Kanzlei.org - laufend gut beraten

33. Weinsberger Weibertreulauf

[eingestellt am 02. März 2015]

By: Jochen Höschele

Sonntagmorgens in Weinsberg. Kein Wetter zum Baden. Zum Laufen schon!

Die Führenden des Halbmarathons nach etwa drei Kilometern. Vorne Michael Sommer (EK Schwaikheim), dahinter Michael Kimmann (LG Neckar-Enz) und Timo Striegel (Team Physio Extrem)

Tristan Fröhlich (Team Silla Hopp) und Kay-Uwe Müller (262) sind die ersten Verfolger

19. Bart Czulak (in grün) und der Achtplatzierte Thorsten Siegl (170)

Der Neunte, Igor Schiffner (169), und der Zehnte, Uli Lorenzen (165), vom starken Team AR Sport Asperg. In weiß dahinter der 7. Tobias Feyrer und Larry Theisinger in grün

Wo laufen sie denn?

Die schnellsten Frauen noch ganz dicht beisammen: 4. Susanne Richter (190), in weiß die Siegerin Alin Kollmann, rechts die Zweite Elke Böllmann (193), dazwischen Timo Gläss (87). Dahinter in rot die spätere Dritte, Branka Hajek (228)

In Begleitung von Karlhein Batke (ganz rechts) laufen Jens Trautwein (273) und 5. Ludmilla Hertle (ganz links)

Auf den ersten Kilometern schlängelt sich das Läuferfeld durch Weinsbergs Parkanlagen

Michael Sommer, hier beim zweiten kräftigen Anstieg nach acht Kilometern, schon mit deutlichem Vorsprung…

Kontrolle und Konzentration

Michael Kimmann und Timo Striegel in der Verfolgung

Die Steilheit des Berges wird hier so richtig deutlich…

Kay-Uwe Müller (Intersport Schoell Crailsheim) wird Fünfter und 1. M35 in 1:22:19 h

Tobias Fuchs (Team Hercules) läuft als Vierter nach 1:22:18 h ein

Christoph Künkel gewinnt die M30 in 1:25:50 h, muss aber den hier hinter ihm laufenden Thorsten Siegl (170) und Igor Schiffner vom Team AR Sport Asperg den Vortritt lassen, die Zweiter M35 bzw. M45 werden

Larry (Heisinger) oben ohne (Stirnband), prompt haben Matthias Würth (55) und Jan Schmidt (42) das Nachsehen. Im Ziel war die Reihenfolge dann Schmidt-Würth-Theisinger auf den Plätzen 12, 13 und 15

Dritter M30: Bart Czulak

Uli Lorenzen hält sich anfangs zurück und arbeitet sich dann noch auf Platz zehn in 1:25:43 h vor

Rainer Dietrich mit auffälliger Kopfbedeckung in 1:27:42 h auf Platz 14

Andreas Brenner kommt nach 1:28:15 h ins Ziel und wird 17.

Pierrick Morvan mit eindeutig französischen Wurzeln läuft fast exakt 90 Minuten mit Rucksack und wird….nein, nicht 22. Sondern 23. Schlechtes Timing.

Das „Viergestirn“ mit 22. Steffen Minz (27), 18. und M40-Sieger Holger Groß (219), 26. Gerald Weik (281) und 20. Marco Rüdenauer (211) gemeinsam am Berg bei Kilometer acht

M40-Dritter Jürgen Maurer (125) und M50-Zweiter Dariusz Sokolowski

Werner Weber bekommt außer den Füßen auch die Daumen noch nach oben. Platz fünf in der Altersklasse M50 erlief er obendrein.

Knapp vor dem Führungsradfahrer für die schnellste Frau kommt dieses Trio den Berg hochgestürmt: 33. und M55-Sieger Helmut Brock (194), 36. Martin Eppel (121) und 32. Holger Ott (167)

Siegerin Alin Kollmann hat sich von ihren Verfolgerinnen bereits etwas abgesetzt. Dahinter M50-Dritter Stefan Katz (69) und Christian Rochlitz (57)

Branka Hajek knapp vor Sascha Berndt (88) und….

