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22. Charlottenburger Mittsommernachtsportfest

[eingestellt am 05. Juli 2015]

By: Volker Goineau

Start 800m Jugend

Die Läufer sind unterwegs

Siegerehrung 800m Frauen

Tobias Singer vor Fynn Timm (3000m)

Leo Seeber und Matthias Sandten

Jana Sussmann

Timo Benitz (li.) und Micha Heidenreich

Fynn Timm allein auf weiter Flur

Juliya Stepanova läuft zum 1500m-Sieg

das 1500m-Frauen-Feld

Start 1500m Männer

1500m-Sieger Hannes Liebach

Startaufstellung 2000m Hindernisse

Marathonläufer Frank Schauer

Viele Topleistungen auf den Laufstrecken trotz der großen Hitze

Berlin, 3.7.2015 - Das Mittsommernachtsportfest vom SC Charlottenburg im Mommsenstadion ist mittlerweile eine feste Größe im Berliner Leichtathletik-Kalender. Wurde es früher tatsächlich zum Mittsommernachtsabend am 21. Juni ausgetragen, schwankte der Termin in den letzten Jahren. 2014 war das Datum Mittwoch, der 28. Mai, dieses Jahr nun Freitag, der 3. Juli. Der Name sollte jedoch beibehalten werden, schließlich wird mit diesem Sportfest eine gewisse sportliche Klasse in Verbindung gebracht.

Auch in diesem Jahr kamen einige Top-Athleten, nicht nur aus dem Berliner Raum, sondern auch u. a. aus Hamburg und Magdeburg, angereist. Als Lauf-Disziplinen wurden die 800m und 1500 m der Frauen und Männer sowie 3000m für Männer und 2000m Hindernis für Frauen angeboten. Los ging es um 18:15 Uhr mit den 800m der Frauen und weiblichen Jugend. Es war sehr warm, einer dieser heißen Sommertage, die Deutschland derzeit erlebt. Über die zwei Stadionrunden siegte Lara Gruben von der MTG Mannheim, die derzeit in Berlin wohnt, in 2:10,42 min. Schnellste Jugendliche war Caroline Schenk vom SSV Jüterbog in 2:15,43 min, gefolgt von Leandra Lorenz (LG Mittelmark), die 2:16,87 min lief.

In der männlichen Jugend gewann über 800m Tim Scheschonk vom SC Magdeburg in 1:58,57 min, womit er die U18-DM-Norm schaffte. Den zweiten Rang belegte Jakob Püschel (LSV Pirna) in 2:01,40 min, gefolgt von Lennart Unser (LG Mittelmark), der 2:01,71 lief.

Im anschließenden Männer-Rennen über 800m konnte sich der letztjährige Team-EM-Sieger über diese Strecke sowie EM-Teilnehmer über 1500m Timo Benitz, der mittlerweile in Berlin wohnt, durchsetzen. Er hatte nicht das Tempo des Pacemakers Sebastian Schenk vom VfV Spandau angenommen und rannte nach 1:49,52 min ins Ziel. Er meint selbst, dass ihm zu seiner Top-Form noch ziemlich viel fehlt, was daran liegt, dass er im Winter eine verletzungsbedingte Pause einlegen musste. Er wird nun versuchen, in Nürnberg seinen DM-Titel über die lange Mittelstrecke erfolgreich zu verteidigen. Den zweiten Rang erreichte Micha Heidenreich von der LG Nord Berlin, der mit 1:50,63 seine Bestzeit um 0,06 Sekunden steigern konnte. Er verwies den Jan Riedel um 0,01 Sekunden auf den dritten Rang und ist nun ebenfalls für die DM in Nürnberg Ende Juli qualifiziert.

