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7. Keufelskopf-Ultratrail Reichweiler

[eingestellt am 24. Mai 2015]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

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Startnummernausgabe in der Garage

Pfingstsamstag kurz vor 6 Uhr

Die Läufer sind los

Eigenverpflegung

Nach dem Startschuß erst angekommen und dann die Ruhe weg…

Sieger des 45 km-Laufs Janosch Kowalczyk

Bernhard Munz, Ultratrailsieger Tim Wortmann (in grau) und Marathontrail-Zweiter René Strosny gemeinsam bei km 24,1

Daniel Hernes (vorne) und Zweiter Ultratrail Philipp Sahm

Marathontrailer Christian Reeb

Marathontrailer (= grüne Startnummer) Sascha Czogalla

Ultratrailer (=schwarze Startnummer) Holger Boller

Markus Schäfer

Viel Leben am VP1

Sven Vetter

Dariusz Porebski

Scherzkeks Georg Kunzfeld

Dritter Ultra Matthias Igel

Andreas Gümbel hat Hunger, neben ihm Goar Engeländer

Conny Karlstedt

Alexander Machhaus

Roland Klimsa

Sven Winkelmann und Christoph Janthur sind den ganzen Ultratrail gemeinsam gelaufen

Zwei unbekannte Läufer

Startnummernkontrolle durch Angela Strosny

Siegerin Marathon Erika Chaari

Peter Schwab

Der Orgachef des Bottwartalmarathons Gerhard Petermann lief zwei Stunden schneller als vor zwei Jahren

Nawid Wuttke

Michael Schu

KUT-Zweite Judith Scheifler, Siegerin Kim-Dania Schierhorn direkt hinter ihr

Kim-Dania Schierhorn

Klaus Matthee und ?

Thorsten Ink und André Schieffer

Björn Schneider

Dirk Joußen

Maic Richter

Michael Schiffer

Zweite Marathon Silke Windecker

Thomas Steinebach bei seinem ersten Ultra

Holger Gremmers von vorne…

… und von hinten

Markus Jost

Robert Nolte und Michael Pieper

Jürgen Zach

Christian Weingart

Nils Riegel

Ingo Engel, dahinter Manuel Deleens

Michael Schmidt und Beate Ufer

Axel Danhausen

Stefan Mandel

Michael Weigel

Extra aus Kiel angereist: Benjamin Kabuth

M auf dem Rücken = Marathontrailer

Olivier Lentz

Jens Lukas hatte keinen guten Tag

Peter Knapp

Jan Blendeck

Hans Lems

Manuela Weisbarth

Beate Rosentreter

Gerhard Börner und ? werfen einen sehnsüchtigen Blick Richtung Ziel, das sie erst 60 km später erreichen werden

Jessica Michelle Schumann

Florian Hahn

Roland Kaiser

Michael Westerwalbesloh

Sonja Braun und Thomas Mensch

Der GAU für Fotografen: Startnummer auf dem Rücken

Klaus Hübner

Esther Delp

Ralf Nöst

Petra Neumann und KUT-Dritte Monika Kattenbusch

Oliver Weis, diesmal ohne Iris Hadbawnik

Marlis Hochbruck

Patrice Kusalik

Jürgen Weile

Karl-Heinz Wolkowski

Antje Ueberholz, dahinter Arno Jeurissen

Michael Czogalla

Sabrina Bühler

Henri Drenthel

Start der 22 km-Trailer, Siegerin Julia Einenkel (770)

Marathonsammler Bernhard Hertinger

Johannes Vogel

René Schneider und Stephan André

Peter Minicka

Michael Seeger

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an: Langstrecken-Wiedereinsteiger Klaus Hofmann

Martin Veldwijk

Peter Pfleger

Bernhard Höft

Raymond Risser und ?

Dieter Ehrenberger und Michael Müller

Friedhelm Hofmann

?

Tatjana Diekmann und ?

Katrin Sekulla

Leon Zilvertand

Alexander Hirsch und Bianca Kramer

Holger Wiegleb und Kai Urban

Verläufer Oliver Nink

Daniela-Luana Fulga und Peter Pisalski

Sascha Mörth

Frank Beutel

Meistens hinter, ab und zu vor der Kamera: Matthias Heibel

Steffen Menz

Melanie und Steffen Kohler

Frits van der Lubben

Christine Seidel und Michael Leissner

?