….Susanne Richter (190), Robert Schädel und der Zweiten, Elke Böllmann (193)

M50-Vierter Tobias Horray hat gute Laune

M65-Sieger Wolfgang Morhard (199) und Thomas Reinicke (65) führen die W45-Siegerin Sylvia Ellwanger den Berg hinauf

The blue(s) brothers: Martin Kreißig (91) und Sebastian Hauff

Bettina Schymonski wird Zweite in der W45

Der untere Teil des Anstiegs ist deutlich flacher

Wolfgang Jezek ist bester Laune

Hervorragende B-Note: Modisch auf den jeweiligen Läufer abgestimmte Bekleidung helferinnenseits

Der charmante Herr will doch nur…..trinken!

Bettina Niethammer (links) und Birgit Eichinger nehmen einen tea for two to go

Weinsberger Weibertreubrückle (läuferfrei, nicht, dass jemand sucht!)

Burgruine Weibertreu – das Weinsberger Wahrzeichen

Markus Hauber (Laufladen-Stuttgart.de) gewinnt überlegen den 10km-Lauf in 31:50 min

2. Steffen Burkert (690), 5. Patrik Reischle (669) und 3. Oliver Späth (681) gemeinsam auf dem ersten Kilometer

12. und M55-Sieger Werner Fröschke (links) und 6. und M35-Sieger Marcel Ganzsky (663)

Lina Scherzer wird in 42:15 min Zweite

M65-Sieger Jürgen Kleeberg von der Neckarsulmer Sport-Union bleibt noch unter 47 Minuten

Das Feld ist so breit, dass manche auf den Rasen ausweichen müssen. Ein Sonderpreis für das schönste Beinkleid geht an die Startnummer 518

Frauen tragen bunt und sind hier eindeutig in der Überzahl

Halbmarathon-Zweiter Timo Striegel ist nach 1:19:25 h im Ziel

3. Michael Kimmann, Sieger Michael Sommer und 2. Timo Striegel

5km-Zweitplatzierter Ulrich Schmalz (915) und der Sieger Benjamin Mannsdörfer (gebeugt im Vordergrund)

Joscha Groah läuft die 5km unter 24 Minuten und wird 14.

Oliver Linke ist einer der Jüngsten und kommt auf Platz 15 ins Ziel; Cosima Mücke als zweite Frau eine Sekunde nach ihm in 24:09 min

Helmut Brock freut sich schon über seinen Sieg in der M55 im Halbmarathon

Alin Kollmann, Siegerin des Halbmarathons, läuft in Begleitung von Martin Eppel nach 1:32:37 h über die Ziellinie

Auch am Ende noch sehr dynamisch zeigt sich Elke Böllmann, die Zweite des Halbmarathons in 1:34:11 h wird. Im Hintergrund Sascha Berndt und die Dritte, Branka Hajek

Branka Hajek wird Dritte des Halbmarathons in 1:34:24 h

Schnell durch Vorlage – oder durch Musik?

HM-Vierte wird Susanne Richter in 1:35:39 h

Joachim Schestag mit vollem Körpereinsatz um die Kurve

Auch Markus Hauber tut’s weh, aber für eine 31:50 min über 10km kann man sich schon einmal etwas quälen

Samuel Köhnlein sieht so aus, als käme er von der Broadway Dance School, für die er auch läuft

Los, Endspurt! Oliver (905) begleitet Schwester Clara

Zweiter über 10km: Steffen Burkert vom TV Konstanz in 33:10 min

Vor dem Ziel noch schnell mal die Optik korrigieren

Oliver Späth (TV Zell) läuft in 33:37 min auf Platz drei über 10km

Marcel Sturm (TURA Untermünkheim) kommt in 34:36 min als Vierter des 10km-Laufes ins Ziel

