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9. E.ON Kassel Marathon

[eingestellt am 18. Mai 2015]

By: Jörn Harland

Das Kasseler Auestadion

Erfolgreiche Halbmarathonis: Felix Kaiser (links) und Michael Wagner

Die spätere Frauensieger Simret Restle mit Tempomacher Marco Sturm bei km 24

Siegerehrung der Mixed Staffeln

Der schnellste Deutsche Marcel Bräutigam in blau

Manch einer hatte noch Zeit zum Faxen machen!

Feld Halbmarathon bei km 1

Schlange bei der Startnummernausgabe

Brems-und Zugläufer

Dixies soweit das Auge reicht

Marathonspitze

Die letzten Startvorkehrungen werden getroffen

Simret Restle (rechts) und ihre Tempomacher Marco Sturm wirken entspannt vor dem Rennen

Lauflegende: Jürgen Austin-Kerl

Zieleinlauf

Zielgerade vorm Auestadion

Die schnellsten drei Männer im Halbmarathon

Auch die Kleinsten freuen sich

Auch die Walker haben ihren Platz

Die schnellsten drei Frauen im Halbmarathon

Walker-Lindwurm

Start zum Marathon

Anfeuern, was das Zeug hält

Die Führungsradfahrer hatten auch alle Hände voll zu tun

Bereits die jungen wissen was Sportsgeist bedeutet

Gleich ist es geschafft

Nordhessens größte Sportveranstaltung

Kassel, 17. Mai 2015 - Bereits zum 9. Mal fand der E.ON Kassel Marathon in der Dokumenta-Stadt Kassel statt. Das vergangene Wochenende vom 15. bis 17. Mai stand ganz im Zeichen des Laufsports. Nachdem im Jahr 2014 bereits 11.500 gemeldete Teilnehmer einen neuen Melderekord bedeuteten, galt es in diesem Jahr diese magische Marke zu brechen.

Es wurde mit Spannung dem Laufwochenende entgegengefiebert. Der Marathon ist immer schon Wochen vorher im Munde der meisten Kasseler Bürger. Spätestens wenn im gesamten Stadtgebiet die Plakate aufgestellt sind, weiss man: Der E.ON Kassel Marathon 2015 rückte immer näher.

Das Team um Organisationsleiter Winfried Aufenanger hatte es wieder geschafft. Auch in 2015 standen wieder zahlreiche attraktive Wettbewerbe auf dem Programm:

·         Samstag: Mini-Marathon (4,2195 km) und Walking (8 km)

·         Sonntag: Marathon, Halbmarathon, Power-Walking-Halbmarathon, Handbiker-Halbmarathon und Marathon-Staffel

Hinzu kommen in Kassel zahlreiche Wertungen:

Für die Auszubildenden gibt es den Raiffeisen-Azubi-Cup (Marathon, Halbmarathon, Marathon-Staffel), für Studierende und Mitarbeiter von Universitäten und Hochschulen den MLP-Uni-Cup (Marathon, Halbmarathon, Marathon-Staffel) und erstmals die Hessischen vhs-Meisterschaften (Marathon, Halbmarathon, Marathon-Staffel, Walking) für Mitarbeitende, Kursleitungen und Teilnehmende in Volkshochschulen aus Hessen und anderen Bundesländern. Der Polizei-Cup (Marathon, Halbmarathon, Marathon-Staffel) ist traditionell Bestandteil des E.ON Kassel Marathon.

Samstag

Der E.ON Kassel Marathon fesselt nicht nur durch packende Wettkämpfe, sondern auch durch ein besonders attraktives Rahmenprogramm. Auch wenn das Highlight – der Marathon – erst am Sonntag über die Bühne geht, so ist bereits am Samstag volles Programm rund um das Auestadion.

Es beginnt mit dem Frühstückslauf um 10 Uhr. Dieser gehört fest zum Programm des E.ON Kassel Marathon. Das Motto lautet „Beim lockeren Jogging durch den Auepark“ werden die letzten Kräfte mobilisiert. Unter Anleitung von Karin Severin-Lenz (Laufschule Kassel) hat dieser Frühstückslauf in den letzten Jahren eine große Gefolgschaft gefunden. Nach gemeinsamem „Sporteln“ fanden sich die Teilnehmer dann traditionell in der Aueparkhalle zu dem "leistungsförderndem Frühstück" ein.

Eine weitere Tradition im bunten Programmreigen ist der Marathon-Gottesdienst, der auch dieses Jahr wieder angeboten wurde. Marathon-Pfarrer Dirk Stoll und seine Kollegen läuten gegen 15 Uhr den Nachmittag ein. Hinter der  Osttribüne im Auestadion haben die Marathonis, die Möglichkeit zu einigen Minuten der Besinnung und Gottes Segen für den anstehenden Start.

