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Deutsche Halbmarathonmeisterschaften 2015 Husum

[eingestellt am 14. April 2015]

By: Volker Goineau

Fotos: Niels-Peter Binder

Start

Die (noch recht große) Spitzengruppe

Schnellster Schleswig-Holsteiner Pascal Dethlefs (Nr. 215)

Zweite Schleswig-Holsteinerin Karen Paysen (Nr. 306)

Philipp Pflieger und Eyob Solomon führen das Rennen an

Pascal Dethlefs und Daniel Schmidt (Nr. 181; PB 66:32 min)

Gruppe um Simret Restle-Apel

Manuel Stöckert an der Spitze

Gruppe um den schnellsten Hamburger Mourad Bekakcha (Nr. 100)

Philipp Pflieger läuft zum Sieg

Meister und Vize-Meister nach dem Rennen

Pascal Dethlefs im Ziel

Simret Restle-Apel im Ziel

Die schnellste Schleswig-Holsteinerin Natalie Jachmann auf den letzten Metern

Philipp Pflieger und Simret Restle-Apel siegreich

Husum, 12.4.2015 -  Die Deutschen Meisterschaften auf der Halbmarathondistanz fanden in diesem Jahr in der Schleswig-Holsteinischen Hafenstadt Husum an der Nordsee statt. Nachdem sie im vergangenen Jahr im Rahmen des Freiburg-Marathons und –Halbmarathons im Süden der Republik ausgetragen wurden, nun also der Norden und eine reine Meisterschaft.

War es eine gute Entscheidung, die Veranstaltung an Husum zu vergeben? Da sind sich nicht alle einig. Mit rund 300 Teilnehmern waren es deutlich weniger als bei der letztjährigen DM; die Strecke verlief auf flachen Straßen durch das Industriegebiet, der Wind blies allerdings wie nicht anders zu erwarten war relativ stark. Außerdem hatten die Teilnehmer aus den leistungsstarken Landesverbänden Bayern, Baden und Württemberg eine derart weite Anreise, dass einige Athleten und Vereine wohl doch lieber auf eine Teilnahme verzichteten. Die Organisation, unter anderem mit der Siegerehrung vor einem Baumarkt, wurde ebenfalls von einigen Seiten bemängelt. Und die meisten deutschen Top-Athleten, die beim Berliner Halbmarathon bereits ihre Visitenkarte abgegeben hatten, waren in Husum nicht am Start.

Schlecht war das Feld in der Spitze jedoch keineswegs besetzt. So starteten Titelverteidiger Manuel Stöckert, Philipp Pflieger, der drei Wochen zuvor in Venlo 63:50 min lief und weitere starke Läufer wie Sebastian Reinwand, Jens Nerkamp oder Markus Weiß-Latzko. Bei den Frauen galt die Halbmarathon-Meisterin des Jahres 2012, Simret Restle-Apel, als Favoritin. In der Zwischenzeit hatte sie jedoch durch einen Doping-Skandal von sich reden gemacht, was sie für nicht wenige Leute in der deutschen Laufszene zur Persona non grata hat werden lassen.

