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20. Ludwigshafener Stadtlauf

[eingestellt am 12. Juli 2015]

By: Saskia Helfenfinger-Jeck

Fotos: Dominique Helfenfinger

Der Bambini-Express ist unterwegs.

Unterwegs im anthrazitfarbenen Jubiläumsshirt.

Start des Schülerlaufes

Dem Ziel entgegen

Fabio und Yanis liefern sich ein Duell

Die Hitze machte vielen Läufern ganz schön zu schaffen.

Abkühlung im Ziel

Florian Neuschwander (Spiridon Frankfurt) im Gespräch mit der Frau Mama.

Kurz vor dem Start zum GLOBUS Elitelauf. Hier kann Melina Tränkle (Startnummer 7) noch lächeln. Später steigt sie verletzungsbedingt aus.

Der Zug der Eliteläuferinnen rollt.

Start der schnellen Männer. Ganz links: Mit der Startnummer 21: der spätere Sieger und Titelverteidiger Charles Maina

Laura Chacon Biebach (18) läuft ein couragiertes Rennen.

Fabienne Amrhein (10) und Melina Tränkle (7)

Moderator Manuel Scriba, selbst ein guter Läufer und Triathlet

Florian Neuschwander jagt über den heißen Ludwigshafener Asphalt.

Fabienne Amrhein

Jonas Lehmann (TuS Heltersberg)

Laura Chacon Biebach freut sich riesig über Platz zwei.

Geschafft! Florian Neuschwander

Auch die Eliteläufer genießen die Dusche im Ziel.

Start des BASF-Volkslaufes. Mit der Startnummer 2169: Ulf Lange (TuS Heltersberg)

Startphase

Nur noch 7200 Meter

Lauf-Urgestein Willi Streily (TG Oggersheim)

SiegerTobias Balthesen aus Heidelberg

v.l.n.r.: Mario Steiner, Marcus Imbsweiler, Oliver Scheiring

Volkslauf-Siegerin: Josefa Matheis

Thomas Dörr (ESV Ludwigshafen), Vierter M30

Saskia Helfenfinger-Jeck (ESV Ludwigshafen), Siegerin W35

Mittendrin im großen Läuferpulk

Wem winkt Batman da?

Sonja und Max unterwegs

Gut ausgerüstet für den hitzigen Ritt über den Asphalt

Sandra kann noch lachen.

Stefan Bopp, der Mann des Friesenheimer Eulenlaufes

Mit 1000 Volt unterwegs

Nach der Hälfte der Strecke

In voller Feuerwehr-Montur unterwegs: Lars Kegler

Batman auf Laufmission

Jennifer Plecek

Sieger Tobias Balthesen muss auch erst einmal durchatmen.

Mario Steiner wird Dritter.

Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse und Bürgermeister und Sportdezernent Wolfgang van Vliet auf dem Siegerpodest.

Manuela Leising – bei ihr laufen die Fäden im Sportamt zusammen.

Dieter Neff, einer der fleißigen Ehrenamtlichen

Die Brüder-Grimm-Schule holt mit 128 Schülern den Preis für die teilnehmerstärkste Schule.

Jubiläumslauf wird zum Rekordlauf

Ludwigshafen/Rhein, 11. Juli 2015 - Die Jubiläumsausgabe des Ludwigshafener Stadtlaufs hielt, was sie im Vorfeld versprach. Einen neuen Teilnehmerrekord, bestes Wetter – wenn vielleicht auch einen Tick zu heiß - , bestgelaunte Läufer und Organisatoren, frenetisch jubelnde Zuschauer. Und es gab einen neuen Teilnehmerrekord! Über 1800 Voranmeldungen plus rund 350 Nachmeldungen ergaben summa summarum 2170 registrierte Läufer. Charles Maina aus Kenia verteidigte seinen Vorjahreserfolg im GLOBUS Elitelauf. Die nationale Wertung gewann der Karlsruher Jannik Arbogast vor Florian Neuschwander (Spiridon Frankfurt). Halima Kayo aus Äthiopien siegte bei den Frauen vor Laura Chacon Biebach (TV Dieburg).