Patrik Reischle knapp vor Marcel Ganzsky

M65-Sieger Wolfgang Morhard läuft 100 Minuten und eine Sekunde für den „Halben“

Jana Huber (894) und Lilia Chernaeva laufen gute 35 Minuten bis ins Ziel des 5km-Laufes

Maria Brockhausen-Halder, die W50-Zweite des Halbmarathons in 1:41:51 h

Nicole Möbus gewinnt die 10km bei den Frauen in 38:23 min

Daumen hoch für Oliver Donner…

….und Dragan Kiefer….

….und W55-Siegerin Karin Klitzke (1:45:40 h)

Uli Gerle sagt sich: „I mach ebbes!“ und läuft in 1:46:35 h auf Platz zwei in der M65

Tim Kugel (142), Roland Erb (144) und der verdeckte Andreas Kiefner (145) haben richtig gute Laune

Auch Olaf Ulmer findet’s richtig gut im Weinsberger Nieselregen

W55-Zweite Veronika Müller von der LG Obersulm benötigt 2:08:45 h

Weinsberger Nebelimpressionen

Die Ruine Weibertreu im Dunst

Alter schützt vor Siegen nicht 

Weinsberg, den 1. März 2015 – Hinlänglich bekannt ist die Geschichte der „Weiber von Weinsberg“. Diese trug sich im Jahre 1140 zu, als die Burg Weinsberg von den Staufern um deren König Konrad III. belagert wurde. Nach der Kapitulation der Burg versprach Konrad den Frauen freien Abzug und sicherte ihnen zu, „forttragen zu dürfen, was sie auf ihren Schultern vermöchten“. Die Männer waren dem Tode geweiht. Doch die Frauen ersannen eine List und trugen flugs ihre Männer auf dem Rücken aus der Burg heraus und retteten ihnen dadurch das Leben. Der König hielt Wort und alsbald sprach man aufgrund dieser Begebenheit von den „Treuen Weibern von Weinsberg“ und auch die Burg erhielt, allerdings vermutlich erst im Lauf des 18. Jahrhunderts, den Namen „Burg Weibertreu“. 

Soviel zur Historie, die auf sportlicher Ebene seit 32 Jahren mit dem „Weibertreulauf“ ihren Niederschlag findet.

Vielfältig ist das Angebot der Läufe, von denen allerdings keiner das Gelände der Burgruine touchiert. Einzig beim Halbmarathon bekommt man diese in ihrer vollen Größe auf den letzten drei Kilometern zu sehen, so man die Kraft noch hat, den Blick zu heben und die Umgebung zu betrachten. 

Das nämlich ist das Tückische an der Halbmarathondistanz im Rahmen des Weibertreulaufes. Sie weist gut 300 Höhenmeter auf, die zu allem Überfluss auch noch in giftigen Gegenanstiegen  im letzten Renndrittel eventuell noch vorhandene „Körner“ kosten. Auch die 5km- und 10km-Distanzen sind alles andere als flach, doch im Vergleich zum Halbmarathon dann doch wiederum eher „gemäßigt“. 

Die längste Strecke wird als erste gestartet – um 9:40 Uhr ging es los an der Weibertreuhalle, über 230 Teilnehmer (232 wurden im Ziel registriert) machten sich auf, um durch Naherholungs- und Wohngebiete, durch Wald und Weinberge 21,1 anspruchsvolle Kilometer zurückzulegen. Bereits bei Kilometer drei hatte sich ein Führungstrio, bestehend aus dem neunfachen Deutschen Meister über 100km, Michael Sommer (EK Schwaikheim), Michael Kimmann (LG Neckar-Enz) und Timo Striegel (Team Physio Extrem) etwas von der übrigen Konkurrenz, angeführt von Tristan Fröhlich (Team Silla Hopp) und dem marathonerfahrenen Kay-Uwe Müller (Intersport Schoell Crailsheim) abgesetzt. 

