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5. 6-Stundenlauf Kleinkarlbach

[eingestellt am 06. Oktober 2013]

By: Gabi Gründling

Fotos: Gabi und Peter Gründling, Uli Pfeuffer

die Zähler machen sich bereit

1. Beigeordneter Karl Wilhelmy begrüßt die Läufer

Ganz entspannt: gleich geht’s los

Hektisch wird’s auch nach dem Start nicht

Hatten nichts zu tun: die Jungs vom DRK

Eric Tuerlings, Uli und Anke Pfeuffer sowie Maya Lukas an der Zählstelle

Kampfrichterin Rita Gotenberg ist als Verbandsaufsicht vor Ort

16% Gefälle und Weinbauern auf der Strecke

Bei dem herrlichen Wetter waren auch Spaziergänger ohne Startnummer unterwegs

Nicht nur Dieter Ehrenberger hat die Qual der Wahl

Das Gefälle von oben

Wie immer gutes Läuferwetter in Kleinkarlbach

Vollernter und Läufer

Vollernter bei der Arbeit

Strecke mit Aussicht

Vollernter und Läufer

Kleinkarlbach im Rücken

Selbst Radler schieben hier

Weg aus dem Dorf heraus

Entlang des Eckbachmühlenwegs

Betrieb an der Verpflegungsstelle

Salz ja – aber gleich so viel?

Das Ende wird vorbereitet: ein Fähnchen mit Startnummer für jeden Läufer

So sieht „kaputt“ aus

Nach dem Lauf ist die Versorgungsstelle zur Plünderung freigegeben

Martina Irrgang, Rita Wald, Melanie Gründling (v.l.n.r.) und Evi Gründling (nicht im Bild) managen die Versorgungsstelle

Die ersten drei Frauen und Männer

Bernhard und Andrea Hertinger, Norbert und Birgit Fender – Platz 3 und 2 der Paarwertung

