camp mittags Ugali, der typische afrikanische Maisbrei gekocht wird, oder wie die Athleten nach zu viel Regen am Rande der Aschenbahn fast stoisch warten, damit der Untergrund trocknet.

Was ist das so oft gesuchte Geheimnis der Kenianer? Die Trainerlegende Renato Canova liefert ein Argument: „Everybody runs. The young, the old, the strong and the not so strong. People with talent stay.“ Die Kenianer laufen, um ein besseres Leben zu haben. Und warum sind sie so gut? Da argumentiert Patrick Sang mit Darwin und seiner Evolutionstheorie. Bei so vielen Läufern und relativ wenig lohnenden Wettkämpfen gibt es eine natürliche Auslese. It’s „the survival of the fittest.“

Patrick Sang, Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1992 und Trainer im Global Sports Camp, wo auch Geoffrey trainiert, ist neben dem Titelhelden der heimliche Star des Films. Mit seinen Kommentaren und Einschätzungen über das Leben und Trainieren in Kenia zieht er den Zuschauer in seinen Bann. In Kenia gibt es kaum asphaltierte Straßen, also läuft man auf den unzähligen Sandwegen. Die seien sehr gut für die Sehnen und Muskeln der Läufer. Doch nach heftigem Regen sind die Wege aufgeschwemmt und schwer zu laufen. Patricks Kommentar dazu? „I guess everything has a good side and a bad side.“

Der Zuschauer bekommt außerdem einen Einblick wie Wettkämpfe in Kenia ablaufen. Ein kenianischer Läufer erklärt dies so: „The difference between a half marathon in Kenya and elsewhere is that when you see 200 athletes, you know those are elite athletes.“ Als westlicher Zuschauer wundert man sich vielmehr über die Kuh, die der Sieger neben dem Preisgeld als Prämie ausgehändigt bekommt.

Aber zurück zu Geoffrey Kipsang, dem unbekannten Läufer. Das Filmteam besucht seine ehemalige Schule, es filmt im Camp, spricht mit seinen Trainingspartnern, seinen Trainern, der Zuschauer sieht wie er trainiert, was ihn antreibt und begleitet ihn auf seinem Weg zum Berlin Marathon 2012. Das Filmteam interviewt den Racedirector, sitzt mit in der technischen Besprechung und ist sogar beim persönlichen Gespräch des Managers mit seinem Athleten am Abend vor dem Rennen dabei. „This is what you trained for, for such a long time. For this moment.“

Der große Haile Gebrselassie spricht über Geoffrey: „But some athletes, like him, can do things in a perfect way.“ Ein afrikanischer Coach sagt: „This is a guy who can run. He looks forward, not back.“ Die Erwartungen für das Marathondebüt sind also hoch, nicht nur im direkten Umfeld sondern vor allem beim Läufer selbst. Doch nicht nur körperlich, sondern auch mental scheint Geoffrey fit zu sein. Der Physio sagt, dass man die Form eines Läufers manchmal nicht in seinen Beinen fühle, sondern vor allem in seinen Augen sehe. Kamera-Zoom in Geoffrey’s Gesicht: die Augen leuchten.

Geoffrey Kipsang läuft in Berlin ein beeindruckendes Debüt, er wird nach 2:06,12h Dritter. Doch bei der Siegerehrung glänzen seine Augen nicht. Sein Manager erklärt: „... Geoffrey can’t be happy wih this result. Everybody around him can be happy, but Geoffrey will have mixed feelings.“ Und Geoffrey selbst, was sagt er zu seiner Zeit? „...now I’m going to improve it in the future.“ Das ist wohl die Einstellung, die einen wahren Champion ausmacht. Das letzte Wort im Film gehört Haile Gebrselassie: „Believe me, if he continues (...) he will be the one who will break the world record.“ 

„The Unknown Runner“ ist ein Film der „A cow says mooh“ Production Company. Er dauert 70min und man kann ihn auf vimeo.de kaufen bzw. herunterladen.


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