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50. Bergedorf-Cross

[eingestellt am 14. Januar 2015]

By: Volker Goineau

Andrea Diethers auf der Strecke

Siegerehrung Bernd-Looft-Memorial-Race

Lady-Cross-Siegerin Andrea Diethers

Mittelstreckensieger Tim Hoenig

Das Hindernis - von den Kleinen noch umlaufen

Die Kinder auf der Strecke

Buntes Treiben

Weißer Wald nach dem Hagelschauer

Sieger Jan Simon Hamann, Interviewt von Organisator Steffen Benecke

Der Drittplatzierte Max Schröter im Interview

Siegerehrung Hamburger Meisterschaft Männer Langstrecke

Wind, Regen und Hagel zur Jubiläumsauflage 

Hamburg-Bergedorf, 11.1.2015 - Auch im Jahr 2015 fand wieder am zweiten Januar-Sonntag der Crosslauf im östlichen Hamburger Bezirk Bergedorf statt. Diesmal war es die 50. Austragung und diese wartete mit ein paar Besonderheiten auf. So wurde der „Lady-Cross“ von ca. 3,1 auf knapp 6km verlängert und war die einzige Strecke für die Frauen, nachdem sie im letzten noch genau wie die Männer zwischen 3,1 und 9,9km wählen konnten. Damit sollte das Frauenrennen etwas aufgewertet werden. Außerdem durften alle Läuferinnen und Läufer des Jahrgangs 1965 passend zur 50. Auflage kostenlos starten und wurden sogar in einem kleinen „VIP“-Zelt mit kleinen Häppchen versorgt. 

Wie in den vergangenen Jahren wurden im Rahmen des Bergedorf-Cross wieder die Hamburger Cross-Meisterschaften ausgetragen; außerdem wurden in diesem Jahr die Hamburger Polizei-Meister ermittelt. Insgesamt war bei diesem traditionsreichen Crosslauf, bei welchem in der Vergangenheit viele deutsche Spitzenläufer ihre Visitenkarte abgegeben haben, für alle Altersklassen etwas dabei. Nachdem es in den Tagen zuvor sehr stürmisch gewesen war, stand die Austragung der Veranstaltung auf der Kippe; doch letztendlich war das Wetter am Sonntag nicht so extrem und der Lauf konnte stattfinden. Allerdings war ein Baumstamm umgefallen und lag quer über einen der großen Waldwege, sodass die Läufer ein schönes Hindernis vorfanden. Man konnte außen herum laufen, was den kleinen Kindern auch vorgeschrieben war, ansonsten wurde er jedoch von den meisten Läufern überlaufen/übersprungen. 

Der erste Startschuss für die Mittelstrecke der Männer (3,1 km) fiel um 10:30 Uhr. Die Bedingungen waren mit etwas Temperaturen um 5°C, Regen und wie erwähnt recht viel Wind Crosslauf-würdig, jedoch für die Zuschauer nicht ganz so angenehm. Als Top-Favorit konnte der Vorjahres-Sieger Tim Hönig vom Hamburger SV angesehen werden. Und der 19jährige wurde seiner Favoritenrolle auch gerecht. Nach drei kurzen Runden auf dem abwechslungsreichen und durchaus profilierten Geläuf siegte er in 9:57 min und war damit fünf Sekunden schneller als vor Jahresfrist. Angesichts der schwierigen Bedingungen zeigte sich Tim zufrieden. In diesem Jahr möchte er gerne seine 1500m-Bestzeit von 3:54,98 min verbessern und könnte bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften damit eine gute Rolle spielen. Auf den Rängen 2 und 3 folgten Tims Vereinskameraden Jordan Lennart (10:03 min) und Vincent Krahn (10:06 min). Somit sicherte sich der HSV souverän den Mannschafts-Titel in der Hamburger Meisterschaft. Den undankbaren vierten Rang in 10:11 min belegte in diesem Rennen der zweifache „Strongman-Run“-Sieger Felix Grelak vom LT Dorsten, der lange Zeit das Rennen mitbestimmt hat. Eine Sekunde dahinter folgte auf dem fünften Rang der weitere HSV-Läufer Joris Brandt. 