Das ausdauerndste Paar: Steffi Krieg und Thorsten Rickel

Daniel Basel

Bernd Rohrmann

Natascha Bischoff

Norbert Fender

Birgit Fender

Bernhard Munz

Sami Al-Rafai

Jens Lukas

Rene Spintler

Ulrich Tomaschewski

Michael Bruns

Annette Bruns

Walter Zimmermann

Herbert Rollwa

Hans Jürgen Eichbladt

Thomas-Teddy Weiß

Thomas Henz

Holger Haitz

Dieter Zunn

Michael Irrgang

Dominik Horch

Jens Deman

Stefan Lang

Angelika Alt

Ulrike Klotter

Jürgen Schwäger

Edwin Graf

Petra Karalus

Wolfgang Rühl

Lidia Rühl

Ulrike Trostmann

Herbert Weingärtner

Werner Kempken

Uwe Stirmann

Erika Stirmann

Gerhard Bracht

Klaus Herbst

Marlene Dort

Heribert Grab

Erich Krumbacher

Marion Potschka-Herrmann

Esther Delp

Martina Gauer

Roland Stulz

Ingolf Scholz

Ute Striebinger

Bärbel Fischer

Ulrike Biehn-Keipp

Marco Schneider

Dieter Ehrenberger

Tobias Windecker

Melanie Straß

Marion Möhle

Bettina Exß

Rainer Ernst

Thorsten Rickel

Stefanie Krieg

Andrea Hertinger

Bernhard Hertinger

Heinz Dieter Miess

Renate Hülse

Michael Büchner

David Bohlen

Jürgen Stattmüller

Edda Bauer

Sonne und Kilometer satt 

Kleinkarlbach, 03. Oktober 2013 – wer kennt schon Kleinkarlbach im Leininger Land? Die, die schon beim Marathon Deutsche Weinstraße (egal, ob auf der halben oder der ganzen Strecke) am Start waren, haben den 900 Einwohner-Ort in der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land schon zu Gesicht bekommen. Hier gibt es beim im Zweijahresabstand stattfindenden Marathon die erste „Weinprobe“. Auch der 6-Stundenlauf in Kleinkarlbach findet nur noch im Zweijahrestakt statt. Da wir nun auch noch den 12 Stunden-Nachtlauf rund um die Saline in Bad Dürkheim organisieren, sind zwei Veranstaltungen im Jahr zu viel. 2008 haben wir damit angefangen, damals 50 LäuferInnen entlang des Eckbachmühlenwegs und durch die Weinberge von Kleinkarlbach kreiseln zu lassen. Im ersten Jahr war die Strecke nicht vermessen, laut unserer GPS-Uhren waren wir von 2.502 m ausgegangen. 2009 haben wir die Strecke vermessen lassen, seitdem ist sie 2.493 m lang. Die Streckenlänge ist aber nicht die ganze Wahrheit, denn pro Runde sind noch 35-40 Höhenmeter zu absolvieren. Wer hier Marathon läuft, hat noch zusätzlich gut 600 Höhenmeter in den Beinen. 

Bei der fünften Durchführung schon das fünfte Mal Kaiserwetter – Petrus ist nicht nur Läufer sondern auch Kleinkarlbacher. Zwar war es in diesem Jahr mit ca. 16 Grad nicht allzu warm, aber für die Läufer war das bei strahlendem Sonnenschein optimal und auch für die Helfer noch gut erträglich. 

Das Teilnehmerlimit haben wir seit 2009 auf 70 festgelegt. Die Strecke würde auch mehr hergeben, aber die Umkleiden und Duschen der Grundschulturnhalle sowie die Größe des Saals im Dorfgemeinschaftshaus, wo die Siegerehrung stattfindet, sind räumlich begrenzende Faktoren. In einer Grundschulhalle sind die Umkleidekabinen recht klein und bei einem 6 h-Lauf gehen alle Teilnehmer gleichzeitig duschen. Zudem wissen wir, daß das heiße Wasser auf jeden Fall für 70 reicht. Ob es auch für 80 reichen würde, konnte uns niemand sagen.

Außerdem schaffen wir so die Rundenzählung problemlos „semimanuell“. Unsere Rundenkontrolle ist mit vier Leuten besetzt, die die Startnummern in einem kleinen Softwaretool, das auch die Rundenzeiten speichert, eingeben. Wenn am Ende die Restmeter gemessen und eingegeben sind, hat man Ruckzuck eine Ergebnisliste und kann zeitnah mit der Siegerehrung beginnen. Diese ist auf 18 Uhr festgesetzt, damit die Läufer in Ruhe die Reste von der Verpflegungsstelle vertilgen, sich duschen und anschließend im Dorfgemeinschaftshaus auch noch am Nudelbuffet stärken können. 

Zum „kleinen Jubiläum“ kamen viele Wiederholungstäter. Einer, der von Anfang an bei jeder Durchführung dabei war, ist Daniel Basel, der Webmaster des Lauftreffs in Hemsbach. Er lief in Kleinkarlbach seinen 400ten Marathon und mehr. Seine Kleinkarlbachbestleistung ist er direkt im Erstjahr gelaufen, damals brachte er über 56 km auf den Zähler. Dieses Jahr schaffte er 45,867 km.

Wie jedes Jahr kamen aber auch viele Kleinkarlbachdebutanten, von denen auch wieder einige ihren ersten Marathon oder Ultramarathon überhaupt liefen. 

