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Wie der Blitz – Usain Bolt

[eingestellt am 23. Januar 2014]

By: hahnertwins

Usain Bolt ist wohl der bekannteste Leichtathlet dieser Zeit, vielleicht sogar aller Zeiten. Er ist der einzige Mensch, der die 100m unter 9,6s lief.

PENG! Dieses kurze und energiegeladene Wort zieht sich wie ein roter Faden durch die Autobiographie des schnellsten Mannes der Welt. Peng, macht es bei ihm im Kopf, wenn er als kleiner Junge von weitem das Moped seines Vaters hörte, der von der Arbeit nach Hause kam. Dann legte der junge Bolt einen Sprint hin, um vor seinem Vater zu Hause zu sein. „Sobald ich den Motor hörte, ließ ich alles stehen und liegen und sprintete, so schnell ich konnte, zum Haus.“ Peng machte es auch bei seinen Autounfällen. Und Peng machte es, als Bolt seinen ersten Weltmeistertitel bei den Junioren Meisterschaften in Kingston vor heimischem Publikum holte. „Es war mein größtes Rennen und wird es vermutlich auch bleiben.“

Bei der Lektüre bekommt man einen Eindruck von der scheinbar angeborenen Lässigkeit der Läufer aus der Karibik. So schreibt Bolt zum Staffelweltrekord der Jamaikaner bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking: „In Jamaika übt niemand Stabwechsel... Wenn ich jetzt überlege, hatten wir die Übergabe in jenem Jahr wahrscheinlich drei Mal geübt, einmal davon im olympischen Dorf.“

Viele Neider nennen Bolt arrogant und eingebildet. Nach dem Lesen des Buches versteht man, warum Bolt auftritt, wie er auftritt. Er ist selbstbewusst und weiß, was er kann. So lautet seine einfache Rechnung vor den Olympischen Spielen in Peking: „Ich hatte Tyson geschlagen. Tyson hatte bei den US-Trials gewonnen. Asafa hatte mich geschlagen, aber ich hatte ihn gewinnen lassen. Ich würde beide schlagen.“ Doch egal was für eine Show er vor oder nach dem Rennen abzieht, Bolt zollt seinen Gegnern stets Respekt.

Bolts Autobiographie ist sehr locker und freimütig geschrieben und der Leser lernt den Menschen Usain besser kennen. Das Buch gibt einen interessanten Einblick in die Kindheit und Jugend Bolts, Usain als nimmermüder Junge, Jahrhundertlauftalent und Sportprofi. Der Leser lernt zudem den sehr gläubigen Menschen, Frauenheld und das Spielkind Usain kennen. Der schnellste Mann der Welt gibt einen Einblick in seine Gedankenwelt, spricht offen über seine Trainer, Konkurrenten und Trainingspartner. Bolt analysiert sehr genau seine Umgebung und seine Konkurrenten und ist ihnen dadurch nicht nur im Rennen immer einen Schritt voraus. Wenn Bolt in Kingston startet, weiß er, dass die Menschen in Kingston nicht ihm wie überall sonst auf der Welt, sondern vor allem Asafa Powell zu Füßen liegen. „Egal was passiert, wir sind nur Gäste. Egal wie schlecht Asafa rennt, die Leute werden ihn immer lieben.“

Mehrere Bilder in der Mitte des Buches aus dem Leben Bolts geben einen weiteren Einblick in das Leben der Sportlegende. Das Cover ist ansprechend und in den Landesfarben Jamaikas gehalten. Doch trotz der Liebe zu seinem Land rennt er in erster Linie für sich selbst. Am Ende des Buches denkt Usain Bolt über seine Zukunft nach. Wird er Trainer oder macht er eine zweite Karriere als Fußballprofi? Doch bis dahin werden noch ein paar Jahre vergehen. Den letzten Satz des Buches kann man als Drohung und als Versprechen verstehen. „Der Einzige, der mich in den nächsten Jahren vom Leichtathletikthron stoßen kann, bin ich, denn ich bin ein Phänomen, ein ernst zu nehmender Wettkämpfer – eine Legende für meine Generation. Glauben Sie mir, meine Zeit ist noch nicht vorbei.“

Usain Bolt: „Wie der Blitz – Die Autobiographie“. München (2013): C.Bertelsmann. 284 Seiten. 19,99€.

ISBN 978-3-570-10198-8


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