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16. Oberriexinger Volkslauf

[eingestellt am 22. Juni 2015]

By: Jochen Höschele

Beim Start des Einsteigerlaufes über 5km – die Führungsradler im Vordergrund, ein Helfer springt noch schnell zur Seite, denn der Schuss ist schon gefallen

Nach wenigen Metern sind die Favoriten bereits vorne: Ganz links mit pinkfarbenen Kompressionsstrümpfen die Siegerin Svenja Groß (233), 3. Eric Müller (219), 5. Julian Kohlmüller, Sieger Sven Kratochwil (247), 2. Ralf Reidenbach (271), 8. Michael Mayer (249), 15. Michael Loebert (212)

Der Durst nach dem Schülerlauf ist groß

Sieger im 5km-Einsteigerlauf: Sven Kratochwil (Team AR Sport Asperg) in 17:40 min

Ralf Reidenbach (Forum Gesundheit Sersheim) belegt in 18:21 min den zweiten Platz im Einsteigerlauf

Eric Müller vom Motorsportclub Esslingen wird nur durch Muskelkraft Dritter des Einsteigerlaufes in 18:35 min

Matthias Schell (TV Enzberg) erreicht kurz danach in 18:38 min das Ziel als Vierter im Einsteigerlauf

Julian Kohlmüller (Stromberggymnasium) läuft in 19:01 min auf Platz fünf ins Ziel

Siebter gesamt und Erster der MJ U18: Sebastian Grau vom einheimischen TSV Oberriexingen Handball (ob er deshalb gewohntheitsmäßig sein Smartphone mit sich herumträgt?)

Nur eine Sekunde hinter Grau überquert Michael Mayer nach 20:06 min die Ziellinie als Achter (2. MJ U18)

Vater-Sohn-Gespann: Timo zieht seinen Sohn Louis bei dessen erstem 5km-Lauf zu einer beachtlichen 20:35 min. Louis wird Neunter und gewinnt in der MJ U14

Michael Bosch (221), Felix Bosch (184) und Manuel Hauck liefern sich einen packenden Endspurt um Platz elf

Elegant, dynamisch und schnell: Die Siegerin des Einsteigerlaufes ist die erst 13jährige Svenja Groß (Stromberggymnasium) in einer Bruttozeit von 22:24 min. Die Aufmerksamkeit und Bewunderung der versammelten männlichen Zuschauer (im Hintergrund) sind ihr sicher

Alexander Kopf (248), der Dritte in der Klasse MJ U14, läuft in 23:14 min ins Ziel. Dahinter rennt ein gewisser „L. Karsten“ vom Stromberggymnasium eine 23:19 min

Verena Kurth (LG Neckar-Enz) kommt als Zweite nach 24:03 min im Ziel an

Den Endspurt um Platz drei im Einsteigerlauf zwischen Henriette Schell vom TV Enzberg (257) und Jule Methner (250) vom TSV Ensingen entscheidet die Enzbergerin Schell zeitgleich in 24:06 min für sich. Papa Harald Schell (255) kann da dann nicht mehr ganz mithalten

Jessica Fischer (178) und die Geschwister Sophie (183) und Marie (182) Gösch laufen gemeinsam plaudernd 41 Minuten lang

Der Start des 10km-Laufes, von links: 3. Andreas Weis (47), 7. Frank Kessler (54), 16. Alexander Bauch (56), 2. Fabian Pfitz (76), Siegerin Lina Scherzer (61), 8. Sebastian Mannsdörfer (62), 4. Felix Deißer (74), Sieger Pierrick Morvan (in gelb)

Nach der ersten Runde liegt Fabian Pfitz knapp vor Pierrick Morvan und Andreas Weis

Pierrick Morvan siegt im Hauptlauf über 10km in 37:27 min

Der siegesgewisse Wilhelm Wetzel läuft in 38:57 min auf Platz fünf ins Ziel

Die Siegerin über 10km heißt Lina Scherzer (LAZ Salamander Kornwestheim) in 43:54 min

