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2. Bad Dürkheimer Salinenlauf

[eingestellt am 01. Mai 2014]

By: Jochen Höschele

Fotos: Gabi & Peter Gründling

noch ist alles ruhig – und trocken

die ersten Läufer sind da

Aufbau der Rundenkontrolle

Das sieht noch richtig gut aus

Entspannt an der Startnummernausgabe

Die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm

Man kennt sich

Kurzes Briefing

Gleich geht’s los

Die Spiele sind eröffnet

Vorne Zweiter Christof Kuehner

Oliver Mienert lief über 100 km (536)

Es waren doch einige Zuschauer gekommen

Nächtliche Beleuchtung

Das Zeitnahmeteam im wasserdichten Anhänger mit Plastikvorhang

Die Gullis konnten das Wasser gar nicht so schnell fassen wie es fiel

Die Uhr lief rückwärts

Die Fans der LG MuLi ließen es sich gut gehen

Beim TVE Weiher war auch Stimmung

Joe Kelbel wie er leibt und lebt

Beliebt: der Monitor mit den Zwischenergebnissen

Im Versorgungszelt war’s von unten naß

Der Weg auf der Ostseite der Saline wurde zum See

Ein bißchen Ruhe

Stillleben mit Schirm

Morgengrauen

DUV-Vizepräsident Norbert Madry bereitet sich auf die 24 h-DM im Juli vor

Jüngste Teilnehmerin Julia Löhr

TV Pfaffenweiler ins Gespräch vertieft – rechts ältester Teilnehmer Wolfgang Roether

Birgit und Norbert Fender beim Morgenspaziergang

Rudolf Drissler bei seinem ersten 12 h-Lauf

Alexandra Martin

Elisabeth Jongmanns und Sylvia Passon

Gerhard Bracht

Zweite Marika Heinlein

Älteste Teilnehmerin Edda Bauer

Bernd Rohrmann

Zweiter Christof Kuehner

Michael Sinner trug direkt sein neues Shirt

Stefan Lang und Renate Hülse

Heinz-Peter Schwertges

Dritter Maic Seegel

Siegerin Jannet Lange

Dritte Regina Berger-Schmitt

Sieger Stefan Daum

Kai Horschig

Geburtstagskind Gerlinde Kieselbach

Alexander Löhr und Matthias Heibel

Friedhelm Hofmann

Ton in Ton: Kati Schramm

Die Kampfrichterin schaut sich die Sache genau an

Hans-Jürgen Eichbladt

Margitta Schneider: bad hair day

Gerd Dietrich-Rosenbrock geht ins Wasser

Regentanz in den Mai 

Premierensieger Jannet Lange und Stefan Daum

Bad Dürkheim, 30. April / 1. Mai 2014 – Als um kurz vor 21 Uhr dunkle Wolken aufzogen und unheilverkündend über der mehr als 110 Köpfe zählenden Läuferschar hingen, schwante Gabi Gründling, die gemeinsam mit ihrem Mann Peter den 12-Stunden-Lauf rund um die Bad Dürkheimer Saline veranstaltet, bestimmt nichts Gutes. Eher hatte die 52jährige da ein déjà-vu-Erlebnis, musste doch vor zwei Jahren, anlässlich der Premiere des Rundenlaufes um die Saline der Wettbewerb nach gut viereinhalb Stunden abgebrochen werden. Ein Gewitter nebst Wassermassen, die einem Drittel der Regenmenge des gesamten Monats April entsprachen – zwölf Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Viertelstunde. Das war zuviel für die Technik und die Rundenerfassung gab den Geist auf, was natürlich fatal bei einer Veranstaltung dieser Art ist. Mal abgesehen davon, dass die Sicherheit der Läufer und Helfer nicht mehr gewährleistet gewesen wäre. Was folgte, war der Rennabbruch und das Wundenlecken auf Seiten der Organisatoren, die zwar Zuspruch erfuhren, aber doch ganz schön daran zu knabbern hatten, dass „ihr“ neuer (Lauf)Sprössling bei der Premiere gleich den läuferischen K.o. erleben musste. 

Um es kurz zu machen – auch zwei Jahre nach der Premiere war der Wettergott den Gründlings aus Weisenheim am Berg nicht unbedingt hold. Doch so schlimm wie 2012 sollte es glücklicherweise nicht kommen, doch nass werden, das scheint zum Salinenlauf zu gehören, wie die Leberworscht und der Saumagen zur Pfalz.  

