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77. Plänterwaldlauf

[eingestellt am 10. Februar 2015]

By: Volker Goineau

Fotos: Karl-Heinz Wegener und Volker Goienau

Und ab in die nächste Runde

Nächste Runde oder Zieleinlauf?

Siegerehrung 5km Frauen

Siegerehrung 5km Männer

Gespannte Zuschauer im Zielbereich

Der Startschuss ist gefallen

Niels Bubel geht in die vierte Runde

Die erste Runde ist geschafft

Das Führungsduo auf der Strecke

Das Führungsduo geht in die dritte Runde

Niels Bubel testet erfolgreich   

Berlin-Treptow, 8.2.2015 - Bereits zum 77. Mal fand der Plänterwaldlauf statt. Der erste Lauf datiert aus dem März 1977 und seitdem wird er zweimal pro Jahr, jeweils im Februar und im Dezember, ausgetragen. Seit Dezember 2007 zeichnet der Verein ABC Zentrum Berlin für die Organisation verantwortlich. Die Strecke führt durch den flachen Plänterwald, auf einer amtlich vermessenen 5km-Runde, die zu einem großen Teil asphaltiert ist, jedoch auch über Schotter- und Waldwege führt. Aus logistischen Gründen wurde im Dezember 2014 die Laufrichtung geändert, sodass nun gegen den Uhrzeigersinn gelaufen wird. Somit ist nach dem Zieleinlauf etwas weniger „Stau“ und die Verpflegung ist erleichtert. 

Gestartet wurde mit einer kleinen Verspätung um kurz nach 10 Uhr, wobei wie immer alle vier Distanzen, also 5/10/15/20km, gemeinsam auf die Strecke geschickt wurden. Die äußeren Bedingungen waren mit Temperaturen knapp über 0°C und schon relativ starkem Wind, der auf dem Weg direkt an der Spree entlang von vorne blies, nicht optimal für schnelle Zeiten. Jedoch waren die Bodenverhältnisse relativ gut und es schien die Sonne; so war es ein schöner Wintertag. 

Nach dem Start übernahm Daniel Helmis vom SC Neubrandenburg, der die 10km absolvierte, mit einem ziemlich flotten Tempo die Spitze, dahinter formierte sich eine kleine Verfolgergruppe mit 5km-Läufern sowie  dem 20km-Läufer Niels Bubel und dem 15km-Läufer Volker Goineau. Daniel lief den ersten Kilometer knapp unter 3:10 min und hatte hier etwas mehr als fünf Sekunden Vorsprung, hatte sich aber doch mit dem Tempo etwas übernommen. Nach ca. 3km wurde er von den Verfolgern „geschluckt“ und lief die zweite Runde mit 17:20 min dann gut 40 Sekunden langsamer als die erste. Nichtsdestotrotz konnte er die 10km-Distanz mit einer Zeit von 33:59 min für sich entscheiden, gefolgt von Cedric Hauben (34:20 min) und Mark Otto (34:47 min). Den Sieg bei den „Kurz-Arbeitern“, die nur eine Runde absolvierten, sicherte sich der 18jährige Triathlet Tom Liebner vom BSV Friesen in 16:40 min. Er startet für gewöhnlich in der zweiten Triathlon-Bundesliga, wo meistens „Sprint“-Distanzen absolviert werden. Hierbei beträgt die Laufstrecke ebenfalls 5km. In den kommenden Jahren wird er aber sicherlich auch des Öfteren die Olympische Triathlon-Distanz und eventuell die eine oder andere Mitteldistanz absolvieren. Den zweiten Rang über die 5km erlief sich Matthias Geue in 17:08 min vor Martin Koßatz, der 17:28 min benötigte. In der weiblichen Konkurrenz wurde das Podest von Sonja Bettge (20:48 min), Simone Oester (21:54 min) und Anja Hutzel (22:35 min) belegt. Auf der Zwei-Runden-Distanz siegte Julia Kind vom SCC Berlin in 38:09 min, was einen neuen Streckenrekord bedeutete. 

An der Spitze des Rennens liefen Niels Bubel und Volker Goineau. Nach einer 5km-Durchgangszeit von 16:31 min absolvierten sie die zweite Runde in 16:36 min und gingen gemeinsam in die dritte Runde. Hier kam es vermehrt zu Überrundungen. Der Führungs-Radfahrer wies die langsameren Läufer zwar an, sich rechts zu halten, damit die Spitze ungestört links vorbeilaufen könne. Doch viele Läufer reagierten erst sehr spät oder bekamen von den Zurufen nichts mit, da sie mit Musik in den Ohren unterwegs waren. So gestaltete sich das Überholen für die schnelleren Läufer nicht immer einfach. Zum Ende der dritten Runde, die Niels und Volker in 16:39 liefen, hatte Volker das Ziel erreicht und konnte den 15km-Sieg in 49:46 min für sich verbuchen. Die weiteren Podestplätze belegten hier Marcus Gawlik in 55:08 min und Jörg Plenzke, der bereits der Altersklasse M50 angehört, in 55:27 min. Niels hatte jedoch noch einiges vor. Er rannte die vierte Runde in 16:22 min und gewann damit die 20km-Konkurrenz in 66:08 min. Doch er hatte noch immer nicht genug. Er möchte Ende Februar seinen Deutschen Meister-Titel im 50km-Lauf möglichst erfolgreich verteidigen und wollte 20 Tage vor diesem Ultralauf einen 30km-Test absolvieren. So hing er noch eine fünfte und eine sechste Runde hintendran und hatte letztendlich eine Gesamtzeit von ca. 1:39:20 h auf der Uhr stehen.  Dies entspricht einem Kilometerschnitt von knapp 3:19 min und das über 30km. Mit dieser Leistung zeigte sich Niels hinterher auch entsprechend zufrieden. Die 50km-DM kann nun also kommen. 

Den zweiten Platz über 20km sicherte sich übrigens Enrico Wiesner in 1:12:48 h, gefolgt von Gerrit Wegener (1:15:19 h). Die weibliche Konkurrenz über 15km entschied Maria Neutzner in 65:24 min für sich. Sie wollte nur einen Trainingslauf absolvieren und zeigte sich überrascht von ihrem Sieg. Das Podium komplettierten auf dieser Distanz Marina Richwin (66:50 min) sowie Marieke Lyda (67:44 min). Den 20km-Lauf gewann bei den Frauen Anja Leuendorff, die einen großen Teil der Strecke mit Maria Neutzner zusammen gelaufen war, in 1:27:22 h, gefolgt von Dorina Schmidt (1:30:56 h) und Ullika Schulz (W50; 1:32:09 h). 

Insgesamt war der Plänterwaldlauf auch im Februar 2015 wieder eine nette Veranstaltung mit familiärer Atmosphäre, die bei den meisten Läufern gut ankam. Das zeigt auch die Teilnehmerzahl. So konnten insgesamt 739 Finisher verzeichnet werden, die meisten davon mit 288 über 10km. Die nächste Auflage dieser Traditionsveranstaltung findet am 6.12.2015 statt.

Ergebnisse


Kossmann Laufdesign