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Tempo raus-Langsam reicht mir - Knieping, Knut

[eingestellt am 24. Juni 2015]

By: Saskia Helfenfinger-Jeck

Ich bin positiv überrascht. Knut Knieping hat nach „Temporausch – Laufen zwischen Rhein und Uhr“ mit „Tempo raus – Langsam reicht mir“ noch einen draufgesetzt.

Und jetzt bin ich auch endlich zufrieden. Zufrieden deshalb, weil ich nach einigen Spekulationen nun weiß, wer sich hinter dem Pseudonym Knut Knieping verbirgt. Gleich zu Beginn wird verraten, dass Knieping, was aus dem Rheinländischen übersetzt Knieschmerzen bedeutet (was ich als Pfälzerin auch erst einmal lernen musste), eigentlich Christoph Adamski heißt. Obwohl er dem Leser weißmachen will, dass er ein überdurchschnittlich ambitionierter, aber unterdurchschnittlich talentierter Breitensportler sei, nehme ich ihm das nicht ab. Bei meiner Recherche stoße ich darauf, dass Adamski den Marathon bereits mehrfach unter drei Stunden beendet hat und allein acht Mal in seiner Heimatstadt Düsseldorf beim Marathon an der Startlinie stand. Okay, Knieping wollte es inzwischen an sich wirklich ruhiger angehen lassen, allerdings stacheln in sein männliches Ego und der innere Schweinehund schlussendlich doch wieder zu sportlichen Höchstleistungen an. Knieping kann es nicht lassen…

Seine Anekdötchen und Episoden rund um sein liebstes Hobby, das Laufen, werden niemals langweilig, wirken skurril, lustig und manchmal auch etwas „durchgeknallt“ und dürften selbst Lesern, die nicht der Knieping`schen Lauflust oder –sucht verfallen sind und eher dem Sofa als dem Laufband zugeneigt sind, unterhaltsame Momente bereiten. Sein Wortwitz hat mich schon im ersten Band überzeugt. Knut Knieping beweist Ausdauer. Er baut nicht ab. Nein, Knieping ist Langstreckler – laufend und schreibend, denn von der ersten bis zur letzten Minute lässt er nicht nach. Eine Geschichte jagt die nächste, eine ist unterhaltsamer als die andere. In vielen Abschnitten erkenne ich mich wieder, habe viele Szenen so oder ähnlich schon durchlebt, fühle mich teilweise seelenverwandt mit Knut Knieping, der es trotz Familie und Vollzeit-Job schafft, sich nahezu tagtäglich seinen Endorphin-Schuss zu setzen. Glücklicherweise hat er noch Zeit gefunden, um seine Erlebnisse in Worte zu fassen. Ansonsten wären wir sicherlich um einige Wortschöpfungen (Stichworte: Fernseh-Möhrchen oder Wäscheständer-Plüschtierschrank-Waschmaschinen-Slalomparcours) ärmer.

Knieping, Kurt: Tempo raus – Langsam reicht mir, Betzenstein: Sportwelt Verlag, 2015, ISBN 978-3-941297-31-9, 10,95 Euro


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