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43. Schöck Hornisgrinde Marathon

[eingestellt am 19. Juli 2015]

By: Gabi Gründling

Fotos: Gabi & Peter Gründling

was man im Ziel halt so macht….

Da wird noch schnell eine der Pfützen verfüllt

Idylle pur: Das Skiheim von oben

Zweiter Halbmarathon Saad Mekki

666 number of the beast: Regina Kistner 2. W55 HM

Sieger HM Janosch Kowalzyk

Start und Ziel von Halbmarathon und sonntäglichem 10er

Samstag kurz vor 17 Uhr

3. M70 HM Hans-Joachim Jaberg

Taiwan – Stockholm - Bühlertal

Wunderschöne Ausblicke entschädigen für die Anstrengung

Die am weitesten vom Start entfernte Stelle beim HM/10er

Wasser – Tee – Iso

Blick vom Hochsitz auf das Wendepunktstück beim HM

650 m runter und wieder rauf, damit der Halbmarathon auch 21,1 km lang ist

-

2. M70 HM Dirk Bösler

Durch diese hohle Gasse ist man beim Halbmarathon 2x gekommen

Blick auf die Bühler Höhe

Blick auf die Hornisgrinde

Das Skiheim ersetzt das große Zelt auf dem Parkplatz

Die legendäre Bühlertaler Kuchentheke

Kleiner Trail zum Skiheim

Vor dieser Spezies muß gewarnt werden

Das M50-Treppchen beim Halbmarathon: wegen Überfüllung geschlossen

Am Sonntagmorgen fand die Startnummernausgabe im Freien statt

Siegerin Halbmarathon Miriam Köhler

Der Marathonbogen nimmt Form an

Vorm Marathonstart verkrümeln sich alle noch in den Windschatten

… denn es war ziemlich stürmisch

David Mild kommt als Erster um die Ecke geflogen

Salvatore Corriere (371) macht seinem Namen alle Ehre und rennt beim 10er auf Platz 1

Die 10er

Sabine Spieker ist die schnellste 10 km-Frau

Die Lebenshilfe war mit einer großen Gruppe unterwegs

… auch als Walker…

Die Markierung säuft ab

Orgachef Karsten Weis (links) ist überall – hier beim Abflattern des Zielkanals für den Marathon

Der letzte Kilometer der Marathonis wird präpariert

Der Beginn der Marathonstrecke

Beginn des Wendepunktstücks beim Marathon

1. W40 Andrea Müller hinter Dietmar Bühler – mit Startnummer 4 auf Platz 4

Die Schwarzenbachtalsperre

Stimmungsnest beim Landschaftsmarathon

Straßenquerung

Marathonsieger David Mild beißt

Zweiter Tilo Minges

Dritter Jörg Hooß

Mit Nr. 1 Nr. 4: Ronny Seifert

1. M55 Reiner Steurer

2. M45 Dietmar Krenz

3. M45 Helmuth Nösner

2. M40 Alexander Hüttlin

3. M40 Lars Götz

Siegerin Miriam Köhler

Sascha Bläsen

2. MHK Matthias Eller, ein Bühlertaler Eigengewächs

1. M60 Manfred König (141) zeitgleich mit Roland Gutenkunst im Ziel

Thore Göbel (1. Männl. Jugend) und sein Vater Dietmar (2. M50)

3. M50 Andreas Bischof

Zweite Tanja Hooß wird von ihrem Mann Jörg ins Ziel geholt

3. MHK Ralf Beier

Dritte Anne Staeves

Ja ist denn schon Weihnachten?

