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42. Osterlauf Rheinzabern

[eingestellt am 04. April 2015]

By: Gabi Gründling

Silvio Urban hatte in diesem Jahr den Schwarzen Peter, ins Hasenkostüm zu müssen

Im strömenden Regen stürzt er sich mit den Kids auf die Strecke

Marius Reichert gewinnt den Schülerlauf

Der Franzose Aurelien Schuster wird Dritter

Schnellste Schülerin: Miriam Talmon-Gras

Den Letzten beißen in Rheinzabern nicht die Hunde…

Die 10 km-Läufer sind los

Die Halbmarathonis folgen 20 min später

Nach 1,1 km kommen sie das erste Mal am Ziel vorbei

Zweite Monika Rocktäschel

2. W45 Anne Staeves

1. W40 Pia Winkelblech

2. W50 Ursula Raschka

1. M65 Heinz Michels (804)

1. W55 Marlene Rotenbusch

Halbmarathon in voller Montur: Lars Kegler

2. W35 Francine Zimmermann

Fehlgeleitete 10 km-Läufer im Aufruhr

Tobias Blum kommt als 10 km-Sieger ins Ziel geflogen

Eisenmann Sebastian Kienle kam als Zweiter

Dritter Tim Könnel

Vierter gesamt und 3. MHK Daniel Walter

1. M40 Patric Lorenz

Jonas Müller vor 1. M50 Sergio Paulo

1. M45 Michael Ohler

2. M40 Jens Laudage

1. M35 Uli Krezdorn

1. MJU20 Mario Wälde

2. M35 Christian Magin

2. M45 Arnold Stas

3. M45 Ralf Breyer

3. M30 Tammo Lang

2. MJU20 Matthias Schell

1. MJU18 Normen Junker

1. M55 Gerald Reimer

Siegerin 10 km Christine Poyet

3. M35 Andreas Vonerden

Zweite Natascha Hartl

3. M40 Mario Pawlik

2. M50 Achim Schumacher

1. M65 Gerhard Baus

Dritte Heide Merkel

2. W30 Latifa Schuster

1. M60 Albert-Eugen Vetter

1. W35 Valerie Stopa

2. WHK Larissa Müller wird von Tobias Menges ins Ziel gezogen

3. MJU20 Max Pfleiderer

3. WHK Kristin Sander

Jens Mungenast gibt alles

2. W35 Sabine Korz

1. WJU18 Laura Burk

3. W45 Birgit Marzluf

Andreas und Anna Schloß

1. W65 Ingeborg Lang

-

3. W55 Gudrun Bless

2. M70 Paul Stahlberger

Die Halbmarathonspitze bei km 11 noch zusammen

Siegerin Tanja Grießbaum folgt schon als Gesamt-Vierte

2. M35 Thomas Nieser

3. M35 Matthias Wagner

1. M50 Uwe Emser (764), 3. M30 Richard Rae (1014)

3. M40 Kai Morgenstern, dahinter 2. Frau Monika Rocktäschel

2. M50 Bernhard Matthäss

3. M50 Bernd Zimmer (843)

Dritte Martina Kugele

3. M55 Oswald Renz (1040)

2. W30 Julia Bush diesmal ohne Smilies auf den Oberschenkeln

1. W50 Regina Vielmeier hinter ihrem Mann Andreas, 1. M70 Peter Lessing und Jürgen Creutzmann

1. M60 Klaus Tüllmann (726)

Hauptsache bunt

3. W30 Sonja Velten

3. W50 Jutta Gräber

3. M70 Hermann Hastenteufel

Sieger Tim Weber

Zweiter Benedikt Rieker

Dritter Sebastian Pieczarek

-

Die Wiese hat gelitten

Jede Menge Osterlämmer als Preise

Alles passiert irgendwann zum ersten Mal

Rheinzabern, 04. April 2015 – 42 Mal Osterlauf Rheinzabern. Das heißt: 10 km oder Halbmarathon, gelaufen auf den von der Winterlaufserie gut bekannten Strecke. Start und Ziel sind zwar nicht an der Integrierten Gesamtschule sondern an der Turn- und Festhalle in der Faustinastraße. Bei der Winterlaufserie kommen die Läufer hier bei ca. km 1,2 vorbei. Das ist aber auch die einzige Abweichung. Halbmarathonis werden zuerst eine 1,1 km lange Runde durch das angrenzende Wohngebiet geleitet, um dann zwei identische 10 km-Runden zu laufen.

