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40. Bienwaldmarathon Kandel

[eingestellt am 08. März 2015]

By: Jochen Höschele

Auch bei Kilometer 41 immer noch gut drauf

Ute Striebinger (links) und Sara Kortyka laufen, wie so oft, gemeinsam und kommen nach 2:35:56 h noch vor dem Marathonsieger ins Ziel

Oliver Trauth hat’s nach 2:37:57 h geschafft und krönt sein Debüt gleich mit dem Sieg beim Jubiläumsmarathon

Vorjahreszweiter und amtierender Pfalzmeister Martin Fischer läuft mit Startnummer 1 auf Platz zwei in 2:38:53 h

Michael Sommer läuft in Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft 100km mal eben eine 2:39:20 h und belegt Platz drei

Lange Zeit Seite an Seite mit Michael Sommer, am Ende in 2:40:55 h auf Platz vier: Achim Zimmermann

Matthew Lynas ist als Fünfter in 2:42:54 h der dritte M45er im Ziel

Eric Durrer, schnellster Luxemburger und Kandel-Fan gewinnt in 2:44:55 h die M35

Klaus Wießner von „Lauffreunde Gößweinstein“ ist M50-Zweiter und Siebter in 2:46:37 h

Christoph Lux (TG Viktoria Augsburg) liegt in 2:47:42 h noch unter dem Viererschnitt und kommt als Neunter und Zweiter der M35 ins Bienwaldstadion

„Der Neue“ (4er-Schnitt-Zugläufer) ist ein alter Bekannter: Heiko Spitzhorn vom DBL-Team RSG Montabaur macht seine Sache (fast zu) gut und ist nach 2:47:17 h eine Minute zu früh im Ziel, als er gemusst hätte

Martin Schneider vom TV Breckenheim ist nach 2:48 h auf Platz zehn bereits der fünfte M45er

Daumen hoch für Jan Saggau: Dritter in der M50 und Elfter gesamt, genau im Viererschnitt: 2:48:41 h

Marco Fenske (LC Euskirchen) ist in 2:51:05 h auf Platz zwölf erst der zweite Läufer der Hauptklasse im Ziel und muss ziemlich beißen

Jean-Marie Schwartz von den „Klingbachrunners“ ist schnellster Franzose und Erster der M55 in 2:51:25 h

Tim Weber (Zweirad Weber) wird 16. in 2:52:01 h und Dritter der MHK

M40-Sieger Andreas Weis läuft in 2:51:23 h 16 Sekunden vor Michael Beichele (dahinter) ein

Volker Lintz (TV Maikammer) wird 17. in 2:52:34 h

Ludwig Hinz (SSC Karlsruhe) wird beim Halbmarathon Dritter der M70 in 3:06 h

Jörg Hooß: 2:54 h langer Trainingslauf für die 100km-DM in fünf Wochen erfolgreich und mit schnellerer zweiter Hälfte absolviert. Da strahlt er zurecht!

Joachim Wagner (TV Hüttenberg) ist der sechste von insgesamt acht M50ern, die unter drei Stunden laufen. Er schafft’s in 2:55:43 h

Christoph Lange benötigt 2:56:40 h

Bernhard Matthäss (vorne) wird 20. in 2:56:25 h

Noch ein Luxemburger und der letzte M50er unter drei Stunden: Fernand Clees, der in 2:56:53 h fertig ist

Frank Schmiade (453; TSG Grünstadt) beendet die 42,195km lange Reise nach 2:57:43 h

Drei-Stunden-Zugläufer Ingo Neumann (300) und Henrik Gebers vom SV Nabern sind gleichzeitig nach 2:57:48 h im Ziel

Thomas Hayer (185) und Thomas Sendker (488) laufen 2:58:09 h bzw. 2:58:04 h

Nils Hjelle aus Norwegen bekommt dank einer bekannten Brause Flügel und läuft mit 2:58:28 h auf Platz 32 ein

Uwe Richlik vom TSV Crailsheim trägt „the number of the beast“ genau drei Stunden und eine Sekunde spazieren