2. M55 Achim Buchwald

2 M60 Hans-Hendrik Ewert

2. M35 Punit Singh

3. M35 Martin Zerrer

2. WHK Katharina Esswein mit Zufallsradlerbekanntschaft

3. M55 Peter Gründling

1. M30 Erik Burkart

3. M60 Günter Scheef

1. W30 Stephanie Geiger

Lief Eiger Ultratrail 101 und anschließend Hornisgrinde-Marathon: Christof Lindenbeck

2. W40 Catherine Bayer-Klier

2. M30 und der Letzte unter 4 h: Christian Berghof

3. W45 Kerstin Müller

3. M30 Louis Reiß

3. W40 Sandra Esqunel

1. W50 Josi Guttenberger mit ihrem Mann Johann

1. M75 Karl-Heinz Kern

Der Zielhang verlangte den Läufern nochmal alles ab

2. W50 Kirsten Gerth

Stefan König

3. W50 Adelheid Wette-Schiestl

2. W55 Judith Strack

Haben am 7.12. bzw. 8.12. Geburtstag und fanden das in ihren Startnummern wieder: Harald Fehninger und 1. W35 Noreen Lengdobler

3. W55 Christa Heinzelmann-Hauff

Christoph Wenzel ließ sich für eine Ziel60-Zeit fast 3 min feiern, bevor er endlich ins Ziel lief

1. W60 Evi Perner

1. M70 Klaus-Peter Mickel

2. M70 Wilfried Bechtel hier noch hinter Alexander Wenk

Kaputt

Miriam Köhler ist happy

Gemischtes Doppel und Hüttenzauber

Bühlertal/Hundseck, 17./18. Juli 2015 – da staunte so mancher Wiederholungstäter am Wochenende nicht schlecht, als er auf den großen Parkplatz am Hundseck an der Schwarzwaldhochstraße über Bühlertal ankam. Jahrzehntelang stand hier ein großes Zelt, in dem die „Laufküche“ und die Startnummernausgabe untergebracht waren. Nun fand man an dieser Stelle ein paar Dixies und parkende Autos. Das Rätsel war für die, die es im Vorfeld nicht gelesen hatten, fix gelöst: die ganze Infrastruktur befand sich erstmals im Skiheim, das wahlweise über einen kleinen Trailpfad 200 m entfernt oder außenrum über Asphalt wohl so um die 600 m vom Parkplatz entfernt liegt. Hierhin ging man schon immer, um sich den Schweiß vom Körper zu duschen. Die Hütte eignet sich bestens für alles rund um den Lauf und erstmals konnte man auch direkt vor Ort übernachten. Frühstück morgens um 6 Uhr inklusive. Wenn es zu einer der Siegerehrungen geregnet hätte, hätte es evtl. ein bißchen kuschelig eng werden können im 1. Stock der Hütte, aber dieser Kelch ging, trotz schlechten Wetters am Sonntagvormittag, am 100kköpfigen Helferteam um Orgaleiter Karsten Weis vorbei.

Karsten Weis zu der Entscheidung: „Es war halt immer ein riesen Act das Zelt auf- und abbauen, komplette Kücheneinrichtung hochkarren und Strom und Wasser zu verlegen... Mittlerweile haben wir dafür zu wenig Helfer. Und bezahlt werden muss halt auch alles…“. Die Rechnung ging auf, der Hüttenzauber wurde gut angenommen und die Zeltzeiten dürften wohl vorbei sein.

Neben dem Hundseck-Berglauf im Mai, der einige Höhenmeter oberhalb des besagten Parkplatzes am Mehliskopfturm endet und unten in Bühlertal gestartet wird, ist der Hornisgrinde-Marathon im Juli die zweite Laufveranstaltung des TV Bühlertal. Dieser nimmt den Verein ein ganzes Wochenende in Beschlag. Am Samstagnachmittag geht es los mit einem Kinderlauf, um 17 Uhr werden dann erstmals die Erwachsenen auf die Strecke geschickt. Auf der Agenda steht ein Halbmarathon über zwei Runden à 10 km. Um den Halbmarathon voll zu machen, mußte man bis 2013 gut 1 km in den Wald eintauchen, um das Startbanner zu erreichen. Seit vergangenem Jahr sind Start und Ziel identisch, dafür gilt es auf der ersten Runde noch ein Wendepunktstück zu absolvieren. Der Halbmarathon hat 150 Höhenmeter, von denen ein guter Teil gleich rund 100 m nach dem Start auf die LäuferInnen warten. Wer den Blick schweifen läßt, kann wunderbare Ausblicke hinunter in die Rheinebene, auf das zur Zeit geschlossene Schloßhotel Bühlerhöhe und auf die dem Marathon den Namen gebende Hornisgrinde, dem höchsten Gipfel des Nordschwarzwaldes genießen.

