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Firmenläufe

[eingestellt am 14. Januar 2014]

By: Christian Werth

b2run 2013 Berlin, Foto Veranstalter

BASF Firmencup 2013, Foto Torben Jäger

JP Morgan Chase Corporate Challenge 2013, Foto Veranstalter

Miteinander statt Gegeneinander bei Firmenläufen 

Firmenläufe werden immer beliebter und weisen nach wie vor erstaunliche Steigerungsraten auf. Das betriebsgebundenen Massenlaufen ist eben „in“ geworden. Bei der deutschlandweiten B2-Run-Serie mit Deutscher Firmenlauf-Meisterschaft und  großem Finale in Berlin wie auch den beiden größten einzelnen Firmenlauf-Austragungen, der JP Morgan Corporate Challenge in Frankfurt als Standort einer weltweiten Firmenlauf-Serie sowie dem BASF-Cup auf dem Hockenheimring, werden Arbeitgeber zu Gesundheitsgeber und animierten 2013 insgesamt knapp 200.000 Angestellte zum Laufen. Diese Zugpferde der deutschen Firmenlauf-Bewegung sollen im Folgenden vorgestellt werden, wobei sie nur drei von inzwischen insgesamt 40 verschiedenen Firmenläufen in Deutschland sind. Zeiten und Platzierungen spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Spaß, Kommunikation und Gemeinschaft stehen im Vordergrund und sorgen dafür, dass die Stimmung bei Firmenläufen stets besonders ausgelassen ist. Zudem ist auch der karitative Hintergrund der meisten Firmenläufe nicht zu verachten. 

Laufen verbindet. Das bezieht sich ganz besonders auf Firmenläufe, die durch das gemeinsame Sporttreiben die Menschen am Arbeitsplatz zusammenführt und für ein besseres Betriebsklima führt. Deshalb haben große Firmen längst erkannt, dass dadurch Teamgeist, Kollegialität, Kommunikation und Gesundheit gestärkt werden und letztendlich auch die Produktivität der Mitarbeiter erhöht wird. Die Unternehmen können sich zudem über fittere Mitarbeiter freuen. Bei Firmenläufen ist das Team der Star. Es wird miteinander gelaufen anstatt gegeneinander. Das Kollegenverhältnis führt dazu, dass man sich gegenseitig zum Laufen motiviert, untereinander anspornt und gemeinsam für ein Ziel trainiert. Unterschiedliche Stellungen verblassen mit Laufschuhen an den Füßen und lassen an diesem Tag ausschließlich das Sportliche in den Vordergrund treten. Schließlich treten hierbei sämtliche Firmenvertreter an, vom Auszubildenden bis zum Vorstand. Auch das Teilnehmerspektrum begeistert: Vom Ein-Mann-Betrieb über Mittelständler bis hin zum Großunternehmen beteiligt man sich in Deutschlands größten Arenen und verkörpere laufend das Motto "Miteinander statt Gegeneinander". Die bei Firmenläufen üblichen geringen Distanzen und ein recht schwaches Leistungsniveau sprechen eine große Masse an und animieren auch Nichtläufer, die sich relativ schnell die nötige Form antrainieren können. Bei Firmenläufen spielen Laufvereine keine Rolle, sondern ausschließlich die Firmenzugehörigkeit, da nur Mannschaften aus Unternehmen und Behörden zugelassen sind. Neben Gesamt- und Einzelzeiten gibt es in vielen Fällen auch Wertungen für die größte Beteiligung.