Nach dem Startschuss um 11 Uhr für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer galt es für die Teilnehmer, eine ca. 1,5 km lange Einführungsrunde, gefolgt von drei ca. 6,5 km langen Runden zu absolvieren. Zunächst lief eine größere Spitzengruppe längere Zeit zusammen bei relativ verhaltenem Tempo, wobei sich Philipp Pflieger bereits viel an vorderster Front zeigte. Nach 3-4km wurde das Tempo forciert, sodass ein Führungsquartett übrigblieb, bestehend aus Pflieger (LG Telis Finanz regensburg), Stöckert (SC Ostheim/Rhön), Nerkamp (Grün-Weiß Kassel) und dem aus Eritrea stammenden Eyob Solomun, der für die SG Wenden läuft. Nach einer Weile musste Jens Nerkamp abreißen lassen und belegte letztendlich den vierten Rang in 66:34 min. Aus dem vergangenen Jahr hat er eine Bestzeit von 65:53 min. In Anbetracht des Rennverlaufs und der windigen Bedingungen konnte er mit seiner Leistung zufrieden sein. Ganz vorne kam es in der Endphase des Rennens zu einem Duell zwischen den beiden Favoriten Stöckert und Pflieger, den Letzterer in 64:13 min zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Den zweiten Platz in neuer persönlicher Bestzeit von 64:32 min belegte Manuel Stöckert, gefolgt vom neuen U23-Meister Eyob Solomun, der mit 64:58 min ebenfalls noch unter 65 Minuten blieb. Um die Ränge fünf bis acht wurde auf den letzten Metern gespurtet, wobei Sebastian Reinwand (TSG Roth) nach 66:52 min das Ziel zwei Sekunden vor dem Tübinger Markus Weiß-Latzko (Sparda-Team Rechberghausen) erreichte. Den siebten Rang erlief sich der schnellste M35-Läufer Andreas Straßner (TSG Roth) in 66:56 min, gefolgt vom Braunschweiger Karsten Meier, der genau 67 min benötigte. Die Ränge zwei und drei der U23-Wertung sicherten sich die beiden Regensburger Jonas Koller (67:06 min) und Tim Ramdane Cherif, der mit 67:32 ein starkes Debüt über die 21,1 km ablieferte. Gemeinsam mit dem Gesamtsieger Philipp Pflieger konnten die beiden Junioren sich den Mannschaftstitel in der Männer-Wertung sichern, gefolgt von den Teams aus Roth (Reinwand, Straßner, Katib) sowie der SG Wenden (Solomun und die beiden Sidenstein-Brüder Tim-Arne und Sven-Christian).

In der Damenkonkurrenz setzte sich die Favoritin Restle-Apel gleich zu Beginn an die Spitze und konnte die meiste Zeit in einer Männer-Gruppe laufen. Letztlich sicherte sie sich mit einer Zeit von 1:14:37 h den Titel. Silber erlief sich Anja Schneider aus Regensburg in 1:14:58h; Rang drei ging an Anett Horna vom LC Rehlingen, die im Endspurt ihre Mittelstrecken-Qualitäten zeigte und Jana Groß-Hardt vom LAZ Rhede mit 1:15:47 zu 1:15:51h auf den vierten Platz verweisen konnte. Den fünften Platz erlief sich Andrea Diethers vom LT Haspa Marathon Hamburg in 1:17:06 h. Damit konnte sie sich in ihrem zweiten Halbmarathon im Vergleich zu ihrem Debüt um über zwei Minuten verbessern. Dementsprechend glücklich zeigte sie sich nach dem Rennen. Nur 6 Sekunden hinter Andrea auf Rang 6 kam die W35-Meisterin Julia Galuschka von der LG Telis Finanz Regensburg ins Ziel. Gemeinsam mit Anja Schneider und Anna-Katharina Plinke konnte sie sich über den Mannschafts-Titel in der Frauenwertung freuen. Die Ränge zwei und drei gingen hier an die Teams der SG Wenden und vom PSV Grün-Weiß Kassel.

Für die Schleswig-Holsteinische Laufszene interessant war die Landesmeisterschaft, die parallel zur Deutschen Meisterschaft ausgetragen wurde. Hier sicherten sich Pascal Dethlefs von der SG Athletico Büdelsdorf und seine Freundin Natalie Jachmann von der LG Flensburg die Titel. Pascal konnte in der DM-Wertung den 16. Rang belegen und lief mit 67:48 min eine starke neue Bestzeit, während Natalie DM-Platz 13 belegte und dabei in 1:21:59 h die 1:22h-Marke knacken konnte, nachdem sie Anfang Februar schon sehr nah an diese Marke herangelaufen war.

Die diesjährige Halbmarathon-DM war also eine sportlich gesehen ziemlich ordentlich besetzte Veranstaltung auf flacher, jedoch windanfälliger Strecke, die bezüglich Teilnehmerzahl und Organisation sicherlich nicht alle Wünsche erfüllen konnte.


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