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10. Kirbachtallauf Ochsenbach

[eingestellt am 04. Mai 2015]

By: Jochen Höschele

Fotos: Nicole Benning

Der letzte Anstieg, der zur Ochsenbacher Hauptstraße hoch führt, heißt passenderweise Krebsgasse

Der Sieger des 7,3km langen Jedermann-Laufes heißt Matthias Schell (TV Enzberg) und benötigte 28:46 min

Marko Gayer (381) wird Zweiter des Jedermann-Laufes in 29:57 min; Simon Gänger belegt den dritten Platz in 30:11 min

Maria Ruf (Nähatelier Dagmar Koch), Siegerin des Jedermann-Laufes in 35:43 min

Tatjana Ruf folgt ihrer Schwester aufs Podest und wird Zweite in 36:22 min

Katharina Tamburini ist nach 36:56 min als Dritte des Jedermann-Laufes im Ziel

Nele Stuhlhofer (HSV Mühlacker) führt eine größere Gruppe „Jedermänner“ durch das Kirbachtal in Richtung Ochsenbach

Schnellster Mittelstreckenläufer ist Matthias Stegbauer (TSV Laupheim) in 53:38 min

Michael Sommer, der souveräne Sieger des Stromberg-Extremlaufes auf dem letzten Kilometer im Kirbachtal

Es war wohl ziemlich matschig auf der Strecke, wie man an den Beinen des Siegers sehen kann

Sven Kratochwil, Zweiter des Mittelstreckenlaufes, wollte eigentlich nur den „Jedermann“ bestreiten, verlief sich aber und wurde dann Zweiter auf der Mittelstrecke in 54:23 min

Jan Fessler (Team Evaldo Mühlacker), durch Kratochwils „Umschwenken“ auf die Mittelstrecke hinter diesem auf Platz drei in 56:29 min

Ekkehard Beier, der eigentliche Dritte über die Mittelstrecke, läuft nach 58:06 min dann als Vierter über die Ziellinie

Das „Kibannele“, eine Statue der Jagdgöttin Diana, beäugt das Treiben der Läufer aus sicherer Entfernung

Die letzten beiden Kilometer im Kirbachtal sind praktisch topfeben

Daumen hoch für den Kirbachtallauf!

Sigrid Kluge (Bauintact Bietigheim) siegt beim Mittelstreckenlauf in 1:09:23 h

Igor Schiffner (Bauintact Bietigheim) belegt beim Stromberg-Extrem den zweiten Platz in 4:12:59 h

Claudia Queißer vom TV Ochsenbach läuft in heimischem Gelände auf den zweiten Platz des Mittelstreckenlaufes in 1:13:32 h

Swetlana Schiffner steuert eine bronzene zur heutigen Medaillenflut im Hause Schiffner bei, sie holt sich diese nach 1:17:43 h im Mittelstreckenlauf ab

Uwe Hefter ist wieder einmal bester Laune und beendet den Mittelstreckenlauf in 1:20:37 h

Petru Muntenasu vom Pearl Izumi Team hat bei der Premiere des Stromberg-Extrem den zweiten Platz belegt, heute wird er Dritter in 4:26:20 h

Uli Lorenzen (Bauintact Bietigheim), vor drei Wochen noch mit Ak-Bronze bei der DM 100km ausgezeichnet, läuft knapp hinter Petru Muntenasu als Vierter in 4:27:17 h ein

Fabian Lafrenz (LG Neckar-Enz), der Sieger des Langstreckenlaufes· klatscht auf der Zielgeraden noch Kinder ab und gewinnt ungefährdet in 1:38:40 h

Tillmann Reuter wird Zweiter der Langstrecke in 1:40:29 h

Markus Fritzsche (Skiklub Dresden-Niedersedlitz) läuft auf Platz drei bei den Langstrecklern in 1:42:57 h

Paul Hauk aus dem nahen Pfaffenhofen kommt nach 1:46:43 h als Vierter Langstreckler ins Ziel

Bettina Englisch (Team G. Weber Bau) siegt in 1:47:54 h auf der Langstrecke

Sabine Arnold (SV Horrheim) ist in 2:04:28 h als zweite Frau der Langstrecke im Ziel

