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Stockhecke, Mona

[eingestellt am 24. April 2014]

By: hahnertwins

„Laufen ist unkompliziert, günstig, überall möglich - praktisch, wie ich es bin.“

Der Weg von Mona Stockhecke zum Laufen ist alles andere als gradlinig. Wie eine Schlinge, die immer enger gezogen wurde, hat sich der Laufvirus um sie gelegt. Als Mädchen aus Hamburg kam sie bereits in ihrer Schulzeit dank engagierter Lehrer mit dem Marathon als Teilnehmerin bei den Schülerläufen in Kontakt. Leichtathletik im Schulsport fand sie langweilig, doch sobald die Distanz länger und draußen an der frischen Luft gelaufen wurde, war Klein-Mona begeistert. Mit 18 Jahren kam der erste Marathon, die mythische Distanz, wie Mona die Strecke selbst bezeichnet. „Ich wollte  es einfach auch ausprobieren und finishte ohne die Welt der Intervalltrainings und Long Jogs vorher kennen gelernt zu haben. Im Ziel dachte ich..wo ist der nächste!“ Anschließend ging es für den weltoffenen, neugierigen und frisch gebackenen Marathoni zunächst ins Ausland.

Hier wurden ihre Reiselust und ihr Wissensdurst gestillt, ein strukturiertes Training war nicht möglich. Doch das ist für Mona der Vorteil vom Laufen: „Laufen ist unkompliziert, günstig, überall möglich - praktisch, wie ich es bin.“ Erst während ihrer Doktorarbeit in Zürich fand sie den Weg zurück zum regelmäßigen Laufen. So kam es, dass Mona mit 26 Jahren ihrem ersten Leichtathletikverein beitrat. „Dort lernte ich dank meines Trainers Beat Ammann die Erlebniswelt kennen, die einem ein intelligenter Trainingsaufbau eröffnet und entdeckte das Training auf der 400 m Bahn.“ Und die Leistungskurve ging von dort steil nach oben. Wir haben Mona getroffen und ihr ein paar Fragen gestellt.

 

Dieses Jahr warst du das erste Mal im Trainingslager in Kenia. Was ist das Besondere an dem Land?

Ich kenne einige afrikanische Länder, die ich als Backpacker bereiste und ich denke was Schwarzafrika ausmacht sind die Menschen. Ihre Fröhlichkeit und Zufriedenheit trotz für uns Europäer unvorstellbaren Problemen und Sorgen ist bemerkenswert. In Kenia war ich „nur“ im Rahmen vom Trainingslager in Iten und bekam dort einen Einblick in das Marathonmekka, was sehr spannend war, aber ganz anders und einseitiger als während meiner sonstigen Reisen. Dennoch auch in Kenia, haben mich die Menschen am meisten beeindruckt.  

Mit welchen drei Worten würdest du das Gefühl beschreiben, als du als schnellste Frau die Ziellinie in Zürich überquert hast? 

Geil, scheiße, endlich!

Entschuldige die vulgäre Aussage. Am Ende vom Marathon ist das Hirnie halt leicht unterzuckert.
Ich meinte:
a. Riesenfreude über den Sieg,
b. Das darf doch nicht wahr sein – sollen es jetzt wirklich 4 Sekunden zu viel gewesen sein
c. buh endlich fertig und klassiche Finisher-Zufriedenheit nachdem man alles gegeben hat!
 

Mit 2:34:04h hast du denkbar knapp die B-Norm für die EM verpasst. Wurde dir bereits signalisiert, ob es trotzdem reicht? 

Die Nettozeit von 2:33:53 wurde vom DLV anerkannt und ich habe somit die Bedingungen erfüllt. 

Mit welcher Speise hast du dich nach dem Marathon belohnt? 

Mmh,-eher in flüssiger, farbenfroher Form: 160 m über der Stadt mit guter Sicht auf die 42.195km! 

Deine Wahlheimat ist Zürich. Was ist für dich typisch schweizerisch? Was ist typisch deutsch? 

„Hopp, hoop“ vs „lass die Sau raus!“ – das ist natürlich nicht so ernst gemeint. Ich schätze die Schweizer Zurückhaltung, aber auch die deutsche Direktheit und denke ein Mix von beiden frischt auf. 

Zu wie viel Prozent fühlst du dich schon als Schweizerin?

Uhh, da möchte ich jetzt Zurückhaltung üben. 

Was ist dein Lieblingswort auf Schweizerdeutsch? 

...Mich nimmts wunder... 

Was würdest du wählen, Fischbrötchen oder Käsebrötchen?  

Klar, das Lokale! 

Du arbeitest an der ETH Zürich. Wie vereinbarst du Arbeit und Sport? 

Ich habe einen sehr kurzen Weg, da Zürich recht übersichtlich ist und man mit dem Fahrrad überall hinkommt. Ich kann somit bis 18 Uhr im Büro und um 18:30 Uhr auf dem Sportplatz bereit fürs Training sein. Die Sprünge zwischen den verschiedenen Anforderungen empfinde ich positiv. Weiter hilft mir das recht flexible Arbeiten in der Wissenschaft und dass vieles dank Internet nicht lokal gebunden ist. Und wie gesagt, laufen ist praktisch und überall möglich. Auf Konferenzen oder Feldarbeit lerne ich die Orte im nu kennen, dank meiner Lauftrainings über Mittag oder am Abend.  

Welche Ziele hast du für 2015 und darüber hinaus? 

Ich denke 2014 ist für mich erstmal sehr speziell und wenn ich in Zürich am 16. August an der Startlinie stehe ist es ein großer Schritt. Längerfristige Ziele habe ich mir nur insofern gesetzt, verletzungsfrei zu bleiben und mit Freude zu schauen wohin die Reise geht.  

Welche Schlagzeile würdest du mal gerne über dich in der Zeitung lesen? 

Haha, ich denke da an Loriot...eine Schlagzeile über mich wäre ja schon nett.  

Bestzeiten: 

Disziplin

Ergebnis

Ort

Datum

1500m

4:48.74

Nottwil (SUI)

30.06.2012

3000m

10:20.38

Jona (SUI)

13.06.2012

10 km Straße

34:20

Beinwil am See (SUI)

13.10.2012

15 km Straße

58:33

Torres Vedras (POR)

17.10.2010

10 Meilen Straße

59:11

Bern (SUI)

19.05.2013

Halbmarathon

1:16:37

Uster (SUI)

22.09.2012

Halbmarathon

1:14:57

South Shields (GBR)

15.09.2013

Marathon

2:34:04

Zürich (SUI)

06.04.2014

 

 


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