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Die MELT-Methode – Hitzmann, Sue

[eingestellt am 15. April 2015]

By: hahnertwins

Die Autorin, Sue Hitzemann, ist anerkannte Bewegungs- und Manualtherapeutin sowie ein Gründungsmitglied der Fascial Research Society. Ihre jahrelangen Forschungen, Studien und Berufserfahrungen in der Anatomie und in alternativen Heilmethoden führten schließlich zur Entwicklung der MELT-Methode, die in diesem Buch beschrieben wird.

Das Buch bietet mit mehr als 300 Seiten ausführlichen Lesestoff. Es ist auf jeden Fall ratsam, erst das Buch zu lesen und die Theorie dahinter zu verstehen, bevor man selbst die MELT-Methode anwendet. In ihrem Buch beschreibt die Autorin ausführlich und nachvollziehbar den Weg der Entwicklung. Sie hatte gemerkt, dass Selbstmassage nicht den Fortschritt brachte, wie eine Behandlung von einem Therapeuten. Daher hat sie nach einem Tool gesucht, das ihre Rolle als Therapeutin für die Patienten zu Hause übernimmt.  

Daher hat sie die MELT-Roll entwickelt. Mit der Rolle übt man leichten Druck auf die Faszien aus und es wird auch mit leichtem Druck gerollt. Es geht darum, den eigenen Körper zu spüren und das innere Gleichgewicht zu finden. 

Was genau die Faszien sind, konnte ich vor der Lektüre des Buches nicht beantworten. Ich wusste, dass Faszien ein Gewebe ist, das sich zwischen den Muskeln und der Haut befindet. Das Buch liefert hier den fachlichen Hintergrund. Die Faszien sind unser Stütz- und Schutzsystem. Sie verleihen uns unsere Körperform und ermöglichen es, die Welt zu erfühlen. Das Gewebe ist mit Flüssigkeit gefüllt. Und physische und psychische Belastungen können dafür sorgen, dass unsere Faszien sprichwörtlich austrocknen, was dann zu Beschwerden führt. Durch verschiedene Techniken wird bei der MELT-Methode das Bindegewebe bearbeitet, was zur Schmerzlinderung oder gar Heilung führt.

Ich hatte bereits von der MELT-Methode gehört und mich gefragt, was genau der Unterschied zur Black Roll sein solle. Die MELT-Roll ist länger und weicher. Gibt es jedoch auch einen Unterschied bei der Anwendung?

Ja, definitiv. Wie der Buchtitel „Die MELT-Methode“ bereits erahnen lässt, steht eine richtige Philosophie dahinter. Die MELT-Methode ist ganzheitlich, hier geht es darum, den Körper zu spüren und durch sanfte Übungen mit der Rolle den Körper zu aktivieren. Zudem liefert das Buch spezielle Pläne für die Eigenbehandlung bei bestimmten Beschwerden. „Der schnelle, intensive Druck der Hartschaumrolle kann Faszien- und Muskelgewebe wie auch Nerven und Gefäße sogar reizen“, schreibt Hitzemann über die Black Roll.

Hitzemann verfolgt mit der MELT-MEthode den Ansatz, während der Therapie nie absichtlich Schmerzen auszulösen. „Ich wusste bei jeder Technik, die ich entwickelte, intuitiv, dass ein Überschreiten dieses Punktes nicht vorkommen wird.“ Zugegeben, eine Einheit mit der Black Roll ist oft sehr schmerzhaft, nichtsdestotrotz bin ich von ihrem Nutzen überzeugt. Vielleicht erwarten wir Sportler auch einen gewissen Schmerz, um Verspannungen zu lösen. Was nicht bedeutet, dass eine sanftere Methode nicht ähnlichen oder gar bei manchen Beschwerden einen größeren Nutzen hätte.

Preislich liegt die MELT-Roll bei 69,90€, die kleinen Softbälle für die Hände und Füße kosten noch mal 49,90€. Was genau der Unterschied zu der ebenfalls länglichen und weichen Pilates Rolle ist, die preislich bei ca. 30€ liegt, kann ich nicht sagen. 

Ist MELT eine Wunderwaffe? Ich bin überzeugt davon, dass die MELT-Methode und die Philosophie dahinter bei vielen körperlichen Beschwerden helfen. Laut Buch hilft sie bei verletzungs- oder operationsbedingten akuten oder chronischen Schmerzen oder anderen Störungen oder Krankheiten, bei Schwangerschaft oder nach der Entbindung. Ob man zur Behandlung unbedingt die MELT-Roll braucht, weiß ich nicht. Womöglich erweisen auch andere Rollen einen guten Dienst.

Das Buch würde ich jedem empfehlen, der sich für den eigenen Körper interessiert und auf der Suche nach einem leichten und beschwerdefreien Leben ist.

 

Sue Hitzmann: Die MELT-Methode. 304 Seiten, 19,99€.
ISBN 978-3-86883-541-0
riva Verlag, München 2015.


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