Das eigentliche Highlight am Samstag ist aber wohl der Mini-Marathon. Im Jahr 2014 lagen hier über 5000 Anmeldungen vor. Wenn man bedenkt, dass man mit 300 Teilnehmern begonnen hat. Diese Zahl wurde kontinuierlich gesteigert und hat inzwischen Ausmaße, die auch die Grenzen der Logistik erreicht. Der Run auf die Startplätze hat den Mini-Marathon längst zum Maxi-Event am Tag vor dem eigentlichen Marathon werden lassen. Inzwischen ist der Mini-Marathon der zahlenmäßig größte Wettbewerb im Rahmen des gesamten E.ON Kassel Marathon ist. Auf diese Entwicklung kann man durchaus stolz sein, denn damit zählt der Mini-Marathon im deutschlandweiten Vergleich zu den ganz Großen. Nur ganz wenige Veranstalter können mehr Starter im Schülerbereich aufweisen.

Auch organisatorisch ist der Mini-Marathon zu einer fast eigenständigen Veranstaltung geworden. Um die 110 Schulen in Kassel und in der Region beteiligten sich 2015 - auch das ein neuer großartiger Rekord. Je nach Schule ist die Beteiligung unterschiedlich: von einer Handvoll Läufer bis hin zu weit über 100. Das ehrenamtliche Engagement von Lehrern, Fördervereinen oder Eltern ist über die Jahre immer größer geworden. Viele von ihnen sind mit Leib und Seele dabei. In den Schulen selbst gibt es Vorbereitungs- und Trainingsgruppen, die Kids fiebern das ganze Jahr auf das Kasseler Laufereignis hin.

Start ist in der Damaschkestraße nahe des Auestadions. Das Highlight für die jungen Talente ist sicherlich der Zieleinlauf in das Kasseler Auestadion. Die Strecke geht über 4,219 km durch den nahegelegenen Auepark. Sie ist ausschließlich den Schüler/innen (ab Jahrgang 2006) und den Jugendlichen (bis Jahrgang 1996) vorbehalten.

Beim männlichen Geschlecht gab es einen Doppelsieg vom SSC Hanau-Rodenbach. Es siegte Marius Abele in 14:41 min. vor Jonas Rapp in 14:51 min. Erstaunlich ist, dass beide noch der Klasse M15 angehören. Der Drittplatzierte Lorenz Funck brachte in 14:54 min. ebenfalls eine gute Leistung, ist aber um 3 Jahre älter als seine Podiumskollegen.

Bei den Mädels ging der Sieg nach Fuldatal. Eva Dietrich zeigte in 16:08 min. den Konkurrentinnen ihre Hacken. Gina-Marielle Schürg wurde in 16:27 min. Zweite, dicht gefolgt von Nina Engelhard vom PSV Grün-Weiß Kassel als Dritte in 16:29 min.

Sonntag

Das eigentliche Highlight ist dann der Marathonsonntag. Das Frauenfeld führte die deutsche Meisterin im Halbmarathon Simret Restle-Apel an. Im Vorfeld kündigte die Wiesbadenerin an: „Vor allem freue ich mich auf die vielen Zuschauer und die große Party an der Strecke. Ich will einfach Spaß haben." Die Athletin des PSV Grün-Weiß Kassel war jedenfalls mit ihrer Halbmarathonzeit von 1:14:36 h bestens gerüstet für ihre Kassel-Premiere.

Bei den Männern galt der Dritte der Deutschen Marathon-Meisterschaft aus 2014, Ybekal Daniel Berye (ebenfalls PSV Grün-Weiß Kassel) als Geheimfavorit für einen Platz als bester Läufer mit deutschem Startpass. Als stärkster Konkurrent war sicherlich der beste Deutsche des Vorjahres Marcel Bräutigam vom GutsMuths Rennsteiglaufverein zu sehen.

Doch wie lief es nun? Letztlich heisst es immer: Papier ist geduldig und ein Marathon muss erst gelaufen werden!

Marathon

Der E.ON Kassel Marathon findet auf einem Ein-Runden-Kurs statt. Am Morgen noch etwas frisch bei ca. 6 Grad, im weiteren Tagesverlauf bei Temperaturen von maximal 15 Grad Celsius ging das Marathonevent über die Bühne. In Kurzform: optimale Laufbedingungen.

Kiprotich Kirui ist der erste Titelverteidiger beim E.ON Kassel Marathon, der seinen Erfolg wiederholen konnte. In 2:14:12 h gewann der 30-Jährige vor Hosea Kiplagat Tuei (Kenia, 2:15:26 h) und Wubishet Zewde (Äthiopien, 2:17:15 h). Einen sehr starken vierten Platz errang Marcel Bräutigam. Als bester Deutscher konnte der Thüringer seine Vorjahresleistung noch übertreffen. In 2:17:22 h lief er Bestzeit. Lokalmatador Ybekal Daniel Berye (PSV Grün-Weiß Kassel) lief bis km 40 in der Gruppe um Bräutigam mit. Das sollte sich auszahlen, so dass der Kasseler als Fünfter in 2:17:40 h ebenfalls eine neue persönliche Bestzeit erzielte.

