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11. Neujahrslauf Dolgesheim

[eingestellt am 04. Januar 2015]

By: Gabi Gründling

Fotos: Gabi & Peter Gründling

Startvorbereitungen

Die Strecke ist ausgehängt

Sieger Schülerlauf Jovan Smigle, dahinter Zweiter Roland Sharow

Zweite und Dritte Schülerinnen Sarah Hensel (6) und Ellen Trampusch (7)

Schnellste Schülerin Marlene Wilker

Jüngste Teilnehmerin Hannah Defort

Gut sichtbare Streckenmarkierung

Streckenimpression

Die Weiche

Liebevoll belegte Brötchen

Ulrike Sattler (rechts) ist schon W75 – das sieht man ihr nicht an

Diese Startnummer geht ganz sicher nicht verloren

Stimmungsnest am Streckenrand

Jeder Kilometer ist markiert

Alessa Eller läuft 5 km

Streckendienst

Streckenposten bei der Arbeit

Groß ist der Ort wirklich nicht

Begegnungsstück – 1. MJU20 Johannes Nauth zu Beginn der 2. Runde

2. W35 Britta Wiegand

1. W50 Judith Scheifler

Frank Hanf

2. M55 Gerhard Sutor (119)

1. W45 Christina Dolezal

3. M60 Reinhard Borst

3. M55 Peter Gründling

3. MHK Dorian Depue

Flugphase

Gunnar Dussa stürmt als Sieger ins Ziel

Zweiter Thomas Wittwer

Dritter Jörg Urlbauer

2. M40 Paul Lehmann

Siegerin Sabine Schmitt (rechts) und Zweite Zane Grike

Sabine Schmitt mit ihrem Bruder Gerolf

Ein guter Rutsch!

Dolgesheim, 04. Januar 2015 – Dolgesheim nicht zu kennen, ist sicher keine Bildungslücke. Das Örtchen im Landkreis Mainz-Bingen hat nur 920 Einwohner, der Dorfplan ist übersichtlich. Allerdings veranstaltet der Turnverein nun schon seit 11 Jahren einen Neujahrslauf über wahlweise 5 oder 10 km, die man wahlweise laufend oder walkend zurücklegen kann. Die Strecke führt überwiegend durch die Weinberge, ist also durchaus profiliert, aber komplett asphaltiert bzw. betoniert – ein Läuferparadies für die, die im Winter gezwungen sind, im Dunkeln zu laufen. 

Der Lauf findet ausschlaffreundlich am Sonntagmorgen um 11 Uhr statt. „Ab 10.30 h“ ist die einzige Angabe, die man auf der zum Wingertscup zusammengefassten Homepage von sechs Läufen in Rheinhessen findet. Tatsächlich startet der Kinderlauf über 2,4 km um 10.30 h, die Erwachsenen werden eine halbe Stunde später auf die Piste geschickt. 

Und mit einer (Ski)Piste konnte man die Strecke dieses Jahr schon fast vergleichen. Am Vortag hatten eifrige Helfer die letzten Schneeverwehungen und Eisreste des Jahresstarts kaum beseitigt, da fing es wieder an zu schneien und ruckzuck war die Arbeit vergeblich absolviert. Über Nacht zog es noch etwas an, morgens um 8 Uhr glich die Strecke noch einer Eisbahn, wie der Dritte des Hauptlaufs, Lokalmatador Jörg Urlbauer beim Spaziergang mit dem Hund feststellte. Aber die Temperaturen stiegen und mit jeder Minute Sonne wurde die Strecke besser laufbar. 

Thomas Wittwer, in früheren Jahren schon Sieger in Dolgesheim und diesmal auf dem nach 36:28 min zweiten Platz zu finden, hatte sich über eine ganze Runde eingelaufen und kam mit schweren Bedenken zurück, ob der Lauf tatsächlich ohne Stürze und Verletzte über die Bühne gehen könnte. Wie er selbst feststellen konnte, war die Strecke viel laufbarer als noch eine Stunde vorher befürchtet. Trotzdem galt: wohl dem, der gut profilierte Schuhe mit Grip hatte. Trotz des Asphalts war nicht schlecht beraten, wer sich für Trailschuhe statt Slicks entschieden hatte. Denn vor allem in den Bergaufpassagen rutschte man bei jedem Schritt ein Stück zurück. 