An neuralgischen Punkten stehen Streckenposten, ansonsten ist der Weg mit Kreidepfeilen markiert. Die Spitze wird von einem Radfahrer begleitet. Eigentlich sollte so nichts passieren können und es ist auch seit Jahrzehnten nichts passiert.

In diesem Jahr stand „irgend jemand“ (keiner weiß, ob Passant, Anwohner, Zuschauer) am falschen Ort zur falschen Zeit und leitete die erweiterte Spitzengruppe des 10 km-Laufs in die Irre. An der IGS, dort wo im Winter der Start ist, wurden vier Männer und Christine Schleifer, die führende Frau, per Fingerzeit direkt nach links geschickt, obwohl sie eigentlich rechts auf den Radweg Richtung Jockgrim hätten einbiegen müssen. Da die Strecke sich vorher durchs Wohngebiet schlängelte, waren die vier Vorlaufenden Tobias Blum, Sebastian Kienle, Tim Könnel und Daniel Walter den Blicken der Verfolgergruppe enteilt. „Als wir nach dem Abbiegen am Schild mit der 9 vorbei kamen, wußte ich, daß etwas nicht stimmt“ meinte Stefan Hinze, neuerdings wieder im Trikot des SSC Hanau-Rodenbach unterwegs. Besondere „Tragik“: die Streckenbestzeit im 10 km-Lauf steht seit 1998 bei 34:10 min. Die wären für Christine Schleifer durchaus machbar gewesen. Etwas ratlos ist am TV Rheinzabern – der Pfeil auf dem Boden war, was auch die Spitzengruppe des folgenden Halbmarathons bestätigte, gut sichtbar. Und man kann nicht an alle 100 m einen Streckenposten hinstellen. Auch wenn einer der Fehlgeleiteten stinksauer erstmal lauthals den Veranstalter als unfähig befähigte: Daniel Hochmuth und seine vielen Helfer trifft sicher keine Schuld an diesem für die Betroffenen natürlich ärgerlichen Fauxpas.

Die Podestplätze im Gesamteinlauf der Männer wurden beim 10er definitiv ohne „Geschmäckle“ erlaufen, in den Altersklassen hätte die Verteilung zum Teil etwas anders gewesen und in der Frauenwertung hätte mit Sicherheit Christine Schleifer, die Lebensgefährtin von Sebastian Kienle, auf dem obersten Treppchen gestanden.

„Der Weltmeister ist da“ raunte es allenthalben vorm Start. Gemeint war eben Sebastian Kienle, 2014 sowohl Welt- als auch Europameister über die Ironmandistanz. Und es gab unter den Zuschauern und sicher auch vielen Läufern, der auf einen anderen Sieger als auf Kienle tippte. Tatsächlich bog aber Tobias Blum im blauen Trikot der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal zuerst um die Ecke. Der 20jährige hatte bereits den Osterlauf im vergangenen Jahr gewonnen. Mit 31:00 min war er fast eine Minute schneller als vor Jahresfrist. Eigentlich ist er 3.000 m-Hindernisläufer und bereitet sich gerade auf die Bahnsaison vor. Er hätte auch noch schneller laufen können, lief die 10 km relativ locker durch. Aber ohne Gegner ist es schwierig, das Tempo noch höher zu halten. Der 10er war ein Testlauf nach dem Trainingslager in Bad Dürrheim und Blum war mit sich und der Laufwelt zufrieden.

Sebastian Kienle folgte erst 1:22 min später, hatte damit nur acht Sekunden Vorsprung vor dem 21jährigen Medizinstudenten Tim Könnel.

Dieser lief im Rahmen seiner Vorbereitung zum Halbmarathon in Mainz neue persönliche Bestzeit. Seit Februar macht er unter der Regie von Udo Bölts auch lange Läufe und das bekommt ihm nach eigenem Bekunden richtig gut, hat seine Standfestigkeit auf den kürzeren Strecken erhöht. Seine Durchgangszeit bei km 5 lag bei 16:01 min. Bis km 3 lief er zusammen mit Sebastian Kienle und mußte danach ganz langsam abreißen lassen. Tobias Blum war dem Duo sofort nach dem Start enteilt.