Uwe Hartmann vom TV Rheinau wird in 3:00:57 h Zweiter der M55

Hans Kroner von den Murrtal-Runners ist in 3:01:37 h schnellster Österreicher und Dritter der M55

Volker Graf vom VfB Stuttgart läuft besser, als die Fußballer spielen: 3:01:58 h und erster Platz bei den M50ern über drei Stunden

Sebastian Groteloh (TSV Schwarzenberg) kommt nach 3:01:20 h wieder ins Bienwaldstadion

Andreas Knopp, ein weiterer Läufer vom team-atomix.com, hat’s nach 3:05:17 h geschafft

Matthias Wagner vom Laufteam Pirmasens wird 53. in 3:06:46 h

Armin Siebert (LG Kreis Dachau) führt gleich mal das diesjährige Funktionsshirt aus. 3:06:39 h lang.

Gregor Kraft und René Appel (12) sind beide nach knapp über 3:07 h im Ziel

Der Beweis: Es geht nicht nur geradeaus im Bienwald!

Gute Laune auch noch nach 39 Kilometern

Hilmar Freundschig vom Team Runnerspoint Würzburg

Die Marathonsiegerin, Carolin Engelke-Horn, die in 3:12:40 h den Jubiläumsmarathon dank einer schnelleren zweiten Hälfte für sich entscheiden kann

Diana Hellebrand (Meddys LWT Koblenz) ist nach 3:15:34 h als zweite Frau im Ziel

André Kossmann an seinem Stand auf der kleinen, aber feinen Marathonmesse

Beim TSV Kandel hat alles seine Ordnung. 40 Jahre Erfahrung zahlen sich eben aus!

Die Schlange an der Gepäckabgabe löste sich noch rechtzeitig vor dem Start auf

Der Start erfolgte in diesem Jahr aufgrund von Bauarbeiten zwischen der Bienwald- und der IGS-Halle

Auf den ersten Kilometern zwischen Kandel und Minfeld

An der ersten Verpflegungsstelle nach fünf Kilometern in Minfeld

Hinter Minfeld geht’s zunächst auf der Straße in Richtung Bienwald

Nach etwa acht Kilometern ist das Feld der (Halb)Marathonläufer immer noch dicht. Vereinzelt haben sich Zuschauer hierher verirrt

Dem großen Feld entgegen: Kay-Uwe Müller auf dem Weg zu Platz vier im Halbmarathon in 1:10:52 h

M40-Sieger und schnellster Franzose über Halbmarathon wird Marc Jaming aus Eichelthal in 1:11:39 h

Daniel Walter (Stimmel Sports) läuft in 1:12:24 h auf Rang sechs

2. M40 wird Stefan Meinzer (LT Graben) in 1:13:03 h

Raphael Grotti vom Engelhorn Sports Team kommt als Achter in 1:13:12 h ins Ziel

Der Marathonvorjahressieger Gerhard Schneble vom TV Gailingen begnügt sich dieses Jahr mit dem „Halben“ und gewinnt die M45 in 1:13:14 h, was Gesamtplatz neun bedeutet

Markus Zimmer (2473) kommt nach 1:17:18 h als Zweiter des Teams Stimmel Sports im Bienwaldstadion an

Jutta Brod vom TV Konstanz (in blau) gewinnt den 37. Nationalen Halbmarathon in 1:19:54 h

Claire Perrin (LG Stadtwerke München) belegt in 1:20:49 h den zweiten Platz im Halbmarathon

Günther Fetz (vorne, in gelb) gewinnt in 1:20:31 h die M55 im Halbmarathon

Melanie Noll vom TSV Annweiler rennt in 1:21:17 h auf Platz drei

Sechste Frau im Halbmarathon wird Julia Lippold von der LG Filder in 1:24:44 h

Immer für einen Scherz gut: Bernhard Scheib vom TV Hauenstein, Fünfter der M55 in 1:26:43 h

Simone Hoffmann vom TV Lampertheim belegt in 1:27:55 h Platz 13

Schöne Flugphase bei Elke Keller (LG Filstal), die in 1:29:00 h auf Platz zwei in der W45 läuft

Brems- und Zugläufer Gerhard Petermann, Organisator des Bottwartal-Marathons im Oktober, und seine 3:59h-Gruppe von der Seite….