Weil einige Wetterdienste für Samstagnachmittag Gewitter vorhersagten und es auch drückend heiß war, fanden sich nur 152 Teilnehmer an der Startlinie ein. Viele von ihnen treten traditionell am nächsten Tag nochmals an, um die 10 km oder den Marathon zu absolvieren.

Janosch Kowalzcyk, in Leonberg zuhause und nicht im Besitz eines Autos, war mit dem Zug und das letzte Stück als Tramper zur Schwarzwaldhochstraße gekommen. Der Aufwand hat sich für den 25jährigen gelohnt, denn nach 1:16:55 h war er der unangefochtene Tagessieger. Schon sein Vater lief hier in früheren Jahren oftmals den Halbmarathon und Janosch traf am Samstag überraschend M65-Sieger Michael Piske wieder, der den Studenten schon als 8jährigen Steppke und Lauftalent kannte, weil Kowalczyks und Piske gemeinsam beim TSV Kuppingen Sport trieben. Für Piske blieb die Uhr bei 1:51:14 h stehen. „Ich komme schon seit 30 Jahren hierher – früher bin ich auch mal 1:17er Zeiten auf dieser Strecke gelaufen“ meinte Piske lachend.

Schon als Zweiter kam der M50-Sieger Saad Mekki ins Ziel. 1:21:44 h brauchte der für den TV Bad Bergzabern startende dreifache Vater. Nach Ende des Ramada konnte er wieder gut gestärkt an den Start gehen. Bei bis zu 10 Stunden täglich ohne Essen und Trinken und so hohen Außentemperaturen wie in den letzten Wochen leidet dann doch die Leistung ein wenig.

Dritter wurde Frank Lützerath aus Reichental mit 1:22:26 h. Erst weitere knapp fünf Minuten später ging es dann Schlag auf Schlag weiter, das Feld wurde dichter.

Schon als Gesamt-Sechste wurde die 27jährige Miriam Köhler (LG Brandenkopf, 1:27:56 h) gestoppt. Sie konnte bei km 16 an der 26 Jahre älteren Britta Müller (VFL Freudenstadt, 1:29:04 h) vorbei ziehen. Im Vorjahr waren die beiden noch in umgekehrter Reihenfolge ins Ziel gekommen, wobei Müller 2014 14 Sekunden langsamer war als an diesem Samstag. Dritte wurde Andrea Hölzle (TherapieReha Bottwartal, 1:34:45 h)

Miriam Köhler, die im Verkauf einer Logistikfirma in der Nähe von Göppingen arbeitet und Gesundheitsmanagement studiert hat, hatte damit aber immer noch nicht genug. Als es dunkel war, joggte sie noch hoch auf den Mehliskopf, um die Aussicht in die Rheinebene bei absoluter Dunkelheit zu genießen. Nach einer Übernachtung im Skiheim stand sie dann morgens um 8 Uhr schon wieder an der Startlinie des Marathons. Und – um es vorweg zu nehmen – gewann auch den. Im vergangenen Jahr hatte sie neben ihrem Auto auf dem Parkplatz übernachtet und war nachts bei Regen dann doch ins Auto umgezogen, um morgens die 10 km in Angriff zu nehmen.

