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Gewußt wie - so lässt Kossmann produzieren

[eingestellt am 12. Februar 2015]

By: Saskia Helfenfinger-Jeck

Fotos: André Kossmann

Per CAD entstehen die Schnitte für die KOSSMANN-Bekleidung

der Zuschnitt erfolgt.

Zuschnitt

Am Zuschneidetisch

Die Tasche wird zugeschnitten.

Die Schnittmeisterin bei der Arbeit

Beim Fachsimpeln

Nadelflachnahtmaschine

Bei der Arbeit

Im Nähsaal

Hier werden die Kossmann-Produkte genäht.

Eine Jacke entsteht.

Blick in den Nähsaal

Transferpresse

Endkontrolle

Die Teile werden verpackt.

Die KOSSMANN-Jacke, mein bester Freund

André Kossmann kennt die Arbeitsbedingungen in Fernost nicht nur vom Hörensagen. Mehrfach war er in früheren Jahren in Asien und sah dort die Missstände in den Textilfabriken. Grund genug, für den ehemaligen Marathonläufer André Kossmann (Bestzeit: 2:25 Stunden) eine eigene Textilmarke zu gründen. „Als Hersteller trage ich Verantwortung – für die Qualität meiner Waren genauso wie für die Umstände, unter denen sie produziert werden. Ich habe beschlossen, dass ich diese Verantwortung am besten übernehmen kann, wenn die Fertigung in Deutschland stattfindet", sagt André Kossmann, Gründer und Namensgeber des Unternehmens. Kinderarbeit schließt er kategorisch aus. Die Entscheidung, Qualität „Made in Germany“ zu produzieren, hat er bewusst getroffen. Bis seine Ware über die Ladentheke wandert, kann jeder einzelne Schritt nachvollzogen werden – von der Idee, über die Planung, Ausführung bis hin zum fertigen Produkt. 

Warum soll ich als Käufer mehr Euro ausgeben, wenn ich beim Discounter eine Jacke für 20 Euro kaufen kann? Warum soll ich als Händler KOSSMANN ins Programm aufnehmen, wenn sich andere Weltmarken besser verkaufen lassen? Mit diesen und anderen Fragen muss sich der Unternehmer seit Gründung seiner Textilmarke auseinandersetzen. Die Material- und Lohnkosten sind in Deutschland höher als in Fernost, das ist Fakt. Daran lässt sich nicht rütteln. Und doch hat sich seitdem einiges getan. Die Läufer, die seine Bekleidung getragen und auf Herz und Nieren getestet haben, sind überzeugt davon. Händler ordern seine Waren immer wieder, weil sie festgestellt haben, dass es Sportler gibt, die die Qualität „Made in Germany“ schätzen und sich auch aus ethischen Gründen für diese Marke entschieden haben. „Mal ehrlich, die „großen Marken" kochen alle nur mit Wasser und sind manchmal sehr unbeweglich. Das ist dann die Chance für uns „Kleine", unterstreicht er. 

André Kossmann ist ganz nah dran am Läufer, zum einen, weil er selbst noch aktiv ist und zum anderen, weil er sich regelmäßig umhört. Er kennt die Sorgen und Nöte der Sportler. Die Naht ist gerissen, der Reißverschluss ist defekt. Was bleibt dem Sportler in der Regel übrig? Nicht viel. Wer über Nähtalent verfügt, kann sich helfen, andere aber sind aufgeschmissen. Sollte es bei André Kossmann mal Probleme geben, was wohl sehr selten vorkommt, dann packt man sein gutes Stück in den Karton und sendet dieses in die Zentrale nach St. Leon-Rot. Entweder wird es dort repariert oder aber André Kossmann tauscht es um. 

In der 13.000-Einwohner-Gemeinde St. Leon-Rot, dort, wo die Schönen und Reichen den Golfschläger schwingen und der Spargel wächst und gedeiht, befindet sich die Ideenschmiede von André Kossmann. Transparenz wird bei KOSSMANN groß geschrieben. So lässt sich jeder Stofffetzen, jedes Garn, jeder Reißverschluss, jedes Reflektor- und Gummiband zurückverfolgen. „Wir sagen, wo jeder Stoff und jedes Zubehör herkommt. Das ist in unserer Branche, wo gerade um diese Dinge gerne immer ein großes Geheimnis gemacht wird, etwas Besonderes“, betont er. Vom Rohstoff bis zum Endprodukt – bei KOSSMANN kommt alles aus einer Hand. 

Jede Saison zerbricht sich André Kossmann den Kopf. Was will der Läufer? Welche Farben sind gefragt? Es kann durchaus sein, dass der Unternehmer mit einigen Stoffen unter dem Arm durch die benachbarten Büros im Businesspark in St. Leon-Rot zieht und die Mitarbeiter nach den favorisierten Farben befragt. André Kossmann plant und kreiert mit den Läufern und nicht über deren Köpfe hinweg. 

Per CAD werden die Schnittteile konstruiert, überarbeitet – solange, bis André Kossmann zufrieden ist. Diese werden im Anschluss auf die in Westeuropa hergestellten und nach Ökotex 100 zertifizierten Stoffe übertragen und ausgeschnitten. Die Stoffteile werden nun in einer in Deutschland ansässigen Näherei zusammengesetzt. Anschließend kommen die weiteren Zutaten, wie Kordeln, Gummibänder etc. ins Spiel. Bis das Produkt endgültig fertig ist, bedarf es einiger Schritte. Nachdem die Textilien fertig verarbeitet sind, findet die Qualitätskontrolle der einzelnen Bekleidungsstücke statt. Bevor Shirt, Jacke, Hose und Co. verpackt werden, gleitet das Bügeleisen über sie. Aber stopp, noch fehlt etwas? Genau. Das einprägsame KOSSMANN-LOGO und der Druck auf der Innenseite, der in Mannheim auf die Kleidung kommt: Marathon 2:25,32 h Stuttgart – Spass am Laufen – Spass beim Reinigen – Mich musst du nicht bügeln, nicht in den Trockner tun – Einfach bei 30 Grad Feinwäsche waschen – Hergestellt in Deutschland. Ein paar Buchstaben, ein paar Zeilen, die ein ganz besonderes Verhältnis zu unserem Kleidungsstück entstehen lassen. Die 3.0-Softshell-Jacke hat schon bei so manchem kalten Winter unseren Körper gewärmt, das Corvara Kapuzentop schützte uns vor heftigem Schneefall. KOSSMANN-Kleidung wird zum ständigen (Lauf-) Begleiter.

In der Bildergalerie könnt Ihr die Arbeitsschritte beim Entstehen eines Kossmann-Stücks sehen.


Kossmann Laufdesign