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41. Nikolaus-Volkslauf Hassloch

[eingestellt am 06. Dezember 2014]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

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Auf dem Weg zum 7 km-Start

Zeitnehmer Harald Baumann bei den letzten Vorbereitungen

Sprecher Samuel Schwake zeigt dem Nikolaus, wo’s lang geht

Jakob Blessing gewinnt den Schülerlauf über 600 m

Laurin Kreiger, Toni Böttner und Siegerin Nele Schiefer folgen ihm

Zweite Charlotte Schwake

Simon Oehl mit fulminantem Endspurt

Maya Gauweiler-Novoa und Annika Frey

Celine Mentpel

Anne Schweikert und Mia Gauweiler-Novoa

Pascal Schatz

das letzte Kind wird von ihrer voll bepackten Mutter ins Ziel gezerrt

Start zum Halbmarathon

Das Team vom RNV zu Fuß unterwegs

Heidi und Ernst Brauer laufen 7 km

1. M50 7 km Willi Jung

Die 9jährige Antonia Schurer läuft 7 km in 52:23 min

Ihr Bruder Pirmin (7) braucht eine Minute länger

Holger Exner und Vasilis Tzalis überholen 7 km-Läuferin Sandy Messer

Dritter Philipp Eisel

2- M30 Roger Nachbur – nach einer Runde Vierter, am Ende 7ter

1. M40 Mario Steiner

3. MHK Florian Michael

Schnellster Nikolaus: Christian Laubersheimer

2. M40 Raimund Kron

3. M40 Andreas Hippler

Zweite Eva Katz

2. M50 Bernhard Scheib

Wurde als „Ikone des Halbmarathons“ bezeichnet: Bernhard Schwaab

Aus Noiraigue nach Hassloch gekommen: Christian Fatton

2. M60 Theo Hammann

Dritte Julia Fatton versteckt sich hinter Bernhard Goldstein

3. M70 Friedrich Hinkel

Wer will denn hier spielen?

Sieger Holger Exner

Zweiter Vasilis Tzalis

Siegerin Sabine Schmidt

1. M50 Bernhard Matthäss

3. M50 Gerold v. Rhein

3. W30 Jutta Kohlmaier

Sieger 7 km Marius Meyfahrt

Christoph Terbrüggen freut sich

1. WJU20 Carolin Deuter

Dritte Julia Fatton

2. M70 Dieter Meixner

Ho Ho Ho

Haßloch, 06. Dezember 2014 – direkt am Nikolaustag ging der Nikolaus-Volkslauf über eine oder drei Runden am Rande des Großdorfs Haßloch in die 41te Runde. Im kommenden Jahr feiert der Lauf, der immer am ersten Samstag im Dezember im Volkslaufkalender steht, also Marathongeburtstag. 

Gelaufen wird auf einer 7 km langen Runde im Haßlocher Wald, der aber Speyerer Wald heißt, was wohl mit der Nachbargemeinde Lachen-Speyerdorf zusammenhängt. Die Runde ist, neben anderen, ganzjährig markiert, kann also jederzeit testgelaufen werden. Es handelt sich im Grunde um ein „leicht schiefes“ Viereck mit ewig langen Geraden. Schon bei km 5 hört man den Sprecher, denn km 7 ist in direkter Luftlinie nicht mehr weit. Zum ersten Mal hatte Samuel Schwake diesen Job übernommen – und sachkundig nicht nur einfach Namen runtergelesen sondern moderiert. 

Der Zeitplan Haßloch ist seit vielen Jahren ausgeklügelt. Um 12.45 h starten die 7 km-Läufer, um 13 h werden die Kinder auf eine 600 m lange Runde geschickt und kaum sind die ersten Kurzstreckler im Ziel, heißt es entlässt Vereinschef Joachim Tremmel um 13.15 h die Halbmarathonis in den Wald. 

„Die Strecke war zu kurz“ tönte es direkt am selben Abend im Internet. Das sind die Auswüchse der GPS-Welt. Daß der Wald das GPS-Signal gegebenenfalls abschirmt und zu Fehlmessungen führen kann, ist vielen nicht bekannt. (Wir empfehlen unseren Beitrag "GPS und seine Tücken")

Leider zeigte sich in Haßloch erneut, daß Läufer richtige Ferkel sein können. So fand man auf der flachen, teils trailigen Strecke jede Menge Papiertaschentücher und Geltütchen. In der Halle, in der Startnummernausgabe und Siegerehrung stattfanden, hatten einige Zeitgenossen einfach ihre Papierteller und die Plastikbecher und –tassen stehen lassen, teilweise noch mit nicht ganz aufgegessenen Kuchenstücken „dekoriert“. Mit 8 € Startgeld für den Halbmarathon kauft man definitiv keine Helfer mit ein, die einem den Müll hinterherräumen. In Haßloch nicht und nirgends sonst. 

Wie jedes Jahr war Stimmel Sports aus Worms mit einer großen Truppe angereist. „Wenn die Stimmels kommen, wird’s auf der 7 km-Strecke schnell“ wußte Samuel Schwake. In diesem Jahr belegten die Jungs im weiß-orangen Trikot die Plätze zwei bis sechs auf der Kurzstrecke. Insgesamt waren 35 Stimmels-Läufer auf der 7 km-Strecke, Chef Jörg Stimmels und einige Helfer waren mit Walkie-Talkies im Wald unterwegs, um die Truppe anzufeuern und taktische Anweisungen zu geben. Nur einer machte „den Stimmels“ einen Strich durch die Rechnung: Lokalmatador Marius Meyfarth, der inzwischen aber in Heidelberg lebt und als Industriemechaniker arbeitet. Der 23jährige Mittelstreckenstar des LC Haßloch war zwar eine halbe Minute langsamer als im letzten Jahr, da wurde er aber hinter André Zschaubitz „nur“ Zweiter. Nach gerade überstandener Erkältung war er aber mit der Zeit von 23:02 min durchaus im Reinen – zumal sie zu seinem ersten Sieg in Haßloch geführt hat. Er spielte im Endspurt seine ganze Mittelstreckenerfahrung aus und nahm Linus Stimmel 8 und Daniel Jeckel 12 Sekunden ab. Zur Eröffnung der Winterlaufserie in Rheinzabern möchte er die schnelle Asphaltstrecke in der Südpfalz nutzen, um eine 32er Zeit zu laufen. Seine Bestzeit liegt bei 32:45 min und die würde er gerne unterbieten. 