20 Jahre hat der Ludwigshafener Stadtlauf bereits auf dem Buckel. Als 1996 mit wenigen hundert Teilnehmern alles begann, rechnete wohl kaum einer damit, dass die Veranstaltung eine solche Entwicklung nehmen sollte. Weit über 1000 Nachwuchsläufer waren es alleine aus Ludwigshafener Kitas und Schulen, die am Samstag an der Startlinie standen. Längst hat sich ein Wettbewerb zwischen den Einrichtungen entwickelt. Wer meldet die meisten Teilnehmer? Wer wird die teilnehmerstärkste Gruppe? Die Bewegungskita Heilig Geist aus Ludwigshafen-Süd¸ eine von fast 90 Bewegungskitas in Rheinland-Pfalz, stellte wieder einmal das größte Kontingent. Mit 129 Teilnehmern stärkste Schule war heuer die Brüder-Grimm-Schule – ebenfalls aus dem Stadtteil Süd. Über Wochen hinweg hatten sich die jungen Nachwuchsläufer auf der Parkinsel auf ihren großen Tag vorbereitet. Dass die TSG Friesenheim nicht nur Handball spielen, sondern auch laufen kann, stellte sie als teilnehmerstärkster Verein unter Beweis. In der Unternehmenswertung setzte sich erneut die BASF durch (193).

In den letzten 20 Jahren hat sich viel getan und vieles verändert in Ludwigshafen. Auch der Ludwigshafener Stadtlauf durchlebte den Wandel. Anfänglich führte die Strecke noch durch das Herz der City mit Start am früheren Café König in der Bahnhofstraße. Nach drei Jahren  wurde die Streckenführung verändert, das Start- und Zielareal ab 1999 an die Tortenschachtel verlegt. Jene Tortenschachtel verschwindet in den nächsten Monaten aus dem Stadtbild und weicht dem Metropol, einem 14-stöckigen Multifunktionshaus mit Geschäften, Büros und Wohnungen. Der Bau soll ca. zwei Jahre dauern. Inwieweit der Ludwigshafener Stadtlauf tangiert werde, sei derzeit noch nicht klar, unterstrich die Veranstaltergemeinschaft, der Ludwigshafener Sportverband e.V. und der Bereich Sport der Stadt Ludwigshafen. Momentan ist es aufgrund der Baustellen nicht ganz einfach, mit dem Auto durch Ludwigshafen zu fahren. Umso schneller ist man derzeit zu Fuß unterwegs. In diesem Jahr mussten die Läufer mit einigen Bauzäunen und der einen oder anderen verengten Passage entlang der Strecke leben.

Der Ludwigshafener Stadtlauf ist für die Ludwigshafener Läufer ein Muss, eine Pflichtveranstaltung. Jeder, der regelmäßig die Laufschuhe schnürt, lässt sich das Event nicht entgehen. Viele von ihnen sind „Wiederholungstäter“ und halten dem Stadtlauf seit vielen Jahren die Treue. Einige sind vom ersten Tag an dabei. Auch die etliche der rund 200 ehrenamtlichen Helfer sind seit 1996 mit von der Partie. Sie untermauern damit ihre Verbundenheit zur Stadt und vor allem zu der Veranstaltung. Der Ludwigshafener Stadtlauf ist an das Stadtfest gekoppelt, so dass eine große Zuschauerschar von jeher garantiert ist.

