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32. Berliner Frauenlauf

[eingestellt am 18. Mai 2015]

By: Volker Goineau

Luisa Boschan, Nadia Dagher und Mares Strempler (von li.)

Regina Vollbrecht wird mit ihrem „Guide“ auf die Strecke geschickt

Das Feld setzt sich in Bewegung

Der Startschuss ist gefallen

Führungsduo Victoria Brandt (li.) und Luisa Boschan nach rund 4km

Die „Streckenpostin“ animiert die Zuschauer

Katharina Nüser vor Julia Kind

Das Maskottchen im Zielbereich

Luisa Boschan auf dem Weg zum Sieg

Die Zweite Victoria Brandt

Die Vierte Nadia Dagher auf den letzten Metern

Siegertrio Strempler, Boschan, Brandt (von li.)

Die Fünfte Katharina Nüser nach dem Rennen

Die Zielgerade – mit dem Brandenburger Tor im Rücken

Die SCC-Läuferinnen dominieren ihr Heimrennen

Berlin-Tiergarten, 16. 5. 2015 - Bereits zum 32. Mal wurde der Berliner Frauenlauf im Tiergarten, der „grünen Lunge“ Berlins, ausgetragen. Dies ist einer der großen Läufe von „SCC Events“ und in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben hier regelmäßig nationale und auch internationale Top-Athletinnen ihre Visitenkarte abgegeben. So steht der Veranstaltungsrekord über die 10km-Distanz bei hochklassigen 32:14 min. und wurde im Jahr 2001 von Restituta Joseph aus Tansania aufgestellt. Die deutsche Marathon-Rekordlerin Irina Mikitenko trug sich bei diesem Rennen sechs Mal in die Siegerliste ein; außerdem erreichten Sabrina Mockenhaupt vier und Kathrin Weßel drei Siege.

Die Strecke wurde im Laufe der Jahre etwas verändert, führt jedoch nach wie vor durch die Straßen und die Wege im Tiergarten. So befanden sich auch diesmal der Start und das Ziel auf der Straße des 17. Juni, einige hundert Meter voneinander entfernt. Die 10km-Strecke führt über eine kürzere, knapp 4 km lange Runde, gefolgt von einer knapp über 6 km langen Runde. Es ist ein flacher, jedoch verwinkelter Kurs, der zu großen Teilen über Parkwege führt und daher nicht bestenlistenreif als 10km-Straßenlauf ist. Vor dem 10km-Hauptlauf, welcher um 18 Uhr gestartet wurde, fanden weitere Wettbewerbe statt: ein 5km-Lauf mit und ohne Zeitmessung, jedoch nur mit alphabetischer Auflistung der erzielten Zeiten in der Ergebnisliste, Nordic und Power Walking über 5 und 10km sowie ein Bambinilauf über 800m für die Kinder bis 10 Jahre. Insgesamt beteiligten sich knapp 16.000 Frauen und Mädchen aktiv an dem Event, womit der Teilnehmerrekord von 18.598 aus dem Vorjahr nicht erreicht wurde.

Das Wetter war mit Temperaturen von 12-15°C und zeitweise leichtem Regen etwas ungemütlich, in erster Linie natürlich für die Zuschauer. Die Läuferinnen ließen sich nicht davon beeindrucken und die Vorfreude war dem Teilnehmerinnenfeld kurz vor 18 Uhr anzumerken. Mit einem kleinen Vorsprung wurde zunächst die erfolgreiche Blindenläuferin Regina Vollbrecht mit ihrem Führungsläufer auf die Strecke geschickt, bevor das Feld endlich gestartet wurde. Im Feld befanden sich übrigens ein paar als Frau verkleidete Männer, die sich den Spaß nicht nehmen lassen wollten.

Eine Topläuferin vom Kaliber Mikitenko oder „Mocki“ war in diesem Jahr nicht verpflichtet worden; so war das Rennen an der Spitze ziemlich offen und das Hauptaugenmerk lag auf den einheimischen SCC-Läuferinnen um Luisa Boschan, Victoria Brandt und Mares Strempler, die allesamt in der jüngeren Vergangenheit 10km-Zeiten zwischen 35 und 36 Minuten abgeliefert hatten. So lag nach vier Kilometern mit Luisa und Victoria ein Duo an der Spitze. Etwas dahinter lief Mares, gefolgt von der weiteren SCC-Läuferin Nadia Dagher. In der Folge konnte sich Luisa von Victoria absetzen und einem sicheren Sieg in 35:14 min entgegenlaufen. Mit ihrer Nettozeit von 35:11 min konnte sie ihre persönliche Bestzeit von den Berliner Straßenlaufmeisterschaften im März um sechs Sekunden verbessern. Die noch 21jährige möchte sich in der Sommersaison für die Deutschen Meisterschaften über 5000m qualifizieren und vor allem bei der U23-DM über diese Strecke eine gute Rolle spielen. Als Zweite erreichte Victoria Brandt nach 35:58 min das Ziel. Das Treppchen komplettierte Mares Strempler in 36:13 min. Für beide waren es solide Leistungen; Mares war damit nur 15 Sekunden langsamer als bei ihrer Bestzeit im März, als sie erstmals die 36min-Marke geknackt hatte. Die 29jährige, die von den Mittelstrecken kommt, möchte ebenfalls in der Bahnsaison in erster Linie die 5000m-Distanz in Angriff nehmen, wo sie bislang eine Bestzeit von 16:56,29 min zu Buche stehen hat.  

Den vierten Rang erlief sich Nadia Dagher in 37:17 min. Den fünften Platz belegte die Hamburgerin Katharina Nüser von der LG Wedel/Pinneberg in 38:08 min, womit sie ihre Vorjahreszeit fast auf die Sekunde genau wiederholte. Die 28jährige freute sich sehr, es in diesem Jahr in die Top 6  und damit zur Siegerehrung geschafft zu haben, nachdem sie im vergangenen Jahr den siebten Rang belegt hatte. Nur sieben Sekunden nach Katharina folgte auch schon die sechstplatzierte Julia Kind in 38:15 min.

Der Frauenlauf war für die meisten Läuferinnen sowie für die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer wieder ein schönes Erlebnis mit toller Stimmung, nicht zuletzt durch das Maskottchen und den Moderator im Zielbereich, die die Leute am Streckenrand immer wieder animierten. Dieser Event ist aus dem Berliner Laufkalender kaum mehr wegzudenken und wird sicherlich auch bei der nächsten Auflage im Mai 2016 wieder zahlreiche Hobby- und Spitzenläuferinnen anziehen.

http://www.berliner-frauenlauf.de/


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