Waltraud Keil und Richard Berthold

Carsten Görres

Jens Deman, Tina und Daniel Hirsch

Lothar Leibrecht

Peter Wasser und Vera Eskes

Annette und Michael Bruns

Walter von Weber

Thorsten Mundi

Ältester Teilnehmer Werner Mootz

Siegerin 22 km Julia Einenkel

Elmar Bayer hat Spaß

Fernblick auf VP2

Zwei Saarländer in der Pfalz

Sieger KUT Tim Wortmann

Zweiter KUT Philipp Sahm

Kontrollposten

Reichweiler von oben

die Läufer sind wohl nicht gemeint

Dritter Matthias Igel

Glücklich im Ziel: Walter von Weber und Claudia Zimmermann

Tim Wortmann

Vierter Sven Vetter

Fünfter Bernhard Munz

Sechster Holger Boller

Strahlende Siegerin Kim-Dania Schierhorn

Jürgen Zach bei seinem 5ten KUT-Finish

Stefan Mandel

Zweite Judith Scheifler

Auch die Helfer haben Spaß

Ingo Engel

Waaas? Ich bin Dritte? Monika Kattenbusch ist erstaunt

Von oben bis unten eingesaut

Legendäre Zielverpflegung: Lyonerpfanne

Heike Schnier nach ihrer Abbändelei

Der ganz normale Wahnsinn

Reichweiler, 23. Mai 2015 - Die heiße Trailschlacht in den Wäldern von Reichweiler und umliegenden Ortschaften war heuer eine mit milden Außentemperaturen. Entsprechend niedrig war die Ausfallquote. Kamen im vergangenen Jahr, als die DUV ihre Deutschen Meisterschaften in Reichweiler austrug, nur knapp 60% der gestarteten Ultratrailer ins Ziel, waren es dieses Jahr satte 91,5%. Was 2009 als Einladungslauf zum Geburtstag von Eric Tuerlings begann, hat sich inzwischen zu einer gut besuchten Veranstaltung gemausert. Statt des anfänglichen Ultratrails, der dem K-UT seinen Namen gab, sind in den letzten Jahren insgesamt drei Strecken im Angebot: der Short-Trail (K-ST) über 22 km mit 1.000 Höhenmetern, der Marathon-Trail (K-MT) über 45 km mit 1.900 Höhenmetern und eben der Keufelskopf-Ultratrail (K-UT) über 85 km mit 3.500 Höhenmetern.

Wie lange Tuerlings und der SV Reichweiler den Lauf noch Ultra-Trail nennen dürfen, steht allerdings in den Sternen. Die Internationale Trail-Organisation ITRA, hinter der die Veranstalter des Ultratrail du Mont Blanc (UTMB) stecken, hat sich die Wortrechte daran gesichert. Zur Zeit hat Tuerlings noch die Erlaubnis, seinen Lauf „Ultratrail“ zu nennen, da er sich aber weigert, die Geldmacherei der ITRA um die inzwischen kostenpflichtige Vergabe von Qualifikationspunkten für den UTMB mitzumachen…… Aber vielleicht fällt ihm ja einfach ein adäquater und griffiger Ersatz für das Wort „Trail“ ein, damit der K-UT seinen Namen behalten kann.

Da die Läufer der beiden längeren Strecken immer am Pfingstsamstag morgens um 6 Uhr in die Landschaft entlassen werden, beginnt sich die 600 Seelen-Gemeinde Reichweiler im Landkreis Kusel schon am Freitagabend zu füllen. Eric Tuerlings kann sich dabei auf eine umtriebige Truppe des SV Reichweiler, der seit einigen Jahren auch offiziell als Veranstalter auftritt, verlassen. Freitags werden reichlich Nudeln gekocht, um hungrige Läufermägen mit einer Henkersmahlzeit mit oder ohne Fleisch zu füllen. Am Samstagmorgen werden ab kurz vor 4 Uhr jede Menge Frühstücksbrötchen geschmiert, im Laufe des Vormittags rollen dann jede Menge Kuchen und Torten an und die legendäre Lyonerpfanne, bestehend aus Fleischwurst, Kartoffeln, frischer Paprika und Zwiebeln wird vorbereitet. Sie bringt nach dem Zieleinlauf die unterwegs verlorene Energie zurück. Für Vegetarier steht auch eine „abgespeckte“ wurstlose Variante zur Verfügung.