Im 3000m-Rennen konnte der U23-DM-Dritte über 3000m Hindernis Fynn Timm von der LG Lüneburg gewinnen und in 8:33,72min eine persönliche Bestzeit erzielen. Er wurde dabei 1400m  von Tobias Singer gepaced, der schon die 800m absolviert hatte. Anschließend war er jedoch auf sich allein gestellt und konnte das Tempo relativ gut durchziehen und eine ordentliche 64er Schlussrunde auf die Bahn bringen.  Den zweiten Rang belegte Matthias Sandten vom Asics Team Wendelstein in 8:49,85 min, dahinter lief Leo Seeber vom SCC in 8:51,46 min als schnellster Jugendlicher ins Ziel.

Als nächstes folgten die 1500m der Frauen. Hier setzte sich die Russin und frühere Weltklasse-Mittelstrecklerin Juliya Stepanova in 4:22,49 min durch. Sie spielte gemeinsam mit ihrem Ehemann in den Enthüllungen um den russischen Doping-Skandal die entscheidende Rolle und startet nun in Berlin ihre „zweite Karriere“. In 4:25,22 min auf Rang zwei lief Anne Kesselring vom LT Haspa Marathon Hamburg. Auf Rang drei lief die U23-DM-Dritte über 5000m Luisa Boschan vom heimischen SCC in 4:27,10 min.

Über die 1500m der Männer siegte Lokalmatador Hannes Liebach deutlich in 3:45,65 min. Er verbesserte sich in diesem Jahr über die 3000m Hindernis auf 8:43,88 min und möchte auf dieser Strecke bei den Deutschen Meisterschaften erneut in die Medaillenränge laufen. Den zweiten Rang belegte der 20jährige Tim Hoenig vom Hamburger SV, der in 3:50,50 min eine neue persönliche Bestzeit laufen konnte. Knapp dahinter folgte der Berliner Fabian Clarkson (3:50,71min), der in den USA studiert und schon seit mehreren Jahren auf den Strecken von 1500 bis 10.000m zur (erweiterten) deutschen Spitze zählt. In 3:52,62min lief U20-Athlet Keyhan Hatami vom SCC eine starke persönliche Bestzeit. Bei der U20-DM möchte er über diese Strecke ein Wörtchen mitreden. Auf dem vierten Rang der Männer-Konkurrenz kam Frank Schauer ins Ziel, der mittlerweile für den Tangermünder Elbdeichmarathon startet. In 3:53,47 min konnte er hierbei ebenfalls eine Bestzeit aufstellen. Der Deutsche Marathonmeister von 2013 (PB 2:18:56 h), der in diesem Frühjahr beim Hamburg-Marathon als zweitschnellster Deutscher 2:19:46 h lief, startet nach wie vor häufig auf der Bahn und möchte auch in Nürnberg bei der DM 5000m laufen, bevor die Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon beginnt.

Als vermeintliches Highlight stand zum Abschluss der Veranstaltung der 2000m-Hindernis-Lauf der Frauen auf dem Programm. Hier hoffte die EM-Teilnehmerin Jana Sussmann aus Hamburg auf eine schnelle Zeit bei ihrem Saisoneinstieg über die Hindernisse. Nachdem sie in den vergangenen Monaten Verletzungsprobleme hatte, musste sie sich jedoch mit 6:41,71min zufrieden geben. Jana ist schon häufig über die 1,5fache Strecke ein schnelleres Tempo durchgerannt. Jedoch musste sie das Rennen alleine von vorne bestreiten. In den nächsten Wochen und Monaten wird die sympathische Norddeutsche sicherlich wieder deutlich schnellere Zeiten auf die Bahn bringen und auch bei der DM in Nürnberg sollte man sie auf der Rechnung haben.

Insgesamt war das Mittsommernachtsportfest vom SCC wieder ein top organisiertes Sportfest, bei dem der Zeitplan sehr gut eingehalten wurde. Auch in den nächsten Jahren werden sicherlich viele Athleten aus den unterschiedlichen Disziplinen und Bundesländern den Weg ins Mommsenstadion finden.

Link zur Veranstaltung


Kossmann Laufdesign