Doppelstarts wie die von Köhler haben in Bühlertal Tradition. Wobei man eben sonntags die Wahl hat zwischen der Marathondistanz und einem 10 km-Lauf auf derselben Strecke wie der Halbmarathon. Diese Option wählte am Wochenende zum Beispiel Peter Lessing. Der 74jährige vom SC Önsbach gewann am Samstagabend seine Altersklasse als Gesamt-57ter mit hervorragenden 1:47:07 h, um dann sonntags beim 10er als 77ter von 222 Teilnehmern nach 49:01 min aufs oberste Altersklassentreppchen zu hüpfen.

Zweiter der M70 wurde am Samstagabend Dirk Bösler aus Lampertheim, der für den TSV Mannheim-Sandhofen startet. Nach einem Schlaganfall, von dem zum Glück nichts zurückgeblieben ist, mußte er acht Monate pausieren und läuft erst seit Mai wieder. Der Halbmarathon in 2:10:10 h war für ihn ein Trainingslauf für den Allgäu Panorama Marathon Ende August in Sonthofen.

Bemerkenswert sicher auch die Leistung Arne Haase. Das „Eigengewächs“ des TV Bühlertal zählt schon 83 Lenze. Er brauchte 2:24:02 h für den Halbmarathon und zeigte noch sieben LäuferInnen die Hacken, die zum Teil seine Urenkel hätten sein können.

Die weitaus meisten Doppelstarter kommen ans Hundseck, um 63 km auf zwei Einheiten zu verteilen. Viele von ihnen kommen seit Jahren immer wieder hierher, um samstags Halbmarathon und sonntags die doppelte Distanz zu laufen. Einer, der das auch über Jahrzehnte gemacht hat und nachts sogar noch als Zeltwache im Einsatz war, war Kurt Wollenweber. Er, der quasi zum Inventar des Laufs gehörte, starb gut eine Woche vor der Veranstaltung im Alter von 75 Jahren an Krebs. Der TV Bühlertal hielt die Teilnehmer bei den Siegerehrungen zur einer Schweigeminute an.

Zum zweiten Mal nach 2013 stand der 29jährige David Mild, Wie Miriam Köhler im Trikot der LG Brandenkopf unterwegs, am Start des Marathons. 2014 lief er in Kandel beim flachen Bienwaldmarathon mit 2:41:37 h seine persönliche Bestzeit über die Königsstrecke. Umso erstaunlicher ist seine Siegerzeit des Hornisgrindemarathons 2015. Nach 2:44:41 h konnte er zum Zielgetränk greifen. „Da geht bestzeitenmäßig noch was“ frotzelten auch direkt seine anwesenden Vereinskollegen. Mild, der in der Nähe von Offenburg in der elterlichen Landwirtschaft, einem Obsthof, arbeitet, flog direkt am Sonntagabend nach Ecuador, wo er als Streckenmarkierer beim 6-Tage-Etappenlauf „Roving Race“ unterwegs sein wird. Üblicherweise läuft er so 4 bis 5 Marathons im Jahr, wobei er bei zwei davon Brems- und Zugläufer für 3 Stunden ist. Gesetzt ist dabei Freiburg im Frühjahr, im September wird er wahrscheinlich in Berlin die 3 Stunden-Pace machen. Üblicherweise trainiert er, vor allem während der Erntezeit, 60-80 km pro Woche. Dieses Jahr ist er gut und mit viel Training über den Winter gekommen. Motiviert hat ihn dazu die Lektüre von Kilian Jornets „Lauf oder stirb“.

Tilo Minges lief nach 2:55:27 h auf Platz 2.