Unterwegs setzt Tuerlings auf Läuferautonomie. An den Versorgungsstellen (vier beim K-UT, eine beim K-MT und keine beim K-ST) wird nur Wasser zur Verfügung gestellt. Die Läufer dürfen sich eigene Getränke an die Versorgungsstellen bringen lassen, dafür stehen am Dorfgemeinschaftshaus jede Menge Klappkisten bereit. Alles, was im weitesten Sinne mit Essen zu tun hat (also auch Gels), muß am Mann bzw. der Frau transportiert werden. Wer versucht, Essbares in die Versorgungskisten zu schmuggeln, wird dann unterwegs enttäuscht in der Kiste suchen, denn diese Dinge werden von den Helfern gnadenlos aussortiert und können nach dem Zieleinlauf wieder mitgenommen werden. Das war allerdings in diesem Jahr nicht mehr nötig, inzwischen hat sich in der Trailgemeinde rumgesprochen, daß man da in Reichweiler kein Pardon kennt. Leider passiert es immer mal wieder, daß einzelne Läufer von außen, also von Angehörigen, mit Essen versorgt werden. Weil es bisher keine offiziellen Proteste gab, führte das auch noch nicht zur Disqualifikation. Die entsprechenden Läufer sollten sich aber Gedanken über sportliche Fairness machen und sich auch nicht darauf verlassen, daß nicht doch mal ein Konkurrent offiziell protestiert.

Die Ersten, die ihren Zieleinlauf genießen dürfen, sind die schnellsten K-MTler. Janosch Kowalczyk (Team Leosport) hatte die ersten 20 km in 1:31 h „runtergerissen“, sich dann kurz verlaufen, kam aber trotzdem noch vor allen anderen beim Versorgungsposten in Sichtweite des Start-Ziel-Bereichs bei km 24 an. Nach nur 4:04:45 h lief der 24jährige als neuer Streckenrekordhalter über die Ziellinie. Er hatte den alten Rekord von Michael Weishaar aus dem 45 km-Debutjahr 2012 um stolze 27 min unterboten. Der Student hatte im vergangenen Jahr schon mit 1:56:16 h die 22 km-Variante gewonnen, nachdem er lange verletzt war. In Berlin möchte er Ende September seine Marathonbestzeit auf flacher Asphaltstrecke um gut drei Minuten auf unter 2:30 h drücken. Und danach? Er liebäugelt mit einem 100 km-Start, solange er aufgrund seines Studiums noch relativ zeitflexibel ist. Da er Laufen aber als Leistungssport sieht, möchte er nicht einfach nur ankommen, sondern nach Möglichkeit gleich 7 Stunden oder gar schneller laufen. Deshalb ist er zur Zeit noch unsicher, ob er den Trainingsaufwand für eine solche Leistung auf sich nehmen will. Schon für das Marathontraining stellt er immer für drei Monate vieles zurück, verzichtet auf Partys und anderen Spaß. Michael Sommer, den 10fachen Deutschen Marathonmeister, hat er aber schon kennengelernt, vielleicht kann dieser ihm ja seine Befürchtungen zerstreuen.

René Strosny (Läuferherz Darmstadt) wäre ja eigentlich ein Kandidat für die 85 km-Strecke, aber ihm und seiner Frau Angela mangelt es zur Zeit wegen einer verletzten Katze etwas an Zeit, die sie fern der Heimat verbringen können, deshalb entschied er sich Mitte der Woche noch kurzfristig, wenigstens über 45 km an den Start zu gehen. Der Bautzener mit Wohnsitz im Odenwald blieb mit 4:24:58 h auch noch unter dem alten Streckenrekord, konnte sich über den zweiten Platz freuen.

Mit Matthias Weckbach aus Michelstadt kam ein weiterer Odenwälder aufs Treppchen. ER ist noch ein Jahr jünger als Janosch Kowalczyk, brauchte 4:35:09 h.