….und von hinten am Wendepunkt des Halbmarathons nach gut 12 Kilometern. Nach 3:57:36 h hat Gerhard sein Tagwerk vollendet

Die nächste größere Gruppe schart sich um den 4:15h-Zugläufer

Wartungsarbeiten am Babyjogger werden „laufend“ erledigt

Ein Debütant traut(h) sich was beim Jubiläum

Kandel, den 8. März 2015 – Nein, lieber Leser. Kein Rechtschreibfehler. Insider und Mitläufer sowie aufmerksame Zeitgenossen wissen, um wen es sich handelt. Trauth, mit Vornamen Oliver, heißt der Sieger des 40. Bienwald-Marathons. Der 31jährige Maschinenbauingenieur im Trikot des TV Herxheim, von Haus aus eher Mittelstreckler, ließ die – mit Verlaub – „alten Hasen“, namentlich dem Vorjahreszweiten und amtierenden Pfalzmeister Martin Fischer (TV Offenbach) und Ultralangstreckenläufer Michael Sommer (EK Schwaikheim) hinter sich. Bei den Damen triumphierte die vereinslose Eppelheimerin Carolin Engelke-Horn in 3:12:40 h vor Diana Hellebrand (Meddys LWT Koblenz) in 3:15:34 h und Carola Berger (Ute Mückel Triathlon e.V.) in 3:21:56 h.

567 Zieleinläufe beim Marathon bedeuteten eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (519), dennoch hat die halbe Distanz der vollen schon längst den Rang „abgelaufen“, auch im südpfälzischen Kandel. Die Austragungsstätte der Deutschen Marathonmeisterschaften 1984 und 1989, wo sich einst die crème de la crème der deutschen Marathonläufer ein Stelldichein gaben, ist längst auch zum Fixpunkt für ambitionierte Halbmarathonisten geworden. Seltenheitswert haben inzwischen Zeiten über Marathon von unter 2:25 h bei den Männern oder unter 2:50 h bei den Frauen, die in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts beinahe an der Tagesordnung waren. Zumindest im Bienwald.

Mehr als doppelt so viele Halbmarathonis wie Marathonis wurden im Ziel registriert, 1214 insgesamt. Hier verzeichnete man von Veranstalterseite allerdings einen leichten Rückgang gegenüber 2014, als es noch 1280 Halbmarathonfinisher gab.

Das sind jedoch eher Randnotizen an einem Sonntag, der Bilderbuchwetter versprach und auch hielt, ganz so, als hätten die Veranstalter um Roland Schmidt, der seit 40 Jahren das Zepter in der Hand hält, es eigens so bei Petrus bestellt. Morgens vor dem Start, der pünktlich um 10 Uhr vor der Bienwaldhalle erfolgte, war es noch kühl. Manche bevorzugten daher die Wintervariante der Laufbekleidung, allerdings waren auch genauso viele Teilnehmer eher „luftig“ bekleidet und zollten nur in Form von Handschuhen oder Armlingen den einstelligen Temperaturen zu Anfang Tribut. Es würde und sollte schon warm werden – oder sogar heiß hergehen. Wer gedenkt, sich auf dem Asphalt in und um Kandel so richtig anzustrengen und eine Bestzeit anpeilt, weiß sowieso, dass überflüssige Kleidungsstücke dabei eher lästig sind.