Auch noch zwischen Kilometer acht und neun liegt Fabian Pfitz vor dem späteren Sieger Pierrick Morvan

Vorjahressieger Andreas Weis belegt Platz drei in 38:20 min (1. M40)

Felix Deißer (Team Sport Evolution) wird sieben Sekunden hinter Weis Vierter

Frank Kessler (Team Evaldo Mühlacker) ist nach 40:22 min als Siebter im Ziel

Julian Großkopf vom TSV Oberriexingen belegt auf einheimischem Terrain Platz neun in 41:14 min und gewinnt die MJ U18

MJ U20-Sieger Simon Stratemeier

Alexander Bauch im grünen Shirt des TSV Nussdorf

Jörg Decker von den „Saubachhexa Bissingen“ wird 2. in der M50 in 44:51 min

Matthias Popp von der LG Neckar-Enz

Heinz Esslinger (Sportvereinigung Feuerbach) gewinnt die M60 in 48:11 min

Zweite Frau über 10km wird Maria Ruf (Nähatelier Dagmar Koch) in 48:28 min

Der Organisator des Ensinger Laufes, Rainer Kienzle, macht eine 49minütige Streckenbesichtigung in Oberriexingen

Margit Schüle vom gastgebenden TSV kommt als dritte Frau nach 49:18 min ins Ziel und hat gleich mehrere Männer im Schlepptau

Zweiter Platz in der MJ U20 für Tim Schwarz vom FAG in 48:43 min

Andreas Perthen (4) und Joachim Vaith biegen gemeinsam um die Kurve

Linda Eismann (Stromberggymnasium) wird Vierte im Hauptlauf in 52:44 min und gewinnt die WJ U18

Kurze Verschnaufpause an der Pferdekoppel nach dem ersten Teil des Anstieges

Uwe Hefter muss mal eben den Schweiß abwischen, ehe der nächste Anstieg naht

Doris Siegle (Siegle Running Team) gewinnt die W50 in 56:39 min

Daniele Eismann, Dritte der W40

Mirjam Wanner vom TSV Nussdorf wird Zweite der W40

Hermann Hastenteufel aus Mosbach gewinnt die M70 in 57:33 min

Holger Großkopf, ein Einheimischer vom TSV „Ori“

Der „Strombergwolf“ Edgar Aisenbrey lobt die Qualität der Kirschen

Frank Neuss von „Bone Runners“

Patricia Gans von TSV Münchingen hat gute Laune

Ein richtiger VfBler ist Arnold Schwarz, an Trikot und Mütze erkennbar

Nicole Diesend am Anstieg aus dem Enztal in Richtung Verpflegungsstelle

Stammgast in Oberriexingen: Horst Wüst aus Kornwestheim, 2. der M70 und mit Jahrgang 1936 auch der älteste Teilnehmer. Im Hintergrund die ihn begleitenden Besenradler und das Enztalviadukt (selbiges eher unbeweglich)

Der „Enztal-Zehner“ in neuem Gewand

Oberriexingen, den 19. Juni 2015 – Der 4. Juli 2014 markierte den Tiefpunkt. Während die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen Frankreich mit 1:0 siegte, fanden sich gerade einmal 40 Athletinnen und Athleten ein, um in Oberriexingen beim 15. Volkslauf die 10km-Strecke in Angriff zu nehmen. Im 5km-Einsteigerlauf waren es immerhin noch 117. Es musste sich also etwas tun. Dem mangelnden Zuschauerzuspruch wollten die Organisatoren um Werner Scholpp ebenso begegnen wie auch die Attraktivität für die Teilnehmer steigern. Flugs erkannten die Oberriexinger, dass ein Zwei-Runden-Kurs beim Hauptlauf um einiges attraktiver für das Publikum wäre, da das Feld bei dieser Variante gleich zwei Mal an den Zuschauern vorbeikommt.