Als Dritter – und letzter Läufer unter drei Stunden – kam bei seiner achten Teilnahme in 18 Jahren M50-Sieger Jörg Hooß durch den Zielbogen. Der Athlet im Trikot des LTF Marpingen war bis vor wenigen Jahren im 100 km Nationalteam, aber er merkt nun auch, daß er älter wird. Konnte er früher zu Spitzenzeiten problemlos 300 km/Woche laufen, sind nun „schon“ 200, die früher normaler Wahnsinn waren, absolutes Limit. Bis vor 6 Jahren arbeitete er im Zweischichtbetrieb, die Spätschicht begann um 14 Uhr – was trainingstechnisch absolut ideal war. Jetzt fängt er täglich um 11 Uhr an und kommt nicht vor 20 Uhr nach Hause. Da ist der Zeitkorridor, um die Laufschuhe zu schnüren, schon erheblich enger. Er wollte unbedingt unter 3 Stunden bleiben. Dafür hatte er die jeweils langsamsten 5 km-Abschnitte seiner bisherigen Teilnahmen als Marschroute festgelegt, denn aufgrund des Streckenprofils kann man an der Hornisgrinde nicht mit einem gleichmäßigen Tempo kalkulieren. Der Schlachtplan ging auf, nach 2:57:35 h war er im Ziel. Nach einer kurzen Verschnaufpause drehte er um nochmal bis zur km 40-Marke zurückzulaufen und seine Frau Tanja abzuholen, die das Ziel nach 3:28:58 h als Zweite erreichte. Auch für sie war es das achte Finish zu Fuß des Mehliskopfs. 2006 war Jörg allerdings alleine im Nordschwarzwald, denn seine Frau lag im Krankenhaus und brachte Sohn Ben auf die Welt. Wie ihr Mann war auch Tanja jahrelang im 100 km-Nationalteam. Ihre persönliche Bestzeit über diese Distanz liegt bei 7:39 h. Die erlaufenen Preisgelder haben die Hooß‘ übrigens immer in die Urlaubskasse geworfen und es jahrelang geschafft, die Familienurlaub damit zu finanzieren.

Miriam Köhler hatte das Ziel nach 3:17:28 h erreicht – den Halbmarathon vom Abend vorher spürte sie noch deutlich in den Beinen. Vor allem bergab maulten die Oberschenkel, aber auch die lange Steigung, die sich von km 27 bis ins Ziel hinzieht, machte ihr zu schaffen. „Wenn ich genau gewußt hätte, was auf mich zukommt, wäre ich vielleicht gestern abend ein bißchen langsamer gelaufen“ grinste sie.

Dritte wurde Anne Staeves (LG Trampeltier, 3:36:50 h). Ende Juni hatte sie zum dritten Mal den Fidelitas Nachtlauf über 80 km in Karlsruhe gewonnen, danach waren sie und ihr Lebensgefährte, der sie hier wie dort auf dem Rad begleitete, gut zwei Wochen in Kanada und sie war gar nicht gelaufen. Daher war sie mit Zeit und Plazierung durchaus zufrieden.

Ebenfalls mit Fahrradbegleitung kam Katharina Esswein als Fünfte und Zweite der weiblichen Hauptklasse ins Ziel. Vor dem Lauf kannte sie den Radler aber noch gar nicht, Er begleitete sie und eine Gruppe, mit der sie eine Zeitlang unterwegs war, kam mit ihr ins Gespräch – und blieb bis km 42,195 an ihrer Seite.

Ein weiteres „Doppel“ lief auf Platz 17 und 18 nach 3:26:28 h ins Ziel: Thore und Dietmar Göbel. Thore ist der 16jährige Sohn von Ultraläufer Dietmar Göbel, der den Marathon an der Seite seines Sohnes als Trainingslauf für seine Spartathlon-Teilnahme Ende September mitnahm. Er hat für die 246 km lange Strecke von Athen nach Sparta eine Bestzeit von 26:15 h stehen – er lief sie 2014, inklusive 2 Stunden Schlaf, weil er drohte, Schlangenlinien zu laufen. Für Thore war es der dritte Marathon. Einen 100 km-Lauf hat er auch schon in den Beinen. In Kienbaum lief er im März 9:32 h – ebenfalls in Begleitung seines Vaters. Der Orthopäde unterstützt seinen Sohn bei seinen Laufplänen, läßt aber seine Trainingspläne von jemand anderem machen, der mehr Abstand hat als ein Vater. Auf der Strecke ist er immer an der Seite des Filius, um notfalls regulierend einzugreifen und ihn nicht zu verheizen.