Zum Renngeschehen: Wie üblich, wurden die Marathonis zunächst einmal, und zwar bis zur Halbmarathon-Wende etwa bei Kilometer 12,5, von den „Halben“ praktisch „geschluckt“. Soll heißen: Nur für die Kenner, die die Startnummern den jeweiligen Distanzen zuordnen können, war erkennbar, wer denn nun im Marathon auf dem ersten Drittel in Führung liegt. Ganz vorne tobte sich das Dreigestirn Jonas Lehmann (TuS 06 Heltersberg), Jens Ziganke (SV Reichenau) und Peter Keinath (SV Ohmenhausen) nach Leibeskräften aus. Einer tiefen 32er-Zwischenzeit nach zehn Kilometern deutete auf eine Endzeit um 67 oder 68 Minuten hin. Der mit Jahrgang 1989 Jüngste sorgte dann bei Kilometer elf bereits für die Vorentscheidung, als er sich beherzt nach vorne absetzte und schnell eine Lücke zu Ziganke und Keinath reißen konnte. Die beiden Verfolger ließen zwar nichts unversucht, doch Jonas Lehmann war nicht mehr zu stellen. In 1:08:16 h trug sich der Berglaufspezialist in die Siegerliste des Kandeler Halbmarathons ein. Lange brauchte er nicht zu warten, ehe zunächst Jens Ziganke (1:08:35 h) und weitere neun Sekunden danach Peter Keinath (1:08:44 h) das Männerpodest des Halbmarathons bereits komplettiert hatten.

Etwas länger ausharren musste dagegen Jutta Brod (TV Konstanz), die sich bei den Frauen in 1:19:54 h durchsetzte. Nach 2013, als sie ebenfalls im Halbmarathon siegreich war, also ihr zweiter Coup in Kandel beim zweiten Start. Claire Perrin von der LG Stadtwerke München hatte bei Kilometer zehn noch knapp 100 Meter hinter Jutta Brod gelegen und auch auf der zweiten Hälfte nicht wirklich viel Boden verloren, aber dennoch die Konstanzerin nicht ernsthaft gefährden können. Ihrer Begeisterung über Strecke, Atmosphäre und Organisation verlieh sie noch im Ziel durch das Versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen, Ausdruck. Perrin war der zweite Platz in 1:20:49 h nicht zu nehmen, auch wenn Melanie Noll (TSV Annweiler) ihr noch bis auf 28 Sekunden nahe kam. 1:21:17 h lautete Nolls Endzeit, die vor allem durch die schneller gelaufenen Kilometer im zweiten Rennabschnitt zustande kam. Beinahe gleichzeitig mit Anna Kusch (Rowe-Stimmel-Sports) war sie bei Kilometer 10 über die Matte gelaufen, hatte Kusch (1:22:31 h) noch über eine Minute bis ins Ziel abnehmen können.

„Plötzlich war’s ganz schön einsam“, so konstatierte der Marathonsieger Oliver Trauth sein Empfinden, als die Halbmarathonis umdrehten und er nur noch das Führungsfahrzeug und die Begleitradler vor sich hatte. „Ich habe mich am Anfang durch die Halbmarathonläufer auch zu einem etwas zu flotten Anfangstempo verleiten lassen, das hat sich dann hinten raus gerächt.“ Dennoch ist ein Debüt mit einer 2:37er Zeit wahrlich kein schlechtes, zumal es genau jener Zeit entspricht, die Trauth in der Addition der drei Läufe der Rheinzaberner Winterlaufserie über 10, 15 und 20km hätte erwarten können. „Da lief’s bei mir über die zehn Kilometer aber gar nicht gut, deshalb hatte ich eher in Richtung 2:35 h spekuliert und bin auch entsprechend angelaufen.“ Seine Vorbereitung bestand nicht nur aus dem täglichen Weg zur Arbeit (27km mit dem Fahrrad), er schrubbte auch ordentlich Kilometer per pedes. „Bis zu 220km bin ich pro Woche gelaufen, im Schnitt so 150, 160. Für die intensiven Wochen hatte ich allerdings auch Urlaub“, so der 31jährige lange Schlaks. Sein Vorsprung, der bei der Halbmarathonmarke (1:16:50 h) noch gut zwei Minuten auf Martin Fischer und deren drei auf Michael Sommer betragen hatte, schmolz dann aber immer mehr dahin. 56 Sekunden trennten die beiden Pfälzer Trauth und Fischer am Ende. „Ich freue mich für ihn, er ist ein junger Läufer und ich find’s super, dass es hier einen aus der Region gibt, der nachkommt. Ich konnte mich jetzt ein Jahr meines Pfalzmeistertitels erfreuen und gönne es Oliver von ganzem Herzen, dass er das nun geschafft hat. Mein Fazit fällt durchaus positiv aus, ich konnte mein Tempo praktisch ganz konstant durchlaufen, war mit 2:38:53 h fast so schnell wie im Vorjahr und werde wahrscheinlich keinen weiteren Marathon mehr laufen. Höchstens noch mit meinen Schützlingen, die ich als Trainer weiter betreue, aber auf Zeit, das nicht mehr. Mein oberstes Ziel war immer, ohne Verletzung aufzuhören, und dazu ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt“, war Martin Fischer, der Vorjahreszweite und Titelverteidiger in Sachen Pfalzmeisterschaft, vollkommen mit sich und der Welt im reinen. „Wer weiß, wenn die Veranstalter das gerne möchten, stelle ich mich auch nächstes Jahr als Drei-Stunden-Zugläufer zur Verfügung“, blickte Fischer schon voraus. Dem Bienwald-Marathon wird er auf alle Fälle verbunden bleiben, denn das ist für ihn „einfach eine klasse Veranstaltung“.

