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3. UniVillaWaldlauf 2015

[eingestellt am 30. Mai 2015]

By: Gabi Gründling

Fotos: Gabi & Peter Gründling, Holger Knecht

im Shuttlebus nach Waldleiningen

auf dem Weg zur Wechselzone

Hannes Christiansen, Sieger der Kurzstrecke

Sieger Jonas Lehmann

Louis McDonagh und Tom Heuer auf 2 und 3

Vierter Max Kirschbaum wird 2. M20

2. M40 Guido Wiedner

3. M40 Martin Bracke

3. M20 Maximilian Spengler

Der erste Teil des Mixedteams „Böttger“, drittschnellstes Mixedteam

2. M50 Georg Frank mit raumgreifendem Schritt

Startläufer M. Berberich des zweitschnellsten Männerteams

3. M30 Thomas Latz

2. M30 Michael Pretsch

Siegerin Jessica Kammerer

3. M50 Wulf Theobald

Peter Sauer

Dominik Horch

Zweite Monika Frenger

Dritte Sabine Böhle

Daniel Biswenger

1. W40 Jutta Metzler

Frank Hanf

2. W40 Peggy Zimmermann

Die 13 km-Läufer formen sich kurz vor ihrem Start zum Spalier

Daniel Gänßler

2. W50 Annette Bessling

3. W40 Anja Volz mit Patrick Schilling

Holger Haitz

Anja Wagner wechselt auf Marion Malo

Läuferin vom Team Eh Net

1. M60 Alois Berg

Rodrigo Cuevas

Zwei Zweite in einem Bild: Monika Frenger und mit roter Jacke Louis McDonagh

V.l.n.r. Jutta Metzler, Michael Henrich und Dritte Sabine Böhle

Joan Pastor

Zweite 13 k m Juliane Ritter

Dritte 13 km Katharina Möller

-

2. W50 13 km Ute Rösler

3. W50 13 km Monika Guy

Johannes Huber

1. W40 13 km Viola Lewandowski

1. SU20 13 km Claire Schroda

2. WU20 13 km Kathrin Stirner

1. W20 28 km Carolin Peifer

Die Truppe hatte Spaß

Anja Knecht

1. W60 Renate Cöllen

Zielgerade

Das Parkfest

1. M70 Bernd Cöllen

Schlange an der Bonkasse

Start auf dem Unisportplatz

Sieger Jonas Lehmann

Zweiter 13 km Nico Fuchs

Über alle Berge

Kaiserslautern, 30. Mai 2015 - zum dritten Mal richtete UniSports der Technischen Universität Kaiserslautern den UniVillaWaldlauf aus. Abgekürzt wird er mit UVL. Der Name umschreibt Start und Ziel des Laufes, der mit 28 km ausgeschrieben ist. Er beginnt auf dem Sportgelände der TU Kaiserslautern und endet vor der Villa Denis in Frankenstein. Die vom „Pfälzer Eisenbahnpionier“  Paul Camille von Denis vor gut 260 Jahren errichtete Villa ging schon durch einige Hände, bevor die Stiftung der TU Kaiserslautern sie 2007 erwerben konnte. Heute dient der unter Denkmalschutz stehende Bau als Tagungszentrum für die Uni, Forschungseinrichtungen und den Stifterkreis. Die darüber befindliche Burg Diemerstein wurde 1216 erstmals urkundlich erwähnt. Von Denis erwarb sie 1847 und ließ die von ihm errichtete Villa mit der Burg verbinden. Die Gemeinde Frankenstein, an deren Peripherie Villa und Burg liegen, bildet den östlichen Abschluß des Landkreises Kaiserslautern. Von der TU aus verläuft die Strecke überwiegend durch Wald und selbst der gute Kilometer Landstraße (L504) zwischen km 9 und 10 ist rechts und links von Bäumen gesäumt.

Theoretisch ist die Strecke also 28 km lang. Praktisch aber mehr als 29. Ein paar Tage vor der Veranstaltung gab es denn auch eine entsprechende Rundmail an alle Vorangemeldeten, damit diese sich seelisch auf den Mehrkilometer vorbereiten konnten. Nun mag man ja denken „der eine Kilometer mehr….“ Tatsächlich aber ist Sport auch sehr viel Kopfsache und wenn man mental auf 28 km eingestellt ist, kann der 29te das Tröpfchen sein, der das Faß zum Überlaufen und den Läufer zum Einbrechen bringt.

