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33. Winterlaufserie Rheinzabern - der 15er

[eingestellt am 11. Januar 2015]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

für die, die sich auf den letzten Drücker noch für die richtige Kleidung entscheiden wollen

blaue Stunde morgens um 9 Uhr

Vorstartgewusel

Und los geht’s – die Stimmels-Läufer stürmen vorneweg

Ordentlich was los

Frederik Unewisse und Abebe Biruk bei km 7

Vierter und 2. MHK Joshua Sickinger

Dritter Jukka Kero und 3. MHK Karsten Müller

Auf den Plätzen 7 und 6 blieb für Daniel Walter und Florian Schwarz kein Platz mehr auf dem MHK-Treppchen, sie wurden 4. und 5.

1. M45 Gerhard Schneble und 1. MJU20 Domenik Hahn

2. M30 Tim Weber (839) inmitten einer Gruppe M45er: 2. Marcus Imbsweiler (157), 3. Gunnar Dussa (736) und 5. Christian Bauer (913)

2. M40 Stephane Wenger

2. MJU20 Julius Ott (952), 3. M40 Jens Laudage (935), 3. MJU20 Joshua Klein (934) und mit Blick auf die Uhr 1. M50 Jörg Hooß

2. M50 Alf Matuschak (810)

3. M50 Thomas Weishaar

1. M65 Gerhard Baus

Zweite Jara Geißler

Dritte Daniela Kenty

1. W45 Josepha Matheis, dahinter 1. W40 Marika Bernhard

2. W35 Celia Kuch

3. M55 Bernhard Scheib (346)

1. M60 Eduard Schneider (696) trägt seine Startnummer so, daß er sie von oben lesen kann

2. W40 Natascha Bischoff

1. + 2. WJU20 Sophia Kaiser (500) und Johanna Krischke (509)

3. WHK Jana Uderstadt und 3. M60 Siegfried Heyl

2. W30 Julia Bush

1. W50 Regina Vielmeier

3. W40 Sabine Roschy

3. M65 Werner Heiter

3. W35 Janine Friedel

3. W30 Silke Freynhagen

2. W45 Tanja Hooß

Dem jungen Mann scheint kalt zu sein

3. W50 Susanne Heuer

1. W55 Dagmar Dauth (608)

Alles so schön bunt hier

1. M80 Heiner Killi (775)

-

2. WJU18 Christine Zeißmann

Zwischen km 13 und 14 fiel die Entscheidung für Abebe Biruk

Zweiter Frederik Unewisse am Limit

Inge Werling ist von Kopf bis Fuß auf die Farben des TV Bad Bergzabern eingestellt

Rheinzabern – die Frisur hält nicht

Siegerin Tinka Uphoff

Timecheck: Felix Deißer

Jana Geißler und Daniela Kenty 1 km vorm Ziel Seite an Seite

2. WHK Caroline Fey

Aus der Unterführung bei km 7

In grau: 1. W65 Ingeborg Lang

Regenbogen im Läuferrücken kann Fotografen entzücken

Im Wohngebiet

Streckenposten bei der Arbeit

Ellen Hellmann nimmt die Zeit

Mit vollen Taschen – zur Siegerehrung

Es gibt Läufer, die kommen gleich mit einer Tortenschachtel, um die Kuchentheke schon vor dem Lauf zu plündern

Während die Mama läuft…..

Der Start aus einer anderen Perspektive

Tee und Wasser für die Läufer

Daniel Hochmuth betätigte sich als Moderator

Fotoshooting der Sieger

Jukka Kero mit Familie

Auch die ersten drei Frauen waren Objekte der Objektivbegierde

Vom Winde verweht

Rheinzabern, 11. Januar 2015 - wenn man die Tage zuvor als Vergleich hinzuzieht, hätte es wahrlich schlimmer kommen können mit den Wetterverhältnissen in der Südpfalz. „Wenn der Wind so stark wäre wie in den letzten Tagen, hätte ich die Pläne für eine Spitzenzeit gleich ad acta gelegt“ gab der Sieger des 10 km-Laufs vor vier Wochen, Frederik Unewisse, schon morgens vorm Abholen der Startnummer zu Protokoll. Um kurz vor 9 Uhr schien die Welt auch noch vollständig in Ordnung – nur wenige Minuten später nahm der Wind wieder Fahrt auf. Aber so heftig wie in den letzten Tagen wurde er nicht. Guten Zeiten stand also nichts im Weg. 