Auch Michael Sommer, Dritter in 2:39:20 h, kann dies bestätigen. „Die langen Geraden sind zwar mental nicht einfach, aber Kandel ist eine Top-Strecke. Die Organisation ist perfekt, und heute hatte ich in meinem Freund Achim Zimmermann auch einen optimalen Weggefährten an meiner Seite. Wir sind bis Kilometer 32 gemeinsam gelaufen, danach habe ich versucht, so gut es eben ging, zu beschleunigen. Dabei konnte ich noch etwas weiter nach vorne laufen, dass es letztlich sogar zu Platz drei gereicht hat, ist natürlich umso schöner. Beinahe hätte ich auch Martin noch erwischt, aber dafür hätte ich dann doch noch ein, zwei Kilometer gebraucht.“ In knapp fünf Wochen, bei der „Deutschen“ über 100km in St. Leon-Rot, würde es den neunfachen Titelträger über diese Distanz sicherlich mehr wurmen, wenn er am Ende wegen 27 Sekunden das Nachsehen hätte. In Kandel konnte er dies leicht verschmerzen, viel leichter sogar, als die Tatsache, dass er am Kuchenbuffet das Nachsehen hatte. Nicht mal mehr ein Krümel war für den „schnellsten Opa Württembergs“ übrig. Das kommt davon, wenn man aufgrund des schönen Wetters (zu) lange im Stadion herumsteht, mit Bekannten quatscht und sich das Erdinger und das Müsli im Ziel schmecken lässt. Hinzu kam die unerwartete Vorverlegung der Marathon-Siegerehrung, die den Mann aus dem Bottwartal nördlich von Stuttgart kalt erwischte.

Bei den Frauen gab es ebenfalls eine Premiere, denn mit neuer persönlicher Bestzeit siegte Carolin Engelke-Horn aus Eppelheim in 3:12:40 h. Bei Halbmarathon (1:36:39 h) lag sie noch eine knappe Minute hinter Diana Hellebrand aus Koblenz. Dann drehte die W45erin Engelke-Horn, vierfache Mutter und von Haus aus Langdistanz-Triathletin, so richtig auf. „Bei 22 oder 23 ist die Führende kurz im Wald verschwunden, und ab da war ich vorne.“ Zwischen zwei Trainingsaufenthalten auf Mallorca mal eben so den Jubiläums-Marathon im Bienwald zu gewinnen, das hat was. Engelke-Horn mag die arg kommerzialisierte Ironmanserie im Triathlon genauso wenig wie die großen Stadtmarathons. Kandel hingegen findet sie richtig klasse und kommt immer wieder gerne hierher. Dieses Jahr erstmals, um sich die Marathonstrecke anzusehen. Dass das gleich mit dem Sieg enden würde, war nicht absehbar, freute die agile 48jährige aber umso mehr.