Der größte Lauf Deutschlands ist nicht etwa der Berlin-Marathon, sondern mit großem Abstand der Frankfurter Firmenlauf. Die JP Morgan Corporate Challenge zählte im vergangenen Jahr sagenhafte 68.709 Teilnehmer aus rund 2.700 Firmen. Ein Rekord war das allerdings nicht, denn vor zwei Jahren waren sogar 72.741 Teilnehmer dabei. Das hessische Megaevent fand bereits zum 21. Mal statt und profitierte Mitte Juni von guten Laufbedingungen und grandioser Stimmung. Jedes der teilnehmenden Teams bestand aus vier Läufern, die zusammen 22,4 km absolvierten. Die Strecke verlief durch die Frankfurter Innenstadt und das Westend der City. Bei den Männern gewann das Team der Polizei Bayern in Person von Manuel Stöckert, Mario Wernsdörfer, Dominic Karl und Lukas Storath, bei den Frauen die Deutsche Bundespolizei mit Kristina Welsch, Eva Scheu, Yvonne Conrad-Hebel und Christine Jung. Die Mixedwertung gewann die KfW-Bankengruppe. Schnellste Einzelläufer waren die beiden Eliteläufer Simon Stützel aus Karlsruhe und Tinka Uphoff aus Frankfurt. Jeder Läufer absolvierte 5,6 km bzw. 3,5 Meilen, wie es bei der weltweiten JP-Morgan-Serie Standard ist. In zwölf Städten auf allen fünf Kontinenten wird diese ausgetragen, darunter Sydney, Johannesburg, Singapur und New York. Frankfurt ist neben London der einzige europäische Veranstaltungsort der Serie. Die jeweiligen Siegerteams qualifizierten sich für das große Serienfinale in Chicago im kommenden Mai. Der deutsche Firmenlauf-Primus, bei dem ein Teil des Erlöses jungen Behindertensportlern zu Gute kommt, wurde 1993 mit damals 557 Teilnehmern zum ersten Mal ausgetragen. 

Auch die Begeisterung für den BASF-Firmencup auf dem Hockenheimring ist ungebrochen. Rund 17.000 Läufer starteten Ende Juni bei heißer Witterung im Motorsport-Mekka und machten die zum zwölften Mal ausgetragene Veranstaltung zum größten Laufevent der Metropolregion Rhein-Neckar sowie zum drittgrößten deutschen Firmenlauf. Hierbei bildeten drei Läufer einer Firma ein Team, die jeweils 4,8 km zu absolvieren hatten. Auf der traditionsreichen Formel-1-Strecke waren die beiden BASF-Vertreter Thilo Krebs und Sarah Dunker schnellste Einzelteilnehmer. Schnellstes Unternehmen war BASF SE mit Thilo Krebs, Stephan Rapp und Rico Keidel. Außerdem gab es eine spezielle Azubi-Wertung, die Niklas Johaentges und Laura Schmahl für sich entscheiden konnten. Neben den Firmenläufern waren zudem auch Mitarbeiterkinder sowie Inlineskater am Start. Auch beim BASF-Cup gibt es einen karitativen Hintergrund, indem ein Teilerlös an Schulprojekte in der Region fließt. 

Auch die Deutsche Firmenlauf-Meisterschaften 2013, die abermals im Rahmen der B2-Run-Serie ausgetragen wurden, verzeichnete abermals einen Boom. Mehr als 100.000 Läufer aus 4.700 Firmen und Behörden schnürten in zehn Großstädten zugunsten von Teamgeist und Gesundheit die Laufschuhe und feierten damit einen eindrucksvollen Beteiligungsrekord. Von Mai bis August fanden neun Qualifikations-Wettbewerbe statt, wobei sich die jeweils schnellsten Firmen jeder Austragung fürs Serienfinale um die Deutsche Firmenlauf-Meisterschaft am 28. August in Berlin qualifiziert hatten. Größter Standort war einmal mehr München mit rund 30.000 Firmenläufern zum zehnjährigen Jubiläum. Es folgten Nürnberg mit 17.000 und Dortmund mit 8.000 Teilnehmern. Die kurze Distanz von 6 km ermöglichte auch weniger trainierten Läufern eine Teilnahme. Weiterer wichtiger Hintergrund ist der karitative Zweck der finanziellen Unterstützung bedürftiger Menschen. Im Rahmen des Hauptstadt-Firmenlaufs im Berliner Olympiastadion taten sich schließlich vor allem fränkische Vertreter hervor, die gleich drei DM-Titel mit nach Hause nahmen. In der Kategorie der Einzelstarter triumphierten auf der 6 km langen Strecke rund ums Olympiastadion der Nürnberger Sebastian Reinwand von der GmbH Memmert in 17:38 min und die Herzogenauracherin Felicity Milton von Adidas in 20:39 min. Bei den Teams gingen die Siege an Memmert-Klimaanlagen (Männer), Allianz-Versicherungen (Frauen) und Moll-Marzipan (Mixed). Außerdem erhielt das fränkische Unternehmen der Siemens AG den Titel "Fittester Konzern", hatte sich mit 1.638 Mitarbeitern an der Laufserie beteiligt. In diesem Jahr soll die beliebte Serie weiter ausgebaut werden, was den gestiegenen Teilnehmerzahlen gerecht wird und wiederum den deutschlandweiten Firmenlauf-Boom unter Beweis stellt.

 


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