Angeboten werden drei Konstellationen: die Langstrecke als Einzelläufer oder Duo und eine 13 km-Variante mit Start in Waldleiningen. Dort ist auch gleichzeitig die Wechselzone für die Teamläufer und alle, die dort erst einsteigen, werden mit dem Shuttlebus von Kaiserslautern nach Waldleiningen gebracht. Daß von 145 Läufern auf der Kurzstrecke 64 Studenten bzw. neudeutsch Studierende waren, merkte man auch an den Gesprächen im Bus, die sich um Klausuren, Hausarbeiten und Diplomarbeiten drehten. 10 von ihnen liefen unter dem Teamnamen „Eh net“. Die Jungs und Mädels sind eigentlich eine Computerspieltruppe, die meinten, den Lauf schaffen sie „eh net“ und sich deshalb auch so anmeldeten. Nun haben sie es alle geschafft und müssen sich für den vierten UniVillaWaldlauf 2016 einen neuen Namen ausdenken.

Am 28 km-Lauf beteiligten sich 158 Sportler, dazu kamen nochmal 29 Zweierteams. Da diese Distanz alles andere als eine Einsteigerstrecke ist, war der Studi-Anteil hier mit 22 deutlich niedriger. Auf beiden Strecken gab es zudem eine Zusatzwertung für Bedienstete der Uni. Über 28 km und 13 km kamen jeweils 15 Mitarbeiter in die Sonderwertung.

Eingebunden ist die Veranstaltung in das Parkfest rund um die Villa Denis und die darüber liegende Burg Diemerstein. Vor zwei Jahren stand ein großes Festzelt oben an der Straße, in diesem Jahr war dieses Areal als Parkplatz vorgesehen. Verpflegungszelte und Sitzmöglichkeiten waren im Park aufgebaut. Hätte es, wie vor zwei Jahren geschehen, wie aus Kübeln geschüttet, wäre die Siegerehrung wohl sprichwörtlich ins Wasser gefallen, denn Unterstellmöglichkeiten waren kaum vorhanden, das meiste spielte sich im Freien ab. Die Versorgung erfolgte über ein Bonsystem, aber leider saßen an den Bonkassen Menschen, die die Situation überhaupt nicht beherrschten. So war die Schlange ca. 30 m lang und wenn man sich denn bis vorne durchgestanden hatte, war die zweite Schlange an der Getränkeausgabe nochmal genauso lang, denn hier gab zwischendurch eine von zwei Zapfanlagen ihren Geist auf. Bis man etwas zu trinken ergattert hatte, konnte gut und gerne eine halbe Stunde ins Land ziehen. Die Nachlaufversorgung war nur sehr suboptimal organisiert, zumal das laut Ausschreibung im Ziel vorhandene Obst nur für einen Bruchteil der Läufer reichte und alle die sich sehr schnell leerende Kuchentheke stürmten. In dieser Beziehung sollten die Organisatoren von UniSports bis 2017 noch ein paar Hausaufgaben machen.

Die logistische Herausforderung meisterten die Studierenden hervorragend. Der Busshuttle von Kaiserlautern nach Waldleiningen und von dort nach Frankenstein sowie abschließend zurück nach Kaiserslautern funktionierte genauso reibungslos wie der Kleiderbeuteltransport zur und von der Wechselstelle in Waldleiningen bzw. nach Frankenstein. Im Ziel warteten Helfer schon auf die Läufer und übergaben ihnen die schon nach Startnummern vorsortierten zur Verfügung gestellten Stoffbeutel.

Sportlich gesehen sah man im Ziel rot, denn über beide Distanzen siegten Läufer aus Vereinen mit roten Trikots.

Über 13 km trug Hannes Christiansen vom 1. FC Kaiserslautern die Startnummer 1 des Vorveranstaltungssiegers von Waldleiningen nach Frankenstein. Wie schon 2013 gewann er damit auch die Studierendenwertung. Mit 46:03 min unterbot er seinen Streckenrekord von vor zwei Jahren um fast drei Minuten. Hannes steht diese Saison „gut im Saft“, am Himmelfahrtswochenende konnte er beim Läuferzehnkampf in Sömmerda (Thüringen) schon vier seiner persönlichen Bestzeiten steigern.