In Reichweiler werden die jeweils ersten drei mit Preisen bedacht, die ersten Sechs aber zwecks Ehrung auf die Bühne gebeten. Im Applaus des leider nur wenigen Publikums konnten sich noch Markus Schäfer, Andreas Gümbel und Goar Engeländer sonnen. Sie blieben auch alle drei noch unter 5 Stunden.

Als Gesamt-20te wurde Erika Chaari als Siegerin im Ziel empfangen. Die 52jährige brauchte 5:36:29 h. Sie hat in den letzten Jahren wenige, manchmal gar keine Ultras in ihrer DUV-Statistik verzeichnet. Aufgrund familiärer Verpflichtungen fehlte ihr oft die Zeit für langestreckenadäquates Training. Jetzt sind ihre Kinder aus dem Haus und sie startet quasi ihre zweite Ultra-Laufbahn. Die im rheinhessischen Framersheim Wohnende trifft sich immer samstags morgens um 7.15 h mit bis zu sieben LaufkollegInnen zum gemeinsamen Training. Entsprechend haben die Frühaufsteher im Kreis Alzey-Worms ihren Lauftreff auch „Rheinhessen SA 7.15“ genannt.

Acht Minuten nach ihr kam Silke Windecker von der LSG Karlsruhe wieder auf den Platz hinter dem Dorfgemeinschaftshaus gelaufen. Bei der 100 km-DM im April mußte sie sich noch ziemlich mit Rückenproblemen über die Strecke quälen.

Dritte wurde Claudia Arnold aus Lorsch, die 5:53:14 h unterwegs war. Neben das Podest traten noch Beate Ufer, Bianca Kramer und Esther Delp.

95 von 100 Gestarteten erreichten das Ziel, 85 von ihnen innerhalb des Zielschlusses von 8:15 h. Der älteste Teilnehmer über alle drei Wettbewerbe war der 73jährige Werner Mootz, der 9:14:39 h für die 45 km brauchte. Der LTF Köllertaler war das optisch krasse Gegenstück zu den teils hochtechnisierten jungen Trailläufern. Über seinen Rucksack hatte er sich keine Gedanken gemacht und einfach einen Schuhbeutel mit Bananen und Getränken bestückt. Um ihn zu fixieren, hatte er sich noch eine Bauchtasche umgeschnallt. Unterwegs hatte er dann allerdings mehr damit zu tun, daß sein Eigenbau richtig hielt und ihm nicht noch Schnüre die Schultern einschnitten als sich auf die Strecke zu konzentrieren. Mithilfe von Flatterbändern konnte er ihn weiter festbinden, brauchte dann aber immer fremde Hilfe, um an seinen Proviant zu kommen.

Neun Minuten vor Erika Chaari kam die 22 km-Siegerin Julia Einenkel (7G Runergy Laufteam) ins Ziel. Der K-ST war erst um 9 Uhr gestartet worden. Die 34jährige, der die anspruchsvolle Strecke so richtig Spaß machte, brauchte 2:27:10 h. Sie hatte nur vier Männer vor sich ins Ziel gelassen. Allen voran lief Karl-Peter Böshar vom TuS aus dem nahen Glan-Münchweiler. 2:12:54 brauchte der 46jährige und  war damit zwar der langsamste bisherige K-ST-Sieger, aber auch mit Abstand der älteste. Nico Kartes (LTF Mauschbach, 2:15:10 h), Tobias Geipert (Trailtourist / Darmstadt, 2:17:38 h) und Luther Wiest (Hütschenhausen, 2:18:31 h) kamen ebenfalls noch vor Julia Einenkel ins Ziel.

Vanessa Matten aus Oberhausen brauchte 2:58:47 h, war anschließend total happy und will 2016 auf jeden Fall wiederkommen – dann vielleicht auf einer längeren Strecke. Auf Platz 3 eine Läuferin des LTF Mauschbach: Andrea Munkes. Sie brauchte 3:11:58 h. 

Olivera Rösner-Kramaric aus der Laufgruppe der Kaiserslauterin Heike Buchinger wurde nach 3:13:06 h Vierte. Heike Buchinger selbst erreichte das Ziel als 68te nach 4:33:33 h und damit eine halbe Stunde nach dem eigentlichen Zielschluß – gehandicapt durch eine Erkältung, aber zufrieden damit, daß ihre operierte Hüfte den Trail gut mitgemacht hat.