Frederik Unewisse und sein auch schon beim 10er härtester Gegner Abebe Biruk (MTG Mannheim) nahmen das Heft denn auch gleich in die Hand. Mal Seite an Seite, mal seitlich etwas versetzt stoben sie über die Strecke. Frederik hatte bei Temperaturen von 5 Grad sogar auf seine Handschuhe verzichtet. Zwischen km 13 und 14 dann die Entscheidung. Der Mann im Mannheimer Trikot setzte einen Zwischenspurt an und brachte mir nichts Dir nichts 6 m zwischen sich und den 11 Jahre jüngeren Konkurrenten. „Er ist wahnsinnig schnell – zwischen km 13 und 14 lief er plötzlich einen Schnitt von 2:50 min. Ich war auch schon bei 2:56 und konnte ihm nicht mehr folgen“ zollte Unewisse, im nichtsportlichen Leben Finanzbeamter, seinem Gegner Respekt. Er wußte zu berichten, daß dieser in jüngeren Jahren die 10 km in unter 29 min laufen konnte. „Wenn ich mal so schnell werde wie er früher war, bin ich echt glücklich“. Wir erinnern uns: Frederik ist im Dezember mit dem Plan angetreten, den Gesamtstreckenrekord der ganzen Serie zu knacken. 2:21:17 h muß er dafür unterbieten. Vor vier Wochen rang er Biruk im Endspurt nieder, beide blieben noch unter dem alten Streckenrekord. Den heutigen 15er beendete Biruk in 46:30 min, Unewisse war 10 Sekunden langsamer – und ca. eine dreiviertel Minute schneller als vor Jahresfrist. Da auch Biruk zu Protokoll gab, Anfang Februar den abschließenden 20 km-Lauf bestreiten zu wollen, wird er ein hartes Stück Arbeit vor sich haben, sich auch als Streckenrekordhalter in die Annalen des 125 Jahre alten Turnvereins in Rheinzabern einzutragen. Nach den ersten zwei Durchgängen liegt Biruk bei 1:17:01 h, Unewisse 8 Sekunden dahinter. Bei seiner Halbmarathonbestzeit von 1:07:44 h lief Unewisse im September 3:12 min pro Kilometer. Der Gesamtrekord ist nach wie vor drin – aber für ihn wie auch für Biruk. Wenn beide gesund bleiben, verspricht es ein spannendes Finale zu werden. 

„Wir haben hier dieses Jahr eigentlich gar keine richtige Winterlaufserie“ lachte Sabrina Hochmuth, die Frau des Veranstaltungschefs Daniel Hochmuth angesichts des Wetters. Wo in früheren Jahren auch schon mal Schnee, Eis und Eiseskälte Läufern wie Veranstaltern das Leben erschwerten, war es in diesem Jahr nur der Wind, der Wind das himmlische Kind. Nach Verlassen des Wohngebiets zwischen km 1,5 und 2,5 sowie auf dem Weg nach Hatzenbühl zwischen km 3 und 4 war der Wind am heftigsten. Wohl dem, der einen guten Windschatten hatte. Den ca. 100-120 Helfern (bei aktuell 921 Finishern im Ziel sind ist das ein Helfer für nicht mal 10 Läufer!), die bei jedem Durchgang in Rheinzabern im Einsatz sind, wird’s ganz gelegen gekommen sein, daß die Quecksilbersäule im positiven Bereich blieb. Denn die meisten von ihnen sitzen und stehen nicht im Wettkampfbüro, an der Startnummernausgabe sowie an der Kuchen- und Getränketheke im Warmen und Trockenen sondern halten sich morgens beim Parkplatzeinweise und dann später als Streckenposten, Wasser- und Teereicher auf der Strecke sowie im Zielbereich und als Zeitnahmehelfer im Freien auf, überwiegend auf der Stelle stehend. Der Alterdurchschnitt der Helfer ist recht jung, denn Daniel Hochmuth betreut eine aktive Leichtathletikabteilung und viele der Leichtathletikkids werden als Helfer eingespannt. Sie sind es ja am Ende unter anderem auch, die von den Überschüssen aus der Winterlaufserie und dem Osterlauf profitieren. 