Abgesehen von diversen Regen- und Gewitterschauern, die unter anderem dafür sorgten, dass die Teilnehmer auf einem Stück der Laufstrecke durch eine wegbreite Pfütze rannten und sich dabei nasse Füße holten, blieben Mensch und Material heuer von größeren Schäden verschont. Allein das ist im besonderen Fall der „ausgefallenen Premiere“ des Salinenlaufes nicht selbstverständlich und den Organisatoren fielen gleich mehrere Steine vom Herzen, als alles gelaufen und in buchstäblich „trockenen Tüchern“ war. 

Zum sportlichen Geschehen – unter den Favoriten, die man vor dem Rennen ausgemacht hatte, befanden sich bei den Frauen Marika Heinlein (24-Stunden-Nationalteammitglied und fünffache Spartathlonfinisherin, Zweite beim 100km-Lauf von Kienbaum 2014), Antje Schuhaj (Zweite der DM 24 Stunden 2013) sowie Jannet Lange (Siegerin Niederrhein-Ultra über 200km 2013 sowie beim 100km-Lauf „Limburgs Zwaarste“ Anfang April 2014). Bei den Männern hochgewettet wurden Achim Zimmermann, ehemaliges Mitglied der 100km-Nationalmannschaft, Kai Horschig, 24h-Stundenspezialist mit Nationalteamerfahrung, Marcell Dahringer (Sieger Fidelitas-Nachtlauf über 80km 2013), Stefan Daum (Sieger der 6-Stunden-Läufe in Nürnberg und Waldhessen 2014 mit einer 12h-Bestleistung von 134,196 km) sowie Michael Weishaar, der 29jährige Lokalmatador des LC Bad Dürkheim.

Der jüngste Teilnehmer und Sieger des Keufelkopf Marathon-Trails von 2013 war es dann auch, der das Heft des Handelns in die Hand nahm. Schon früh setzte er sich vom gesamten Feld ab und hatte eine Runde Vorsprung auf die Verfolger um Achim Zimmermann und Dominik Horch. Zimmermann beklagte jedoch schon nach zwei Stunden Laufzeit seine müden Beine, die wahrscheinlich noch vom nicht ganz „verdauten“ 100km-Lauf in Kienbaum Ende März herrührten, wo der bayrische Schwabe in 7:42 h Sechster wurde. Letztlich standen für ihn 117,889 km zu Buche, was zwar für Platz vier reichte, aber keinesfalls dem entsprach, was sich der 44jährige vorgenommen hatte. „Aber ich kann damit leben, die Regenerationszeit war wohl einfach zu kurz. Es war einen Versuch wert, hierherzukommen, und Spaß gemacht hat es trotzdem. Jetzt erhole ich mich aber gründlich, damit ich im Herbst wieder anständige Leistungen abliefern kann“, so der drahtige Athlet. 

Nach dem Aussteigen des Führenden, Michael Weishaar, schob sich ein Läufer an die Spitze, dem aufgrund seiner Vorleistungen einiges zugetraut werden musste – Stefan Daum. Ihm scheinen die Rundenläufe gut zu liegen, und gerade in diesem Jahr konnte er bereits in Nürnberg (mit 79,392km) und Waldhessen (mit 76,063km) die jeweiligen Sechs-Stunden-Läufe für sich entscheiden. Auch in Bad Dürkheim sollte der 40jährige aus Raunheim am Ende die meisten Kilometer gesammelt haben, 131,338 waren es ganz genau. Dass er dafür 190 mal die Saline umrundete und ebenso oft an der Verpflegung und der Rundenzählung vorbeikam, wird er sicherlich erst beim Blick auf die Ergebnisliste feststellen. Oft genug ist das Laufen auf einer kurzen Runde (die in Bad Dürkheim misst exakt 693 Meter) eher ein meditatives, und nachts ist die Ablenkung durch die Umgebung, Passanten oder Zuschauer sowieso nicht arg groß. Innere Einkehr ist angesagt und Konzentration ist gefragt – will man denn möglichst viele Kilometer zusammenbringen. Anderen wiederum gefällt gerade der gesellige Aspekt des Rundenlaufens, und nicht wenige laufen Stunde um Stunde gemeinsam, fröhlich schwatzend und offenkundig bester Laune trotz gelegentlicher Regengüsse. 