107 Gestartete und damit auch zahlenmäßig noch knapp die stärkste Distanz – das sind die nackten Tatsachen des K-UT. Nach dem Hitzejahr 2014, das viele „Opfer“ forderte, kamen trotz deutlich niedrigerer Teilnehmerzahlen fast genauso viele Läufer ins Ziel wie im Vorjahr. 105 Finisher waren es 2014, 98 in diesem. 15:35 h war der Zielschluß, den 90 Läufer einhielten, fünf waren nicht mal fünf Minuten darüber. Nur die letzten drei litten auf den letzten 15 km offenbar recht heftig. Bei km 70 ist das letzte Cut-off, von wo sie noch weiterlaufen durften, also wohl noch in der Zeit waren. Wer nach knapp 16 Stunden ins Ziel kommt, ist bis 22 Uhr unterwegs – und da ist es Ende Mai schon richtig dunkel im Wald, was das Laufen und die Orientierung zusätzlich erschwert.

Tim Wortmann, der 31jährige Bielefelder mit Wohnsitz in Markdorf am Bodensee kam, sah und siegte auf der langen Strecke. Er hatte sich am Freitagabend erst nachgemeldet. Als Leistungsdiagnostiker arbeitet er am Bodensee, weil ihn die Berge mehr reizen als der Teutoburger Wald zuhause. Er gehört dem von Sebastian Haag gegründeten UVU Racing Team an, das sich häufig an sogenannten Extremläufen beteiligt. Der ehemalige Teammanager Haag verunglückte im Vorjahr tödlich beim Bergsteigen mit Speedski in Tibet. Er wäre am Samstag 37 Jahre alt geworden, so daß Wortmann den K-UT auch in seinem Gedenken lief. In der kommenden Berglaufsaison hat er sich einige alpine Rennen auf die Agenda geschrieben. Im Juli wird er in Bozen an einem Skyrace teilnehmen, im September will er im Team mit Annemarie Flammersfeld beim TransAlpine an den Start gehen. In Reichweiler hat ihm die Streckenführung gut gefallen, weil man auch technisch laufen muß und nicht einfach nur durch den Wald rennt. Eigentlich hatte er die Vorjahres-Siegerzeit von Rudi Döhnert im Visier, aber die 8:36 h waren nicht mehr drin, nachdem auf den letzten 20 km sein Magen streikte und er nichts mehr bei sich behalten konnte. „Irgendwann läuft man dann leer“ zeigte er sich trotzdem zufrieden mit seinem Lauf. 9:10:56 h brauchte er letztlich, um ans verdiente alkoholfreie Zielbier zu kommen.

Im Startgeld sind in Reichweiler Zielgetränke und Lyoner Pfanne für die UTler sowie Kuchen für die STler und MTler enthalten.

Philipp Sahm (LTF Mauschbach), Streckenrekordhalter auf der damals aber wohl noch etwas kürzeren Short-Trail-Strecke und zu seiner eigenen Überraschung im letzten Jahr Vierter im Ultratrail, konnte in diesem Jahr nochmal 36 Minuten „einsparen“ und sich mit 9:22:15 h Platz 2 sichern. Nachdem er nicht gut ins Laufjahr 2015 gekommen war, zeigte er sich sehr zufrieden mit seinem Ergebnis. Jetzt stehen erstmal ein paar Triathlons auf seinem Sommerprogramm. Ultralanglaufend kann man den 34jährigen Namborner beim Night52 in Bretten, beim Allgäu Panorama Trail in Sonthofen und evtl. auch Anfang September bei der DUV-DM im Ultratrail in Plettenberg antreffen.

Matthias Igel (Laufwelt Wintersdorf) konnte sich bei seinem dritten K-UT-Finish um fast eine Stunde gegenüber seinen Vorleistungen steigern und sicherte sich so sicher verdient nach 9:32:21 h Platz 3.

