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Deutsche Meisterschaft 10.000 m Ohrdruf

[eingestellt am 04. Mai 2015]

By: Volker Goineau

Fotos: Volker Meier und Volker Goineau

Die Senioren M35-M45 sind unterwegs

M40-SiegerFabian Borgrefe

M45-Sieger Solomon Böhme

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Christl Dörschel, schnellste der W35 in 37:10,16 min

Siegerehrung M60

Fabian Borggrefe vor dem Rennen

Spannendes Männer-Rennen und überlegene Frauensiegerin

Ohrdruf, 2. Mai 2015 - Wie in jedem Jahr fand am ersten Mai-Wochenende die Deutsche Meisterschaft über 10.000 m der Männer und Frauen sowie 5000 m der weiblichen U20 statt. Austragungsort war das „Stadion am Goldberg“ im thüringischen Örtchen Ohrdruf, in dem sowohl diese Meisterschaft als auch Deutsche Meisterschaften im Straßen- und im Crosslauf bereits veranstaltet worden sind.

Die Bedingungen an diesem Samstagnachmittag waren mit Temperaturen von ca. 15°C, Sonnschein und kaum Wind nahezu ideal für die Läufer. Ab Mittag ging es bereits los mit mehreren Läufen für die Senioren-Klassen über die 25 Stadionrunden. Hervorzuheben sind hier die Sieger-Leistungen von Elfie Hüther vom VfB Salzkotten in der W60 (43:26,91 min), Mareike Ressing von der LG Adler Bottrop in der W45 (36:57,03 min), Hardy Flum von der LG Hohenfels in der M50 (33:46,40 min) und Solomon Böhme vom OSC Berlin in der M45 (32:06,79 min). Das Rennen der M35-M45 gewann mit deutlichem Vorsprung Fabian Borggrefe von der SG Spergau in 31:31,55 min, womit er sich den M40-Titel sicherte. Er war das Rennen etwas zu schnell angegangen und musste am Ende seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen, zeigte sich mit seiner im Alleingang erzielten Zeit hinterher jedoch sehr zufrieden. Sein großes Ziel in diesem Jahr ist der Berlin-Marathon, wo er gerne an seine Leistungen aus den vergangenen beiden Jahren anknüpfen möchte, als er Zeiten von 2:23:32 h (2013) und 2:24:04 h (2014) auf den Asphalt der Bundeshauptstadt legte.

Um 17:20 Uhr fiel der Startschuss zum 5000m-Lauf der weiblichen Jugend U20. Hier ging es für die Top-Läuferinnen neben dem Kampf um die Medaillen auch um die Qualifikationsnorm für die U20-Europameisterschaft im schwedischen Eskilstuna. Zunächst lief eine größere Spitzengruppe auf Kurs 16:40 min. Nach einiger Zeit blieb ein Quartett in Front: Sarah Kistner (MTV Kronberg), Anna Gehring (SC Itzehoe), Miriam Dattke (SCB Berlin) und Mailin Struck (LG Wedel-Pinneberg), die in Abwesenheit der deutschen U20-Rekordlerin Alina Reh für ein spannendes Rennen sorgten. Wenige Runden vor Schluss musste Mailin Struck das Rennen erschöpft aufgeben, sodass die Medaillenplätze vergeben schienen, nur noch nicht die Reihenfolge. Letztendlich konnte Kistner sich absetzen und holte sich den Deutschen Jugendmeistertitel in 16:33,37 min, womit sie die EM-Norm erreichte. Das schaffte die zweitplatzierte Anna Gehring zwar nicht, konnte sich aber mit einer Zeit von 16:45,49 min über Silber freuen. Den dritten Rang sicherte sich Dattke, die am Ende nicht mehr ganz Schritt halten konnte, in 16:58,61 min.

