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69. Paderborner Osterlauf

[eingestellt am 06. April 2015]

By: Volker Goineau

PB – Kennzeichen für Paderborn oder „persönliche Bestzeit“

Sieger Homiyu Tesfaye im Interview mit Wolf-Dieter Poschmann

Die Handbiker auf der Strecke

Der Franzose Michel als „Einheizer“ an der Strecke

Stimmung an der Strecke

Das 10km-Feld ist gestartet

Mocki kurz vor dem Ziel

Mocki führt die Frauen-Spitzengruppe auf die zweite Schleife

Das Zwillingspaar Markus und Sabrina Mockenhaupt

Der schnellste Europäer im Halbmarathon Julien Lyon (li.) mit Laufkollege und Trainer

Buntes Treiben

Athleten-Manager Christoph Kopp (re.) mit dem Hamburger Laufveranstalter Karsten Schölermann, der den 10er in 48:30 min absolvierte

Marathon-EM-Teilnehmerin Katharina Heinig

Der Kasseler Jens Nerkamp

Hier geht’s zum Osterlauf

Das Führungsfahrzeug – gleich kommen die Läufer

Die Spitzenläufer unterwegs beim 10er

Die Inline-Skater warten auf ihren Start

Erneut Weltklasseleistungen bei Deutschlands ältestem Straßenlauf

Paderborn, 4.4.2015 - Die 145.000-Einwohner-Stadt Paderborn in Ostwestfalen gehört zu den ältesten Städten Deutschlands. Sie liegt an der Pader, dem mit ca. 4 km Länge kürzesten Fluss der Republik und hat bereits seit dem Jahre 1614 eine Universität. Auch heute noch zieht es viele Studenten hierher. Sportlich macht die Stadt seit dieser Saison auch mit dem Fußball-Bundesligisten SC Paderborn auf sich aufmerksam. Eine größere Bedeutung und auch lange Tradition hat jedoch der Paderborner Osterlauf jedes Jahr am Kar-Samstag, der nun schon zum 69. Mal ausgetragen wurde und somit der älteste Straßenlauf in Deutschland ist.

Bei dieser Veranstaltung wird die gesamte Familie angesprochen. So gibt es Bambini-Läufe für die Kleinsten, einen 5km-Lauf, 5km Nordic Walking, sowie die Hauptrennen über 10km und die Halbmarathondistanz. Außerdem einen Halbmarathon für Inline-Skater und ein Handbike-Race über 10km. Insgesamt beteiligten sich 11.052 Sportlerinnen und Sportler an dem Event, was einen neuen Teilnehmerrekord bedeutete.

Um 12:50 Uhr fiel der Startschuss zum 10km-Rennen. Dies ist in Paderborn der bedeutendste und teilnehmerstärkste Wettbewerb. Neben einigen afrikanischen Top-Läuferinnen und –Läufern waren auch wieder mehrere europäische und vor allem deutsche Athleten dabei, die für flotte Zeiten sorgen wollten. So standen Steffen Uliczka, Julian Flügel, Jens Nerkamp und Stefan Hubert sowie bei den Frauen die Frankfurter Trainingsgruppe mit den Sujew-Zwillingen, Gesa Krause und Katharina Heinig an der Startlinie. Die Bedingungen waren mit ca. 6°C und Sonnenschein gut zum Laufen; schnellen Zeiten stand also nichts im Weg. Neben den genannten deutschen Läufern war ein weiterer interessanter Athlet mit dabei: Homiyu Tesfaye von der LG Eintracht Frankfurt, der vor vier Jahren aus Äthiopien nach Deutschland kam und mittlerweile für den DLV an internationalen Großereignissen teilnimmt. Homiyu ist ein 1500m-Spezialist, auf dieser Distanz verbesserte er in der zurückliegenden Hallensaison den deutschen Rekord. Er hat jedoch auch auf den längeren Strecken ein sehr starkes Leistungsvermögen. So wurde er vor zwei Jahren bereits Deutscher Meister über 10.000m in 29:08,44 min. Nun stand in Paderborn ein Test über diese Distanz auf der Straße an. Nach dem Frühjahrs-Trainingslager wollten er und seine Frankfurter Trainingskollegen die Ausdauerform überprüfen.