Alte Füchse sind die Parkplatzeinweiser am frühen Morgen. Sie kennen jeden Winkel des Geländes der Integrierten Gesamtschule und verteilen die Autos nicht nur einfach so immer in eine Richtung, bis es an einer Stelle voll ist. Vielmehr wird schon am Eingang des Schulgeländes entschieden, welches Auto wohin passt. Die Kleinstwagen werden zum Beispiel unter die Überdachungen der Fahrradständer gelotst. Auf diese Idee käme sicher keiner, wenn die Parkplatzsuche freigegeben wäre. Das ganze Konzept ist ausgeklügelt, man merkt der Veranstaltung die jahrzehntelange Erfahrung an allen Ecken und Enden an. 

Seit Jahrzehnten gleich ist auch die Streckenführung – und schnell erzählt. Rheinzabern Ort – Radweg und Feldwege Richtung Hatzenbühl – Schlenker durch das Neubaugebiet der Nachbargemeinde – auf dem Radweg zurück nach Rheinzabern – am Tennisplatz vorbei zur Bahnlinie – durchs Neubaugebiet zurück zur IGS – weiter auf dem Radweg nach Jockgrim – Kehrtwende und dasselbe Stück zurück zur IGS. Fertig ist die schnelle 10 km-Strecke im Kreis Germersheim. Für den 15er wird sie 1,5 x gelaufen, für den 20er im Februar einfach zwei Mal. 

Hinter Abebe Biruk und Frederik Unewisse klaffte eine große Lücke. Nach 49:42 min und damit drei Minuten nach Unewisse kam Jukka Kero ins Ziel. Der 1,94 m lange Finne ist in Rheinzabern kein Unbekannter. 2001-2007 studierte und arbeitete der Arzt in Heidelberg und war zu der Zeit eine feste Größe in der Volkslaufszene. Inzwischen lebt er wieder in seiner finnischen Heimat, hat mit Frau Andreina, die in der Pfalz und in Nordbaden unter ihrem Mädchennamen Byrd wahrscheinlich bekannter ist als ihr Mann, drei Kinder zwischen einem und fünf Jahren. Und diese Rasselbande war es auch, die Andreina an den Streckenrand verbannte. Während der Papa lief, bespaßten die Kinder die Mutter und freuten sich mit ihr zusammen auf das beste, was eine deutsche Kuchentheke für sie zu bieten hat: Käsekuchen. In der Halle amüsierten die drei kleinen Finnen die Läufer, weil sie ohne Schuhe und Strümpfe und nur im Kleidchen durch die Halle tobten. Für sie bedeuten 5 Grad fast frühlingshafte Temperaturen, denn sie haben Finnland bei 13 Grad unter dem Gefrierpunkt verlassen. Die Familie ist für einige Wochen Stippvisite in Heidelberg und Andreina bedauerte es, daß hier zur Zeit so wenige Volksläufe stattfinden. 