„Für einen Neujahrslauf ist das doch viel authentischer also 10 Grad“ fasste Sabine Schmitt, mit 40:59 min als Gesamt-Sechste und schnellste Frau im Ziel, die Streckenbeschaffenheit gut gelaunt zusammen. Sie gehört zu der „Schnittmenge“ der Läufer, die man in Rheinhessen und in der Pfalz kennt. Obwohl Dolgesheim nur wenige Autominuten von der Grenze zwischen Pfalz und Rheinhessen in Bockenheim entfernt ist, war es doch recht erstaunlich, daß fast keine Pfälzer Volksläufer den Weg nach Dolgesheim gefunden hatten. Dabei gab es im weiten Umkreis keine Konkurrenzveranstaltung. Sabine Schmitt lebt in Udenheim, verbindet aber gerne Besuche bei ihren Eltern im pfälzischen Kindenheim mit Läufen in der Pfalz. Zuletzt gewann sie Anfang Dezember den Halbmarathon in Hassloch. Zusammen mit ihren beiden Dolgesheimer Treppchenkolleginnen Zane Grike (41:34 min) und Jutta Bühler (43:46 min), die sie von einem Start beim Neujahrslauf überzeugte, wird sie am 18. Januar beim Pulheimer Staffelmarathon laufen. Eigentlich ist das ein Wettbewerb für bis zu sechs Teamies, aber die drei Mädels absolvieren je zwei Runden. Falls sie nicht arbeiten muß, will die Neu-W35erin auch beim 50 km-Lauf im südhessischen Rodgau starten, um sich auf die 50 km-DM in Marburg Ende Februar einzustimmen. Dort lief sie 2014 erstmals weiter als Marathon und ließ gleich mit einer Zeit von 3:54 h aufhorchen, die ihr gleich Platz 6 der deutschen Jahresbestenliste einbrachte. Die Ausflüge auf die kürzeren Ultrastrecken sollen aber zur Zeit noch vereinzelt bleiben, auch wenn ihr die Ultralaufszene als solche zusagt. „Da geht’s irgendwie lockerer und entspannter zu“. 

„Wir kamen gestern aus dem Skiurlaub in Südtirol und waren 12 Stunden auf der Autobahn“ erzählte Gunnar Dussa. Daß ihm die lange Sitzerei nicht geschadet hat, bewies der Läufer des TSV aus dem benachbarten Uelversheim bei seinem Start-Ziel-Sieg, für den er 36:07 min brauchte. Obwohl er so nah wohnt, war er erst zum zweiten Mal beim Neujahrslauf. Bei seinem ersten Start wurde er Zweiter – hinter Thomas Wittwer. Seine Lieblingsstrecke ist die Marathondistanz und bei Nennung seines geplanten Frühjahrsmarathons bekommt er leuchtende Augen. Zürich hat es ihm angetan, dort lief er nach mehreren Versuchen an anderer Stelle auch erstmals unter drei Stunden. 

122 LäuferInnen kamen beim Hauptlauf ins Ziel. Mit ihnen gemeinsam starteten 22 WalkerInnen und 28 JedermannläuferInnen. Der schnellste Jedermann war Marc Gerlach vom RSV Undenheim, der nach 22:05 min die Zeitnahme auslöste. Abdurrhaman Krüger (22:41) min und Nico Gust (23:25 min) folgten ihm auf die Plätze. Wie Sabine Schmitt beim 10 km-Lauf ließ die schnellste Läuferin über die kürzere Distanz auch nur 5 Männern den Vortritt. Astrid Stubbe (LG Rheinfront) brauchte 24:57 min. Louisa Krause (TG Wallertheim) und Sabine Ufermann (31:09 min) erliefen sich die Plätze 2 und 3. 

Andreas Godon ((LG MuLi, 33:45 min) und Gudrun Bless (LT Rheinhessen-Pfalz, 35:54 min) waren die schnellsten Walker. Der LT Rheinhessen-Pfalz besteht zur Zeit aus nur drei Läufern, neben Gudrun sind das noch Egon Swarowsky und Harry Gündra, die beide auf der 10 km-Laufstrecke unterwegs waren. Alle drei sind ehemalige MuLis, die aber räumlich zu weit entfernt sind von Mutterstadt-Limburgerhof und daher eh nur wenig Bezug zu der MuLi-Truppe hatten. Ihnen wird sich jetzt hin und wieder Erich Binzel anschließen, der Vorsitzende des Gutenberg-Marathon Club Mainz. 

Die Veranstaltung in Dolgesheim ist ein familiärer Volkslauf zu kleinen Preisen – für den 10er mußte man 5 € aus dem Portemonnaie ziehen. Etwas ausführlichere Informationen im Internet würden dem Lauf sicher nicht schaden, aber das scheint der neuen gemeinsamen Cupseite geschuldet, die sich noch im Aufbau befindet. Und an der Kuchentheke sollten die Rheinhessen auch noch etwas arbeiten. Diese war ruckzuck ausverkauft – sicher auch deshalb, weil vor der Halle abreisende Läufer mit großen Kuchenpaketen gesichtet wurden, die sie wohl zum Nachmittagskaffee mit nach Hause nahmen. 

Ergebnisse und Infos auch zu den anderen Cupveranstaltungen unter www.wingertscup.de

 

 

 


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