Sven Vetter, Bernhard Munz und Holger Boller wurden ebenfalls zur Siegerehrung auf die Bühne gebeten. Der Kemptener Munz war wie gewohnt schnell angegangen, den ersten Marathon absolvierte er gemeinsam mit Tim Wortmann. Probleme mit zu engen Schuhen im Zehenbereich ließen ihn dann langsamer werden. Mit 10:02 h war er aber immer noch über eine Stunde schneller als im Hitzejahr 2014.

3-2-1 ist die Statistik von Kim-Dania Schierhorn (Team Meldeläufer) in Reichweiler. Nach dem dritten Platz 2013 und dem zweiten 2014 krönte sie nach verletzungsbedingter neunmonatiger Laufabstinenz nach nur gut zwei Monaten Lauftraining ihre K-UT-Bilanz. Die 28jährige Hamburgerin studiert zur Zeit in Köln. Mit so wenig Training die eigene K-UT-Zeit nochmal um 21 min auf 11:03:15 h zu steigern spricht für das Talent der jungen Athletin.

Bis km 25 lief sie noch hinter der Flörsheimer Vielstarterin Judith Scheifler. Die 52jährige, die für die LG Bad Soden-Neuenhain startet, hat alleine dieses Jahr schon ein umfangreiches Programm hinter sich. Der K-UT war zwar erst ihr fünfter Ultramarathon 2015, aber sie startet oft auch bei kürzeren Läufen, wie zuletzt gerade letzte Woche bei der Deutschen Berglauf-Meisterschaft am Hundseck in Bühlertal, wo sie mit ihren Mannschaftskameradinnen den zweiten Platz in der W35 belegte – weil nicht genug über 50jährige mitlaufen wollten, mußte sie auf eine jüngere Altersklasse runtermelden. In der Woche davor hatte sie erstmals den langen Kanten auf dem Rennsteig bezwungen. Nach 11:33 h war sie wieder zurück am Dorfgemeinschaftshaus.

Zu ihrer eigenen Überraschung wurde die W55erin Monika Kattenbusch (Haxter Lauffreunde Paderborn) nach 12:43:13 h Dritte.

Petra Braun, Sonja Neumann und Beate Rosentreter komplettierten die Ehrungsriege.

Gerhard Petermann, Orgachef des Bottwartal-Marathons, hatte mit dem K-UT noch eine Rechnung offen, nachdem er vor zwei Jahren schwer leiden mußte, um die Strecke in 12:59:59 h zu bezwingen. Viel lockerer und strahlend wurde er diesmal nach 10:58:20 h von den Zeitnehmern erfasst.

Thomas Steinebach (LC Mengerskirchen) aus Hadamar lief in Reichweiler seinen ersten Ultramarathon überhaupt. Und das im „zarten Alter“ von 56 Jahren. Vor drei Jahren nahm dieses anspruchsvolle Debut seinen Lauf. Damals lief er mit Trainingspartnern bei einer IVV-Wanderung 30 km und man unterhielt sich über dies und das, auch über die 100 km von Biel. „Die würde ich auch irgendwann gerne mal laufen“ meinte er damals – da mischte sich ein Läufer, der immer einige Meter vor der Gruppe unterwegs war, ins Gespräch ein und empfahl Steinebach, sein Ultraglück erstmal am Keufelskopf zu versuchen. Wenn er den geschafft hätte, wären die 100 km von Biel kein Problem mehr. Er löste die Aufgabe mit Bravour, wurde mit 11:50:20 h Zweiter seiner Altersklasse – 20 min vor ihm war der zwei Jahre ältere Niederländer Arno Jeurissen im Ziel.

Der älteste Teilnehmer auf der Langstrecke war der 61jährige Remscheider Karl-Heinz Wolkowski, der mit 13:26 h Platz 59 belegte.

Der Termin für den 8. K-UT 2016 steht schon, denn auch dieser wird wieder an Pfingstsamstag stattfinden. Und sicher wird er wieder viele Wiederholungstäter nach Reichweiler locken. Auch wenn die liebevollen Beschimpfungen, die die Teilnehmer in den letzten Jahren Eric Tuerlings angedeihen ließen, schon viel leiser und weniger geworden sind. Der K-UT ist im Bereich des „ganz normalen Wahnsinns“ angekommen.

http://www.sv-reichweiler.de/kut/index.htm


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