Diana Hellebrand, die in 3:15:34 h als Zweite nur eine Minute an ihrer Bestzeit (2014 in Frankfurt aufgestellt) vorbeischrammte, war trotz ihres „Ausflugs“ gute Laune. Details wollte sie der anwesenden Presse verständlicherweise nicht zu Protokoll geben. In anderer Hinsicht war die Ernährungsökonomin, die als Berufsschullehrerin hauptsächlich Klassen der gastronomischen Berufe unterrichtet, viel auskunftsfreudiger. So läuft sie „eigentlich am liebsten Ultras in den Bergen“ – dieses Jahr stehen noch der Zugspitz-Ultratrail und vielleicht auch der Transalpine-Run auf ihrem Programm. Als Vorbereitung dienen ihr dann die Hügel rund um Koblenz, oft alleine, aber auch gerne in der Gruppe ihres Vereins von „Meddys LWT Koblenz“, von dem auch einige Mitglieder in Kandel vertreten waren. Ihren ersten Marathon lief sie 2005, in ihrem zweiten Laufjahr. Nach Kandel kommt sie „immer wieder gerne, weil das früh im Jahr ist und es eine erste echte Standortbestimmung darstellt.“ 2009 lief sie den „Halben“ im Bienwald, 2012 und 2013 jeweils die volle Distanz und hat sich über 3:27 h und 3:21 h nun also auf eine neue „Kandel-Bestzeit“ gesteigert. Bei Unterdistanzzeiten von knapp über 40 Minuten auf 10km und 1:28:30 h über Halbmarathon sollte eine weitere Verbesserung für Diana beim Bonn-Marathon in sechs Wochen durchaus im Bereich des Möglichen sein.

 

Die Pfalzmeisterschaften im Marathon gewannen der Gesamtsieger Oliver Trauth und Anja Heilmann (TSG Maxdorf) in 3:28:32 h. Bei den Bezirksmeisterschaften lagen Beate Marhöfer-Moskopp (VLG Maximiliansau) in 3:36:43 h und natürlich wiederum Oliver Trauth vom TV Herxheim vorne.

 

Die Mannschaftswertung im Halbmarathon entschied bei den Männern das Team Stimmel Sports in 3:52:07 h für sich, gefolgt von der LG Filder (3:54:42 h) und der SpVgg Holzgerlingen (4:07:42 h), bei den Frauen lautete die Reihenfolge ASC Kronach-Frankenwald (5:08:20 h) vor TF Feuerbach (5:25:14 h) und dem Lauftreff M3 (5:33:13 h).

Die schnellste Frauenmannschaft stellte die TG Viktoria Augsburg in 10:29:45 h vor Meddys LWT Koblenz in 11:32:17 h und der ASG Tria Hockenheim (13:33:52 h). Bei den Männern lag das team-atomix.com in 9:00:59 h vor den Lokalmatadoren vom TV Maikammer (9:20:21 h) und dem Team Erdinger Alkoholfrei (9:40:42 h).

 

Neben den bekannt „Schnellen Strecken“ wirbt Kandel auch mit den beiden Attributen „familiär“ und „naturverbunden“ für sich und seine Veranstaltung. Dass Beides zutreffend ist,  konnte auch am Marathontag bestaunt werden – denn im Bienwald ist nicht nur die Wildkatze heimisch, auch ein Storchenpaar wurde über und sogar im Stadion gesichtet.

Und familiär geht es auch zu – man fühlt sich gut aufgehoben bei den Südpfälzern aus Kandel, nicht nur aufgrund der angebotenen Leckereien. Von der Kuchentheke, die mit gluten- und laktosefreien Backwerken bis zur Schwarzwälder Kirsch alles zu bieten hatte, bis zu den warmen Speisen wie den berühmten Pfälzer Saumagen und Pfälzer Wurst blieben keine Wünsche offen.

Höchstens die des Drittplatzierten im Marathon, der für ein Stück Kuchen dann eben doch ausnahmsweise zu langsam war.

Auf das nächste Treffen zum Rennen und Schlemmen muss (leider) über ein Jahr gewartet werden: Am 13. März 2016 ist es wieder soweit, dann findet der 41. Bienwald-Marathon statt.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.bienwald-marathon.de


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