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Mayr, Andrea

[eingestellt am 17. Januar 2014]

By: hahnertwins

Rekordhalterin, Weltmeisterin und Ärztin

Wie fängt man ein Portrait über Andrea Mayr an? Andrea Mayr hat die Streckenrekorde im Treppenlaufen auf das Empire State Building und das Taipeh 101. Andrea Mayr hält den österreichischen Landesrekord im Marathon (2:30:43h). Andrea Mayr hat bis jetzt schon über 40 Staatsmeistertitel geholt. Hier reichen ihre Distanzen von 1500m über 3000m Hindernis bis zum Halbmarathon. Andrea Mayer ist dreifache österreichische Meisterin im Bergfahren. Und dies sind nur einige ihrer bisher erzielten Erfolge. Absolute Weltklasse ist Andrea jedoch im Berglauf. Dort ist sie 2006 zum ersten Mal Weltmeisterin geworden und hat diesen Titel seitdem verteidigt. Andrea Mayr kann man also nicht in einem Satz vorstellen. Und wer bei diesen Erfolgen glaubt, man sieht die 34jährige nur in Sportkleidern rumlaufen, der hat sich geirrt. Denn sie arbeitet Vollzeit als Ärztin am Krankenhaus in Gmunden und betreibt nebenbei sozusagen ihren Sport. Oder ihre Sportarten, um es präziser zu formulieren.

Wie funktioniert diese Doppelbelastung? Andrea spricht von einer Dauermüdigkeit, an die sie sich gewöhnt hat. Im Winter sei es schlimmer, weil es morgens beim Laufen dunkel ist und abends nach der Arbeit ebenfalls. Im Sommer sei dies viel angenehmer, da müsse sie nicht direkt den Arztkittel mit ihrem Laufshirt tauschen, sondern könne sich erst einmal ein bisschen zu Hause ausruhen. Wenn man Andrea über ihre Erfolge befragt, spricht sie nicht über ihre zahlreichen Titel, sondern über ganz persönliche erfolgreiche Erlebnisse. Wie zum Beispiel bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Halbmarathon 2013. Nach einer 24h Schicht ging es für sie direkt mit dem Auto an die Startlinie. „Ein Kollege hat mich freundlicherweise 30min früher abgelöst, ansonsten hätte ich den Startschuss verpasst“, erzählt sie schmunzelnd. 1:15:10h später überquerte sie souverän als Erste die Ziellinie. Ihre Bestzeit im Halbmarathon liegt bei 1:11:49h, sie ist also schon viel schneller gelaufen. „Für mich war es aber eine tolle Zeit. Denn ich wusste, wie meine Wettkampfvorbereitung aussah.“

Andrea besitzt einen unglaublichen inneren Antrieb. Im Treppenhaus läuft man nur gegen den eigenen inneren Schweinehund, es gibt keine Zuschauer und keine direkten Gegner. Auch beim Berglauf steigt das Laktat ins Unermessliche. Der ganze Körper schreit nach einer Pause. „Beim Jungfrauen-Marathon letztes Jahr dachte ich, ich stehe, so langsam kam ich mir am Ende vor. Bei 30% Steigung läuft man nicht mehr, sondern geht fast den Berg hoch. Ich dachte, es macht keinen Sinn mehr. Doch dann habe ich Männer überholt und das hat mir gezeigt, dass ich im Vergleich zu den anderen gar nicht so langsam war.“ Nein, so langsam war sie nicht. Sie siegte in 3:20h.

Diese mentale Härte zu sich selbst verdeutlicht ein weiteres Beispiel. Andreas Bestzeit über 10km steht bei 33:12min. Im Training lief sie die 10km schon in 33:13min, lediglich 1s langsamer als ihre persönliche Bestzeit. Sie braucht keine Gegner oder Zuschauer um das Beste aus sich heraus zu holen. „Bei den Bergfahrmeisterschaften verlief die Strecke zu Beginn 12km flach. Das war absolut nervenaufreibend für mich, weil es ständig taktisches Geplänkel gab. Ich war richtig froh, als wir am Berg waren, und jeder sein eigenes Rennen fahren konnte.“ Zurück in die Laufschuhe. Heuer will sie ihren fünften Berglauf-Weltmeistertitel in Folge gewinnen. Man ist gewillt zu schreiben „wird sie…“. Denn wer soll diese Frau am Berg schlagen? Sie scheint sich nur selbst schlagen zu können.


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