Einer dieser Ultramarathondebutanten war der 38jährige Roland Stulz. Er wohnt im nur gut 30 km entfernten Morschheim und startet für den LC Donnersberg. 2010 lief er seine Marathonbestzeit von 2:37:5h h in Frankfurt und wurde dort 93ter. Erst Anfang September wurden er und seine Frau Aneta Eltern von Julian Robin und so stand in Kleinkarlbach „run for Julian“ statt eines offiziellen Vereinsnamens. Er drehte unauffällig seine Runden durch die Weinberge. Als er den lange führenden Bernhard Munz überholte, war dieser gerade an der Verpflegungsstelle. Er sah dem Konkurrenten noch nach, bewunderte dessen lockeren schnellen Laufstil – und war sich gar nicht bewußt, daß er in diesem Moment die Führung an ihn abgab. Das erfuhr er erst eine Runde später von den Rundenzählern. Roland Stulz vergrößerte den Abstand letztlich auf fast 2 km und pulverisierte mit erlaufenen 75,294 km den alten Streckenrekord von 71,890 km (gelaufen von Thomas Herget 2009 auf der erstmals vermessenen Strecke). Da Roland erklärtermaßen viel Spaß am Rundendrehen hatte, darf er beim 2. Bad Dürkheimer Salinenlauf kostenlos an den Start gehen. 

Auch Bernhard Munz (TV Jahn Kempten) blieb mit 73,222 km noch über der alten Bestmarke. Er wurde erst 10 Tage zuvor beim heimischen Voralpenmarathon Deutscher Meister der M50 im Ultratrail. Nach Kleinkarlbach kam er, weil ihm noch ein Lauf im 6 h-Laufcup der DUV fehlte. Mit seinem Ergebnis sicherte er sich den ersten Platz, der ihm nur noch in Otterndorf streitig gemacht werden könnte. 

Bei der Siegerehrung wurde versehentlich Hans-Jürgen Eichbladt aus Kaiserslautern mit 67,020 km als dritter Mann geehrt. Tatsächlich gebührt diese Ehre aber Marco Schneider (LuT Aschaffenburg), dem Mitorganisator des Churfrankentrails im Aschaffenburger „Hinterland“. Er schaffte 68,084 km und merzte damit seinen Start von 2011 aus, als er den Wettkampf im Leininger Land vorzeitig abbrechen mußte. Marco, der seit dem Trans Alpine Run Anfang September noch seine eigene Veranstaltung zu stemmen hatte, war mit seiner Leistung auch zufrieden. Der TAR ist entgegen landläufiger Meinung nicht wirklich als gute „Trainingsgrundlage“ für einen Ultramarathon zu sehen, denn dort ist es wichtig, gut gehen zu können und dabei andere Muskeln zu strapazieren. 

Als Gesamt-Dritte steht allerdings eine Frau in der Ergebnisliste. Natascha Bischoff, für die LSG Karlsruhe startend und jenseits der deutsch-französischen Grenze lebend, schaffte 69,396 km und lief damit knapp 4 km weiter als die bisherige Streckenrekordhalterin Antje Müller 2010. Die dreifache Mutter hat nicht lange nach der Geburt ihrer Tochter, einen außerordentlich guten Laufherbst. Mitte September war sie beim 50 km-Lauf im niederländischen Winschoten noch als zweite Frau 3:55:35 h und damit neue persönliche Bestzeit gelaufen. Kleinkarlbach war ihr erster 6 h-Lauf und angesichts des Höhenprofils sind ist ihre Leistung hoch zu bewerten, hat sie doch im Laufe des Rennens rund 1.000 Höhenmeter gesammelt. Als Gewinn durfte sie einen Freistart für den 30. Brüder-Grimm-Lauf an Pfingsten 2014 mit nach Hause nehmen. 

Auf den Plätzen 2 und 3 landeten gemeinsam Melanie Straß (LTF Marpingen) und Stefanie Krieg (LG Mutterstadt-Limburgerhof). Sie absolvierten die letzte Runde gemeinsam und blieben beim „Abschuß“ des Laufs nach 6 Stunden auch gemeinsam stehen. 61,110 km wurden für sie gezählt. Für Steffi war das bei ihrem vierten Start in Kleinkarlbach die zweitbeste Leistung. Jetzt steht für sie erstmal kein Lauf sondern Erholungsurlaub auf Kreta auf dem Programm.

