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9. Marathon Deutsche Weinstraße - der Halbmarathon

[eingestellt am 30. März 2014]

By: Saskia Helfenfinger-Jeck

Startphase – mit den Schnellsten vorneweg

Wenige Meter nach dem Start

André Kossmann (5300) hat gut Lachen.

Läuferlindwurm

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Weck den Kenianer in dir! Fantasievolle Shirt-Beschriftungen gab es zuhauf.

Will Run for Wine.

Der Läufertross auf dem Weg raus aus Bockenheim

Klaus Harnisch unterwegs

Abwechslungsreiches Kinderprogramm für die jungen Lauffans

Halbmarathon-Sieger Dickson Kurui aus Kenia

Dickson Kurui läuft Streckenrekord.

Jonas Lehmann läuft ein klasse Rennen, wird als Gesamt-Zweiter bester Deutscher.

Solomon Amdebirhan (Äthiopien) wird Dritter.

Medaillen-Mädchen

Tanja Schweikhard siegt überlegen und…

… kann es nicht fassen.

Sabine Schmitt wird Zweite.

Martin Jeck (ESV Ludwigshafen) finisht seinen ersten Halbmarathon.

Berglaufspezialistin Sabine Rankel (LC Bad Dürkheim) strahlt.

Mit letzter Kraft: die US-Amerikanerin April Parsells

Zieleinlauf

Bernd Weber aus Ettlingen mit lustiger Kopfbedeckung

Karin Weigl (MTG Mannheim Running)

Mit Kind und Kegel ins Ziel

Im Ziel

Geschafft!

Kein Grund zur Sorge: Nur eine Geburtstagsüberraschung

Medaillen ohne Ende

Schnelle Zeiten im Blütenmeer

Die Pfalz zeigte sich bei der 9. Auflage des Marathons Deutsche Weinstraße am Sonntag von ihrer schönsten Seite. 20 Grad, strahlender Sonnenschein, ein Blütenmeer, mediterranes Ambiente – Läuferherz, was wolltest du mehr?


Wie bei so vielen kombinierten Halbmarathon- und Marathonwettbewerben sind auch an der Deutschen Weinstraße die 21,0975 Kilometer die beliebteste Laufdistanz. Schon seit Wochen ging nichts mehr. Der Halbmarathon war restlos ausgebucht, Startnummern wurden heiß gehandelt. Wer eine ergattert hatte, konnte sich ein wenig fühlen wie die „Königin von England“. Apropos England: 82 Grazien, ein reiner Frauen-Lauftreff aus London, hatte sich auf den Weg gemacht, um die Schönheiten der Pfalz in all ihren Facetten kennenzulernen. Und das taten die Damen dann auch ausgiebigst. Die fröhliche Truppe, die zwei Mal pro Woche gemeinsam trainiert und mit Läuferinnen ganz unterschiedlicher Leistungsstärke angereist war, nächtigte im Gartenhotel Heusser und ließ sich auch eine Weinprobe bei dem laufenden Winzer Ludwig Mesel nicht entgehen. Und hier schließt sich der Kreis, den Mesel war am Sonntag ältester Starter beim Marathon Deutsche Weinstraße.


Weit über 2000 Starter kamen ins Ziel am „Haus der Deutschen Weinstraße“ an. Dabei lag die Spanne zwischen 67 Minuten und vier Stunden.


Das Wetter – für die einen war es am Sonntag schon zu warm, die anderen tauten regelrecht auf. Während die Häuser in den Gemeinden entlang der Strecke Schatten spendeten, heizte es sich zwischen den Weinbergen auf. Richtig gut mit den Witterungsbedingungen kam – wen überraschte es – der Kenianer Dickson Kurui zurecht. In 1:07,38 Stunden unterbot er deutlich den acht Jahre alten Streckenrekord von Vasiliy Remshuck aus der Ukraine, der seinerzeit 70 Sekunden langsamer unterwegs war. „Es war warm, aber die Bedingungen waren okay“, sagte Kurui, der bereits 2012 in Bockenheim ganz oben auf dem Treppchen stand und daher auch das Profil kannte. „Für mich war das kein Problem. Ich trainiere ja auch in einem solchen Gelände“, erklärte der 24-Jährige, der 500 Euro Siegprämie plus weitere 100 Euro für die Streckenbestzeit einheimste.