Auch seine Verfolger trugen das Trikot des 1. FCK. Nico Fuchs blieb mit 47:20 min auch noch unter der alten Christiansenschen Streckenbestzeit. Lothar Schoner kam dann erst sechs Minuten später am Scanner von Edgar Thiel und seinem Team an.

Auch die schnellste Kurzstrecklerin, Martina Metzger, kommt vom 1. FCK, seit diesem Jahr ist sie in der W50 unterwegs. Nach 1:00:43 h blieb die Uhr für sie stehen. Ihre Treppchenkolleginnen könnten glatt ihre Töchter sein, denn beide gehören noch der W20 an. Juliane Ritter (vereinslos, 1:04:29 h) ist Jahrgang 1993 und Katharina Möller (SC Homburg, 1:06:24 h) Jahrgang 1990.

Die Langstreckensiege gingen an TuS06 Heltersberg und damit auch an die Favoriten. An Jonas Lehmann, den Dritten der Deutschen Berglaufmeisterschaft am Hundseck im Bühlertal, kommt in der Pfalz zur Zeit niemand heran bzw. vorbei. Normalerweise läuft er bis Halbmarathon, je profilierter, je besser. Beim Heidelberger Halbmarathon stellte er Ende April einen neuen Streckenrekord auf. Und auch beim UVL sind seine 1:43:39 h nun das Maß aller Dinge. Der 26jährige hat gerade das Studium an der Uni Kaiserslautern beendet, wartet aber noch auf seine Noten und gewann so auch die Studierendenwertung. Ab August steht er bei Bosch in Homburg, wo er auch schon sein Praktikum absolvierte, in Lohn und Brot. Für seinen Sieg auf der Langstrecke gab es 300 € in bar – Lehmann finanziert sich mit seinen Preisgeldern seinen Urlaub. Die nächste Reise führt ihn aber wohl, vom DLV finanziert, im Juli nach Madeira. Dort finden die Berglauf-Europameisterschaften statt.

Hinter Jonas lieferten sich Louis McDonagh (1. FCK) und der Sieger des Jahres 2013, Tom Heuer (TuS 06 Heltersberg) ein spannendes Rennen. Der Franzose mit dem schottischen Namen, der in Kaiserslautern lebt und die Strecke aus dem Training kennt, versuchte anfangs, mit Lehmann mitzuhalten und so sah Heuer ihn schon am ersten Berg nicht mehr. Allerdings war das Lehmannsche Tempo für McDonagh zu hoch und Heuer ist ein guter Bergläufer und so kamen die beiden zusammen in Waldleiningen an. Sie wechselten sich in der Führungsarbeit ab, am Ende hatte McDonagh den längeren Atem. „Mir hat ein dritter Berg gefehlt“ lachte Tom Heuer, der sich darüber freute, zwei Minuten schneller als 2013 gelaufen zu sein und für den grundsätzlich auch der dritte Platz in Ordnung ging. Auch wenn er zugab, daß die zwei Sekunden Rückstand auf den Konkurrenten ihn schon ein bißchen wurmen. Mit 1:47:20 h bzw. 1:47:22 h blieben beide auch noch eben die zwei Minuten unter dem alten Streckenrekord.

Jessica Kammerer (TuS 06 Heltersberg) wiederholte ihren Sieg aus dem Jahr 2013 – und verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um gute fünf Minuten. Nach 2:09:47 h konnte sie zur Dusche in den Bundeswehrzelten vor der Villa Denis marschieren. Nur 15 Männer hatten vor ihr das Ziel passiert. Auch die 36jährige Erzieherin hebt ihre Preisgelder immer für etwas Besonderes auf und sieht zu, sie nicht in den allgemeinen Lebenshaltungskosten untergehen zu lassen.