Die schnellen Frauen kamen dann etwas später im Sekundenabstand: Die im blauen Trikot des TSV Neustadt / Rems laufenden Elke Böllmann und Susanne Richter sowie Alin Kollmann (LG Obersulm) lagen praktisch gleichauf. Nur wenig zurück die frühere Deutsche Meisterin über 100km, Branka Hajek (LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) und auch Ludmilla Hertle lag noch in aussichtsreicher Position. Schließlich standen die Anstiege den Sportlerinnen und Sportlern erst noch bevor. Ein erster Prüfstein wartet bei Kilometer vier, ehe es dann nach der Getränkestelle bei Kilometer 7,5 so richtig zur Sache geht. Erst sachte, dann aber steil mit deutlich zweistelligen Steigungsprozenten geht es über einen Kilometer bergauf. Hier, bei Kilometer acht und einem Neigungswinkel, der den Führungsradfahrer gewaltig ins Schwitzen brachte, hatte sich der M50er Michael Sommer von seinen jüngeren Konkurrenten schon etwas abgesetzt und lag alleine in Front. Michael Kimmann, der nächstes Jahr zumindest altersklassenmäßig zu Sommer aufschließt, folgte mit etwa 50 Metern Abstand. Dicht dahinter lag Timo Striegel, der mit seinen 28 Lenzen auch Sommers Sohn sein könnte. 

Das Bild an der Spitze des Frauenfeldes hatte sich auch leicht verschoben: Nun führte Alin Kollmann, jedoch waren weder die jetzt zweitplatzierte Branka Hajek noch die Neustädterinnen Böllmann und Richter allzu weit hinter ihr, als dass man zu diesem noch recht frühen Zeitpunkt gefahrlos hätte auf die groß gewachsene Obersulmerin Kollmann hätte wetten können. 

Der Streckenabschnitt, der nach dem langen Anstieg folgt, ist nur noch ganz leicht wellig und eignet sich daher gut zum „rollen“, sofern es die „bergmüden“ Beine noch zulassen. Etwa bei Kilometer 13 verliert man die gewonnene Höhe leider wieder. Hier jedoch sind schon so manche Vorsprünge sehr schnell geschmolzen, da es gut und gerne ein halbes Dutzend Gegenanstiege in den Weinbergen gibt, die einzig und alleine dazu dienen, den Bergabschwung zu bremsen. Eine allerletzte Gemeinheit dieser Art lauert bei Kilometer 19, und auch auf dem finalen Kilometer, das Wohngebiet am westlichen Ortsrand ist schon erreicht, raubt einem ein letzter Stich noch vorhandene Kräfte endgültig. 

Eine kluge Renneinteilung ist also vorteilhaft, will man nicht auf der Zielgeraden auf dem Zahnfleisch daher kommen. Streckenkenntnisse schaden ebenso wenig – doch den Sieg des strecken- und langstreckenerfahrenen Michael Sommer alleine auf diese beiden Faktoren zu reduzieren, wäre deutlich zu kurz gelaufen. 

Obwohl er eine Erkältung noch nicht ganz weggesteckt hatte, lief der schnelle Oberstenfelder, der für den EK Schwaikheim startet, einen souveränen Sieg heraus. Nach 1:17:57 h blieben die Uhren für ihn stehen – außer seiner eigenen, denn deren Akku war schon vor dem Start leer. So konstatierte der Sieger dann auch anschließend: „Ich war überrascht, dass es doch so entspannt gelaufen ist. Aufgrund dessen, dass der Akku meiner Laufuhr schon vor dem Start leer war, war ich gewissermaßen gezwungen, nur nach Gefühl zu laufen. Das Wetter ist uns sicher auch eher entgegengekommen. Kalter Wind und Regen wären eher ungemütlich gewesen, allerdings sorgten schon alleine die matschigen Streckenabschnitte im Wald und die insgesamt anspruchsvolle, ja heimtückische Strecke, für ein forderndes Rennen. Am ersten Berg bemerkte ich, dass Michael und Timo das Tempo im Aufstieg nicht mitgehen können. Der lange Anstieg zwischen Kilometer acht und zehn brachte mir einen Vorsprung ein, ohne dass ich mich schon zu diesem Zeitpunkt voll verausgaben musste. Was auch gut war, ich wusste schließlich, was noch bevorsteht.“ 