Martina Haffinger aus Brackenheim gewinnt den Stromberg-Extrem in 5:18:01 h

Blick von der Krebsgasse ins Kirbachtal

Kirbachtalidylle

Die Laufstrecke im Kirbachtal wurde auch von Wanderern bevölkert

Auf dem letzten Kilometer haben die Läufer Ochsenbach schon vor Augen

Regen stört den Sommer nicht

Ochsenbach, den 3. Mai 2015 – Klein, aber fein. So könnte man den Kirbachtallauf des TV Ochsenbach auch bezeichnen. Das landschaftlich sehr reizvoll gelegene Örtchen im Naturpark Stromberg-Heuchelberg (Kreis Ludwigsburg) kann mit seiner idyllischen Umgebung durchaus gefallen. Läufer, die hierher kommen, wissen zumeist auch, worauf sie sich einlassen: Auf eine liebevolle Veranstaltung mit viel Herzblut, aber auch auf Strecken, die es „in sich“ haben.

Flach ist hier noch nicht einmal der Bambinilauf. Die Erwachsenen, die von 7,3km (Jedermannlauf / Nordic Walking), Mittelstrecke (13,6km), Langstrecke (24,3km) und Stromberg Extrem (53,9km) eine breite Palette an Möglichkeiten vorfinden, müssen sich darauf einstellen, ein- bis mehrmals die Hügel rund um Ochsenbach erklimmen zu dürfen. Langschläferfreundlich ist die späte Startzeit für die Erwachsenen, sofern sie nicht Ultraläufer sind.

Diese werden bereits um 8 Uhr auf die knapp 54km lange und 1177 Höhenmeter aufweisende Runde geschickt. Dabei gilt es, gleich vier Mal den Kulminationspunkt am Baiselsberg zu meistern, sich dann jeweils wieder wahlweise ins Kirbach- oder Mettertal zu stürzen, um dann sogleich wieder den nächsten Anstieg in Angriff zu nehmen. Als ausgewiesener Berg- und Tal-Spezialist erwies sich der frisch gebackene Deutsche Vizemeister über 100km, Michael Sommer (EK Schwaikheim). Der 51jährige Oberstenfelder hatte erst vor drei Wochen im badischen St. Leon-Rot in 7:19 h seiner eindrucksvollen Medaillensammlung eine weitere hinzugefügt und sahnte beim ersten Auftritt auf der Ultrastrecke in Ochsenbach gleich richtig ab. Nach 3:55:09 h war er fertig, aber nicht kaputt. Kurze Zeit später bereits füllte er frisch geduscht die verbrannten Kohlehydrate an der Kuchentheke wieder auf. Igor Schiffner (Bauintact Bietigheim) hatte in 4:12:59 h schon einen deutlichen Rückstand, lag aber souverän auf dem zweiten Platz, denn Petru Muntenasu (Pearl Izumi Team) war mit 4:26:20 h ein gutes Stück dahinter.

Schnellste Frau war in 5:18:01 die Brackenheimerin Martina Haffinger, Claudia Ulrich aus Leonberg wurde in 5:48:10 h Zweite, Hilde Wieland vom Therme LT aus Böblingen belegte den dritten Platz in 5:52:08 h.

Die kürzeren Läufe der Erwachsenen starten allesamt gemeinsam um elf Uhr, so dass ab etwa halb zwölf ständig Läufer der unterschiedlichen Strecken das Ziel erreichen. Das klingt verwirrend, doch die Farben der Startnummern ermöglichen dem versierten Betrachter eine eindeutige Zuordnung der Teilnehmer zu den unterschiedlichen Strecken.

Im Jedermannlauf setzte sich der erst 18jährige Matthias Schell vom TV Enzberg in 28:46 min gegen Marko Gayer (Mit Jesus läuft’s; 29:57 min) und Simon Gänger (Bauintact Bietigheim; 30:11 min) durch. Schnellste Frauen waren die Schwestern Maria (35:43 min) und Tatjana Ruf (36:22 min), die beide für das „Nähatelier Dagmar Koch“ liefen und knapp vor Katharina Tamburini (Team G+D; 36:56 min) lagen.