Weitere 34 Sekunden dauerte es, bis auch Daniel Walter (Stimmel Sports) von Harald Baumann abgescannt wurde. Danach kam dann eine große Lücke, die dem Ausfall des Quintetts geschuldet war. Nach 35:24 min läutete Tobias Blums Vereinskollege Patric Lorenz das Ende der „Arbeitslosigkeit“ für das Zeitnahmeteam und Sprecher Daniel Hochmuth ein.

Bei anhaltendem Regen war die in der Südpfalz durchaus bekannte Christine Poyet (RAC Wissembourg) die schnellste Frau im Ziel. 37:54 min benötigte die 33jährige. Natascha Hartl (TuS 06 Heltersberg, 38:28 min) und Heide Merkel (TG Ötigheim, 39:44 min) komplettierten das Treppchen.

Die bei der Winterlaufserie immer und in größeren Mengen ganz vorne gesichteten roten Trikots der LG Region Karlsruhe fehlten zum Osterlauf komplett, die Truppe befindet sich gerade im Trainingslager in Italien.

Ins Trainingslager fährt auch der TV Rheinzabern – und zwar traditionell am Ostersonntag, also direkt nach dem Lauf. Ein Versuch, den Osterlauf deshalb auf den Palmsonntag umzulegen, scheiterte vor einigen Jahren an ausbleibenden Läufern. 10 Leichtathletik-Kids und drei Trainer fahren für eine Trainingswoche nach Thüringen – und alle waren noch als Helfer beim Osterlauf im Einsatz.

Zwanzig Minuten vor dem 10 km-Lauf werden zu Ostern in Rheinzabern auch noch Kinder auf die Strecke geschickt. In diesem Jahr waren es 38 Kinder und ein Hase. Seit Daniel Hochmuth Abteilungsleiter Leichtathletik ist und das Volkslaufzepter in der Hand hält, muß jedes Jahr ein anderer Jugendlicher aus seiner Abteilung ins rosa Hasenkostüm schlüpfen und das langsamste Kind über die Strecke begleiten. Da der Job nicht eben beliebt ist, wird jedes Jahr ein anderer Teenager ausgeguckt. Der für 2016 steht auch jetzt schon fest und kann sich ein Jahr lang mental auf diese Aufgabe vorbereiten. Böse Gerüchte, daß immer der Trainingsfaulste eines Jahres den Hasen machen muß, werden so auch entkräftet.

„Wie alt ist der denn?“ fragte sich manche Zuschauer am Rande des Schülerlaufs. Die Frage galt Marius Reichert (ABC Ludwigshafen). Der 14jährige ist sehr groß und wirkt dadurch deutlich älter. Aber die 1.000 m waren tatsächlich noch für ihn ausgeschrieben. Mit seinem Tempo (3:09 min und Start-Ziel-Sieg) brachte er direkt nach dem Start noch Daniel Hochmuth in die Bredouille. Dieser hatte mit dem Megaphon das Startsignal gegeben und mußte dann noch in das Auto seiner Frau Sabrina springen, die beiden waren das Führungsfahrzeug für die Kids. Doch Marius war schneller am Auto als geplant und beinahe hätte das Führungsfahrzeug sein Ziel verfehlt. Beim späteren Halbmarathon gab Daniel das Startsignal dann schon vom Beifahrersitz aus. Sicher ist sicher.

Insgesamt blieben 10 Kinder unter vier Minuten – sechs Jungen und vier Mädchen. Die schnellsten Schülerinnen waren nach 3:35 min zeitgleich Miriam Talmon-Gras (TG Dietlingen) und Miriam Bodirsky (TSV 05 Rot).

Mit 252 Läufern über 10 km war Daniel Hochmuth eigentlich nicht zufrieden – aber angesichts der Tatsache, daß es den ganzen Tag wie aus Kübeln regnete, hatte er am Vormittag schon Schlimmeres befürchtet.

220 Läufer trauten sich die Halbmarathondistanz zu. Was für die Zuschauer ziemlich „bitter“ war, nämlich 5 Grad und Dauerregen, war für die Läufer eigentlich ganz angenehmes Wetter. Wer sich schnell genug bewegte, kam auch nicht ins Frieren. Und das tat so mancher, denn allenthalben hörte man freudige Berichte über neue persönliche Bestzeiten.