Für Melanie Straß war 2013 bisher so etwas wie ein „Seuchenjahr“. Sie lief ihren Leistungen von 2012, als sie mit 228,595 km Deutsche Meisterin im 24 h-Lauf wurde, hinterher. Am Donnerstagmorgen meinte sie aber „wenn ich mir angucke, wie viel Zeit ich 2012 ins Training investiert habe, muß ich mich nicht wundern, daß es 2013 nicht so gut läuft wie im letzten Jahr“. Sie war bereits zum dritten Mal in Kleinkarlbach am Start und lief dort nie annähernd so weit wie in diesem Jahr. 

Viel Spaß machte mir persönlich als Veranstalterin der Start von Edwin Graf aus Ludwigshafen. Der 63jährige hatte bisher nur einen einzigen Eintrag in der DUV-Statistik – und der datiert schon aus dem Jahr 1995, als er in Hanau-Rodenbach bei der 50 km-DM startete. Als DUV-Mitglied liest er regelmäßig die Mitgliederzeitschrift ULTRAMARATHON und verdingte sich 2012 zusammen mit Jürgen Schwäger aufgrund eines Aufrufs als Helfer für den Salinenlauf. Und meldete sich in diesem Jahr für Kleinkarlbach an. Er schaffte immerhin 48,140 km. Jürgen Schwäger erarbeitete sich mit 57,710 km sogar seinen allerersten Eintrag in die DUV-Statistik. 

Erst am Tag vor dem Lauf rutschte die älteste Teilnehmerin, Edda Bauer, von der Warte- auf die Starterliste. Die 69jährige Offenburgerin schaffte immerhin 47,080 km und wurde damit 44te in der Gesamtergebnisliste. Sie läuft übrigens erst seit 2011 Ultramarathons, hat also im zarten Alter von 67 Jahren mit den längeren Strecken angefangen.

Für Ulrike Trostmann (LT Hemsbach) war es der dritte Start im Leininger Land. Und endlich konnte sie die magische 50 km-Marke überlaufen. Für ihre 50,096 km hat sie am Ende hart gekämpft, obwohl ihr Laufstil das nicht vermuten ließ – und hatte sich sogar von Andrea Hertinger gelöst, mit der sie 2010 und 2011 und auch zu Beginn der 2013er Ausführung komplett gemeinsam lief. 

Jede Menge Spaß hatten auch Esther Delp, Marlene Dort, Martina Gauer und Ulrike Klotter. Das Kleeblatt ist noch in den Laufanfängen - und im Forum der Streakrunner umtriebig. Die Marathondistanz hatte noch keine von ihnen zurückgelegt. Trotz oder gerade wegen der morgendlichen Aufregung schaffte Esther Delp mit 44,188 km und Marlene Dort mit 42,752 km ihren ersten Marathon

Weil bei uns immer recht viele Paare am Start sind, haben wir schon 2008 als „Bonbon“ die Paarwertung eingeführt. In diesem Jahr waren zuletzt 7 Paare gemeldet, von denen aber eines nicht am Start war. Thorsten Rickel, der Lebensgefährte von Steffi Krieg, hatte sich nur deshalb zu seinem ersten Start bei einem 6 h-Lauf hinreißen lassen, weil Steffi gerne mal die Paarwertung gewinnen wollte. Die Rechnung ging auf, die beiden erliefen sich mit 115,129 km einen Gutschein für den Marathon Deutsche Weinstraße im kommenden März. Birgit und Norbert Fender sammelten gemeinsam 108,488 km, Andrea und Bernhard Hertinger kamen auf 104,551 km und hatten ihre Nasen damit nur knappe 510 m vor Annette und Michael Bruns.

Der nächste 6 Stundenlauf in Kleinkarlbach wird am 03. Oktober 2015 stattfinden. Am 30. April 2014 findet der 2. Bad Dürkheimer Salinenlauf statt – ein 12 Stunden-Nachtlauf, der abends um 21 Uhr beginnt. 

Veranstaltungsseite: www.laufenlassen.de

 

 

 


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