Drei Runden waren es nach 12 Stunden, die der Sieger Daum auf seinen härtesten Konkurrenten, den 43jährigen Christof Kühner (SpVgg Holzgerlingen LT), herausgelaufen hatte. Das Ergebnis des Schwaben Kühner, der ebenfalls in Kienbaum Ende März die 100km gelaufen war (in 8:11 h), kann sich ebenfalls sehen lassen: 129,140 km hatte er morgens um neun Uhr, als die finale Sirene ertönte, auf dem Zähler. Maic Seegel, Dritter des 24-Stunden-Laufes in Basel 2013 mit 206,506km, belegte an der Saline ebenfalls den dritten Platz mit neuer persönlicher Bestleistung von 124,422km. Das war für den 44jährigen nach seiner gelungenen Marathonvorstellung von Kandel, wo er Anfang März beim Bienwald-Marathon unter drei Stunden blieb, ein weiterer positiver Eintrag in seiner Laufvita. 

Bei den Frauen setzten im ersten Renndrittel nicht nur die auch optisch auffälligen Akteurinnen die Akzente. Marika Heinlein, spartathlonerfahrene mehrfache Deutsche Meisterin im 24-Stunden-Lauf, die, wie fast schon traditionell, im Laufrock auftrat, und die Allgäuerin Antje Schuhaj, nach langer Verletzungspause erst seit kurzem wieder im Tritt und angetreten, um zu laufen, so lange es schmerzfrei möglich war, diese beiden drehten mühelos und wie die Uhrwerke ihren Runden. Als die Kemptenerin Schuhaj nach fünf Stunden jedoch das Handtuch warf, schien der Weg frei für die Fränkin vom 1.FC Geesdorf. Doch weit gefehlt – auch Marika Heinlein hatte mit Tiefs zu kämpfen, konstatierte im Anschluss an den Wettkampf dass dies „eigentlich nicht so gut“ gewesen sei, was sie da mit ihren 104,595km abgeliefert hatte. Angesichts ihrer erst kürzlich erzielten 9:46 h über 100km in Kienbaum konnte sie es jedoch verschmerzen, dass es heute „nur“ knapp über einhundert Kilometer wurden. „Die Nässe hat mir auch ziemlich die Kraft aus den Beinen gezogen, für die Tortur de Ruhr war es trotzdem ein gutes Training.“ 

Über weite Strecken unauffällig lief die spätere Siegerin, Jannet Lange aus den Niederlanden. Sie lag bei der 100km-Wertung (die in Bad Dürkheim aufgrund der Rundenlänge eigentlich eine 100,48km-Wertung ist) mit 11:09 h schon deutlich vor Marika Heinlein, die diese Marke erst nach 11:33 h erreichte. 108,569km hatte die 49jährige Niederländerin nach 12 h gesammelt, womit sie den Leistungen ihrer bislang zwei Zwölf-Stunden-Läufe (109 und 110km) ziemlich nahe kam. 

Je länger die Distanz, desto wohler scheint sie sich jedenfalls zu fühlen, das konnte man in der Nacht auf den 1. Mai sehr schön am Beispiel Jannet Langes beobachten. Auch von den Wetterkapriolen ließ sie sich nicht beeindrucken, auch das ist eine Eigenschaft, die einen guten Rundenläufer auszeichnet – sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen zu lassen. 

Am Ende einer nassen Nacht stand für das Gros der 113 Teilnehmer fest, dass beim 2. Salinenlauf alles gepasst hatte – nur das Wetter, welches flugs als sogenanntes „Gründlingwetter“ bezeichnet wurde, könne man noch verbessern, so der Tenor. Dass es angesichts der Regenhäufigkeit viele vorzogen, frühzeitig den Ort des Geschehens zu verlassen, kann nicht als Kritik an der Veranstaltung als solche interpretiert werden. Sowohl in den sozialen Netzwerken und auch im persönlichen Gespräch unmittelbar nach Ende des Laufes kam immer wieder zum Ausdruck, dass den Gründlings alles gelungen ist, was man als Veranstalter in der eigenen Hand hat. Nur den Draht zum Wettergott, den müssten sie noch mal erneuern. Spätestens 2016, wenn die dritte Auflage des Salinenlaufes wieder in der Nacht zum 1. Mai stattfinden wird, sollte dieser dann für trockene Bedingungen sorgen. 

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.laufenlassen.de

 

 

Ergebnisse: http://coderesearch.com/sts/services/10050/382


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