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8. Berliner Läufermeeting der „krummen Strecken“

[eingestellt am 15. Mai 2015]

By: Volker Goineau

Start zum Meilenrennen

Tobias Singer führt vor Paul Schmidt

Paul Schmidt läuft zum Meilensieg

3000m-Sieger Sebastian Reinwand

Micha Heidenreich

Sören Ludulph gewinnt knapp die 600m

Dennis Krüger (li.) und Sören Ludolph

Startaufstellung zum 3000m-Lauf

Julia Stepanova gewinnt die 600m

Das 1000m-Feld ist unterwegs

Sebastian Schenk gewinnt die 1000m

1000m-Feld der Damen

1000m-Lauf der „young urban runners“

Bunt gemischtes Feld

Mayada Al-Sayad mit Trainer Tobias Singer

1000m-Sieger Sebastian Schenk

Standortbestimmung zu Beginn der Bahnsaison

Berlin-Marzahn, 14. 5. 2015 - Auch in diesem Frühjahr war das Stadion des 1. VfL Fortuna Marzahn in der „Allee der Kosmonauten“ Austragungsort des Meetings der „krummen Strecken“. Diesmal fiel der Termin auf den Christi-Himmelfahrts-Donnerstag. Hier haben die Sprinter und Mittelstreckler (sowie „Kurz-Langstreckler“) die Gelegenheit, auf ungewohnten, also „krummen“ Strecken, die im Wettkampf nicht so häufig angeboten werden, ihren Leistungsstand zu überprüfen. Somit ist dieses Meeting eine gute Alternative im nordostdeutschen Raum zum Meeting im württembergischen Pliezhausen, das traditionell ebenfalls im Mai stattfindet.

Angeboten wurden die Sprintstrecken 80m, 150m und 300m; des Weiteren 600m, 1000m, eine Meile und 3000m sowie Geh-Wettbewerbe über 1000 und 3000m. Als erstes Mittelstreckenrennen wurde die Meile um ca. 11:40 Uhr gestartet. Hier waren vier Athleten am Start: Tobias Singer vom ausrichtenden VfL Fortuna Marzahn, der als Tempomacher für die ersten gut 800m fungierte, Maik Wollherr, der das Rennen ebenfalls vorzeitig beendete, Nils Gerber vom VfL Fortuna Marzahn und Langstreckenläufer Paul Schmidt vom TSV Dresden. Auf der letzten Runde konnte sich Paul von Nils lösen und einem Sieg in 4:18,62 entgegen laufen. Nils erreichte nach 4:22,81 min das Ziel. Paul war vier Tage vorher noch schnellster Europäer bei den BIG 25 Berlin in 1:18:48 h und wollte sich nur wenige Tage später einem Geschwindigkeits-test unterziehen. Nach dem Meilenrennen sollte auch ein Start über die 3000m folgen.

Doch zunächst standen die 600m an. Für viele 800m-Spezialisten ist diese Strecke eine optimale Unterdistanz zu Saisonbeginn. So war hier Olympiateilnehmer Sören Ludolph, der eine 800m-Bestzeit von 1:44,80 min vorweisen kann, am Start; ebenso der Lokalmatador Dennis Krüger, der im vergangenen Jahr die deutschen Farben bei der Leichtathletik-EM in Zürich über die zwei Stadionrunden vertreten hatte. In einem spannenden Rennen konnte sich Ludolph letztendlich in 1:17,75 min gegen Krüger durchsetzen, der nach 1:17,96 min im Ziel war. Für beide Läufer war es somit ein gelungener Saisoneinstand. Den dritten Rang belegte der 18jährige Marvin Heinrich von den Neuköllner SF in 1:18,77 min, gefolgt vom dritten der Männerklasse, Micha Heidenreich von der LG Nord Berlin in 1:20,25 min. Micha hat in diesem Jahr die 800m-DM-Norm von 1:51,70 min im Visier.

Die Damenkonkurrenz entschied eine ganz interessante Läuferin für sich: Julia Stepanova, die 2009 erfolgreich an der WM in Berlin über 800m teilgenommen hatte, im vergangenen Jahr einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung des Doping-Betrugs in Russland leistete und nun in Berlin in ihre „neue Karriere“ startet. Die 600m absolvierte sie in flotten 1:28,55 min. Später sollte sie die 300m als Zweitschnellste in 39,95 Sek rennen. Zweite über die anderthalb Runden wurde Johanna Christine Schulz vom SC Rönnau 74 in 1:32,41 min.

Die 3000m dominierte Sebastian Reinwand von der TSG Roth in 8:22,18 min. In Kombination mit dem später folgenden 1000m-Lauf, den er in 2:32,82 auf Platz 5 beendete, war dies für ihn eine gute Vorbereitung für den seinen geplanten 5000m-Start im belgischen Oerdegem am 23.5. Den zweiten Platz über 3000m belegte der Österreicher Lukas Pallitsch in 8:31,96 min, gefolgt von Niko Matysik (8:33,19 min) und Paul Schmidt (8:42,41 min), der nun doch ziemlich müde Beine hatte.

Den 1000m-Lauf der Männer entschied Sebastian Schenk vom VfV Spandau in 2:26,37 min vor Felix Rüger, der 2:27,86 min lief, für sich. Das Frauenrennen über diese Distanz gewann Lara Gruben von der MTG Mannheim in 2:58,24 min. Nur knapp geschlagen geben musste sich Mayada Al-Sayad vom VfL Fortuna Marzahn (2:58,47 min). Mayada erlief sich erst kürzlich beim Hamburg-Marathon mit einer Zeit von 2:41:44 h die Olympia-Qualifikation für Rio de Janeiro, wo sie für Palästina an den Start gehen wird.

Außerdem wurde im Rahmen des Läufermeetings ein „Young urban runner“-Lauf über 1000m veranstaltet. Hierbei wurden in erster Linie Hobbyläufer angesprochen, die sonst Berlins Straßen „unsicher machen“ und Bahnrennen eher nicht gewohnt sind. Hier war Abdou-Chakour Daro mit einer Zeit von 3:03,04 min am schnellsten.

Neben den Männern und Frauen starteten auch viele Jugendliche und Schüler über die unterschiedlichen Distanzen in die Saison; somit erwies sich dieses familiär organisierte Meeting einmal mehr als schöne Abwechslung zum Trainingsalltag und wird sicherlich auch in den nächsten Jahren Teilnehmer aus vielen Teilen der Republik anlocken.

Ergebnisse


Kossmann Laufdesign