Apropos wenig Schlaf: den hatte auch Christof Lindenbeck und das ganz aktuell. Der 53jährige war am Samstag den Eiger Ultratrail über 101 km in 17:38 h gelaufen, dann in den Schwarzwald gefahren (worden) und absolvierte den Marathon noch als Abschluß eines langen Laufwochenendes in 3:55:28 h.

Den Marathonvogel schoß Karl-Heinz Kern ab. Der 76jährige Rülzheimer, der 30 Jahre als Schwimmmeister im Rülzheimer Schwimmbad Moby Dick gearbeitet hat, fuhr spontan mit seinen Vereinskollegen Stephan und Judith Hammer von der Südpfalz in den Nordschwarzwald. Locker und guter Dinge kam er nach 4:04:48 h ins Ziel. Deutlich unter 6er Schnitt auf einer Strecke mit 400 Höhenmetern und das in dem Alter – nicht wenige Läufer werden sich wünschen, so fit alt zu werden.

Mit 72 Jahren noch als Doppelstarterin Halbmarathon/Marathon unterwegs war Monika Dewald aus Offenburg. In diesem Jahr ist sie schon 74 km Trail in den Vogesen gelaufen und den Fidelitas Nachtlauf über 80 km in Karlsruhe. Ihre Ultralaufbahn begann 1981 mit den 100 km von Biel. 1983 verpasste sie mit 8:01:01 h die magische 8 h-Grenze über 100 km nur denkbar knapp. Über 24 Stunden erreichte sie 1990, damals schon 47jährig, 227 km, mit denen sie heute noch auf Platz 6 der ewigen deutschen Bestenliste zu finden ist. 5:37:16 h für den Marathon und 2:23:12 h für den Halbmarathon am Vortag waren ihre zeitliche Beute.

Die jeweils drei schnellsten beim 10 km-Lauf am Sonntag: Salvatore Corriere (Roadrunners, 37:10 min) kam vor Christian Schadt (CeOs Laufteam, 37:55 min) und Gerard Erhardt (SV Freistett, 38:38 min) ins Ziel. Sabine Spieker (CeOs Laufteam, 42:36 min) war die schnellste Frau vor Petra Dages (LT Geroldseck Lahr, 47:51 min) und Isabel Bantle (VFL Freudenstadt 48:09 min).

Während der Halbmarathon am Samstagabend noch bei Sonnenschein und teilweise recht hochsommerlichen Temperaturen über die Bühne ging, war es am Sonntagmorgen trüb und stürmisch, kurz vor dem Marathonstart fing es an zu blitzen und zu donnern. Das Gewitter kam aber nicht über die Laufstrecke, allerdings regnete es sowohl rund um das Hundseck als auch auf der Strecke mehrfach.

Orgachef Karsten Weis und sein Team freuen sich trotz recht geringer Teilnehmerzahlen schon aufs kommende Jahr. Sie haben jede Menge Ideen, die Veranstaltung etwas aufzupeppen. Ein erstes Brainstorming erfolgte direkt am Sonntagabend bei italienischen Köstlichkeiten im Haus des Vereinsvorsitzenden Karl Preis. Karsten Weis sagt dazu: „Ganz besonders freut es mich, dass unser Roland Jung wieder mehr einsteigen möchte. Der war eine große Hilfe für Moderation und Siegerehrungen. Und er hat reiche Erfahrung, da er den Marathon von Mitte der 80er bis Ende 90 organisiert hat.“. Für ihn ist der größte Nachteil der Infrastruktur in der Skihütte die Tatsache, daß Bewirtung und Marathonziel jetzt räumlich auseinander fallen und es so ziemlich einsam wird für die einlaufenden Marathonis.

Ergebnisse


Kossmann Laufdesign