In einem Aufwasch wurde dann auch gleich die Strecke des Einsteigerlaufes mit verändert. Dieser führte nun, anstatt durch den Ort auf das Weitfeld und wieder nach Oberriexingen zum Ziel, hinunter an die Enz und nach dem „Leinfelder Hof“ wieder bergauf. Insgesamt zwei Anstiege galt es pro 5km-Runde zu bewältigen. Die „Einsteiger“ liefen den Kurs ein Mal, die Teilnehmer des Hauptlaufes absolvierten den Parcours doppelt. Die Höhenmeter hielten sich im Vergleich mit den früheren Auflagen in etwa die Waage, gut 160 sind es beim 10km-Lauf. Der Unterschied zu früheren Jahren ist der, dass diese sich auf mehrere Anstiege verteilen und nicht am Stück anfallen. Ob’s deshalb leichter ist, mag jeder, der beide Varianten kennt, für sich beurteilen. Allgemeiner Tenor war jedoch, dass die Einteilung der Strecke (beim Hauptlauf) jetzt leichter fällt, da spätestens nach der ersten Runde jeder weiß, was auf ihn zukommt.

Soviel zu den neuen Rahmenbedingungen. Gespannt harrten die Organisatoren, ob sich ihre Überlegungen quantitativ niederschlagen würden. Die Läuferschar enttäuschte sie nicht – 135 Sportler erreichten im Einsteigerlauf das Ziel an der Turnhalle, im Hauptlauf waren es mit 76 beinahe doppelt so viele wie noch vor Jahresfrist während der Fußball-WM.

Ein alter Bekannter und kein geringerer als der Vorjahressieger im Einsteigerlauf, Sven Kratochwil (Team AR Sport Asperg), lief dann auch als Erster (und somit auch Streckenrekordler auf der neuen Einsteigerlaufstrecke) nach 17:40 min (brutto) über die Ziellinie. Generell läuft er eher die kürzeren Distanzen, hat sich aber vor ein paar Wochen beim Kirbachtallauf in Ochsenbach „aus Versehen“ mal über die Mitteldistanz von etwas über 11km versucht und dort auch einen Treppchenplatz belegt. Die neue Streckenführung kam ihm offensichtlich entgegen, denn er war gleich über eine Minute schneller als auf dem (allerdings etwas längeren) alten Kurs. Hinter Kratochwil erreichte ein weiterer Oberriexinger Stammgast als Zweiter das Ziel: Ralf Reidenbach (Forum Gesundheit Sersheim) konnte in 18:21 min den deutlich jüngeren Eric Müller (Motorsportclub Esslingen), der 18:35 min benötigte, in Schach halten. Kein Halten hingegen gab es für die Siegerin des Einsteigerlaufes. Auch wenn sie mit der Strecke nicht so gut zurecht kam und auch mit ihrer Laufzeit von 22:24 min (brutto) nicht zufrieden war angesichts einer 5km-Bestzeit von 20:22 min, lief Svenja Groß (Stromberggymnasium) weit vor allen anderen Sportlerinnen ein. Die erst 13jährige räumt in diesem Jahr bei quasi allen Volksläufen in der Region über die kürzeren Distanzen ab. In Ensingen war die junge Dame mit dem schönen Laufstil ebenso wenig zu schlagen wie in Oberriexingen, ganze 101 Sekunden nach ihr kam die Zweite, Verena Kurth von der LG Neckar-Enz in 24:03 min ins Ziel und weitere drei Sekunden später liefen mit Henriette Schell (TV Enzberg) und Jule Methner (TSV Ensingen) die U18- und die U14-Siegerin auf Platz drei und vier ein.

Die ehrgeizige Siegerin hat diese Saison noch so einiges vor: Zunächst möchte sie im Rahmen des Ludwigsburger Citylaufes, bei dem sie die 2x5km-Staffel mit ihrem Trainingspartner Domenik Hahn bestreiten wird, erstmals die 20-Minuten-Marke über 5km unterbieten. Außerdem hat sie vor, sich auf den „Unterdistanzen“ von 800m bis 2000m weiter zu verbessern und ihre bestehenden Hausrekorde von 2:33 min (800m) und 7:22 min (2000m), die sie beide erst vor wenigen Wochen in Pliezhausen respektive Köngen erzielt hat, zu unterbieten.