An der Spitze des 10km-Rennens bildete sich eine Gruppe um den Weltjahresschnellsten Amos Mitei aus Kenia und Homiyu Tesfaye, der am Vorabend im Interview gesagt hatte, dass er gerne unter 29 Minuten laufen möchte. Die 5km-Marke wurde nach 14:11 min passiert und auf der zweiten Hälfte wurde es noch etwas schneller. Auf den letzten drei Kilometern waren nur noch Mitei und Tesfaye an der Spitze. Und der Mittelstreckler konnte auf dem letzten Kilometer mit einem langen Spurt seine Grundgeschwindigkeit ausspielen und das Rennen in sehr schnellen 27:54 min für sich entscheiden (Nettozeit 27:51 min). Somit sorgte Homiyu Tesfaye nach vielen Jahren wieder für einen deutschen Sieg an der Pader und verfehlte den Streckenrekord von Carsten Eich aus dem Jahr 1993 nur um 4 Sekunden. Den zweiten Rang belegte Amos Mitei in 27:58 min. Auf Rang drei folgte mit dem überraschend starken Holländer Jesper van der Wielen (28:18 min) bereits der erste Läufer europäischer Herkunft. Auf Rang 12 lief Julian Flügel nach 29:43 min ins Ziel und war damit in der Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon und sechs Tage nach seiner in Berlin erzielten Halbmarathon-Bestzeit von 64:57 min sehr zufrieden. Auf den nächsten Rängen folgten der Berglauf-Spezialist Stefan Hubert (SV Sömmerda) und der Kasseler Jens Nerkamp (beide 30:10 min), der in den nächsten Wochen Starts bei der Halbmarathon- sowie der 10.000m-DM anpeilt.

Die Frauenkonkurrenz über 10km entschied die Äthiopierin Asefa Kebede in 31:47 min für sich, vor den beiden Kenianerinnen Faith Chepkoech und Ivy Kibet (beide 32:44 min) und der Schwedin Sarah Lahti, die auch noch unter der 33-Minuten-Marke blieb (32:56 min). Auf Rang fünf folgte mit der Hindernisläuferin Gesa Krause die erste Deutsche in sehr flotten 33:26 min, dicht gefolgt von den beiden Sujew-Zwillingen Elina (33:28min) und Diana (33:29min), die vorwiegend auf der 1500m-Strecke unterwegs sind, sich aber auch allmählich zu den längeren Strecken orientieren. Nicht so gut hingegen lief es für die Marathon-EM-teilnehmerin Katharina Heinig, die als Elfte in 34:33 min unter ihren Möglichkeiten blieb.

Nach dem Halbmarathon der Inline-Skater wurde um 15:00 Uhr der Halbmarathon für die Läufer gestartet. Hier wurden zwei Schleifen durch die Stadt absolviert; die Läufer passierten den Start- und Zielbereich nach der Hälfte der Distanz. Hier war im Männerrennen ein afrikanisches Trio vorne. Der Kenianer Abraham Yano setzte sich letztendlich durch und gewann in 61:04 min, womit er den Sreckenrekord von 60:09 min jedoch relativ deutlich verfehlte. Den zweiten Platz belegte der Äthiopier Temesgen Ejerssa in 61:07 min vor dem Kenianer Bethwel Chemweno (61:31 min). Auf Rang vier lieferte der Schweizer Julien Lyon aus Genf ein ganz starkes Solo-Rennen ab und erzielte eine Zeit von 65:34 min, womit er sich für die Universiade qualifizierte. Auf Rang fünf kam mit Sven Serke der schnellste deutsche Läufer in 68:30 min ins Ziel.

Spannend verlief auch das Frauen-Rennen über die Halbmarathondistanz. Hier wollte Sabrina Mockenhaupt drei Wochen nach ihrem nicht zufrieden stellenden Rennen in New York den Afrikanerinnen Paroli bieten, was ihr auch sehr gut gelang. Sie machte sogar fast während des gesamten Rennens die Führungsarbeit, während die Kenianerin Maryanne Wanjiru sowie die beiden Äthiopierinnen Ayantu Abera und Helen Bekele Tola sich im Windschatten aufhielten. Im Ziel reichte es für „Mocki“ zu einem guten zweiten Platz in 1:11:13 h hinter der Kenianerin (1:11:10h) und nur eine Sekunde vor Abera. Hinter Bekele Tola (1:11:25 h) lief die Polin Monika Stefanowicz in 1:12:12 h auf den fünften Rang. Nach dem Wettkampf zeigte sich Mocki zufrieden und erleichtert. Nun blickt sie optimistisch Richtung Hamburg-Marathon Ende April.


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