In Sachen Wettkampfplanung hat er auch genaue Vorstellung davon, was er sich vor dem Deutschen Meisterschaft über 100km am 11. April im badischen St. Leon-Rot noch alles zumuten will: Nächsten Sonntag startet er beim Bienwald-Marathon im pfälzischen Kandel, „auch wenn ich noch nicht in der Lage bin, ein richtig gutes Marathontempo zu laufen“. An Ausdauer mangelt es ihm nicht, Tempohärte bräuchte er etwas mehr. In Weinsberg hat er sich zumindest einmal dahingehend geprüft. Die weiteren Zwischenstationen bis zur „Deutschen“: Ein langer Trainingslauf über etwa 70 Kilometer und, sollte dieser „gut verdaut“ sein, dann noch ein 50km-Wettkampf am 22. März. Das sollte dann aber auch genügen, um für eine Zeit um die 7:15 h über 100km anpeilen zu können. 

Ganz so weit (und so lange) läuft der Zweitplatzierte des 33. Weinsberger Weibertreu-Halbmarathons nicht. Doch ein mehrstündiges Radtraining hatte Timo Striegel am Vortag absolviert und war dementsprechend einerseits überrascht und andererseits erfreut, dass es unterhalb der Ruine Weibertreu so gut lief. „Was, 1:19 h, wow!“, entfuhr es ihm kurz nach seinem Zieleinlauf in 1:19:25 h. 21 Sekunden, also genau eine pro Kilometer, betrug sein Vorsprung auf den LG Neckar-Enzler Michael Kimmann. Auch dieser zeigte sich sehr zufrieden mit seiner Form. „In Freiburg laufe ich in vier Wochen den Halbmarathon, da will ich eine schnelle Zeit erzielen. Und dann liegt der Fokus auf der Senioren-WM im Marathon, die im August in Lyon in Frankreich stattfinden wird. Das sind meine beiden Saisonhöhepunkte.“ 

Fast genau eine Viertelstunde nach dem Sieger lief Alin Kollmann als erste Frau über die Ziellinie. 1:32:37 h, damit war sie nicht vollauf zufrieden. „Unter 1:30 h, das möchte ich gerne mal schaffen“, so war ihre Ansage. Sie musste jedoch zugeben, dass dies auf der Weinsberger Strecke ein eher schwieriges Unterfangen war. Ähnlich wie der Männersieger hatte auch die 36jährige gut eineinhalb Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte, Elke Böllmann. Sie wiederum hatte gegen Branka Hajek knapp mit 1:34:11 h zu 1:34:24 h durchgesetzt. Anders als die Siegerin Kollmann, deren nächstes größeres Ziel die erstmalige Teilnahme am Trollinger-Marathon im nahe gelegenen Heilbronn ist („das wurde letztes Jahr dadurch verhindert, dass meine Kinder Scharlach hatten – und ich dann auch“, lachte sie im Rückblick), überlegt Hajek noch, ob und wie sie sich in den verbleibenden sechs Wochen für die 100km-DM in Form bringen kann. „Vielleicht laufe ich ja noch einen langen Wettkampf, Marathon oder einen Sechs-Stunden-Lauf. Das ist leichter, als alleine vier, fünf Stunden zu trainieren.“ Mit ihrem Abschneiden beim Weibertreulauf war die 30jährige durchaus zufrieden. „Ich war mir vorher überhaupt nicht sicher, was ich drauf habe. Im Training läuft es erst seit ein, zwei Wochen wieder einigermaßen, ich habe vorwiegend kürzere Sachen gemacht. Wenn mir auf den kurzen Strecken schon die Spritzigkeit fehlt, dann brauche ich über die Langstrecke gar nicht erst anzutreten. Heute habe ich mich anfangs zurückgehalten, was angesichts des Streckenprofils auch nicht so verkehrt war. Die beiden Neustädterinnen und ich, wir haben uns ein Katz-und-Maus-Spiel geliefert und uns ständig überholt. Erst gegen Ende konnte ich eine von ihnen (Susanne Richter) einholen, aber zu Platz zwei hat es dann nicht mehr gereicht.“ 