In diesem Jahr wurde zum Jubiläum erstmals die originellste Kostümierung mit einem Gutschein prämiert. Obwohl Batman durchaus gute Chancen gehabt hat, setzte sich ein anderer durch: Lars Kegler. „Bist du im Einsatz?“ Er wurde das am Samstagabend nicht nur einmal gefragt. Der Mann von der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen absolvierte den Volkslauf über 7200 Meter in kompletter Floriansjünger-Montur inklusive Helm und Stiefeln. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad staunte die Konkurrenz nicht schlecht. Der Grund für seinen Start in Ludwigshafen war ein ganz einfacher: Beim Halbmarathon in Karlsruhe im September will er den Weltrekord brechen – natürlich mit kompletter Feuerwehrausrüstung. 37:24,8 Minuten brauchte Kegler für die sechs Runden auf dem heißen Asphalt.

Auf der 1200 Meter langen Runde kann es schon mal ganz schön eng werden – so wie in diesem oder auch im vergangenen Jahr. „Wir sollten hier über eine Limitierung nachdenken“, regte Winfried Ringwald, Vorsitzender des Ludwigshafener Sportverbandes, an. Der Ludwigshafener Stadtlauf ist aber auch kein Wettkampf für Bestzeitenjäger – schon allein der krummen Strecken wegen. Allerdings schaffen es die Organisatoren jedes Jahr wieder, die Schnellsten der Szene für den GLOBUS Elitelauf zu gewinnen. Laban Chege, Tendai Chimusasa, Carsten Eich, Stefan Freigang, Joyce Chepchumba, Irina Mikitenko, Sabrina Mockenhaupt, die Hahner-Zwillinge – dies ist nur eine kleine Auswahl an Spitzenläufern, die seit 1996 ihre Visitenkarte in Ludwigshafen abgaben. Auch in diesem Jahr bewies Elitelaufkoordinator Wolfgang Köllner wieder ein „goldenes Händchen“. Charles Maina aus Kenia lief 2014 so überlegen wie noch kein anderer Läufer vor ihm zum Sieg. Konnte er seinen Erfolg wiederholen? Ja, allerdings musste er sich in diesem Jahr etwas mehr strecken.

Zunächst hatte sich eine Dreiergruppe abgesetzt, die Runde für Runde drehte. Mit einem Zwischenspurt schaffte es Maina eine Lücke zu reißen. Allerdings habe ihn das doch einige Körner gekostet, gab der Kenianer mit einer 10.000 Meter-Bestzeit von 28:14 Minuten unumwunden zu. Die Hitze indes habe ihm wenig ausgemacht, bekannte er. „Dort, wo ich herkomme, sind es häufig 40 Grad“, sagte er. Die beiden Äthiopier Gadissa Beyene und Abraham Yano folgten auf den Plätzen zwei und drei. Ein bärenstarkes Rennen lieferte Jannik Arbogast (LG Region Karlsruhe) als Gesamtfünfter und schnellster Deutscher ab. Arbogast, der amtierende Deutsche Vizemeister über 10.000 Meter und im Crosslauf war viel auf sich allein gestellt. „Ich bin happy“, kommentierte Florian Neuschwander seinen Gesamtrang neun und zweiten Platz in der nationalen Wertung. Der Sieger des diesjährigen Wings for Life World Run absolvierte den Ludwigshafener Stadtlauf voll aus dem Training heraus. Bereits ein Tag nach seiner „flotten Tempoeinheit“ stand wieder ein 40-Kilometer-Lauf auf dem Programm. Neuschwander steckt aktuell mitten in den Vorbereitungen für die 100-Kilometer-WM im September in den Niederlanden, bei der er einen Platz unter den Top-Ten anpeilt.

