Kanzlei.org - laufend gut beraten

Uphoff, Tinka

[eingestellt am 30. Dezember 2014]

By: Jörn Harland

Fotos: Sabine Münch

Das Energiebündel 

„Der Erfolg, der, auch für andere, am sichtbarsten war, waren meine beiden Siege beim J P Morgan Chase Corporate Challenge. Ich habe danach so viele Glückwünsche bekommen, wie noch nie zuvor nach einem Lauf“, erzählt Tinka Uphoff freudestrahlend. Das Energiebündel hat sich bereits seit ihrer frühesten Jugend schon immer sehr gerne und viel bewegt. Doch der Reihe nach…… 

Geboren und aufgewachsen ist Tinka in der Nähe von Bad Camberg, genau genommen in Würges, einem sehr kleinen Ort, der zwischen Frankfurt und Limburg an der Lahn liegt. Als Baujahr 1983 (geboren 28.02.1983) ist Tinka schon seit längerem im Laufgeschäft. Die ledige und kinderlose Läuferin kam über Handball und Basketball mit 16 zum Laufen. Beide Ballsportarten haben ihr Spaß bereitet, aber nicht ganz so viel wie das Laufen. Am Laufen schätzt Tinka, dass sie es unabhängig von anderen ausüben kann, quasi immer dann, wenn ihr danach ist und ohne viel Aufwand. 

Tinka sieht den eigentlichen Beginn ihrer Laufkarriere im Verein zu Spiridon Frankfurt begründet. An ihrem damaligen Studienort Frankfurt wollte sie auch in Gesellschaft dem Laufsport frönen, so kam der Entschluss sich dem Trainer Kurt Stenzel und seiner Trainingsgruppe anzuschließen. „Bis ich aber einen richtigen Trainingsplan durchziehen konnte, dauerte es allerdings noch ein Weilchen“, blickt die Langstrecklerin zurück. „Im ersten Jahr, in dem ich mit der Trainingsgruppe von Spiridon auf der Bahn trainierte, hatte ich zwei Tage lang einen derartigen Muskelkater in den Beinen, dass an Laufen gar nicht zu denken war. Irgendwann wurde das dann besser und ich konnte täglich trainieren“, so das Fazit. Das Training schlug als bald an: innerhalb weniger Monate verbesserte Tinka ihre 10 km Bestzeit von 40 Minuten auf 35:04 Minuten. Das war für sie der Einstieg ins zielgerichtete Training. Zwischenzeitlich ist die Juristin als Asics Frontrunnerin unterwegs und räumt regelmäßig bei Deutschen Meisterschaften von 5000m bis Marathon ab. 

Tinka sagt: „Ich trainiere oft allein, da ich das Training so am besten in meinen Arbeits- und sonstigen Alltag einpassen und so gut abschalten kann.“ Einmal in der Woche, jeden Dienstag, trifft sich die Juristin im Finanzmarktbereich allerdings mit ihrer Trainingsgruppe von Spiridon Frankfurt auf der Bahn. Dann absolvieren sie ein gemeinsames Tempotraining unter Aufsicht von Kurt Stenzel. In der Marathonvorbereitung absolviert Tinka auch die langen Läufe am Sonntag mit Trainingspartnern. „Diese Einheiten sind essentiell, sie schweißen zusammen, weil wir uns gegenseitig motivieren und die Einheiten nur halb so hart erscheinen“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Das Schöne für sie daran ist auch, dass viele Freundschaften durch das Laufen entstanden sind. 

In 2014 bewertet die in Frankfurt wohnhafte Tinka gleich zwei Erfolge als äußerst wichtig: die Verbesserung der Bestzeiten über 5000m und im Halbmarathon. „Ich habe mit beiden nicht so recht gerechnet und als dann die Zeit am Ende auf der Uhr stand, war ich einfach total überrascht und stolz“, berichtet sie. 