Ein Plätzchen im Schatten war das Erste, was Jonas Lehmann (TuS 06 Heltersberg) nach dem Zieleinlauf suchte. Der Berglaufspezialist lief in 1:10,04 Stunden als bester Deutscher auf den zweiten Gesamtrang. „Wenn man die Zeit auf das Profil umrechnet, wäre das heute Bestzeit gewesen“, freute sich Lehmann, der in der Pfalz nahezu konkurrenzlos ist. Im Flachen liegt seine Halbmarathon-Bestzeit bei 1:09,30 Stunden. Ganz allein war der Maschinenbau-Student nie unterwegs, lief immer wieder Lücken zu. „Die erste Hälfte war gut, am Schluss wurde es dann doch ganz schön heiß“, meinte Lehmann, der bereits in der kommenden Woche beim Rocky Mountain-Lauf wieder an der Startlinie stehen wird. Schon deutlich zurück: der Äthiopier Solomon Amdebirhan, der 1:12,27 Stunden unterwegs war.


„Scheiße“, stammelte Tanja Schweikhard (TV Hennweiler) nach dem Zieleinlauf und schlug die Hände vors Gesicht. Mit dem Sieg hatte die 27-Jährige überhaupt nicht gerechnet. Allerdings musste man sie nach ihrem Erfolg beim Bienwald-Marathon in Kandel in 1:20,55 Stunden im März dieses Jahres durchaus auf der Rechnung haben.


Als sie nach 1:24,39 Stunden mit dem Führungsfahrrad eintraf, schien sie so überhaupt nicht fertig. „Unterwegs habe ich mit Thomas gequasselt. Sonst wäre es ja so langweilig geworden“, sagte sie lachend. Fahrradfahrer Thomas attestierte der jungen Dame jede Menge Potential, zumal Tanja Schweikhard nach eigener Aussage erst seit zweieinhalb Jahren überhaupt läuft, sozusagen noch ganz grün hinter den Ohren ist. Zuvor war die Kastellaunerin Geräteturnerin und startet auch bei Laufwettbewerben weiterhin für ihren alten Turnverein. Beim Gutenberg Marathon in Mainz und vielleicht auch beim Hunsrück Marathon wird man das Lauftalent demnächst beobachten können. Wenn alles glatt läuft, peilt die sympathische Athletin eine Zeit unter drei Stunden an.


Drei Damen blieben 2014 unter der 1:30-Stunden-Marke. Sabine Schmitt (Run² by Runners Point Mainz/1:25,59 Stunden) und Stephanie Pummer (Team Seenlandmarathon/1:26,53 Stunden) folgten auf den Plätzen zwei und drei.


Der Marathon Deutsche Weinstraße zählt zweifellos zu den landschaftlich schönsten Läufen in Deutschland, zieht daher auch alle zwei Jahre Läufer aus Nah und Fern an. Doch kritisch anzumerken bleibt leider, dass nicht jeder Starter offenbar gewappnet ist für diesen Lauf, der aufgrund seines Profils durchaus seine Tücken hat. Und ausgestattet mit Wanderrucksack und –schuhen sollte man sich doch lieber überlegen, eine der zahlreichen Hütten im Pfälzerwald anzusteuern. Der Marathon Deutsche Weinstraße ist in allererster Linie auch ein Genusslauf, doch so ganz unvorbereitet sollte man diese Herausforderung trotzdem nicht angehen.


Die Kombination aus warmem Wetter und Streckenbeschaffenheit machte so manchem Läufer zu schaffen. Ein Halbmarathoni brach nicht einmal zehn Meter vor dem Ziel zusammen und musste minutenlang von den herbeigerufenen Sanitätern behandelt werden, ehe er soweit war, um mit der Trage in Richtung Krankenwagen transportiert zu werden. Während dieser Zeit war der rechte Einlaufkanal komplett gesperrt, so dass Moderator Jochen Heringhaus den Läuferlindwurm nach links lotsen musste. Ausreichend Flüssiges und Essbares gab es entlang der gesamten Strecke. Daran kann es jedenfalls nicht gelegen haben.

www.marathon-deutsche-weinstrasse.de

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