Bei den Frauen setzte sich in einem spannenden Finale Simret Restle-Apel vom heimischen PSV Grün-Weiß Kassel mit einer persönlichen Bestzeit von 2:37:48 h vor der Kenianerin Edinah Kwambai (2:39:54 h) und der Äthiopierin Wudnesh Debele (2:51:05 h) durch. „Es war das Rennen meines Lebens“, sagte die in Wiesbaden lebende Restle-Apel, die für den ersten deutschen Sieg seit den Anfängen der Veranstaltung im Jahr 2007 sorgte.

Halbmarathon

Im Halbmarathon feierte Johannes Wennmacher (PSV GW Kassel) einen schönen Erfolg und lief in 1:11:48 h die zweitschnellste Zeit bisher beim E.ON Kassel Halbmarathon. Wennmacher gewann vor Christian Wiese aus Hannover (1:12:13 h) und Tom Ring (PSV, 1:13:29 h). Die Vorjahreszweite Ramona Wied (SG Wenden) freute sich riesig über ihren Erfolg bei den Frauen und eine neue Bestzeit (1:22:42 h) vor Britta Thyssen (1:25:44 h) und Lena Nitzge (1:27:08 h).

Marathonstaffel

Die Marathonstaffel startet gemeinsam mit den Marathonis um 9.00 Uhr. Es gibt zahlreiche Kategorien. Die Männerstaffel gewann das Team EAM-Energie aus der Mitte 2 in der Besetzung David Lapphöhn, Christoph Bentz, Oliver Degenhardt und Tobias Kisling. Ihre Zeit war am Ende 2:27:54 h. Bei den Frauen hatten die Mädels des Tri-Team Fuldatal die Nase vorn. In der Zeit von 3:18:41 h verbuchten Saskia Freiwald, Marion Holl, Anke Scheele und Nicole Fischer-Hennen die Goldmedaille. Die Mixed-Wertung konnte der Lokalmatador PSV Grün-Weiß Kassel für sich entscheiden. Mit Leonardo Ortolano, Nina Engelhard, Silke Optekamp und Christoph Günther siegten die PSVer in 2:40:13 h.

 

Im Rahmen des diesjährigen Kassel Marathons wurden bereits zum dritten Mal die deutschen ökumenischen Kirchen-Meisterschaften im Marathon, Halbmarathon und der Marathon-Staffel ausgetragen. Jeder haupt- und nebenamtliche Beschäftigte der evangelischen und katholischen Kirche sowie Mitarbeitende von Diakonie und Caritas waren teilnahmeberechtigt.

Im Ganzen Marathongewimmel sind die zahlreichen Brems- und Zugläufer (BuZL) beim E.ON Kassel Marathon nicht zu übersehen. Denn oft führt der Weg zur persönlichen Zielzeit über die "BuZL". Traditionell laufen diese mit Luftballons, auf denen die jeweilige vorgesehene Zielzeit angegeben ist. Ein Service, der mittlerweile fast überall Standard geworden ist. Bundesweit Berühmtheit erlangten die Kasseler "BuZL" bereits, als sie Teil einer Lauf-Geschichte in der "Sendung mit der Maus" waren. Sie kommen aus den Vereinen in der Region oder aus den Vorbereitungs-Stützpunkten des E.ON Kassel Marathon.

Unter dem Begriff Marathon-Party kann die grandiose Stimmung an der Strecke wahrgenommen werden. Daran haben insbesondere die zahlreichen Zuschauern in den 15 zu durchlaufenden Stadtteilen großen Anteil. Diese ca. 70.000 Fans bescheren den Läuferinnen und Läufern in jedem Jahr ein unvergessliches Erlebnis.

Durch die unterschiedlichen Startzeiten und die Art der Streckenführung ist der E.ON Kassel Marathon für den Zuschauer sehr attraktiv, da durchgängig Teilnehmer unterwegs sind. Entlang der Strecke gibt es fast auf jedem Kilometer einen Party-Point. Diese werden von Firmen, Vereinen oder Anwohnern durchführt. Die so erzeugte Atmosphäre hat dem E.ON Kassel Marathon einen sehr guten Ruf gebracht.

„Mit der Zahl von 11.500 Teilnehmern aus 2014 hatten wir im Vorfeld des Marathons bereits eine ordentliche Marke, die es zu knacken galt“, so Organisationsleiter Winfried Aufenanger. „Doch ich war zu jeder Zeit optimistisch, dass wir auch bei der 9. Auflage ein straffes und solides Marathonwochenende auf die Beine stellen werden.“ Letztlich wurde das hohe Niveau des Vorjahres noch gesteigert.

Aus Sicht von Polizei und Rettungskräften verlief das gesamte Marathon-Wochenende mit seinen insgesamt 70.000 Zuschauern im Auestadion und in der Stadt eher ruhig. So mussten dank der moderaten Temperaturen lediglich 15 Menschen im Ziel und neun auf der Strecke medizinisch versorgt werden.

Die zehnte Auflage des Kasseler Marathons findet erst am 18. September 2016 statt. „Wir wollen in der Zukunft wieder mehr Teilnehmer für die klassische Marathonstrecke gewinnen und erhoffen uns dadurch die richtigen Impulse“, sagt Aufenanger.

Ergebnisse unter http://www.davengo.com/event/result/eon-kassel-marathon-2015/

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