Monika Frenger (TSG Kaiserslautern) gehört zum UVL-Orgateam und war nach ihrem Lauf auf den zweiten Platz noch in die Durchführung der Siegerehrung involviert. Der UVL sollte eigentlich nur ein Trainingslauf sein, den sie streng nach Herzfrequenz absolvieren wollte. Aber wie das so ist, wenn man eine Startnummer vorm Bauch hat – dann sind alle guten Sätze über Bord geworden und so wurde der Lauf doch etwas schneller als beabsichtigt. Monika will im Herbst in Köln ihre Halbmarathonbestzeit angehen, in den Sommermonaten aber auch noch drei Triathlons bis hin zur olympischen Distanz absolvieren. Mit relativ locker gelaufenen 2:18:27 h und ihrem zweiten Platz war die 30jährige vollauf zufrieden. Die Wertung „Bedienstete“ entschied sie zudem auch noch für sich.

Sabine Böhle (1. FCK) ist beim UVL auf Platz 3 abonniert. Wie schon vor zwei Jahren erlief sich die 54jährige den dritten Podestplatz. Mit 2:23:29 h war sie eine ganze Viertelstunde schneller als 2013.

Keine der laufenden Frauen auf der Langstrecke war Studentin, so daß der Preis für die schnellste Studierende wieder eingepackt werden mußte.

Bei der Siegerehrung hörte man bei der M30 einen Vereinsnamen, den man in der Pfalz nicht kennt, der aber im Rhein-Main-Gebiet durchaus bekannt ist. Michael Pretsch startet für passtschon98. Der 2. M30 studierte bis 2011 in Worms, lebt aber jetzt in Hofheim (Taunus), wo der nicht eingetragene „Verein“ an der Viehweide sein Trainingsgebiet hat. Zu seinen besten Zeiten um die Jahrtausendwende hatte der Lauftreff annähernd 100 Mitglieder, jetzt ist er deutlich kleiner. Pretsch suchte einen Wettkampf für eine letzte lange Vorbereitungseinheit auf den 51 km-Lauf im Rahmen des Eifelmarathons in Waxweiler Mitte Juni. Da er im Rhein-Main-Gebiet nicht fündig wurde, fuhr er in die Pfalz, nachdem ihm ein in Frankenstein lebender Freund den Tipp gegeben hatte. Er amüsierte sich darüber, daß man vorm Start und auch am Ortseingang von Frankenstein mehrfach darauf hingewiesen wurde, in Frankenstein ausschließlich den Bürgersteig und nicht die Straße zu belaufen. Weil der ortsansässige TV Frankenstein erhebliche Genehmigungsprobleme wegen der Straßennutzung hat, wurde vor wenigen Jahren zuerst der 10 km-Lauf gestrichen und jetzt ganz aktuell auch noch der Abendstraßenlauf abgesagt – im 28. Jahr seines Bestehens. So waren auch in Frankenstein Bürgersteig und Straße durchgängig mit Flatterbändern zwischen den Pollern getrennt. An einer Stelle, an der nichts abgetrennt war, fuhr ausgerechnet als Michael Pretsch vorbei kam ein Auto auf den Bürgersteig und riß im selben Moment die Tür auf. Was dem einen recht ist, muß dem anderen noch lange nicht billig sein. Pretsch erreichte das Ziel zum Glück unversehrt nach 2:06:53 h.

Eine Granate nennt unsere Mitarbeiterin Carina Weidler, die auch im Orgateam des UVL ist, ihren Bruder Mark, der hinter Jonas Lehmann den zweiten Platz in der Studierendenwertung belegte. Er hatte sich erst eine Woche zuvor überlegt, mitzulaufen, probierte mal 22 km im Training aus – und lief dann die 29 km in 2:09:24 h, wurde Gesamt-15ter.

Die Teamwertung ging an das Männerduo C. Thielen und S. Krumke, das 2:06:21 h brauchte und damit acht schnellere Einzelläufer vor sich hatte. M. Bockholt und J. Fischer vom 1. FCK waren das schnellste Mixedteam auf Platz 2 (2:07:47 h). Das dritte Team war ein reines Frauenduo, bestehend aus Ch. Westerhorstmann und „Weiga“. Mehr gibt die Auswertungsspalte der Zeitnehmer nicht her. Die beiden brauchten 2:10:13 h.

Ergebnisse www.laufinfo.eu


Kossmann Laufdesign