Die größte Leistung als Läuferin überhaupt sieht Tinka in ihrem „späten Erfolg“. „Ich habe erst mit 28 Jahren angefangen, strukturiert zu trainieren. Bis dahin bin ich locker durch den Wald gejoggt“, bilanziert die Spiridon –Athletin. „Mein Traum war zuerst, überhaupt einen Marathon zu finishen. Das ich  dann eine 2:47:04 h gelaufen bin, hätte ich selbst nicht für möglich gehalten.“ Deshalb ist die Marathonzeit für Tinka auch vielleicht ihr bisher größter persönlicher Erfolg. 

Für 2015 steht der Marathon fest im Fokus der Juristin. „Ich werde daher in 2015 zwei Mal Marathon laufen.“ Dabei steht der Frühjahrswettkampf noch nicht fest, im Herbst dagegen wird es in jedem Fall die Deutsche Meisterschaft in Frankfurt sein. „Frankfurt ist ja meine Wahlheimat, da bin ich schon gespannt.“ Neben dieser Zielsetzung für die längste olympische Distanz ist die Verbesserung ihrer Bestzeiten ein weiteres Ziel für Tinka. 

Beim Laufen lässt sie gerne ihren Gedanken freien Lauf. „Abschalten und den Stress des Tages vergessen“ lautet ihr Motto. Für Tinka ist Laufen zwar ein Einzelsport, aber mit einem Team gehen für sie die harten Einheiten und natürlich Wettkämpfe umso leichter über die Bühne. Vom Laufsport zieht Tinka Analogien auf das „richtige Leben“, u.a. auch akzeptieren, dass es mal nicht geht. Entspannung vor einem Rennen findet die Frankfurterin dann beispielsweise in netter Gesellschaft mit gutem Essen und einem Glas Rotwein. 

Sofern Tinka neben dem vielen Laufen und der Arbeit noch Zeit bleibt, trifft sie gerne Freunde und Familie, geht ins Kino und/oder Sauna, ließt ein Buch ihrer Wahl oder kocht gerne. Begleitet wird sie dabei von den Klängen von „Pink“ oder auch deutschsprachigem HipHop (z. B. Fantastische Vier). 

Liebe Leser, wir dürfen gespannt sein auf 2015….. 

Nachgefragt: 

1.   Hast du ein Läufer-Vorbild?

Paula Radcliffe für ihre Wahnsinnsmarathonzeit und Sabrina Mockenhaupt für ihre Topzeiten und ihre stete Fröhlichkeit. 

2.   Du machst auch gelegentlich Triathlon. Werden wir Dich künftig noch intensiver bei Triathlons am Start sehen?

Ich habe dieses Jahr Kraulschwimmen gelernt und ab da stand einem Triathlon nichts mehr im Wege. Deshalb habe ich es dieses Jahr mal ausprobiert. Ich fahre sehr gerne Rad und auch das Schwimmen habe ich in meinen Trainingsalltag integriert. Im Moment werde ich aber noch schwerpunktmäßig beim Laufen bleiben. Das heißt aber nicht, dass nicht trotzdem der ein oder andere Triathlon dabei sein wird oder dass ich das irgendwann (vielleicht) intensivieren werde. Das entscheide ich aber spontan und nach Gefühl. Pläne gibt es daher keine konkreten.  

3.   Wo machst Du am liebsten Urlaub?

Bis vor einigen Jahren hätte ich noch gesagt, Hauptsache am Meer. Mittlerweile bin ich aber auch ein echter Fan der Berge geworden. Wo es am Schönsten ist, hab‘ ich aber noch nicht rausgefunden 

4.   Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Laufschuhe, Schokolade, gute Bücher 

5.   Dein größter persönlicher Erfolg?

Dass ich da bin, wo ich bin – und zufrieden damit. Heißt allerdings nicht, dass ich aufhöre… 

Bestzeiten 

5km:

 

 

 

16:49 min.

 

 

 

10km:

 

 

 

35:04 min.

 

 

 

Halbmarathon:

 

 

 

1:16:56 h

 

 

 

Marathon:

 

 

 

2:47:04 h

 

 

 


Kossmann Laufdesign