Nach mehreren Schüler-Läufen erfolgte um 11:35 Uhr der Startschuss zum Bernd-Looft-Memorial-Race, dem Männer-Langstreckenrennen (früher „Cross der Asse“), welches über vier anspruchsvolle Runden mit einer Gesamtdistanz von ca. 9,9 km führte. Am Start war der Vorjahressieger und Deutsche Marathonmeister von 2012 Jan Simon Hamann vom USC Bochum. Er wurde herausgefordert unter anderem von Saare Hailemariam, einem relativ jungen Äthiopier, der seit letztem Jahr in Hamburg beim HSV trainiert und letzten Sommer einen Halbmarathon in 67:11 min gelaufen ist. Das Rennen erlebte einen spannenden Verlauf und wurde durch plötzlich einsetzenden Hagel erschwert. Simon, der in diesem Jahr nicht ganz die Form des letzten Jahres hatte, hielt sich zunächst zurück und ließ „Haile“ sowie den jungen Triathleten Max Schröter das Tempo bestimmen. Dazu gesellten sich mit dem zweifachen Sieger des Rennens Mourad Bekakcha und Philipp Sprotte zwei weitere HSV-Läufer. Philipp fiel bald zurück und auch Mourad, der von einer Erkältung geschwächt war, konnte diesmal keine großen Akzente setzen und hielt sich auf Rang vier. Vorne entwickelte sich unterdessen ein Zweikampf zwischen Simon und Haile, den Simon letztendlich in 32:55 min mit 10 Sekunden Vorsprung zu seinen Gunsten entschied. Max Schröter rettete in 33:34 min drei Sekunden Vorsprung vor Mourad ins Ziel und konnte sich über den dritten Podest-Platz freuen. Im Sommer startet Max, der eine 10km-Bestzeit von 31:44 min aufweisen kann, für das Tri-Team Hamburg in der zweiten Bundesliga. Simon, der zum zweiten Mal in Folge die Sieger-Krone von Organisator Steffen Benecke überreicht bekam, zeigte sich sehr zufrieden; in den nächsten Wochen und Monaten steht für den Studenten nun die Vorbereitung auf die Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften Mitte April im Mittelpunkt. 94 Männer erreichten in diesem Rennen das Ziel und strotzten den widrigen Witterungsverhältnissen. 

Anschließend wurde das Jugendrennen über 3,1km gestartet. Schnellster war hier Adrian Poppe vom 1. LAV Rostock in 10:19 min. Bester Hamburger war Yahye Farah Ahmed vom HSV in 10:31 min. Schnellster der U18 war Erik Schoob, ebenfalls vom 1. LAV Rostock, in 11:10 min. Auch die schnellste Jugendliche kam vom 1. LAV Rostock: die U18-Läuferin Johanna Flacke, die nach 12:07 min das Ziel erreichte. 

Als letztes Highlight folgte der Lady-Cross über knapp 6km. Hier wurde eine kleine Runde, gefolgt von zwei großen Runden gelaufen. Nach der ersten Runde liefen Andrea Diethers vom LT Haspa Marathon Hamburg und Katharina Nüser (LG Wedel/Pinneberg) gemeinsam an der Spitze. Doch in der Folge konnte sich Andrea deutlich absetzen. Nach zwei gleich schnellen großen Runden (jeweils 9:11 min) erreichte sie das Ziel nach 22:10 min mit einem komfortablen Vorsprung von 73 Sekunden vor der zweitplatzierten Mareile Kitzel vom Hamburger Laufladen. Katharina musste dem hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen, erreichte das Ziel jedoch immerhin noch auf dem dritten Rang in 23:34 min. Siegerin Andrea zeigte sich hocherfreut über die abwechslungsreiche, anspruchsvolle Cross-Strecke. Im Frühjahr möchte sie im Straßenlauf Akzente setzen und ihre Bestzeiten von 35:49 min über 10km und 1:19:19 h im Halbmarathon angreifen. 

Organisator Steffen Benecke, der übrigens vom Hamburger Leichtathletik-Verband mit der silbernen Ehrennadel für seine Verdienste um die Hamburger Leichtathletik geehrt wurde, konnte ein positives Fazit von der 50. Auflage dieses Crosslaufs ziehen, der Hamburger Laufszene längst nicht mehr wegzudenken ist.

Ergebnisse unter http://www.steffen-benecke.de/crosslauf.php


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