„same procedure as last month“ hieß es bei den Frauen. Tinka Uphoff, wieder via Weinheim aus Frankfurt angereist, war auch beim 15er nicht zu schlagen. Nach 56:33 min wurde sie vom Zeitnahmeteam Baumann abgescannt. „Ich bin noch nie 15 km im Wettkampf gelaufen, deshalb wußte ich gar nicht, wie man sowas angeht“ meinte sie nach dem Rennen, zufrieden mit sich und ihrer Zeit. Auf den ersten 10 km hatte sie eine Gruppe Männer, in der sie sich verstecken konnte, aber auf den letzten 5 km lief sie alleine im Wind. Bevor sie mit einem Sieg in vier Wochen die Winterlaufserie gewinnen möchte, freut sie sich erstmal aufs Trainingslager in Portugal, wohin sie sich jetzt für eine Woche aus den heimisch-kühlen Gefilden verabschiedet. Im März geht’s dann nochmal mit ihrer Trainingsgruppe von Spiridon Frankfurt nach Andalusien. 

Eine deutlich weitere Reise hat Jara Geißler vor sich. Die 20jährige vom Team Exotenwald aus Weinheim will am Ostersamstag den Halbmarathon in Kapstadt laufen, der eine halbe Stunde vor dem 56 km langen Two Oceans Marathon gestartet wird. Nach 38:36 min über die 10 km freute sie sich beim 15er über eine neue Bestzeit von 58:53 min. Ihre Vereinskameradin Daniela Kenty, die diesmal das Nachsehen hatte und als Dritte sechs Sekunden hinter Jara Geißler ins Ziel kam, liegt in der Zwischenwertung der Serie sechs Sekunden vor ihr. Bei den Frauen wird es also um Platz 3 spannend werden, während Tinka Uphoff mit fast genau fünf Minuten Vorsprung uneinholbar an der Spitze läuft. 

Im Windschatten ihrer sechs Jahre älteren „Mitbewerberin“ Josefa Matheis hielt sich an diesem Tag Marika Bernhard auf. „Josefa lief heute einfach genau das Tempo, das gut für mich war“ meinte die für den TV Herxheim startende Läuferin, deren Tochter Elena beim TV Rheinzabern Sport treibt und bei der Winterlaufserie als Waffelbäckerin umtriebig ist. Marika läuft nur über Winter, im Sommer fährt sie Rennrad. Einen Marathon gelaufen ist sie noch nie, Radmarathons gefahren dafür schon öfter. Wobei ein Radmarathon selten 42 km lang ist. Die längste Strecke, die sie bisher geschafft hat, waren 240 km beim Ötztalmrathon. Dieses Jahr hat sie sich für die Langstrecke beim Dolomitenmarathon angemeldet. Am 5. Juli wird sie dort 138 km radfahren und dabei knapp 4.300 Höhenmeter bewältigen. 

Natascha Bischoff (LSG Karlsruhe) kam als 2. W40 ins Ziel. Ihre Zeitvorgabe von 1:03 h unterlief sie „locker“ um knapp zwei Minuten. Die dreifache Mutter will am 11. April bei der Deutschen 100 km-Meisterschaft im nahen St. Leon-Rot ihren ersten 100er laufen – und sich dabei gleich für einen Nationalteameinsatz empfehlen. Ihren Traum, im Nationaltrikot für Deutschland bei einem internationalen Wettkampf zu starten, kann sie sich eventuell schon im September im niederländischen Winschoten erfüllen, wenn sie schneller als 8:35 h über 100 km läuft – also 5:09 min pro Kilometer. 

Rheinzabern ist Kult und es gibt viele Wiederholungstäter, die jedes Jahr wieder kommen, um um 10.05 h zu hören „tretet einen Schritt zurück, in Rheinzabern wird hinter der Linie gestartet“. Daniel Hochmuth hat sich diese Saison dazu eigens ein größeres und leistungsstärkeres Megaphon zugelegt als das, das er von einem Vorgänger Werner Roth geerbt hatte. 

Die 33. Winterlaufserie endet am 8. Februar mit dem 20 km – Lauf. 

Ergebnisse und Urkundendruck unter www.laufinfo.eu   

Weitere 45 Startfotos findet Ihr hier.


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