Eine Parallele zu Svenja Groß wurde deutlich, als die Sieger des 10km-Laufes, Lina Scherzer und Pierrick Morvan (beide LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg) nach ihren weiteren Laufplänen befragt wurden. Auch sie werden in Ludwigsburg beim Citylauf am 11. Juli an den Start gehen, zumindest Pierrick auch beim Stuttgart-Lauf in einer Woche. Lina Scherzer, die die Oberriexinger Strecke nur ein einziges Mal vor fünf Jahren als Aktive erlebt hatte, fand die neue Streckenführung ebenso wie Pierrick Morvan „anspruchsvoll“. Morvan war angesichts der Anstiege schon etwas überrascht, geht es doch nach dem ersten flacheren Teil dann „steil, sehr steil sogar“ weiter bergauf. Doch, auch das konstatierten beide LAZler, der Vorteil des Zweirundenkurses besteht eben gerade darin, dass nach dem ersten Durchlauf klar ist, wo die Schwierigkeiten liegen und wo man sich eventuell wieder etwas von den strapaziösen Anstiegen erholen kann, wo man gegebenenfalls attackieren kann und wo man es besser „rollen“ lässt.

War Lina bereits auf der ersten Runde allen Frauen weit enteilt, was sich auch bis ins Ziel nicht ändern sollte – sie hatte in 43:54 min gegenüber der Zweiten, Maria Ruf (48:28 min) und der Dritten, Margit Schüle (49:18 min), deutlich die Nase vorn – ergab sich bei den Männern ein gänzlich anderes Bild.

Nach der ersten Runde waren mit Fabian Pfitz und Andreas Weis zwei Athleten des TSV Nussdorf auf den Plätzen eins und drei (18:45 min und 18:49 min), dazwischen lag Pierrick Morvan in Lauerstellung und verhielt sich zunächst etwas abwartend. Vorjahressieger Andreas Weis musste die beiden Jüngeren auf der zweiten Hälfte dann etwas ziehen lassen, finishte jedoch ungefährdet in 38:20 min als Dritter. Noch etwa 1,5km vor dem Ziel lag Pfitz immer noch in Front, hatte sich jedoch auch nicht entscheidend von Morvan absetzen können. Dessen Stunde schlug nun auf dem letzten, abfallenden Streckenabschnitt nach Oberriexingen ins Ziel. Dort nahm Morvan seinem Kontrahenten noch 20 Sekunden ab und siegte letztlich überraschend klar in 37:27 min vor Pfitz in 37:47 min. Die neue Strecke wurde gleich von fünf Sportlern unter 40 Minuten bewältigt, neben den drei Ersten auch noch vom Illinger Felix Deißer (Team Sport Evolution; 38:27 min) und von Wilhelm Wetzel (Koch Engineering; 38:57 min).

Die Organisatoren konnten zahlenmäßig zufrieden sein, waren doch insgesamt wieder über 600 Sportler dabei, was vor allen Dingen auch den vielen Schülern geschuldet war, die an den Schülerläufen mit Spaß und Freude teilnahmen. Unterstützt werden diese traditionell von der „Alison und Peter Klein Stiftung“, die pro Schüler einen Betrag in die Klassenkasse spendet. Das führt regelmäßig zu erfreulichen Quoten bei den Schülerläufen und selbst die weniger Sportlichen fühlen sich dadurch zum Mitmachen animiert.

Aber auch beim 5- und 10km-Lauf gab es viele positive Stimmen, die neue Strecke kam sehr gut an. Einzig die Passage an der Enz, wo sich die Läufer an fauchenden Gänsen vorbeistehlen mussten, beunruhigte nicht nur die 5km-Siegerin Svenja Groß. Da bleibt zu hoffen, dass sich das Federvieh wie in all den Jahren nicht zu irgendwelchen Übergriffen hinreißen hat lassen und die Athleten ohne Bisswunden ins Ziel kamen.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.tsv-oberriexingen.de


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