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35. BIG 25 Berlin

[eingestellt am 11. Mai 2015]

By: Volker Goineau

Der schnellste Europäer Paul Schmidt beim Einlaufen

Die Afrikanerinnen machen sich warm

10km-Siegerin Andrea Diethers

Berlin läuft – gleich geht’s los!

Die Top-Athleten werden vorgestellt

Das Motorrad mit Christoph Kopp macht sich bereit

Der Startschuss ist gefallen

Das Feld setzt sich in Bewegung…

…oder geht es gemütlich an

Die Kinder auf den letzten Metern beim 2,5km-Kinderlauf

Gedränge nach dem Lauf

10km-Sieger Philipp Hoffmann

Die Zieleinläufer werden mehr

Sieger Abraham Cheroben auf den letzten Metern

Cheerleader im Zielbereich

Paul Schmidt auf den letzten Metern

Siegerin Kebede ist gleich im Ziel

Siegerehrung Männer

Achtungszeichen durch Paul Schmidt bei kühler Witterung

Berlin, 10.5.2015 - Die 25km-Strecke wird heutzutage nur noch selten im Wettkampf gelaufen. Dabei hat sie eine lange Tradition. So wurden auf dieser Distanz bis Anfang der 1990er Jahre regelmäßig Deutsche Meisterschaften ausgetragen. Der Laufklassiker schlechthin über diese Strecke und in gewisser Weise der Wegbereiter für die großen deutschen Cityläufe ist der 25km-Lauf von Berlin. Als „25km de Berlin“ von den französischen Alliierten im Frühjahr 1981 in West-Berlin ins Leben gerufen, war dies der erste richtige Straßenlauf in Deutschland, der quer durch die City führte. Der Veranstalter hat gewechselt, der Name ebenfalls, über den Namen „25km von Berlin“ zur heutigen Bezeichnung „BIG 25“. 2010 wurde hier der noch aktuelle Frauen-Weltrekord von 1:19:53 h durch Mary Keitany aufgestellt; der im damaligen Rennen aufgestellte Männer-Weltrekord von 1:11:50 h wurde allerdings im Jahr 2012 vom Marathon-Weltrekordler Dennis Kimetto auf die aktuelle Marke von 1:11:18 h verbessert.

11.480 Läufer hatten in diesem Jahr insgesamt für die Veranstaltung gemeldet. Neben dem 25km-Lauf werden eine 5*5km-Staffel, ein Lauf über etwas mehr als 10km sowie seit drei Jahren auch ein Halbmarathon (!), bei welchem die Teilnehmer etwas früher abbiegen als die 25km-Läufer und somit nicht das Brandenburger Tor passieren, angeboten. Start für alle diese Wettbewerbe gemeinsam war um 10 Uhr auf dem Olympischen Platz. Das Ziel aller Wettbewerbe befindet sich im Olympiastadion auf der blauen Bahn. Dies gilt auch für den Kinderlauf über 2,5 km.

Die äußeren Bedingungen erwiesen sich in diesem Jahr als eher ungemütlich, mit einem böigen Westwind, gegen den die Läufer auf der zweiten Streckenhälfte teilweise anrennen mussten. Außerdem war es mit 10-12°C recht kühl, was für Langstreckenrennen jedoch nicht schlecht ist. Die Zuschauerzahl fiel allerdings ziemlich gering aus.

Neben den schnellen Afrikanern galt in diesem Jahr das Hauptaugenmerk dem Neu-Berliner Paul Schmidt, der in diesem Jahr bereits mit schnellen Zeiten über die Halbmarathon- und die 10.000m-Distanz hat aufhorchen lassen. Sein Ziel war es, die 1:20 Stunden zu unterbieten. Er legte auch diesmal seine typische offensive Renngestaltung an den Tag und passierte die 10km-Marke kurz nach dem Brandenburger Tor in sehr rasanten 30:15 min, womit er theoretisch eine neue 10km-Staßenlauf-Bestzeit erzielte. Allerdings hatten die Läufer auf dem ersten Teilstück Rückenwind und eine gut 3 km lange Bergab-Passage, was eine schnelle erste Hälfte favorisierte. Der „Afrika-Express“ mit dem Vorjahressieger Abraham Cheroben, war hier rund zwei Minuten schneller und lieferte sich anschließend das übliche „Ausscheidungsrennen“ auf höchstem Niveau. Letztendlich lief der Top-Favorit Cheroben in 1:12:31 h als Sieger durch das Ziel. Zweiter wurde der Äthiopier Temersgen Ejerssa in 1:13:28 h. Zwischen den beiden war der Halbmarathon-Sieger eingelaufen, was für die Zuschauer eher irritierend gewesen sein dürfte. Den Sinn des zusätzlich durchgeführten Rennens über die 21,1km-Distanz sollte der Veranstalter noch einmal überdenken. Schließlich wird beim 25km-Lauf eine offizielle Halbmarathon-Zwischenzeit gewertet. Die Ränge drei und vier erreichten die Kenianer Kenneth Kipkemoi (1:14:18 h) und Frederick Ngeny (1:14:49 h). Paul Schmidt durchlief die Halbmarathonmarke nach 66:06 min und erreichte das Ziel als Siebenter und bester Europäer in 1:18:48 h, womit er sogar einen Kenianer hinter sich lassen konnte. Damit war Paul seit vielen Jahren der schnellste Deutsche bei diesem Rennen. Zweitschnellster Deutscher und bester für einen Berliner Verein startender Läufer wurde Stephan Bahn (1.VfL Fortuna Marzahn) in 1:27:03 h.

Die weibliche Konkurrenz wurde ebenfalls von de Afrikanerinnen dominiert. Die Äthioipierin Sutume Asefa Kebede setzte sich dabei souverän durch und sorgte mit 1:21:55 h für eine absolute Weltklasse-Zeit. Auf den Plätzen zwei bis vier folgten: Winny Jepkorir (1:25:59 h), ElizebaCherono (1:26:59 h) und Helen Bekele Tola (1:27:39 h). Schnellste Europäerin wurde die bereits 51jährige Karsta Parsiegla vom SCC Berlin auf Rang neun in 1:42:55 h. Karsta ist im vergangenen Herbst den Berlin-Marathon in beachtlichen 2:51:47 h gelaufen. Insgesamt erreichten 3058 Männer und 1015 Frauen das Ziel über die 25km.

Die 5*5km-Staffel wurde erneut vom Lang-und Lauf-Laden dominiert, die mit jeweils zwei Männer- und Frauenteams startete. Die schnellste Frauenstaffel lieferte mit 1:30:54 h hierbei eine durchaus ansehnliche Zeit ab. Den als 10km-Lauf ausgeschriebenen Wettbewerb, der allerdings nicht amtlich vermessen und wohl etwas länger ist, entschieden der Berliner Philipp Hoffmann (34:13 min) und die Hamburgerin Andrea Diethers (36:36 min) für sich. Andrea war erst vor zwei Wochen in Hamburg ihren ersten Marathon gelaufen und hatte sich dabei mit einer Zeit von 2:44:24 h in der erweiterten deutschen Spitze etabliert.

Insgesamt war die 35. Auflage der 25km von Berlin wieder eine tolle Veranstaltung, die ihren Platz im Laufkalender als eines der wenigen hochkarätigen Straßenrennen über diese Distanz unbedingt beibehalten sollte.

http://www.berlin-laeuft.de/


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