Insgesamt 400 LäuferInnen erreichten das 7 km-Ziel. Auf Platz 19 findet man mit Anna Kusch die erste Frau. Die Triathletin (Rowe Sports) brauchte 26:32 min. Annemarie Weigand (TV Schriesheim, 27:33 min) und Marika Bernhard (TV Herxheim, 27:53 min) komplettierten das Treppchen. 

31 Kinder trauten sich auf die 600 m lange Strecke. Jakob Blessing vom TV Rheinzabern brauchte 2:49 min. Das schnellste Mädchen war Nele Schiefer von Stimmel-Sports, die als Vierte gesamt 3:06 min unterwegs war. Am hinteren Ende des Feldes zeigte mal wieder eine Mutter eindrucksvoll, wie man es 100% schafft, seinem Kind den Spaß am Sport zu verleiden. Das Kind wollte nicht laufen, offenbar hatte ihr die Mutter versprochen, man müsse gar nicht rennen sondern könne auch gehen – und sie wurde erbarmungslos weiter Richtung Ziel getrieben.

Den Abschluß des Laufnachmittags bildeten 333 Halbmarathonis im Ziel – gestartet waren einige mehr, „nix geht mehr“ hieß es unterwegs u.a. bei Urgestein Werner Schimpf, der mit Fußproblemen kaum noch auftreten konnte und zum Auto zurück humpelte. 

Acht Läufer blieben unter 1:20 h – an der Spitze herrschte in diesem Jahr ein hohes Niveau für den Volkslaufbereich. Zumal die Strecke in Hassloch, auch wenn sie flach ist, nicht so ganz einfach zu laufen ist, denn durch die allgemeine Feuchtigkeit ist sie an vielen Stellen relativ tief, auch wenn aktuell weder Regen noch Schnee weiteres Wasser nachlieferten. Holger Exner (Engelhorn Sports Team TV Schriesheim) lief nach 1:14:06 h in den Zielkanal. Der Athlet aus Limburgerhof hat für 2015 viel vor. So stehen die Marathons in Hamburg und Frankfurt sowie Ultratrails am Eiger und an der Zugspitze auf seiner Wettkampfliste für das kommende Jahr. In Haßloch konnte er in der dritten Runde nochmal anziehen und über eine Minute zwischen sich und Vasilis Tzalis aus Maikammer bringen, der ihm bis dahin dicht auf den Fersen war. Er lief am Ende 1:15:19 h. 

Und war damit nochmal 48 Sekunden schneller als Philipp Eisel vom TV Mußbach. Der 29jährige Neustadter ist Triathlet, Ultratrailer, Bergläufer und tummelt sich eben auch ab und zu auf den flachen Strecken. Im Oktober wurde er sowas wie der Held der 100 Meilen-Läufer auf dem Pfälzer Weinsteig. Dieser geht in Königsbach nur 20 m an seiner Haustür vorbei und so baute er im Hof einen zusätzlichen und überraschenden Verpflegungsposten auf, den die Langstreckentrailer nach ca. 120 km in den Knochen gerne und dankbar plünderten. 

Schon auf Platz 10 gesamt kam schnellen Schrittes die erste Frau ins Ziel. Sabine Schmitt (run² Runners Point Mainz) brauchte nur 1:22:17 h – eine Siegerzeit, die starke sechs Minuten unter der vom Vorjahr lag. Die 34jährige ist in diesem Jahr ihren ersten Ultramarathon gelaufen – und gewann mit 3:51:49 h gleich den Lahntallauf über 50 km in Marburg. Eva Katz, die zw. Ende 2012 und August 2014 von der Volkslauf-Bildfläche verschwunden war, folgte ihr in 1:26:04 h. 

Bis die dritte Frau ins Ziel kam, dauerte es dann mehr als neun Minuten. Julia Fatton läuft nach wie vor im Trikot des TV Rheinau Mannheim. Tatsächlich lebt die 42jährige, die in ihrer Jugend Alter hieß, seit fast fünf Jahren in Noiraigue nahe Genf. Da sie und ihr Mann Christian leidenschaftliche Läufer sind, nutzen sie Besuche zuhause bei ihren Eltern in Viernheim gerne auch für den einen oder anderen Volkslauf in der alten Heimat. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel überholte Julia ihren Mann und nahm ihm, der stehend ko war, noch mehr als eine Minute ab. Im April 2014 werden beide an der 24 h-WM in Turin teilnehmen – Julia im deutschen Nationaltrikot, Christian in dem der Schweiz. 

Die Siegerehrung, die zügig nach dem Zieleinlauf des letzten Läufers stattfand, war schlecht besucht, es gab mehr leere als volle Plätze in der Halle. Dabei gab es Kuchen satt, der auch noch bis zum letzten Besucher eine Auswahl bereit hielt. 

Ergebnisse www.laufinfo.eu


Kossmann Laufdesign