Gut 300 Teilnehmer war das Feld der 5- und 10km-Läufer groß, das gleichzeitig um 10:45 Uhr auf die Strecke geschickt wurde. Durch dieses Zeitmanagement (die Bambini-, Kinder- und Jugendläufe finden zwischen den längeren Distanzen statt) ist für das Publikum bei Start und Ziel an der Weibertreuhalle ständig etwas geboten. 

Der schnellste 5km-Läufer, Benjamin Mannsdörfer (LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg), kam schon nach 19 min wieder an Sprecher Andreas Weidle vorbei und löste bei 19:17 min die Zeitmessung aus. Sechs Sekunden nach ihm lief Ulrich Schmalz vom TV Königshofen ein, weitere 19 Sekunden vergingen, dann war das Männerpodium komplett: Stefan Schäfer von NSU Triathlon belegte Platz drei. Vorwiegend Athleten der jüngeren Jahrgänge ab 1990 wurden hier gesichtet, was die Hoffnung weckt, dass der Straßenlauf nicht in Bälde zu einem reinen Seniorensport wird. Bei den Frauen triumphierte ungeachtet dessen eine etwas reifere Athletin – mit Jahrgang 1975 gehört Kristin Seifert (23:48 min) freilich noch lange nicht zum „alten Eisen“. Cosima Mücke (TSG Öhringen), Zweite in 24:09 min, gehört mit Jahrgang 97 eher in die Kategorie „junges Gemüse“. Dritte wurde Andrea Linke vom TSV Buchen in 25:10 min. 

Eine herausragende Leistung gab es über 10km zu bestaunen, was angesichts der Dichte der Zieleinläufe wiederum etwas schwierig ist (denn die 5km-Zieleinläufe überlappen sich mit denen der 10km- und Halbmarathonstrecke). Markus Hauber vom Laufladen Stuttgart siegte über 10km souverän in der Klassezeit von 31:50 min. Damit hatte er einen satten Vorsprung von 80 Sekunden auf Steffen Burkert (TV Konstanz; 33:10 min). In 33:37 min belegte Oliver Späth vom TV Zell Rang drei bei den Männern. Nicole Möbus war ebenso überlegen wie ihr Pendant Markus Hauber. Nur zwölf Männer unterboten ihre Zeit von 38:23 min. Beinahe vier Minuten nach ihr kam Lina Scherzer (LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) mit 42:15 min ins Ziel. Susanne Schöttle erlief den dritten Platz in 45:26 min und lag damit im Feld der 217 10km-Läufer deutlich im vorderen Viertel (Platz 48). 

In der Weibertreuhalle konnten die Teilnehmer nicht nur duschen, auch für leibliches Wohl war bestens gesorgt: Warme und kalte Speisen, Kaffee und Kuchen waren reichlich vorhanden und fanden ebenso viel Anklang wie die traditionellen Preise der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau, die alljährlich an die Sieger und Platzierten übergeben werden. 

Ob Läuferinnen (und Läufer) so sprichwörtlich treu sind wie die Weinsberger Weiber, das wird sich nächstes Jahr anlässlich des 34. Weibertreulaufes zeigen. Ende Februar oder Anfang März ist es dann wieder soweit. 

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.la.tsv-weinsberg.de

 

 

 


Kossmann Laufdesign