Tim Weber aus Straubenhardt hat sich erst kürzlich dem SV aus dem nahen Oberkollbach angeschlossen. Im neuen Vereinstrikot lief er mit 1:15:14 h neue persönliche Bestzeit über die Halbmarathondistanz. Seine alte war fast vier Minuten langsamer, aufgestellt allerdings voriges Jahr auf der profilierten Strecke des heimischen Panoramalaufs. Dort will er mit der Vorleistung aus Rheinzabern nun auch am 19. April den Streckenrekord verbessern.

Beim Osterlauf bildete er zusammen mit Benedikt Rieker (Post Südstadt Karlsruhe) und Sebastian Pieczarek (laufwelt.de) bis ca. km 16 ein Führungstrio, das sich in der Führung abwechselte. Benedikt Rieker wollte eigentlich gar nicht das 3:35er Anfangstempo der Konkurrenz mitgehen sondern sich bei 3:40 min/km einpendeln. Dann war es ihm so alleine im Wind aber „zu langweilig“ und er schloß zu den Konkurrenten auf. Am Ende hatte Weber den längsten Atem und nutzte im Wohngebiet zwischen km 16 und 17 die Innenkurve, um sich ein paar Meter abzusetzen. Benedikt Rieker folgte ihm nach 1:15:42 h ins Ziel, Sebastian Pieczarek brauchte 1:15.55 h. Voriges Jahr war er genau zwei Sekunden langsamer und belegte hinter Hans-Jörg Dörr Platz 2.

Tanja Grießbaum kam nach 11,1 km als Gesamt-Vierte an den staunenden Zuschauern vorbei. Zur Zeit studiert sie in Wales und läuft dort nur Strecken bis maximal 7 km. Für den Halbmarathon fehlen ihr eigentlich die längeren Trainingsstrecken. Trotzdem ging sie das Rennen beherzt an und wurde mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:18:06 h belohnt. Sie verlor auf der zweiten 10 km-Runde auch nur zwei Plätze, wurde Gesamt-Sechste. Und ihr gelang das Kunststück, in der Wertung „Bezirksmeister Südpfalz“ über drei Minuten schneller zu laufen als ihr männliches „Gegenstück“. Volker Lintz (TV Maikammer) brauchte 1:21:36 h.

Monika Rocktäschel trainiert gerade für den Hamburg-Marathon. Dort will sie den Familien-Marathonrekord ihres Bruders von 3.23 h brechen. Das dürfte der 31jährigen, die für die LG Leinfelden-Echterdingen startet, mit ihrer neuen Halbmarathonbestzeit von 1:23:54 h, die sie in Rheinzabern auf Platz 2 brachte, durchaus gelingen. Im Rahmen der Marathonvorbereitung hatte sie auch schon ihre 10 km-Bestzeit gedrückt, jetzt soll noch die Bestzeit über die Königsstrecke dran glauben.

Auch die Dritte, Martina Kugele (LT Altburg), strahlte ob ihrer 1:28:45 h. Bei nur 50-60 Trainingskilometern pro Woche ist sie eigentlich mehr auf der 10 km-Strecke zuhause. Für den Halbmarathon fehlt ihr darum auch so ein bißchen das Stehvermögen. In Rheinzabern merkte sie dann auch bei km 15, daß sie die längeren Strecken nicht trainiert.

Richtig gut lief’s auch für Regina Vielmeier. Mit 1:33:33 h wurde sie sechste Frau und siegte in der W50. Beim Start hatte sie mit einer 1:34er Zeit geliebäugelt, aber eh erst relativ kurzfristig entschieden, ein schnelles Tempo anzuschlagen. Sie ist derzeit privat so eingespannt, daß ursprünglich eher ein Trainingslauf eingeplant war.

Während in der Halle die Siegerehrung für den Halbmarathon, aufgelockert durch eine Tombola, über die Bühne ging, lachte sogar der Himmel mit den glücklichen Siegern und Platzierten und schickte die Sonne durch die Regenwolken.

Alles in allem konnten sicher die meisten von einem gelungenen Lauftag reden – und der Bürgermeister wird vielleicht über die tiefen Furchen, die die Autos auf der aufgeweichten Parkwiese hinterließen, hinwegsehen.

Ergebnisse www.laufinfo.eu

 

 


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