„Das war ein echter Glücksgriff“, freute sich Elitelaufkoordinator Wolfgang Köllner diebisch über seinen Coup, die kurzfristige Verpflichtung von Laura Chacon Biebach (TV Dieburg). Die Sportwissenschaftlerin, deren Vater aus Venezuela stammt und die in Groß-Zimmern zuhause ist, wurde einer breiten Öffentlichkeit durch ihren Sieg beim Wings for Life World Run in Darmstadt bekannt. Mit 51,78 Kilometern gewann sie souverän und belegte weltweit Rang vier. Laura Chacon Biebach ist ein echter Rohdiamant. Wirklich viele Wettkämpfe hat sie noch nicht gemacht. Diese lassen sich an zwei Händen abzählen. Umso erstaunlicher ist ihre Entwicklung und ihr Auftreten. Ohne Angst vor großen Namen setzte sie sich beim Ludwigshafener Stadtlauf von Beginn an die Spitze, lief ein offensives Rennen und wurde mit Rang zwei hinter der der Äthiopierin Halima Kayo belohnt. Andrea Diethers (LT Haspa Hamburg Marathon) und Fabienne Amrhein (engelhorn sports Team) liefen beide ebenfalls ein couragiertes Rennen und belegten die Plätze zwei und drei in der nationalen Wertung. Eine andere stand kurz vor Schluss plötzlich auf dem Platz „Unter den Platanen“. Melina Tränkle (LG Region Karlsruhe), die man ansonsten an sich immer nur lächelnd laufend sieht, drehte mit schmerzverzerrtem Gesicht ihre Runden. Irgendwann ging nichts mehr. „Offensichtlich machte der Fuß nicht mit. Das muss sie jetzt auch erst einmal verkraften“, bedauerte Köllner das Ausscheiden der sympathischen Badenerin.

2015 war ein heißer Lauf – ob es der bisher wärmste war? Zumindest wurde im Vorfeld nie so viel über die Temperaturen diskutiert wie in diesem Jahr. Vielleicht lag es daran, dass Ludwigshafen eine Woche zuvor noch bei Temperaturen um die 40 Grad ächzte. Über 30 Grad kletterte das Thermometer auch am Samstag. Doch die Veranstaltergemeinschaft hatte vorgesorgt. Zum einen wurden im Vorfeld fleißig Zettel verteilt, wie man sich als Läufer bei Hitze richtig verhält und zum anderen organisierte man in dieser Woche noch auf die Schnelle 2000 Schwämme für das Läufervolk. Entlang der Strecke standen etliche Wasserbottiche und auch die Läuferdusche auf der Rückseite des Pfalzbaus sorgte für Abkühlung. Vor, während und nach dem Lauf schenkten die „Ehrenamtlichen“ fleißig Getränke aus.

Schon die Kleinsten schwitzten am Nachmittag, als um 15 Uhr der Startschuss zum TWL Bambinilauf fiel. Quentin Seelmann (TV Rheingönheim) und Nisa Herrmann (JSG Mutterstadt-Ruchheim) hießen hier die Sieger. Kai Arnold (TV Rheingönheim) und Vereinskollegin standen beiden Schülern ganz oben auf dem Treppchen. Im TWL Jugendlauf setzten sich Nico Steißlinger (ABC Ludwigshafen) und Alicia Koßmann (SG Leutershausen) souverän durch.

Als Josefa Matheis (TSG Eisenberg) in Ludwigshafen auftauchte, war klar, der Sieg im BASF Volkslauf konnte nur über sie gehen. Doch in Runde eins stand die Eisenbergerin plötzlich am Streckenrand. Was war geschehen? „Das ist mir auch noch nie passiert“, meinte sie kopfschüttelnd und zeigte auf ihren Schuh. Der Schnürsenkel hatte sich gelöst. Doch nichtsdestotrotz lief sie einem sicheren Sieg entgegen. Laura Hochdörfer (TSG Maxdorf) und Ex-Judoka Ariane Stripf (Bewegungskita Heilig Geist) folgten auf den Plätzen zwei und drei. Einen 60-sekündigen Vorsprung hatte der Wahl-Heidelberger Tobias Balthesen im Volkslauf auf den Heidelberger Krimiautor Marcus Imsbweiler. Vielstarter Mario Steiner (1. FC Kaiserslautern) erreichte als Dritter die Ziellinie vor der Tortenschachtel, die im kommenden Jahr aus dem Stadtbild verschwunden sein wird.

Informationen: www.ludwigshafener-stadtlauf.de , Ergebnisse: www.br-timing.de


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