Auf der Mittelstrecke war Sigrid Kluge (Bauintact Bietigheim) in 1:09:23 h vorne; die Lokalmatadorin Claudia Queißer vom TV Ochsenbach wurde in 1:13:32 h Zweite, während die Ehefrau des Stromberg-Extrem-Zweiten, Igor Schiffner, Swetlana, in 1:17:43 h den letzten Podestplatz erklomm.

Bei den Männern siegte mit Matthias Stegbauer (TSV Laupheim; 53:38 min) einer, der auch gerne ins Kirbachtal kommt und hier auch schon die Ultrastrecke gelaufen ist. Der zweite Platz von Sven Kratochwil (54:23 min; Bauintact Bietigheim) war eher ein Versehen – er war für die Jedermannstrecke gemeldet und verlief sich, in Führung liegend. Dumm gelaufen sozusagen – denn auf der Mittelstrecke erwies sich Stegbauer dann schlichtweg zu stark für Kratochwil, der meistens die kürzeren Strecken um die fünf Kilometer bei Volksläufen bevorzugt. Dritter wurde dann, ganz regulär, Jan Fessler vom Team Evaldo Mühlacker in 56:29 min. Schade für Ekkehard Beier, der eigentlich Dritter geworden wäre, wäre Kratochwil nicht in der Mittelstrecke gewertet worden sondern wie gemeldet über 7,3km.

Auf der Langstrecke siegte mit Fabian Lafrenz (LG Neckar-Enz; 1:38:40 h) auch ein alter Bekannter im Kirbachtal. Er unterbot als Einziger die 100-Minuten-Marke, denn Tillmann Reuter lag als Zweiter bereits 29 Sekunden darüber, und der Dritte, Markus Fritzsche (Skiklub Dresden-Niedersedlitz), gleich 2:57 min. Und dabei schien sich der mehrfache Deutsche Altersklassenmeister im Marathon und Halbmarathon Laffrenz wirklich mit einem Trainingslauf zu begnügen, denn richtig angestrengt wirkte er im Ziel nicht.

Bei den Frauen triumphierte die Siegerin des letztjährigen Bottwartal-Marathons, Bettina Englisch (Team G. Weber Bau) in 1:47:54 h vor Sabine Arnold (SV Horrheim, 2:04:28 h). Arnold hatte erst vor Wochenfrist bei der „Dino-Challenge“ über 18,5km den Sieg trotz eines vor vier Wochen erlittenen Bänderrisses davongetragen. Mit Platz zwei konnte sie aber gut leben, und im Ziel hatte sie dann genau drei Minuten Vorsprung auf die Drittplatzierte, Sylwia Zakrzewski (Bauintact Bietigheim).

Mit gut 250 Finishern bei den vier Läufen für die Erwachsenen und erfreulichen 55 kleinen Sportlern, die am 1,8km langen Kinder- und Jugendlauf teilnahmen, liegen die Organisatoren um Volker Schoch und Rahel Baumgärtner im Soll.

Der immer wieder fallende Niederschlag konnte weder die gute Laune der Sportler noch die der Veranstalter oder Zuschauer trüben. In den überdachten Weinlauben entlang der Zielgeraden saß man ja sowieso im Trockenen und konnte sich an allerlei Köstlichkeiten aus Küche und Keller gütlich tun.

Der Regen störte also nicht nur den Sieger Michael Sommer nicht, auch die sportbegeisterten Ochsenbacher bereiteten den Athleten einen herzlichen Empfang und die Stimmung war allseits viel eher heiter als wolkig. Bleibt zu hoffen, dass sich im nächsten Jahr wieder mehr Teilnehmer nach Ochsenbach ins Kirbachtal aufmachen. Das Programm bietet wirklich für alle etwas, und wer nicht laufen möchte, kann durchaus eine Wanderung in schöner Umgebung unternehmen und anschließend dann in den Lauben auf der Zielgeraden einkehren. Wenn das keine Perspektive ist.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.kirbachtallauf.de


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