Anschließend stand der 10.000m-Lauf der Frauen und WU23 an. Als Favoritin startete hier die gebürtige Äthiopierin Fate Tola im Trikot der LG Braunschweig, die nach ihrer Babypause seit dem vergangenen Sommer auf dem Weg zurück in die Langstreckenspitze ist. Im Jahr 2012 lief sie den Berlin-Marathon in 2:25:14 h; vor drei Wochen belegte sie beim Wien-Marathon den siebten Rang in 2:34:43 h. Nach zwei verhaltenen ersten Runden im 35-Minuten-Tempo nahmen die Läuferinnen an der Spitze allmählich Fahrt auf und Fate Tola setzte sich bald vom Rest des Feldes ab. Auf Rang zwei und drei liefen Melina Tränkle von der LG Region Karlsruhe und die U23-Läuferin Isabell-Sophie Teegen vom SC Rönnau 74 und unterstützten sich gegenseitig bei der Tempoarbeit. Letztlich Lief Tola einem ungefährdeten Sieg in 33.30,32 min entgegen. Den zweiten Platz erreichte Teegen nach 34:22,73 min, womit sie die Norm für die U23-EM in Tallinn schaffte. Anfang März war sie beim Straßenlauf in Leverkusen bereits 33:45 min gelaufen. Tränkle, die Ende März beim Berliner Halbmarathon schnellste Deutsche in 1:15:34 h war, lief als Drittplatzierte 34:29,70 min. Vierte wurde die frühere Mittelstrecklerin Annett Horna (LC Rehlingen) in 35:04,65 min. Auf Rang fünf der Frauen-DM-Wertung lief die Karlsruherin Regina Högl in 35:09,15 min und sicherte sich damit Silber in der U23.  

Zu guter Letzt wurde um 18:45 Uhr das 10.000m-Rennen der Männer und MU23, und erstmals auch MU20, gestartet. Insgesamt 34 Läufer versammelten sich hier an der Startlinie. Einige der schnellsten deutschen Läufer wie Arne Gabius, Homiyu Tesfaye oder Philipp Pflieger, der eigentlich starten wollte, waren aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei, was vom kompetenten, aber relativ kritischen Sprecher vor dem Rennen in aller Ausführlichkeit erwähnt wurde. So entwickelte sich allerdings ein ziemlich spannendes Rennen. Zunächst übernahm Hendrik Pfeiffer vom TV Wattenscheid die Spitze. Der 22jährige, der sich im Februar beim Barcelona-Halbmarathon mit einer Zeit von 64:27 min bis auf 21 Sekunden dem Deutschen U23-Rekord genähert hatte, wollte die U23-EM-Norm von 29:38 min angreifen. Jedoch konnte er in den letzten Wochen verletzungsbedingt nicht gut trainieren und konnte somit das eingeschlagene Tempo nicht durchziehen; letzten Endes lief er nach 30:09,53 als Gesamt-Achter und Dritter der U23 min ins Ziel. Vorne im Rennen blieb eine siebenköpfige Spitzengruppe lange Zeit zusammen und lief ein Tempo in Richtung einer Endzeit von 29:30 min. Mit dabei waren die drei afrikanisch-stämmigen Läufer Mitku Seboka (LAC Quelle Fürth), Eyob Solomun (SG Wenden) und Amanal Petros (Eintracht Bielefeld) sowie Jens Nerkamp, Jannik Arbogast, Paul Schmidt und Karsten Meier, der zwischendurch für längere Zeit mutig die Führungsarbeit leistete. Letzten Endes setzte sich Seboka mit einem starken Endspurt in 29:18,14 min durch, gefolgt von Arbogast aus Karlsruhe (29:23,13 min) und dem U23-Meister Solomun (29:26,38 min). Karsten Meier, der bereits auf der Straße 29:59 min gelaufen war, erreichte Rang fünf in 29:42,31. Den siebten Rang in 29:58,53 min und damit seine erste sub-30-Zeit erreichte der in Berlin lebende Paul Schmidt vom TSV Dresden. Bereits Ende März hatte er mit einer Halbmarathonzeit von 64:58 min auf sich aufmerksam gemacht und damit den Anschluss an die deutsche Langstreckenspitze geschafft.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch die Leistung des schnellsten U20-Läufers: Fabian Gehring vom TV Wattenscheid lief in 30:17,14 min eine für diese Altersklasse sehr schnelle Zeit und qualifizierte sich für die U20-Europameisterschaft, genauso wie Kidane Tewolde vom SSC Hanau-Rodenbach, der 30:24,57 min lief.

Insgesamt war die Langstrecken-DM 2015 eine gut organisierte Veranstaltung, bei der die Läufer von den guten äußeren Bedingungen profitieren konnten.

 

Alle Ergebnisse über www.leichtathletik.de

 

 


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