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24. Erlebnislauf Deutsche Weinstrasse

[eingestellt am 31. August 2015]

By: Saskia Helfenfinger-Jeck

Fotos: Kathy Ermert und LLG Wonnegau

Genusstour wird für so manchen zur Tortur

Kircheim, 30. August 2015 - Als Erich Siegmund, der Zweite Vorsitzende der LLG Wonnegau, um kurz nach neun Uhr in der Früh am Sonntag die Läufer am Bahnhof in Kirchheim begrüßte, war er noch guter Dinge, dass die 24. Auflage des Weinstraßenlaufes von Bockenheim nach Kirchheim pünktlich gestartet werden könnte. Doch dem war nicht so. Der Reihe nach: Der Weinstraßenlauf ist eine Punkt-zu-Punkt-Strecke, d.h. die Läufer fahren mit der Bahn vom Zielort an den Start am „Haus der Deutschen Weinstraße“ in Bockenheim. Doch wenige Minuten vor der eigentlichen Abfahrt um 9.24 Uhr kündigte die Anzeigentafel Unheil an: Aufgrund von Störungen im Betriebslauf habe der Zug 20 Minuten Verspätung, hieß es zunächst. Die Sonne indes knallte gnadenlos auf die Läuferköpfe. Schattige Plätze waren rar. Unaufhaltsam kletterte das Thermometer in Richtung 30 Grad. Schlussendlich traf der Zug mit Zielort Monsheim mit 25-minütiger Verspätung ein.

Um halb elf fiel endlich der Startschuss. Reinhold Niederhöfer als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land und die charmante Weingräfin des Leininger Landes, Franca I., schickten die Läufer auf die zehn Kilometer. Franca I. legte übrigens auch die zehn Kilometer lange Route zurück, allerdings nicht per pedes, sondern in einer alten BMW Isetta, aus der die Läufer mit Musik beschallt wurden.

Der Weinstraßenlauf ist bekanntermaßen nichts für schwache Oberschenkelmuskeln. Wellig, coupiert, profiliert – so wird die Strecke gerne beschrieben. Rund 90 Höhenmeter gilt es zwischen Bockenheim und Kirchheim zu bewältigen. Vor allem der Abschnitt zwischen Asselheim und Grünstadt fordert die Läufer. Zwischen dem Startort in Bockenheim und dem Ziel in Kirchheim warten zehn abwechslungsreiche Kilometer, die je nach Erschöpfungsgrad einladen, den Blick in die wunderschöne Pfalz schweifen zu lassen. Wenn dann aber – wie am Sonntag – der Spätsommer nochmal so richtig aufdreht, wird ein Genusslauf schnell zur Tortur. Der Schweiß rann, das Stöhnen und Schnaufen wurde lauter; so mancher ging an seine körperlichen Grenzen. Einer der Teilnehmer musste im Ziel sogar ärztlich behandelt werden. Ihm soll es inzwischen wieder besser gehen. Die Getränkestation in der Grünstadter Innenstadt jedenfalls war selten so stark frequentiert wie in diesem Jahr. Und auch das kühle Nass aus dem Wasserschlauch der Feuerwehr fand dankende Abnehmer, denn der Großteil der Strecke lag in der prallen Sonne. Nur selten boten Häuser rechts und links ein wenig Schatten.

So waren die Zeiten durch die Bank deutlich langsamer als 2014. Bei Tom Heuer waren es 54 Sekunden Differenz zum Vorjahr. Für den Berglaufspezialisten vom TuS 06 Heltersberg sind 90 Höhenmeter läppich. Heuer, der natürlich auch die M45 gewann, machte vom ersten Meter an klar, wer der Herr im Haus bzw. auf der Weinstraße ist. Nach 35:57,5 Minuten überquerte er die Ziellinie im Herzen von Kirchheim und durfte sich über die traditionelle Tüte Zucker und ein edles Sektglas, gefüllt mit Zitronentee, freuen. Eine halbe Ewigkeit, nämlich über zweieinhalb Minuten, mussten die Zuschauer warten, bis Lokalmatador Alf Matuschak von der veranstaltenden LLG Wonnegau um die Ecke bog. Er gewann in 38:32,7 Minuten die M50. Uli Krezdorn (TSG Grünstadt) vervollständigte in 38:55,9 Minuten das Podium.

Ein ordentliches Programm hatte sich Altmeisterin Josefa Matheis von der TSG Eisenberg an diesem Wochenende auferlegt. Am Samstag stand sie beim Straßenlauf des TV Mannheim-Rheinau an der Startlinie, gewann ihre Altersklasse in 41:05 Minuten. Allerdings stöhnte sie dort ziemlich über die Hitze. Offensichtlich hatte sie das Rennen vom Vortag gut verkraftet, denn in 42:35,8 Minuten hielt sie die Konkurrenz deutlich in Schach. Tanja Turczyn (stimmel sports e.V./44:41,7 Minuten) und Sonja Deiß (LC Bad Dürkheim/45:12,0 Minuten) vervollständigten das Podium. „Ich hoffe, dass es nächste Woche in Bad Liebenzell besser klappt“, sagte die sympathische Eisenbergerin, die – man mag es kaum glauben – im kommenden Jahr bereits in der Altersklasse W50 an den Start gehen wird. In Bad Liebenzell stehen am kommenden Wochenende die Deutschen Straßenlaufmeisterschaften über 10 km auf dem Programm.

Ergebnisse: www.br-timing.de

 

 


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